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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein erster Tag an Bord 1962



Lego
09.02.2010, 21:19
die haben auf mich gewartet:pleased:
Das Boot der? die? Tornade lag am "Büro" im Vorhafen, konnte gerade meine Klamotten auf ein Bett schmeißen und schon gings los. 2 leere Schleppkähne für die Talfahrt nach Mannheim aufgenommen und weg. Ich hatte nicht viel Zeit die Landschaft zu bewundern, die erste Unterweißung erfolgte auf der Fahrt, mein Arbeitspensum war überschaubar aber war geprägt durch eine gewisse Reihenfolge die unbedingt einzuhalten war. Diese Reihenfolge war bedingt erstens durch den Schleppbetrieb aber auch zweitens durch die Marotten vom Kapitän, Das sind aber andere geschichten.
Der Steuermann stellte mich im Steuerhaus dem Kapitän vor, dann die übliche Situation, wer bist du? wo kommst du her? was macht dein Vater? usw.
Plötzlich fiel Ihm ein "wir haben ein neuen Mann an Bord, das muss gefeiert werden!"
Gesagt getan 1x lang 2x kurz Ruder voll nach Backbord. Die 2 Kapitäne auf den Schleppbooten wussten nicht was da passiert.
Wo waren wir? in Sondernheim. Weiss noch jemand wie das Kneipenboot hieß?
Der Befehl lautete "Alle Mann in die Kneipe"
Die Aktion dauerte nicht lange, ruckzuck hatten alle mehrere Biere hinter die Binde gekippt.
wenn ich alle sage dann meine ich alle, die Besatzung vom Tornade plus die Besatzungen der Schleppkähne.
der Kapitän hielt mir folgender Vortrag: Hör mal Großer, wenn du mit uns ausgehen willst dann musst du auch trinken was vor dir steht, sonst kannste gleich Wache schieben. (Punkt):roooll:
Ich habe mich wirklich bemüht :dream:
Ich bin noch gut an Bord gekommen, das Boot hat sich aber sooo oft gedreht und ich wollte nur noch eins, die keramik umarmen.
auch wenn ich nicht mit dem saufen mithalten konnte haben sie trotzdem immer mitgenommen.
Der erste Maschinist mußte immer Wache schieben, der hatte Frau und Tochter dabei..

ich war nur 2 Monate an Bord, die Ferien waren vorbei
ich wollte bleiben, aber der Kapitän sagte: du gehst wieder zur Schule damit du einen Beruf hast.

Hier möchte ich Ihm für seine Weitsicht danken.

Gruß
Lego

LEUNAM
14.02.2010, 15:48
"........Wo waren wir? in Sondernheim. Weiss noch jemand wie das Kneipenboot hieß? ......."



Hallo

wo sind die alten "Oberrheinschiffer"?

......he ja, DAS wissen wir doch noch: "RHYSCHNOOG" !

Die (bereits damals "alte") Wirtin nannte man "die Schnuut"......
(die war genau so froh um einen "Schwatz" wie die einkehrenden Schiffer)

Alles klar?

Gruss von Leunam

Heidi Franz
14.02.2010, 20:51
Hallo zusammen,

an die "Rheischnoog" kann ich mich auch noch gut erinnern.
Da war ich noch ein kleiner Knirps und Papa hatte seine Mädels in die "Rheischnoog" zum Abendessen mitgenommen. Ich bekam ein Wurstbrot, das erste was ich gemacht habe, die Wirstscheiben hochgehoben und festgestellt, daß das Brot nicht mit Butter beschmiert war.
Ganz entsetzt sagte ich: "Das kann ich nicht essen". Auf die Frage meiner Eltern warum denn nicht, das ist doch ein gutes Wurstbrot. Kam von mir als Antwort: "Ich kann doch kein trockenes Worschtebrot esse".
Das Gelächter der Erwachsenen war natürlich groß, aber die Wirtin nahm mein Brot und meinte: "Ne du brauchst kein trockenes Wurstbrot zu essen" und hat mir schön Butter unter die Wurst gestrichen, welches ich dann mit Genuß verspeist habe.
Über diese Episode haben wir auch als ich Erwachsen war immer wieder herzlich gelacht.

Gruß
Heidi

LEUNAM
14.02.2010, 20:58
....das ist doch schön, wie einem zu einem "Stichwort" wieder "Alles" in den Sinn kommt......

Auch ich musst eben herzlich "schmunzeln"!

Dass man "Rheischnoog" schrieb , wusste ich nicht - man hat es ja "beim Namen" genannt!

Gruss von Leunam