Norbert
22.01.2010, 20:17
Wie ihr in einigen Geschichten lesen konntet, gibt es in der Schifffahrt im einige seltsame Exemplare.
Eins davon habe ich 1978 auf dem MANNESMANN I kennen gelernt.
Wir sind zu dieser Zeit 14 Tage gefahren und das Boot hat 7 Tage in Huckingen gelegen, da die Reederei nicht genügend Besatzungen für 4 Schubboote hatte. Unsere Besatzung bestand aus dem 1. und 2. Kapitän, einem Steuermann, drei Matrosen, zwei Maschinisten und der Koch. Also 9 Mann aufgeteilt in zwei Wachen. Ich war beim 2. Kapitän mit einem anderen Matrosen in der Wache, zudem war ich noch der jüngste an Bord (Schuld ist immer der Hund oder der Schmelzer, oder der jüngste Matrose). Mein Matrosenkollege stammte aus Ruhrort, zusammen mit unserem 2. Käptn schwelgten die beiden in alten Schleppschiffzeiten. Tante Olga und wie die Schuppen in Ruhrort alle hießen. Da konnte ich nun mal nicht mitreden. Nach einer gewissen Zeit merkte ich, dass der 2. mich richtig auf dem Kieker hatte.
Vielleicht lag das auch daran das er als Matrose bei meinem Onkel an Bord war??
Wenn der 2. um 23:30 in die Messe kam und seine Strickjacke hinter sich herzog, war das ein schlechtes Zeichen für die Schicht von 0:00 bis 6:00 Uhr, weil launisch war er auch noch.
Zuerst vorneweg, ich will nicht abstreiten das ich Fehler gemacht habe, aber wenn ich jemanden Schikanieren will, dann kann der Andere sich noch so anstrengen, er hat keine Chance
Hier eine kleine Auswahl.
Da gab es die Geschichte an der Hartelschleuse, kurz nach dem passieren der Ortschaft Rozenburg sollte ich die Fenster in der Messe putzen, was ich auch tat. Da die Schleuse nicht klar war ging es auf den Startplatz. Ich hatte mich zum festmachen umgezogen, da hieß es von oben ich solle weiter Fensterputzen. Zehn Minuten später war ich dann daran Schuld das dass anlegen nicht geklappt hat. Dieser Mensch war nicht nur launische war auch Cholerisch veranlagt.
Bei der Bolnes Motorenfabrik in Krimpen wurden unsere Hauptmotoren überholt, anschließen Probelauf. Da der nebenarm zu Flach ist ging es raus aus dem Hafen zur anderen Seite des neuen Wasserweges zum Dock von Boele-Bolnes. Dort lagen wir mehrere Stunden mit dem Bug gegen das Dock und ließen die Diesel probe laufen. Da so eine hohe Dockwand kein berauschender Anblick ist, ging ich nach unten und holte mir ein Buch nach oben. Das ging ja überhaupt nicht, war die Meinung des Käptn. Es wäre ja schließlich Arbeitszeit, also das Buch wieder nach unten. Danach saßen wir drei im Steuerhaus uns schauten nach vorne auf die schwarze Dockwand. Echt Krank!
Nächstes Beispiel gefällig, einige Zeit später, wieder vor der Hartelschleuse diesmal Richtung Europoort mit Vier leeren Leichtern. Wir waren schon auf dem Leitwerk fuhren langsam voraus und hatten noch wenige Meter bis zum nächsten Poller, da kam aus dem Lautsprecher das Kommando „den Poller nehmen wir“. Also das Auge vom Koppeldraht auf den Poller, ein paar Sekunden später „ach ne den nicht, wir nehmen den nächsten“ Knaaalll der Draht direkt hinter der Bleikappe gerissen. Einen 26 Millimeter dicken Koppeldraht kann man nicht mal eben ausschlenkern.
Wer war schuld na ??? richtig, "ich wäre ein absoluter Volltrottel".
Ich holte einen neuen Draht aus der Vorpiek, der Kollege half mir dabei, als es von oben tönte: „der Trottel soll das alleine machen“. Um dieses steife Teil nach vorne zu bekommenhab mir den Ar… aufgerissen. Das habe ich alleine hinbekommen, mit Wut im Bauch.
