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reanna
08.02.2010, 22:42
Nachruf auf eine Reederei

Stirbt ein Mensch, so wird seiner nur mit lobenden Worten gedacht. So will es die feste Tradition. Liest man die Todesanzeigen, so könnte man annehmen, unsere Erde hätte nur edle, gute und grosszügige Menschen. Nun ist eine Reederei gestorben, die Schweizerische Reederei gibt es nicht mehr! Auch an sie sei die Erinnerung in nachsichtigen Gedanken. Verblasst sei, was nicht immer so war, wie es hätte sein können.

Die Schweizerische Reederei war eine gute Firme, sicher die beste der verschiedenen Reedereien, die es einst in Basel gab. Wirtschaftlichen Erfolg hatte die Reederei eigentlich nur in den Nachkriegsjahren, als die Frachterlöse höher als heute waren und der Franken einen anderen Wert als jetzt hatte. Damals war auch die Zeit der grossen Expansion der SR. In den bedeutenden Häfen im Rheingebiet wurden Niederlassungen gegründet, es entstanden eigene Umschlagsanlagen und bestehende wurden modernisiert. Durch Ankäufe und Neubauten wurde die Rheinflotte der Schweizerischen Reederei immer grösser, sie zählte zu den grossen am Strom.

Die markanteste Person der Schweizerischen Reederei war ohne Zweifel Direktor Nicolas Jaquet. Jahrzehnte lang leitet er die Firma mit meist geschickter Hand. Er war ein Patriarch der alten Schule, dem jedermann mit Respekt begegnete. Wegen seinen schneeweissen Haaren, die er schon in jungen Jahren hatte, bekam er den fast liebevollen Spitznamen „Silberfuchs“. Kaum ein heutiger Reedereidirektor hat das umfassende Fachwissen bis ins Detail, wie er. Charakteristisch für Jaquet war, dass er mit seiner Reederei auf vielen Gebieten führend war. Er liess sich nicht gerne dreinreden, machte mit seiner Firma am liebsten alles alleine. So waren jahrelang etwa die Ausbildung des Schiffspersonals, die Schifffahrtsausstellung „Unser weg zum Meer“, das Schifferhaus und das Schifferkinderheim exklusiv Angelegenheiten der Schweizerischen Reederei.

Keine Basler Reederei schulte ihr Schiffspersonal derart gründlich wie die SR. Hunderte junge Schweizer durchliefen das Lehrprogramm der Firma vom Schiffsjungen über den Matrosen zum Schiffsführer, begannen ihre Karriere auf dem reedereieigenen Schulschiff „Leventina“. – Als gegen Ende des Weltkrieges die Schifffahrt auf dem Rhein unmöglich wurde und eingestellt werden musste, entliess die Firma nicht etwa ihr Schiffspersonal, sondern beschäftigte es auf eigens dazu gekauften zwei Bauernhöfen im Baselland länger als ein Jahr. Ein solches Verhalten ist heute bei den rein profitorientierten Firmengeschäften gar nicht mehr denkbar. Und als die Stimmung der Schiffsjungen wegen der ungewohnten Arbeit unter Null sank und sie deswegen N. Jaquet gleich einen Brief schrieben, erschien er anderntags bei den missgestimmten Jünglingen, sprach ihnen Mut zu und bat um Ausdauer. Für sein menschliches und soziales Reagieren gebührt Jaquet heute noch Dank.

Reedereianlässe bleiben in guter Erinnerung. Weil wegen Eisgang nicht gefahren werden konnte, nützte die Direktion der Gelegenheit und lud sämtliche Schiffsführer zu einem Treffen nach Ludwigshafen ein, um betriebliche Interna zu besprechen.
Wohl selten waren gleichzeitig so viele Schiffsführer der gleichen Reederei zusammen. Damals war auch die Geburtsstunde der Schifferdelegation, dem Betriebsrat des Fahrpersonals. Jede Schiffsgattung stellt einen oder zwei Vertreter, die im dreijährigen Turnus gewählt wurden. Sie besprachen sich mit der Direktion alle halbe Jahre. Das gab immer gute und fruchtbare Treffen. Ähnliche Institutionen waren bisher bei anderen Schweizer Reedereien unbekannt.

