Dicke Lippe
03.05.2009, 03:00
Ich bin neu hier und interessiere mich für alles was mit der Schifffahrt zu tun hat. Nun möchte ich euch heute mal von einem Erlebnis berichten, welches ich mit meinem alten Schlauchboot und der TMS Telstar auf dem Rhein hatte.
Es begab sich am 13.09.2007:
Da "rettete" meine 4,30m lange Koreapelle diesen Tanker.... :lool:
Am 13.09.07 hatte ich meine beiden besten MA zu einer Bootsfahrt mit anschließendem Essen auf dem Sürther Bootshaus bei Köln eingeladen.
Als wir dort ankamen lag dieser niederländischer Tanker flussaufwärts am linken Flussufer (neben der Buhne, die den Sürther Sportboothafen umschließt), vor Anker. Dies ist ungewöhnlich, da ich dort noch nie habe ein Schiff vor Anker liegen sehen.
Wir setzten uns also in das Bootshaus, tranken und bestellten was zu Essen. Ich mit Blick auf den Heckaufbau, Höhe des ersten Fensters. Nach ca. ¼ Stunde fiel mir auf, dass ich nicht mehr vis á vis dem Heck, sondern direkt auf den Bug guckte. Bei genauer Betrachtung sahen wir, dass das Schiff mit ca. 0,4 km/h rückwärts abtrieb. Der Anker slippte also! Weder auf Deck noch im Ruderhaus war irgendeine Bewegung oder ein Besatzungsmitglied zu sehen. Ich ging also davon aus, dass der Ankeralarm entweder nicht eingeschaltet war oder nicht funktionierte.
Da das Schiff vorher laut der Wirtin 4 Stunden unverändert dort lag, und nun aber in diesem kurzen Zeitraum ~ 100m abgetrieben war, musste ich davon ausgehen, dass die Besatzung dies nicht merkte! :shock: Ich sprintete also zur "Dicken Lippe", fuhr rüber zur TMS Telstar und machte mich mit meinem Horn bemerkbar. Nach dem ersten Signal bewegte sich ein Rollo, nach dem zweiten kam der Kapitän ziemlich "verschlafen" raus. Ich machte deutlich Handzeichen und rief: „You´re slipping!“ Er schaute sich mehrfach um, antwortete: „Indeed!“ und verschwand zum Bug.
Danach erschienen zwei Besatzungsmitglieder, die Maschine wurde gestartet, der Anker aufgeholt und man versuchte erneut zu ankern, aber der Anker slippte erneut.
Also zog der Kapitän es vor, den Ankerplatz zu ändern. Die Ankerzeichen ließ er oben, (und die Blaue Tafel war backbord gesetzt), und er querte ca. 100m ohne jegliches weiteres Signal vor einem talwärts fahrenden Frachter das Fahrwasser, der Frachter musste daher entgegen der Blauen Tafel an Steuerbord passieren …. (Ich hoffe doch, dass man sich wenigstens via Funk über dieses Manöver verständigt hatte. :kopfkratz1:)
10 Minuten später lag er dann, wie andere Tanker auch, an der anderen Rheinseite ca. 1km stromaufwärts.
Als ich zurückkehrte, wurde ich von Thomas gefraht, ob sich der Kapitän bedankt habe, ... die Antwort musste ich ihm leider schuldig bleiben....:cry:
Hat jetzt meine kleine Koreapelle eventuell einen Unfall verhindert? :geil: In der folgenden Rheinkurve hätte er ja leicht quer schlagen können und das wäre bei dem Verkehr der dort an diesem Tag herrschte bestimmt nicht gut geendet.
Bild 1: Hauptdarsteller 1, die "Dicke Lippe"
Bild 2: leider nur ein Handy-Bild, daher etwas unscharf
Bild 3: Und hier der genaue Liegeplatz der Telstar (Lageveränderung ~100m in 15 Minuten)
Bild 4: Noch einen Lageplan zum Verständnis (gelber Kreis = Sürther Bootshaus), rechts am Bild sieht man die folgende Rheinkurve....