Irgendwann war das Maß dann voll und ich habe mich über diesen Menschen auf dem Büro beschwert, mit der Bitte auf ein anderes Boot versetzt zu werden. Der wurde nicht stattgegeben, trotzdem war ich entschlossen mich zu wehren. Nach dem nächsten Einsteigen ging es dann zur Sache, das Boot hatte gerade abgelegt da erschien der 2. in meiner Kammer. Er erklärte mir da ich mich ja über Ihn beschwert hätte, wolle er mich nicht mehr an Bord haben, der 1. Kapitän auch nicht. Leider waren wir zu weit vom Hafen weg dass ich noch aussteigen konnte. Ich beschloss am Ende der Reise von Bord zugehen.
Die ganze Talfahrt blieb ich in meiner Kammer. Am nächsten Morgen setzte mich der 1. mit einem geladenen Leichter im Rotterdammer Ijsselhafen ab, der dort entladen werden sollte.
Am Nachmittag sammelte er mich samt Leichter wieder ein. Danach bin ich sofort ins Steuerhaus mit dem 1. reden. Dem eröffnete ich die Aussage seines Kollegen vom Vortag und das ich mich weigere weiter in der anderen Schicht zu fahren und ich in Huckingen Aussteige werde. Der 1. (bei dem war ich letztlich 12 Jahre an Bord) fiel aus allen Wolken, versuchte mich zu Überreden, als das nicht fruchtete ging es ans Telefon das Büro informieren. Natürlich nix mit Handy alles über Rheinfunk Scheveningen Radio.
In Ruhrort waren die Herren von meiner Idee gar nicht begeistert ein Aussteigen wurde abgelehnt, stattdessen solle ich mich mit dem 2. Aussprechen.
Das Gespräch fand dann etwas später in der Messe statt. Vor versammelter Mannschaft, sülzte der 2. mich voll, das alles nicht so gemeint wäre. Darauf habe ich ihm erklärt, dass ich mich weigere mit ihm weiter zusammen zu Arbeiten und das ich in Huckingen aussteigen und mir eine andere Reederei suchen würde.
Wir lagen mal wieder vor der Hartelschleuse als der 2. das Ergebnis der Aussprache nach Ruhrort melden musste,(wohlgemerkt über Rheinfunk) jeder kann mithören, peinlich, peinlich wenn Mann quasi öffentlich gerüffelt wird. In Ruhrort wussten die natürlich dass dieser Mensch ein Querulant ist. Wichtig für mich war das ich von da an Ruhe hatte. Letztlich bin ich an Bord geblieben, wenige Monate später ging ich zur Bundeswehr und der 2. auf ein anderes Boot. Nach dem Wehrdienst wurde ich als Springer eingesetzt. Und traf meinen ehemaligen 2. auf dem anderen Boot wieder. Mich ließ er in Ruhe aber ein anderer war jetzt die Arme Sau.
Einige Jahre später auf dem MANNESMANN IV gab es dann noch was zum schmunzeln.
Nach der Umstrukturierung der Reederei fuhren nur noch MANNESMANN IV und V. Mein spezieller Freund wurde wieder 2. bei uns auf dem Boot. Zuerst war alles Normal aber irgendwann ging bei ihm das gemaule wieder los, auch die Nummer mit der Jacke. Es eskalierte an einem Samstag der 1. hatte zusammen mit dem Maschinisten das Fallrohr seiner Toilette gereinigt und dabei den ganzen Segen abbekommen und musste unter die Dusche. Er konnte also nicht rechtzeitig ablösen, dass übernahm ich dann. Beide Kapitäne saßen dann in der Messe beim Abendbrot, unser Koch hatte es sich in der Sitzecke bequem gemacht 18:00 Uhr Sportschau Bundesliga!.
Das gefiel dem 2. gar nicht und er gab die Anweisung den Fernseher auszumachen. Der Koch sagte ihm ganz höflich „er könne ihn mal gerne haben, er wäre hier nicht im Knast“. Daraufhin sagte der 2. zum 1. „sag doch auch mal was dazu“, dieser erwiderte „2. von meinen Jungs war keiner scharf drauf das du wieder zurück kommst“. Danach konnte man Besteck fallen hören und wie eine Diva rauschte der gescholtene aus der Messe.
Danach haben wir ihn mal richtig auflaufen lassen, wenn er in den folgenden Tagen ein Gespräch anfing kam vom Gegenüber nur ein Satz“ ist das Dienstlich, nein kein Interesse".
Das ist schlimmer als Knast, aber wie lautet die Werbung eines bekannten Reiseveranstalters.
Sie haben es sich verdient
wie wahr, wie wahr!
Wer Krank war, war bei diesem Menschen ein Simulant. Bis zu dem Tag als ein Steinchen seine Niere verschloß und er nicht mehr pischern konnte. Das müssen höllische schmerzen gwesen sein. Als er an Bord davon berichtete gab es von einem Kollegen den Komentar "simuliere mal nicht rum". :lool:
Eins davon habe ich 1978 auf dem MANNESMANN I kennen gelernt.