Wohl der beliebteste Anlass des Schiffspersonals war die Schifferweihnacht. Alle Besatzungsmitglieder mit ihren Familien waren eingeladen zur gemeinsamen Feier. Das Schifferhaus war jeweils besetzt bis auf den letzten Platz. Es musste gar ins benachbarte Schifferkinderheim ausgewichen werden. Überall sah man frohe, zufriedene Gesichter. Die Feiernden waren damals offensichtlich direkt stolz darauf. Bei den „Roten“ fahren zu dürfen! Dazu beigetragen hat auch die zündende, spannende Rede, die Jaquet aus dem Stegreif hielt.

Die Schweizerische Reederei war nicht nur eine gute Firma. Sie konnte sich auch auf ihr gutes, geschultes Personal verlassen. Die Besatzungen pflegten ihr Schiff, als wäre es ihr persönliches Eigentum. Ich erinnere mich an eine sich vor Jahren abgespielte Episode. Ich fuhr an einem schönen Sonntag zu Berg. Das Wetter wäre so einladend gewesen, um zu wandern, eine Stadt zu erkunden. Da sah ich das stilllegende Schiff eines Reedereikollegen, der aus irgend einem Grunde nicht fahren durfte, sondern Sonntag halten „musste“. Ich entdeckte meinen Schifferkollegen, einen bestandenen Fahrensmann, der nicht etwa die seltene Gelegenheit zu einem Landgang benutzte, sondern auf dem Vorschiff auf der Stelling sass, und den Schiffsnamen pinselte. Und das in seiner Freizeit, heute kaum mehr denkbar! Der freiwillige Arbeitseinsatz auf den Rheinschiffen ist nur vergleichbar mit der Arbeit eines Bauern, der an einem schönen Sonntag auch am Heuen ist.

Trotz des guten Fahrpersonals blieb der SR der wirtschaftliche Erfolg versagt. Man wollte sich der neuen Zeit anpassen, besass aber noch eine grosse Schleppschiffflotte. Der Umbau dieser Schiffe zu den sogenannten Leberwürsten wurde zu einem Misserfolg. Während früher Entlassungen sehr selten ausgesprochen wurden, hatte nun die SR zu viel Personal und es gab die ersten, regulären Kündigungen. Das unselige, reine Shareholder-Value-Denken war noch nicht in Mode, und die Aktionäre wurden an ihren Versammlungen regelmässig mit dem Silberstreifen am Horizont vertröstet.

Dann kam die erste Fusion. Zwei ehemals feindliche Firmen schlossen sich zur „Schweizerischen Reederei und Neptun AG“ zusammen. Doch auch hier blieb der durchschlagende Erfolg aus. Und der gute Geist, der einmal in der SR herrschte, war verflogen. Man konnte sich mit dem neuen Gebilde schwerlich mehr identifizieren. So reklamierte auch nie jemand, wenn die neue Firma in der Presse
meist verkürzt „Reederei Neptun“ genannt wurde. Später wurden auch die Schiffe der „Reederei Zürich“ und von „Aare Hochrhein“ integriert. Und nach einigen Jahren strampeln übernahm die Migros die Aktienmehrheit. Das gab ein Aufschnaufen in den Landbetrieben und auf den Schiffen, da allgemein angenommen wurde, dass die SR, nun zur SRN geworden und immer noch die Nummer 1 der schweizerischen Reedereien, gerettet sei. Migroseigene Spitzenleute kamen und hatten nun das Sagen. Aber diese waren eher Verwalter als Reeder. Immerhin brachten sie die SRN schlussendlich aus den roten Zahlen. Doch die Migros hatte das Interesse an der Rheinschifffahrt bald einmal verloren. Gleich anderen ehemaligen Nebenbetrieben der Migros wie die Raffinerie in Emden, der Hochseereederei mit den Schiffen „Sunadele“ und „Sunamelia“, der Secura, den Fehlstarts in Österreich und der Türkei wurde die SRN verkauft. Neuer Eigentümer wurde der deutsche Grosskonzern Rhenus. Die SR, unsere alte „Schleppi“, war gestorben. Sie ruhe in Frieden!

