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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geräte im Steuerhaus



Fynn
07.05.2009, 15:35
Im Forum gibt es eine ganze Reihe schöner Fotos von der Inneneinrichtung der Steuerhäuser, parallel findet man bei eifriger Suche im www noch viel mehr. Was allerdings fehlt, ist eine Beschreibung, welches Gerät für was ist. Gut, mit ein bischen Hintergrundwissen kann man das meiste (Fahrhebel, Steuerung, Radar, Funkgerät u.ä.) identifizieren aber es bleiben ein paar Lücken. Ein Beispiel ist das Bugstrahlruder, von dem es offenbar ziemlich viele Bauformen gibt. Es wäre schön, hier ein paar Hinweise o.ä. (ideal wären natürlich Fotos...) dazu zu bekommen.
Speziell interessiert mich auch die Funktion der Joysticks am Außenfahrstand der A'Rosa Donna (http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?t=9313). Im Brückenfahrstand sind die typischen Schottel-Kontrollen zu sehen.

Vielen Dank im Voraus,
Fynn

bajitox2
07.05.2009, 15:43
Zu dem Außerfahrstand: die Kreuzfahrtschiffe benutzen dies zum häufigen Ab und Anlegen, durch die Übersicht an der Seite kann der Kapitän damit sehen wie weit er noch vom Steg entfernt ist, bzw wo sich der Eingang im Moment befindet. Kurz gesagt handelt es sich dabei um eine Erleichterung des Anlegemanövers

Bernhard

Gernot Menke
07.05.2009, 15:47
Gut, Fynn, daß Du das mal ansprichst. Was nutzen die schönsten Fotos von innen, wenn man die Knöpfe und Hebel nicht kennt und es fällt ja keinem ein Zacken aus der Krone, wenn er mal erklärt, was er da einstellt, auch wenn es fast - aber eben nur FAST - jeder kennt. Man kommt sich doch ein wenig blöd vor, danach zu fragen und läßt das dann eben.

:wink: Gernot

Fynn
07.05.2009, 16:04
Korrektur. Wofür ein Außenfahrstand da ist, ist schon klar. Man hat eine gute Übersicht über Schiff, Strömung, Wind usw. Meine Frage bezog sich auf die Joysticks. Ein Schottel-Joystick wie im Ruderhaus kombiniert die Drehung des Propellers bzw. des kompletten Antriebs (Handrad) und die Drehzahlsteuerung (kleiner Hebel). Im Außenfahrstand sind aber diese L-förmigen Joysticks und da krieg ich - wie der Rheinländer sagt - "kein Kopp dran". Trotzdem danke für die schnelle Reaktion.

Fynn

Fynn
07.05.2009, 16:21
Hier mal ein Beispiel. Da auf einem US-Schuber aufgenommen, nur begrenzt auf "europäische Verhältnisse" übertragbar. Nichtsdestotrotz interessant.

http://www.towboatjoe.com/pilothouse.htm

Gruß,
Fynn

flo81
07.05.2009, 17:22
Steuerstand TMS CALCIT8

Stadt_Aschaffenburg
07.05.2009, 18:05
Das ist aber doch mal was! :super:

Danke!

neugierig
07.05.2009, 18:12
Da kann ich nur zustimmen. Das ist mal was.
Ich glaub da hat sich jemand ein Bienchen verdient. :D

LG
Nadine

Gernot Menke
07.05.2009, 18:52
Kompliment - wirklich beeindruckend.

Weiß einer, warum man mit zwei Radargeräten - eins vorne, eins achtern - fährt? Klar: wenn aus einem mal die Luft rausgeht, ist es gut, ein weiteres zu haben. Aber ist das wirklich der einzige Grund für das Vorhandensein von zwei Radaranlagen? Schließlich lassen die sich dank der beiden Bildschirme parallel benutzen.

:fragkratz:Gernot

Fynn
07.05.2009, 22:53
Kann mich beim Loben nur anschließen.

