Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wie man eine verstopfte Toilette wieder flott kriegt!
Hallo zusammen,
Möchte euch mal eine kleine Schmunzel-Geschichte erzählen....es war im Sommer 1971..Bergfahrt auf dem Main.....wir zwei junge Matrosen, bemerkten schon seit Tagen das mit unserer Toilette etwas nicht stimmt..zu deutsch , sie war verstopft...na ja wir dachten ,wird schon wieder werden (wie man eben so denkt, wenn man jung und unbekümmert ist*g*)...ja und wie das Leben so spielt ist es tatsächlich wieder geworden!!!! ohne unseres zutun!!!
Einfahrt in eine Schleuse zu Berg, wir mußten ganz nach vorne...und nun wurde durch das einströmende Wasser nicht nur unser Schiff gehoben, nein!!!....sondern auch unsere Schei.......der gesamte Inhalt der verstopften Toilette schoß pfeilgerade durch die Entlüftung aufs Roofsdach und der Rest ergoß sich im Inneren, Richtung Küche bzw. hinab Richtung Schlafkammern!!
Das war eine Sauerei sondergleichen, wir brauchten Tage um alles zu beseitigen, Gottseidank war Sommer, so daß wir Tag und Nacht lüften konnten!
Über diese Erfahrung haben wir trotzdem noch lange gelacht!
Hat das auch schon mal jemand erlebt?
Grüße Fred
Hallo Fred,
solche Erfahrung habe ich auch schon gemacht, bei uns war die Toilette zwar nicht verstopft, aber die Reste im Rohr reichen auch schon. Nach dieser Erfahrung wurde bei einer Bergschleusungen immer der Absperrschieber zugedreht.
Gruß
Hermann:wink:
Gernot Menke
10.01.2010, 12:29
:fragkratz::fragkratz: Ich dachte immer, die Schokolade würde gesammelt - nicht, um das Schiff damit zu streichen, sondern wegen der Umwelt und so. Wie kommt denn nun das Wasser von unten ins Rohrsystem und erzeugt Überdruck?? (ja ja, Schiffbau, ich weiß, nicht meine Stärke)
:wink: Gernot
Hallo Gernot,
ja, normalerweise gibt es da ein Rohr von ausreichendem Durchmesser, von der Toilette senkrecht nach unten raus. Damit alles funktioniert, sollte eine Entlüftung am oberen Ende sein. Diese geht üblicherweise über´s Roofdach. Unten dann ein Absperrschieber, der sollte zum richtigen Zeitpunkt Auf oder Zu sein.
Fäkalientanks werden in erster Linie eingebaut, um den im oberen Beitrag geschilderten Effekt zu vermeiden und oder aber auch, das Schiff tiefer laden zu dürfen. Nebenbei gibt es keine Möglichkeit, damit die Berufsschiffahrt ihre Fäkaltanks legal entsorgen könnte. (Portionsweise darf, geballte Ladung darf nicht)
Naja, und das einlaufende Schleusenwasser hat da ganz vorne sowieso seine eigene Dynamik
Jürgen
Östrich zu Berg
:fragkratz::fragkratz: Ich dachte immer, die Schokolade würde gesammelt - nicht, um das Schiff damit zu streichen, sondern wegen der Umwelt und so. Wie kommt denn nun das Wasser von unten ins Rohrsystem und erzeugt Überdruck?? (ja ja, Schiffbau, ich weiß, nicht meine Stärke)
:wink: Gernot
Hallo Gernot,
bei den alten Schiffen ging ein 100ter Fallrohr vom WC -Ventil zum Schiffsboden, wenn man dann beim Bergschleusen mit dem Vorschiff vor den Schleusendrempel lag , mußte das WC - Ventil zu sein.
Da beim Fluten der Schleuse durch die starke Sogwirkung am Oberwasser auch Luft mit gesaugt wird, kommen unten auch Luftblasen mit hoch und wenn Diese das nicht verschlossen WC-Rohr treffen , kommt es zur solchen Ergüssen im WC-Raum.
Wir hatten das gleiche Problem hinten, beim Rückwärtsdrehen der Maschine bei Leerschiff.
Ich hoffe Du hast es verstanden, ansonsten nach fragen.
Gruß
Hermann:wink:
Gernot Menke
10.01.2010, 15:11
@Jürgen und Hermann,
danke für Eure Erklärungen - wieder ein Stück weiter in die Binnenschiffahrtswelt vorgedrungen :Kap:!
Ich will niemanden überstrapazieren, aber wenn ich mal etwas nicht begreife, frage ich bestimmt!
:wink: Gernot
.....diese Probleme haben wir nicht gekannt.
Die Schiffe waren mit einem Pump-WC ausgestattet das zugleich auch als Zerhacker wirkte. (das gab für die Fische "Maulgerechte" Portionen.
Gruß Ernst
.(das gab für die Fische "Maulgerechte" Portionen.
Gruß Ernst
Guten Appetit (ich meine damit die Angler) :lool:
@ Herrmann,
manche Schleusen haben im Torbereich Luftsprudelanlagen. Mit diese werden im Winter die Tornieschen Eisfrei gehalten. Sie können auch als Sperre benutzt werden, wenn sich viel Treibgut in den Vorhäfen befindet oder bei Ölunfällen. Je nach Stärke können diese dir auch die WC-Rohre Reinigen. Die große Hartelschleuse hatte so eine Anlage. Wenn wir dort Geladen reingefahren sind, hat der Alte kurz vorm passiren dieser Sperre die Maschine kurz auf Rückwärts laufen lassen damit im die Sch... nicht an der Decke klebt.