Wird es je wieder eine echte Reederei geben, die dem Namen „Schweizerisch“ tragen wird? Heute wird die Rheinschifffahrt durch die Holländer beherrscht. Die niederländische Verkehrs- und Finanzpolitik hat das ermöglicht. Schweizerische Schiffseigentümer haben da Mühe zu bestehen. Ich habe da alle Achtung vor den wenigen Schweizer Kollegen die mit viel Mut und Unternehmergeist ein Rheinschiff kauften. Diesen Einzelkämpfern wünsche ich viel Glück. Zu einer richtigen Reederei braucht es aber mehr. Eine echte schweizerische Reederei soll ja nicht bloss ein Nebenbetrieb eines ausländischen Konzerns sein, der Schiffe aus irgendwelchen Gründen unter Schweizer Flagge fahren lassen will. Eine echte Reederei muss vorwiegend eigene Schiffe besitzen. Mietet sie hauptsächlich die Schiffe von Kleineigentümern, trägt sie den Namen „Reederei“ zu Unrecht, ist bloss ein Befrachtungsbüro. Und schlussendlich hat eine echte Reederei auch für das eigene Schiffspersonal zu sorgen, hat dieses zu schulen vom Matrosen bis zum Schiffsführer. Eine solche Reederei ist nicht in Sicht. Leider.

Göpf


Diesen Artikel hat mir Göpf per eMail zugesandt, damit ich ihn für ihn poste.
Gruß reanna

Ernst
08.02.2010, 22:58
Hallo Göpf,.....schön zu lesen Deine klare und deutliche Worte !

Die aber leider an der Situation nichts ändern.

Gruß Ernst

p-m
09.02.2010, 00:11
Hallo Göpf
Hallo reanna

Vielen Dank für den hervorragenden Nachruf auf die SR bzw. SRN an Göpf und für die Vermittlung an reanna. Wenigstens konnte das wertvolle Firmenarchiv der SR mit vielen Fotos im allerletzten Moment vor der vollständigen Vernichtung ins Staatsarchiv des Kantons Basel-Stadt gerettet werden. Einiges davon ist im Buch Heimathafen Basel von Barbara Lüem (http://www.binnenschifferforum.de/forum/showthread.php?t=17691), erschienen 2003 im Christoph Merian Verlag, ISBN 978-3-85616-189-7, an dem auch Göpf mitgearbeitet hatte, veröffentlicht worden.

Ein ganz kleiner Trost, die alte SR-Flagge (ohne Mistgabel) lebt - leicht angepasst - immerhin noch als Vereinsflagge (http://www.binnenschifferforum.de/forum/showthread.php?t=12203) (Beitrag #2) weiter.

Freundliche Grüsse

Peter

Unregistriert
09.02.2010, 20:27
Ja es ist schade das es die Neptun nicht mehr gibt,sie war 16,5 Jahr Mein zuhause....


war vor 4 jahren nochmal im Baselerhafen Becken 1 u. 2 ich hab da auf der Bank gesessen

und geweint denn mein Herz war so schwer.....hab noch Bider gemacht u. zuhause mit den

alten Fotos vergliechen das war ein hammer unterschiet.traurig........Liebe grüße an vielleicht

einige Ex.Fahrer.-Matrosen oder Kapitäne

pedro46
14.02.2010, 14:47
Hallo Miteinander.
Mit Interesse habe ich,jeden Bericht gelesen.Ja die gute alte Zeit.Ich bin zwar nicht bei den ROTEN gefahren sondern beiden ROT-WEISEN und trotzdem denke ich gerne zurück,denn wir hatten ja miteinander im Becken1 zutun.Gerne denke ich an die Kantiene im Silo oder Stammtisch im Schiff oder Rhyhafe zurück.Aber so ist halt der Lauf der Zeit.