Wenn jetzt noch jemand die Antwort zu den Schottel-Joysticks hat, kann das Wochenende kommen :pleased:

helmut1972
07.05.2009, 23:18
Hallo!

Anbei zwei Fotos vom FGKS A´Rosa Donna, ich habe dem Kapitän beim Manöverfahren zugesehen, am Außensteuerstand (Es gibt auf diesen Schiffen nur einen, den kann er jeweils dort aufstellen wo er will!) funktionieren diese Fahrtengeber im Prinzip gleich wie im Ruderhaus. Der B.b-Schottel ist auf retour hergerichtet, aber momentan ohne Kraft, ST.b-Stottel auf retour mit Kraft. Der lange Hebel dürfte für die Drehzahlregulierung sein. Der mittler Hebel ist für den Bugstrahl.

mfG helmut1972

Elbianer
08.05.2009, 01:03
Hier ist der Backbord-Außenfahrstand vom Kabinenschiff "Avalon Tapestry". In diesen Fall gibt es im Außenfahrstand die typischen Schottel-Copiloten. Ganz links die Bedienung für den Bugstrahl. Die Schubrichtungsanzeige vom Backbord-Schottel stimmt aber nicht mit der Stellung des Copiloten überein. Der Copilot auf Backbord steht auf Vorausfahrt, laut Anzeige würde es aber das Heck nach Steuerbord schieben. Auf Steuerbord stimmt es, da wird das Heck laut Anzeige nach Backbord (hier zum Ufer) geschoben und der Copilot steht entsprechend.
Diese Copiloten sind im Normalfall so eingebaut, dass bei der Vorausfahrt die Stellung des mittleren Holm (mit diesen Bügel) der Stellung des Hebels beim Hydraulikruder entspricht.
Der kleine Hebel in der Mitte ist jeweils zum Gas geben und steht hier bei beiden auf Null.
Auf einigen Schiffen funktionieren sie aber anders rum. Das lässt jeder so einbauen wie er es gern hätte.
Es gibt auch Schottel-Anlagen auf Fahrgastschiffen da können beide Schottel nur jeweils in die gleiche Richtung gedreht werden. Dabei verschenk man zwar einen Großteil der Manövrier-Eigenschaften, aber wenn der Schiffer so besser klar kommt warum nicht.
Und dann gibt es auch noch welche die haben zusätzlich ein Wendegetriebe dazwischen gebaut. Die steuern dann auch mit dem Schottel-Ruderprobeller (SRP), drehen ihn aber nicht um 180 Grad für Zurück, sondern machen das mit den Wendegetriebe. Das ganze soll so beim Manöver fahren schneller gehen, als den SRP zu drehen.

Gruß Thomas

Fynn
08.05.2009, 08:33
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten mit Foto(s)! Besser gehts gar nicht.

Zum Thema Joysticks: Die Funktionserklärung ist logisch. Der Knauf wird gedreht und gibt zugleich sicht-und fühlbar die Stellung des Propellers wieder, man braucht nicht aufs Pult zu gucken sondern dahin wo "die Musik spielt". Durch Vorschieben des ganzen Hebels wird eingekuppelt und die Drehzahl erhöht. Im Bild steht der linke Schotteljoystick auf Leerlauf Zurück (Knauf nach vorn, Hebel ganz hinten) und der rechte ist in Betrieb, auch Zurück. Nur warum steht er weiter hinten als der linke? Oder täuscht das?