Wir sind zu dieser Zeit 14 Tage gefahren und das Boot hat 7 Tage in Huckingen gelegen, da die Reederei nicht genügend Besatzungen für 4 Schubboote hatte. Unsere Besatzung bestand aus dem 1. und 2. Kapitän, einem Steuermann, drei Matrosen, zwei Maschinisten und der Koch. Also 9 Mann aufgeteilt in zwei Wachen. Ich war beim 2. Kapitän mit einem anderen Matrosen in der Wache, zudem war ich noch der jüngste an Bord (Schuld ist immer der Hund oder der Schmelzer, oder der jüngste Matrose). Mein Matrosenkollege stammte aus Ruhrort, zusammen mit unserem 2. Käptn schwelgten die beiden in alten Schleppschiffzeiten. Tante Olga und wie die Schuppen in Ruhrort alle hießen. Da konnte ich nun mal nicht mitreden. Nach einer gewissen Zeit merkte ich, dass der 2. mich richtig auf dem Kieker hatte.
Vielleicht lag das auch daran das er als Matrose bei meinem Onkel an Bord war??
Wenn der 2. um 23:30 in die Messe kam und seine Strickjacke hinter sich herzog, war das ein schlechtes Zeichen für die Schicht von 0:00 bis 6:00 Uhr, weil launisch war er auch noch.
Zuerst vorneweg, ich will nicht abstreiten das ich Fehler gemacht habe, aber wenn ich jemanden Schikanieren will, dann kann der Andere sich noch so anstrengen, er hat keine Chance
Hier eine kleine Auswahl.
Da gab es die Geschichte an der Hartelschleuse, kurz nach dem passieren der Ortschaft Rozenburg sollte ich die Fenster in der Messe putzen, was ich auch tat. Da die Schleuse nicht klar war ging es auf den Startplatz. Ich hatte mich zum festmachen umgezogen, da hieß es von oben ich solle weiter Fensterputzen. Zehn Minuten später war ich dann daran Schuld das dass anlegen nicht geklappt hat. Dieser Mensch war nicht nur launische war auch Cholerisch veranlagt.
Bei der Bolnes Motorenfabrik in Krimpen wurden unsere Hauptmotoren überholt, anschließen Probelauf. Da der nebenarm zu Flach ist ging es raus aus dem Hafen zur anderen Seite des neuen Wasserweges zum Dock von Boele-Bolnes. Dort lagen wir mehrere Stunden mit dem Bug gegen das Dock und ließen die Diesel probe laufen. Da so eine hohe Dockwand kein berauschender Anblick ist, ging ich nach unten und holte mir ein Buch nach oben. Das ging ja überhaupt nicht, war die Meinung des Käptn. Es wäre ja schließlich Arbeitszeit, also das Buch wieder nach unten. Danach saßen wir drei im Steuerhaus uns schauten nach vorne auf die schwarze Dockwand. Echt Krank!
Nächstes Beispiel gefällig, einige Zeit später, wieder vor der Hartelschleuse diesmal Richtung Europoort mit Vier leeren Leichtern. Wir waren schon auf dem Leitwerk fuhren langsam voraus und hatten noch wenige Meter bis zum nächsten Poller, da kam aus dem Lautsprecher das Kommando „den Poller nehmen wir“. Also das Auge vom Koppeldraht auf den Poller, ein paar Sekunden später „ach ne den nicht, wir nehmen den nächsten“ Knaaalll der Draht direkt hinter der Bleikappe gerissen. Einen 26 Millimeter dicken Koppeldraht kann man nicht mal eben ausschlenkern.
Wer war schuld na ??? richtig, "ich wäre ein absoluter Volltrottel".
Ich holte einen neuen Draht aus der Vorpiek, der Kollege half mir dabei, als es von oben tönte: „der Trottel soll das alleine machen“. Um dieses steife Teil nach vorne zu bekommenhab mir den Ar… aufgerissen. Das habe ich alleine hinbekommen, mit Wut im Bauch.
Irgendwann war das Maß dann voll und ich habe mich über diesen Menschen auf dem Büro beschwert, mit der Bitte auf ein anderes Boot versetzt zu werden. Der wurde nicht stattgegeben, trotzdem war ich entschlossen mich zu wehren. Nach dem nächsten Einsteigen ging es dann zur Sache, das Boot hatte gerade abgelegt da erschien der 2. in meiner Kammer. Er erklärte mir da ich mich ja über Ihn beschwert hätte, wolle er mich nicht mehr an Bord haben, der 1. Kapitän auch nicht. Leider waren wir zu weit vom Hafen weg dass ich noch aussteigen konnte. Ich beschloss am Ende der Reise von Bord zugehen.