Mit schiffischem Gruß
pedro46:wink:

Scout
14.02.2010, 17:09
Hallo zusammen

War am 4. Februar2010 nach etlichen Jahren wieder einmal am Basler Rheinhafen.

Beim Hafenbecken 1 zog ein schönes grosses Schiff die Helena Jacoba achteraus bis knap an die Mauer und hievte mit Ihrem eigenen Kran ein drittes Auto aufs Roofdach.

Auch da am Geländer stand ein älterer Mann und schaute dieser Aktion zu. Dachte noch so, könnte auch ein ehemaliger Schiffer sein, habe Ihn aber leider nicht angesprochen.

Auch da waren drei Schulkinder die mit Papieblock und Photokamera eine Umfrage machten.
Ich höhrte den Herrn nur noch sagen,"Ja, gute Restaurants gibt es auch keine mehr hier, Die haben ja alles zerstört".

Ja, da sind die Erinnerungen einer vergangenen Zeit und die Heutige veränderte Situation, die auch mich manchmal etwas wehmütig träumen lässt.

Da sind diese ,schönen und riesigen neuen Schiffe.
Lässt es sich Heute überhaupt noch rentabel fahren, mit einem Schiff in der grösse eines Valschiffes?
Ich könnte mir auch vorstellen das der Druck auf die Schiffseigner, wie in allen anderen Bereichen auch, erheblich zugenommen hat.

Viele Grüsse Scout

LEUNAM
14.02.2010, 17:34
Hallo Miteinader
Hallo „Scout.“

.......da fragt man sich nur, WAS mit „rentabel“ gemeint ist……?????

Auf Deine Frage:
„Ja“, das gibt es tatsächlich – aber nur dann, wenn das Schiff „amortisiert“ ist!
Ob die Schifffahrt heutzutage "rentabel" (nicht rentabler) gegenüber früher ist, wäre ein eigenes Thema (vermutlich gibt es das schon im Forum ?).

Ich kenne echt viele Partikuliere.
Einer der „Kleinen“ fährt seit Jahren regelmässig vor allem „Seehafen-Richtung Donau resp. Schwarzes Meer“.
Der lässt sein „Schiffchen“ auch mal ein paar Wochen liegen und geht in die Ferien…… .
Die „Grossen“ liegen nicht freiwillig (ausser, er hat genug Eigenmittel, was aber bei den heutigen Neubau- /und Frachtkosten "fast" nicht möglich ist) – das kann man anhand einer einfachen „Milchmädchenrechnung“ ausrechnen, wieviel Umsatz gemacht werden muss, um nur die „laufenden Kosten“ heraus zu holen… . Aber das ist wieder eine andere Geschichte – wie das erwähnte „Hafenrestaurant in Basel und und und…..!

Mit schiffischem Gruss aus der Schweiz von Leunam

Stadt_Aschaffenburg
14.02.2010, 18:12
Hi,

ich glaube durchaus, daß es einem leichter fällt, ein Schiff mal eben ein paar Wochen stilliegen zu lassen, wenn dasselbe bezahlt ist bzw. man weiß, daß man die Raten auch weiter zahlen kann, wenn man mal 6 Wochen im Jahr Urlaub macht. :super: Dieser Illusion brauchst du dich nicht hinzugeben, wenn du dir einen neuen Pott finanzieren lassen mußt.