Gruß Norbert
Hallo Miteinander
Tja, wer noch die alte Schleusenkammern der Schleuse Kembs kurz vor Basel kennt, der weiss, worüber ich spreche:
Bei dieser Schleuse kam der Wasser/Luftdruck eben nicht nur von Vorne, sondern auch Mittschiffs und von den Seite!
Auf der Bergfahrt war es ganz extrem – habe in der Matrosenwohnung jedes Mal ein schweres „Kuhmaul“ (Schäckel) auf den Toilettendeckel gelegt. Auch DAS half nicht immer!
Diese Schleuse hatte in den Schleusenwänden – verteilt auf die ganze Länge - „riesige Löcher“ eingebaut. Aus diesen Löchern kam mit viel Getöse und vor allem mit viel Druck ein Wasser-Luftgemisch“ während dem Hochschleusen heraus. An den BB-Seiten war es noch extremer als auf Stb. ! Wir Insider haben das selbstverständlich ausgenützt….. . Da wurde mancher „Neuling“ aber bös Überrascht, wenn er es (aus Unwissenheit) „wagte“, an BB-Seite festzumachen…. ! Das Extreme dabei war, dass das „Wasser-Luftgemisch“ eben aus den freien, noch nicht mit dem Wasser bedeckten Löchern herausschoss! Wehe, wenn das Schiff so unglücklich lag, dass das Loch genau beim Maschinenraum oder sogar bei der Wohnung oder bei Decklast an einer Stelle war, wo das Wasser seitlich eindringen konnte – dann war aber alles am A….. .!!!!!
Dass man in dieser Situation nicht auf die Toilette ging, versteht sich von selbst!
Aber ausser den auch von meinen Vorgängern bereits angemerkten „Schleuseneffekt“ hatten wir damals mit einem zweiten „Scheissgefühl“ (Sorry für diesen Ausdruck - aber der passt perfekt!) rechen müssen:
Wir fuhren oft mit Schubleichter auf Seit (BB-Seite) zu Tal. Heute koppelt man diese „en fleche“ Vorne dran.
Achtung – diese Geschichte ist nicht für „zartbeseitete“!
Wenn beide Schiffe (Motorschiff und der Leichter) leer waren und wir auf der Talfahrt waren - vor allem unterhalb der Ruhr –, entstand durch den massiven Schiffsverkehr, Wind und Wellen ein ähnlicher Effekt wie in der Schleuse – nur mit zig-facher Gewalt!!
Das „knallte“ dermassen – da hast Du vor Angst in die Hosen g….. . Um dem vorzukommen, musstes Du (als Matrose) halt irgendwann doch mal auf die Toilette – Zitat in Zeitluppe (bitte nicht lachen…..):
„wir fahren Richtung Westen – Holland entgegen. Samstagnachmittag, die Matrosen- Wohnung war eben „blitzeblank“ von mir geputzt - Ich war leicht krank, hatte Magenweh und Durchfall – starker West-Wind ,hohe Berg-Wellen - ein Schubverband nach dem anderen „vollbeladen“ als Gegenverkehr unterwegs – andere Schiffe überholen die anderen Bergfahrer – wir überholen einen Talfahrer – es schaukelt hin- und her – auf und ab, ich wegen meinem Bauchweh und Durchfall im wahrsten Sinne des Wortes bei der Ausübung der „Notdurft“; alles in Allem die ideale „Intitialzündung“ – PÄNG:
Stellt Euch die Situation vor:
(nochmals – nicht lachen, he, he!)
Ich auf der Toilette - ein Knall – und mit einem extremen „Winddruck“ oder sagen wir mal einem extreme „Luft- und „Feuchtigkeits-Welle“ (Wasser sieht anders aus….) drang "ES" mit einer Urgewalt durch meine „in Stellung“ geschlossenen Oberschenkel und zwischen dem Toilettenring und dem Po-Spalt hinauf!
Ich war zuerst „von Unten“ geduscht…… - die Decke vollgespritzt – und dann alles tropfend „von Oben“!
Wohl oder übel machte ich „mein Geschäft“ wohl oder übel irgendwie fertig – das dauerte aber wegen meinen Beschwerden noch einige Zeit – auch die Schuber und Wellen und und wurden nicht weniger. Naja, könnt Euch ja vorstellen……! Irgendwann zog ich mich splitternackt aus und ging direkt unter die Dusche, welche im gleichen „Spantenabteil“ untergebracht war. Frisch geduscht holte ich Eimer, Seife und Lappen und begann zu schrubben. Die Fahrt dauerte ja noch einige Stunden – diese „Initialzündungen“ dauerten leider auch noch „Stunden“ an diesem Nachmittag. Ich war geschafft und um eine Erfahrung reicher, dass man gegen eine solche „Naturgewalt“ einfach keine Chance hat…… . Was lernt man noch? Ja nicht drauf sitzen, wenn es „so“ stürmt…..
(Heute kann ich darüber nur schmunzeln - aber damals.......)
Mit schiffischem (trockenem) Gruss von Leunam
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