Es begab sich am 13.09.2007:
Da "rettete" meine 4,30m lange Koreapelle diesen Tanker.... :lool:
Am 13.09.07 hatte ich meine beiden besten MA zu einer Bootsfahrt mit anschließendem Essen auf dem Sürther Bootshaus bei Köln eingeladen.
Als wir dort ankamen lag dieser niederländischer Tanker flussaufwärts am linken Flussufer (neben der Buhne, die den Sürther Sportboothafen umschließt), vor Anker. Dies ist ungewöhnlich, da ich dort noch nie habe ein Schiff vor Anker liegen sehen.
Wir setzten uns also in das Bootshaus, tranken und bestellten was zu Essen. Ich mit Blick auf den Heckaufbau, Höhe des ersten Fensters. Nach ca. ¼ Stunde fiel mir auf, dass ich nicht mehr vis á vis dem Heck, sondern direkt auf den Bug guckte. Bei genauer Betrachtung sahen wir, dass das Schiff mit ca. 0,4 km/h rückwärts abtrieb. Der Anker slippte also! Weder auf Deck noch im Ruderhaus war irgendeine Bewegung oder ein Besatzungsmitglied zu sehen. Ich ging also davon aus, dass der Ankeralarm entweder nicht eingeschaltet war oder nicht funktionierte.
Da das Schiff vorher laut der Wirtin 4 Stunden unverändert dort lag, und nun aber in diesem kurzen Zeitraum ~ 100m abgetrieben war, musste ich davon ausgehen, dass die Besatzung dies nicht merkte! :shock: Ich sprintete also zur "Dicken Lippe", fuhr rüber zur TMS Telstar und machte mich mit meinem Horn bemerkbar. Nach dem ersten Signal bewegte sich ein Rollo, nach dem zweiten kam der Kapitän ziemlich "verschlafen" raus. Ich machte deutlich Handzeichen und rief: „You´re slipping!“ Er schaute sich mehrfach um, antwortete: „Indeed!“ und verschwand zum Bug.
Danach erschienen zwei Besatzungsmitglieder, die Maschine wurde gestartet, der Anker aufgeholt und man versuchte erneut zu ankern, aber der Anker slippte erneut.
Also zog der Kapitän es vor, den Ankerplatz zu ändern. Die Ankerzeichen ließ er oben, (und die Blaue Tafel war backbord gesetzt), und er querte ca. 100m ohne jegliches weiteres Signal vor einem talwärts fahrenden Frachter das Fahrwasser, der Frachter musste daher entgegen der Blauen Tafel an Steuerbord passieren …. (Ich hoffe doch, dass man sich wenigstens via Funk über dieses Manöver verständigt hatte. :kopfkratz1:)
10 Minuten später lag er dann, wie andere Tanker auch, an der anderen Rheinseite ca. 1km stromaufwärts.
Als ich zurückkehrte, wurde ich von Thomas gefraht, ob sich der Kapitän bedankt habe, ... die Antwort musste ich ihm leider schuldig bleiben....:cry:
Hat jetzt meine kleine Koreapelle eventuell einen Unfall verhindert? :geil: In der folgenden Rheinkurve hätte er ja leicht quer schlagen können und das wäre bei dem Verkehr der dort an diesem Tag herrschte bestimmt nicht gut geendet.
Bild 1: Hauptdarsteller 1, die "Dicke Lippe"
Bild 2: leider nur ein Handy-Bild, daher etwas unscharf
Bild 3: Und hier der genaue Liegeplatz der Telstar (Lageveränderung ~100m in 15 Minuten)
Bild 4: Noch einen Lageplan zum Verständnis (gelber Kreis = Sürther Bootshaus), rechts am Bild sieht man die folgende Rheinkurve....