Die ganze Talfahrt blieb ich in meiner Kammer. Am nächsten Morgen setzte mich der 1. mit einem geladenen Leichter im Rotterdammer Ijsselhafen ab, der dort entladen werden sollte.
Am Nachmittag sammelte er mich samt Leichter wieder ein. Danach bin ich sofort ins Steuerhaus mit dem 1. reden. Dem eröffnete ich die Aussage seines Kollegen vom Vortag und das ich mich weigere weiter in der anderen Schicht zu fahren und ich in Huckingen Aussteige werde. Der 1. (bei dem war ich letztlich 12 Jahre an Bord) fiel aus allen Wolken, versuchte mich zu Überreden, als das nicht fruchtete ging es ans Telefon das Büro informieren. Natürlich nix mit Handy alles über Rheinfunk Scheveningen Radio.
In Ruhrort waren die Herren von meiner Idee gar nicht begeistert ein Aussteigen wurde abgelehnt, stattdessen solle ich mich mit dem 2. Aussprechen.
Das Gespräch fand dann etwas später in der Messe statt. Vor versammelter Mannschaft, sülzte der 2. mich voll, das alles nicht so gemeint wäre. Darauf habe ich ihm erklärt, dass ich mich weigere mit ihm weiter zusammen zu Arbeiten und das ich in Huckingen aussteigen und mir eine andere Reederei suchen würde.
Wir lagen mal wieder vor der Hartelschleuse als der 2. das Ergebnis der Aussprache nach Ruhrort melden musste,(wohlgemerkt über Rheinfunk) jeder kann mithören, peinlich, peinlich wenn Mann quasi öffentlich gerüffelt wird. In Ruhrort wussten die natürlich dass dieser Mensch ein Querulant ist. Wichtig für mich war das ich von da an Ruhe hatte. Letztlich bin ich an Bord geblieben, wenige Monate später ging ich zur Bundeswehr und der 2. auf ein anderes Boot. Nach dem Wehrdienst wurde ich als Springer eingesetzt. Und traf meinen ehemaligen 2. auf dem anderen Boot wieder. Mich ließ er in Ruhe aber ein anderer war jetzt die Arme Sau.
Einige Jahre später auf dem MANNESMANN IV gab es dann noch was zum schmunzeln.
Nach der Umstrukturierung der Reederei fuhren nur noch MANNESMANN IV und V. Mein spezieller Freund wurde wieder 2. bei uns auf dem Boot. Zuerst war alles Normal aber irgendwann ging bei ihm das gemaule wieder los, auch die Nummer mit der Jacke. Es eskalierte an einem Samstag der 1. hatte zusammen mit dem Maschinisten das Fallrohr seiner Toilette gereinigt und dabei den ganzen Segen abbekommen und musste unter die Dusche. Er konnte also nicht rechtzeitig ablösen, dass übernahm ich dann. Beide Kapitäne saßen dann in der Messe beim Abendbrot, unser Koch hatte es sich in der Sitzecke bequem gemacht 18:00 Uhr Sportschau Bundesliga!.
Das gefiel dem 2. gar nicht und er gab die Anweisung den Fernseher auszumachen. Der Koch sagte ihm ganz höflich „er könne ihn mal gerne haben, er wäre hier nicht im Knast“. Daraufhin sagte der 2. zum 1. „sag doch auch mal was dazu“, dieser erwiderte „2. von meinen Jungs war keiner scharf drauf das du wieder zurück kommst“. Danach konnte man Besteck fallen hören und wie eine Diva rauschte der gescholtene aus der Messe.
Danach haben wir ihn mal richtig auflaufen lassen, wenn er in den folgenden Tagen ein Gespräch anfing kam vom Gegenüber nur ein Satz“ ist das Dienstlich, nein kein Interesse".
Das ist schlimmer als Knast, aber wie lautet die Werbung eines bekannten Reiseveranstalters.
Sie haben es sich verdient
wie wahr, wie wahr!
Wer Krank war, war bei diesem Menschen ein Simulant. Bis zu dem Tag als ein Steinchen seine Niere verschloß und er nicht mehr pischern konnte. Das müssen höllische schmerzen gwesen sein. Als er an Bord davon berichtete gab es von einem Kollegen den Komentar "simuliere mal nicht rum". :lool: