Jürgen F.
16.02.2010, 18:35
Wieder einmal war ich als Urlaubsvertreter auf einem Schub-Gelenkverband eingesetzt und wir lagen in Hardenberg am Erz löschen. Das war zu der Zeit, als gerade der neue Tarifvertrag Geltung hatte und die verschiedenen Fahrschichten A1, A2 und B eingeführt worden waren. Da wir nur spärlich besetzt waren, wäre nach dem Löschen erst mal Pause angesagt gewesen. Passte eigentlich prima, weil dringend ein Einkaufstag eingelegt werden musste. Beim Abendessen erwähnte unser Käptn so ganz beiläufig das er losfahren wollte so wie das Schiff leer wäre. Natürlich kam das keinem anderen besonders gut aus, da die Einkaufsmöglichkeiten in Hardenberg hervorragend waren. Mit dem Argument, das könnt ihr auch morgen noch in Dorsten erledigen, war für den ollen Stinkstiefel das Thema erledigt. Aber nicht für mich! Das Verschieben der Einkäufe hätt evtl. nicht geklappt, da am Samstag an der Stadt Dorsten der Liegeplatz für einen Gelenkverband nicht unbedingt gewährleistet war. Natürlich interessierte das seine Majestät nicht die Bohne, da er ja gewohnt war sich rein Menagetechnisch von vorne bis hinten bedienen zu lassen um dann auch noch über das Essen oder den viel zu langen Einkaufsbummel zu meckern. Nebenbei war er es auch überhaupt nicht gewohnt von einem popeligen Matrosen Widerworte zu bekommen. Wenn mir das nicht passen würde könne ich ja den ganzen nächsten Tag im Bett bleiben damit ich mich ja nicht überarbeite. Der Tortenarsch hatte gar nicht kapiert worum es hier ging und je länger die Diskussion dauerte um so stinkiger wurde ich. Mein lieben Kollegen saßen schön mit gefalteten Händen dabei und haben sich so schnell wie möglich abgesetzt um ja nicht in Ungnade zu fallen. Mit dem Hinweis, Du hast doch den Arsch voll dicker Nägel, hab ich die Runde dann wutentbrannt beendet. Für mich war klar, morgen steigst du aus wenns möglich ist. Also schon mal Klamotten einpacken aber wohin mit der fast vollen Kiste Bier? Naja, gibste halt den Kollegen einen aus. Von wegen! Da sitzen die beiden Affen im Dunkeln und wollten mit mir weder ein Bier trinken, noch meine Kiste kaufen. Keine Chance mit den Beiden zu verhandeln. Am liebsten wäre ihnen gewesen ich hätte gar nicht gefragt, sonst kriegt der Alte das noch mit. Was macht man wenn man richtig sauer ist? Genau, man schmeißt die ganze Kiste über Bord und zwar genau vor dem Fenster wo die Schleimbeutel sitzen. Hab ich aber dann doch nicht gemacht, sondern den Hafenarbeitern ne kleine Freude bereitet. Aber meine ach so netten Kollegen haben es wenigstens geglaubt. War das schön, so dämliche Gesichter hab ich nie wieder gesehen, die waren fast am heulen.
am nächsten morgen war wie immer Punkt 10 Uhr Tee im Steuerhaus angesagt. Ich bin auf Backbordseite reingegangen und der Olle ist sofort an Steuerbord raus. Der war ein wenig beleidigt! Naja, in Dorsten haben wir dann doch nen Platz gekriegt und der Einkauf war gerettet. Vom Anleger hab ich direkt die Personalabteilung angerufen und die Lage geschildert. Kein Problem, Du hast noch soviel freie Tage und ich muss unbedingt jemanden unterbringen, fahr bitte noch bis Hünxe mit. Gesagt-getan. Die Proviantschlepperei hab ich natürlich noch mitgemacht. Dazu muss ich sagen, daß ich bis zu diesem Tag bestimmt 10 mal auf diesem Dampfer Urlaubsvertretung gemacht habe und nie etwas negativ war. In etlichen Jahren als Springer bin ich auch niemals unangenehm aufgefallen und selbst Sonntags noch zur BASF nach Antwerpen gefahren wenn Not am Mann war. Dieses Schiff habe ich nie wieder betreten, denn wenn ich etwas absolut nicht leiden kann ist es Unkollegialität. Ich würde mich heut noch freuen wenn ich wüsste, daß Gerd und Klaus, so hießen die 2 Flitzpiepen, sofort eine 14 tägige Durchfallerkrankung bekommen würden.
In diesem Sinne die besten Grüße an die guten und netten Kollegen mit denen ich zusammenarbeiten durfte und natürlich die , die hier im Forum sind.
Jürgen F.
am nächsten morgen war wie immer Punkt 10 Uhr Tee im Steuerhaus angesagt. Ich bin auf Backbordseite reingegangen und der Olle ist sofort an Steuerbord raus. Der war ein wenig beleidigt! Naja, in Dorsten haben wir dann doch nen Platz gekriegt und der Einkauf war gerettet. Vom Anleger hab ich direkt die Personalabteilung angerufen und die Lage geschildert. Kein Problem, Du hast noch soviel freie Tage und ich muss unbedingt jemanden unterbringen, fahr bitte noch bis Hünxe mit. Gesagt-getan. Die Proviantschlepperei hab ich natürlich noch mitgemacht. Dazu muss ich sagen, daß ich bis zu diesem Tag bestimmt 10 mal auf diesem Dampfer Urlaubsvertretung gemacht habe und nie etwas negativ war. In etlichen Jahren als Springer bin ich auch niemals unangenehm aufgefallen und selbst Sonntags noch zur BASF nach Antwerpen gefahren wenn Not am Mann war. Dieses Schiff habe ich nie wieder betreten, denn wenn ich etwas absolut nicht leiden kann ist es Unkollegialität. Ich würde mich heut noch freuen wenn ich wüsste, daß Gerd und Klaus, so hießen die 2 Flitzpiepen, sofort eine 14 tägige Durchfallerkrankung bekommen würden.
In diesem Sinne die besten Grüße an die guten und netten Kollegen mit denen ich zusammenarbeiten durfte und natürlich die , die hier im Forum sind.
Jürgen F.