...aber dafür ist die Wohnung größer ;-)


LG
Micha

LEUNAM
14.02.2010, 18:21
......es kommen wieder "bessere" Zeiten!
Das (Schiffs)Rad dreht sich jedenefalls weiter

(ich besitze ein Dokument über mein Schiff "Froschkönig", geschriebem vom 4. Februar 1926 vom damaligen Verwaltungsrat der BRAG. Damals war auch eine "Wirtschaftskrise" - man hatte sich in diesem "Skript"auch "grosse Sorgen" um die Finanzierung gemacht! Im Vergleich zu Heute "ein Klacks")

Gruss von Leunam

Scout
14.02.2010, 18:37
Hallo Leunam

Habe da im Forum eine Studie gelesen,hast du die nicht eingestellt? Ueber die Schiffsgrössen heute und der Zukunft. Die Tendenz geht ja zu noch mehr noch grösseren Schiffen.
Was aber fehlte ist die Prognose der Entwicklung über das Ladeaufkommen. Nehmen die Güter, tonnagen die in Zukunft auf dem Rhein transportiert werden auch zu?

Gruss Scout

LEUNAM
14.02.2010, 19:15
....wenn Du die Zahlen alleine nur vom "Basler Hafen" anschaust, dann nicht!

Im Anhang ein Zeitungsartikel der NZZ.
Im Frühling gibt es h.w. noch einen neuen Bericht vom Bund.

Das Ganze ist ja "wirtschaftllich" sehr komplex und nicht in ein paar Sätzen erklärt.

Gruss von Leunam

Scout
14.02.2010, 19:42
hallo Leunam

Danke für diese info.

Eine subventionierte schweizer Rheinschiffahrt also.

Ist ja Interessant, mal sehen was die Zukunft bringt.
"ev. wieder eine schweizerische Reederei auf dem Rhein?"

Freundliche Grüsse Scout

Apollo
14.02.2010, 20:17
Hallo Miteinander.
Mit Interesse habe ich,jeden Bericht gelesen.Ja die gute alte Zeit.Ich bin zwar nicht bei den ROTEN gefahren sondern beiden ROT-WEISEN und trotzdem denke ich gerne zurück,denn wir hatten ja miteinander im Becken1 zutun.Gerne denke ich an die Kantiene im Silo oder Stammtisch im Schiff oder Rhyhafe zurück.Aber so ist halt der Lauf der Zeit.

Mit schiffischem Gruß
pedro46:wink:

Du hast die Gaststätte ,,Anker " und die Kantine der Express in der Hafenstr. 19 Basel Becken 1

:wink:Lg. Apollo

Ps. ich hab den bericht mit dem Weinen geschrieben .da war ich noch nicht Angemeldet.

LEUNAM
14.02.2010, 20:38
.......Gerne denke ich an die Kantiene im Silo oder Stammtisch im Schiff oder Rhyhafe zurück.Aber so ist halt der Lauf der Zeit.......

Mit schiffischem Gruß
pedro46:wink:


Hallo Pedro46

die "Kantine beim Silo" hiess "Silo 5"

Da erhielt man ein Mittagessen für 5 Franken......- mit Nachschlag inbegriffen!!!!!

Die "Teller" waren "normale" (ovale) Anrichtschüsseln" für den "Familientisch".......!
Das war aber auch nötig, schliesslich war alles eine "Knochenarbeit" im Hafen: an "Land und zu "Wasser"!

Der "Silo 5" war "Morgen's bis Abend's immer "knallvoll".
Ich sehe Heute noch die Hafenarbeiter vor mir, wenn sie bereits frühmorgens um 6 Uhr zur "Frühschicht" mal kurz eine kalte Flasche Bier vor der Nase stehen hatten. DAS waren noch Zeiten (rülps.) - würde Heute absolut nicht mehr "durchgehen".......

Gruss von Leunam

Adrian
16.02.2010, 15:33
Hallo Miteinander.
Mit Interesse habe ich,jeden Bericht gelesen.Ja die gute alte Zeit.Ich bin zwar nicht bei den ROTEN gefahren sondern beiden ROT-WEISEN und trotzdem denke ich gerne zurück,denn wir hatten ja miteinander im Becken1 zutun.Gerne denke ich an die Kantiene im Silo oder Stammtisch im Schiff oder Rhyhafe zurück.Aber so ist halt der Lauf der Zeit.

Mit schiffischem Gruß
pedro46:wink:

Hoi Pedro 46
ja,ja, das Restaurant "Schiff" in Kleinhüningen war für uns Schiffer der Nabel der Welt. Der Treffpunkt zum "in den Ausgang gehen", oder gemütlich Essen oder aber der lange Stammtisch.

Mit Freude muss ich feststellen, dass der Schifferstammtisch wieder am Aufleben ist, jeden Abend ab 17:00 trifft sich dort alles, was irgendwie mit Schiffahrt zu tun hat.
Pensionierte und ehemalige Rhein-Schiffer, ab und zu ein aktiver Rheinschiffer,Seeleute, Hafenarbeiter und viele andere. Wer kann, schleppt seine Frau (Alte) gleich mit, damit er spät nachts nicht noch lang erklären muss, warum es so spät geworden ist und was mit dem Geld passierte.

Freitag abends findet man am Stamm meistens keinen Platz mehr.


Dort werden die alten Geschichten von früher aufgewärmt. Lautstark wie immer, und jeder ist damals der beste gewesen.

Selbstverständlich sind alle aus diesem Forum dort willkommen.

Gruss

Adrian

LEUNAM
17.02.2010, 13:52
Du hast die Gaststätte ,,Anker " und die Kantine der Express in der Hafenstr. 19 Basel Becken 1 - :wink:Lg. Apollo .


Hallo Miteinander
Hallo "Apollo"

„Apollo“ hat die die Gaststätte ,,Anker " und die Kantine der Express in der Hafenstr. 19 Basel Becken 1 erwähnt.

Der „Anker“ heisst seit Jahren mittlerweile „Restaurant Rheinhafen“. Warum?

Kurze Geschichte (so wie ich sie in Erinnerung habe) dazu – oder „man kommt sich immer wieder entgegen!“:

Das Restaurant „Anker“ heiss deshalb „Anker“, weil es „Anker-Bier“ auschenkte.
Irgendwann später übernahm die „Cardinal-Brauerei“ die „Anker-Brauerei“.
Der damalige Wirt vom „Anker“ wollte aber kein „Cardinal-Bier“ ausschenken – er wechselte auf „Warteck-Bier“…… und taufte das Restaurant kurzerhand in „Restaurant Rheinhafen“ um.

Und dann -aber da bin ich mir nichtganz sicher (!), wurde wieder Jahre später die „Warteck-Brauerei“ von der „Cardinal“ überommen. Wer weiss darüber mehr?

Jedenfalls- unter dem Strich - Ironie der Geschichte:

Als wiederum Jahre später die „Cardinal“ von der „Feldschlössli“ übernommen wurde, hat sich der Kreis wieder geschlossen…..

PROST !

(die "Express-Kantine" war doch beim "Kran 8", oder?)

Mit schiffischem (Bier)Gruss von Leunam

p-m
17.02.2010, 14:11
Und dann -aber da bin ich mir nicht ganz sicher (!), wurde wieder Jahre später die „Warteck-Brauerei“ von der „Cardinal“ überommen. Wer weiss darüber mehr?
Jedenfalls- unter dem Strich - Ironie der Geschichte:Als wiederum Jahre später die „Cardinal“ von der „Feldschlössli“ übernommen wurde, hat sich der Kreis wieder geschlossen…..

Hallo Leunam
Hallo zusammen

Danke für Deine Erklärung zum Namenwechsel dieser "Beiz". Die Reihenfolge der Brauereiübernahmen stimmt nach meinem Wissensstand nicht ganz. Ich meine, Cardinal übernahm zuerst Anker und Salmen, bevor Cardinal von Feldschlössli zwangsfusioniert wurde. Später befanden auch die Aktionäre von Warteck, dass Bierbrauen zu wenig Ertrag einbringe, daher wurde das Bierbrauen und die Marke Warteck kurzerhand an Feldschlössli verhöckert und die Gesellschaft in die Immobiliengesellschaft Warteck-Invest umfunktioniert. Aber auch Feldschlössli wurde geschluckt - von Carlsberg. Das Karusell wird sich weiterdrehen, einer schluckt den anderen, um Konkurrenten aus dem Weg zum Erfolg zu räumen = freie Marktwirtschaft, nur der Konsument bleibt auf der Strecke bzw. beim Einheitsbier... :roooll:

Freundliche Grüsse

Peter

PS: Der Ausdruck "Beiz" ist in Basel nichts Ehrenrühriges.

LEUNAM
17.02.2010, 14:35
Hallo Leunam
Hallo zusammen

Danke für Deine Erklärung zum Namenwechsel dieser "Beiz". Die Reihenfolge der Brauereiübernahmen stimmt nach meinem Wissensstand nicht ganz. Ich meine, Cardinal übernahm zuerst Anker und Salmen, bevor Cardinal von Feldschlössli zwangsfusioniert wurde. Später befanden auch die Aktionäre von Warteck, dass Bierbrauen zu wenig Ertrag einbringe, daher wurde das Bierbrauen und die Marke Warteck kurzerhand an Feldschlössli verhöckert und die Gesellschaft in die Immobiliengesellschaft Warteck-Invest umfunktioniert. Aber auch Feldschlössli wurde geschluckt - von Carlsberg. Das Karusell wird sich weiterdrehen, einer schluckt den anderen, um Konkurrenten aus dem Weg zum Erfolg zu räumen = freie Marktwirtschaft, nur der Konsument bleibt auf der Strecke bzw. beim Einheitsbier... :roooll:

Freundliche Grüsse - Peter - PS: Der Ausdruck "Beiz" ist in Basel nichts ehrenrühriges.


Hallo Peter

Darum habe ich geschrieben - "so wie ich sie in Erinnerung habe"
(mit dem Hinweis zum "korrigieren")

DANKE für Deinen Input - Du bist aber gut in der "Wirtschaftskunde".......


Grüessli von "Leunam"

pedro46
17.02.2010, 16:51
Erschtmol salü zämme.
Ha diä Resonanz fu euch eifach bäumig un glatt gfunde,was ä guäde biertrinker gsi isch höt gwüßt woner ane muß,um au sini Lütt ztreffe.

Wiesegarte BRAG-BRAGTANK

Schiff Schleppi-Rote Allg.

Drei König Neptun-Exp. Rhenus
Anker-Rheinhafen alle die durscht ka henn un ned gwüßd henn,wo ane.

Un die nichtschiffische im Feldberg

Ich hoffe daß alles stimmt:fragkratz: Pedro46

Kaepi
28.11.2011, 18:23
Hallo Kamerad Göpf bzw. reanna,

Ich trage Geschichten für ein Buch für den Rheindürkheimer Schifferverein zusammen. Dein Bericht hat mir gut gefallen und ich würde ihn gerne übernehmen und bitte aus urheberrechtlichen Gründen um Deine Genehmigung. Falls Du zustimmst, teile mir dies bitte über meine Internetadresse
mayereich@online.de
mit. Vielen Dank!
kaepi

Kaepi
28.11.2011, 18:30
Hallo, Deine Geschichte hat mir gut gefallen.
Für den Rheindürkheimer Schifferverein schreibe ich ein Buch "Geschichten aus der Schifffahrt III". Gerne würde ich die Geschichte über die "roten Schweizer" übernehmen und bitte aus urheberrechtlichen Gründen und Deine Zustimmung. Deine Genehmigung teile mir bitte unter
mayereich@online.de
mit. Vielen Dank und alles Gute
kaepi