Zum Thema Schottel-Copiloten: Werden Antrieb und Steuerhebel "sinnrichtig" eingebaut, resultiert eine Drehung des Copiloten nach BB in einer Kursänderung nach STB und vice versa. Da kann ich mir gut vorstellen daß jemand den Wirksinn umkehrt damit die Steuerung im "richtigen" Sinn funktioniert. Habe im Web auch von einem alten Typ ähnlich dem hier (http://www.feuerwehr-bremen.org/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2FFLB6_02.JPG&width=800m&height=600m&bodyTag=%3Cbody%20style%3D%22margin%3A0%3B%20backg round%3A%23fff%3B%22%3E&wrap=%3Ca%20href%3D%22javascript%3Aclose%28%29%3B% 22%3E%20%7C%20%3C%2Fa%3E&md5=7b022c6d7f52ada4ffea3eea728b24b4) gelesen, bei dem der Hebel zur Drehzahlerhöhung nach hinten gezogen wird, also entgegen dem "üblichen" Sinn. Diese Dinger sieht man auch auf Fotos von älteren Fähren.

claudius2
08.05.2009, 09:30
Hallo Thomas
Auf Deinen Foto ist der Außenfahrstand noch nicht quittiert,deswegen die irreführende Stellung zwischen Anzeige und Hebel.Man sieht es an am Umdrehungsanzeiger,der auf Null steht.

Kommander
08.05.2009, 11:43
Kompliment - wirklich beeindruckend.

Weiß einer, warum man mit zwei Radargeräten - eins vorne, eins achtern - fährt? Klar: wenn aus einem mal die Luft rausgeht, ist es gut, ein weiteres zu haben. Aber ist das wirklich der einzige Grund für das Vorhandensein von zwei Radaranlagen? Schließlich lassen die sich dank der beiden Bildschirme parallel benutzen.

:fragkratz:Gernot

Moin Gernot.Ich denke mir das mal so.Meistens ist es ja nur auf großen Fahrzeugen wie Koppelverband zu sehen.Das Ms oder Sb hat ja wie üblich normal eins achtern drauf.Stell dir bitte mal vor du fährst jetzt ein Fahrzeug von 190m und hast hinten nur ein Radar!Jetzt fährst du in einer kurve der Bug ist schon in der Kurve drin das Heckradar kann nicht um die ecke oder kurve schauen.Wenn du nur achtern eins hast fährst du jetzt ca 190 blind weil es ja nicht um die ecke schaue kann.Wenn du nun noch eins auf dem Bug hast und der Kopf schon in der Kurve ist fährst du vorausschauender!!!(Du hast einen besseren Überblick)Wenn du nur vorne eins hast und willst mit deine 190 m in einen Hafen rückwärts oder drehen und du kann es nicht Zentrieren oder Dezentrieren denn ist es schon von vorteil wenn du achtern ein hast.:wink:

Fynn
08.05.2009, 14:21
Hier das Steuerhaus der MS INSEL HIDDENSEE mit Beschriftungen, soweit ich es erkennen konnte. Im Forum nur eine Auswahl der verkleinerten Aufnahmen (http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?p=34174#post34174) mit Link auf die volle Größe auf shipspotters.com.
Einem "Binnenfahrstand" sehr ähnlich, aber eingesetzt auf dem Bodden zwischen Hiddensee und Rügen. Das zweite Bild zeigt eine Übersicht mit den beiden Radargeräten.

Elbianer
08.05.2009, 23:32
Hallo Thomas
Auf Deinen Foto ist der Außenfahrstand noch nicht quittiert,deswegen die irreführende Stellung zwischen Anzeige und Hebel.Man sieht es an am Umdrehungsanzeiger,der auf Null steht.

Hallo Claudius, ich habe null Ahnung was du mit quittiert meinst. Richtig ist, dass die Anlage nicht in Betrieb ist und dann kann man den Copiloten hindrehen wo man will, erst wenn die Anlage in Betrieb ist folgt der Propeller der gewünschten Stellung.
Wollte ja nur auf die unterschiedliche Stellung von Copiloten und Schubrichtungs-Anzeige hinweisen.

Gruß Thomas

Elbianer
09.05.2009, 00:32
Hier noch was von einer Schottel-Anlage neuerer Ausführung mit integrierter Notsteuerung.

1. Diese rote Spitze zeigt die Schubrichtung an. Würde wann in dieser Stellung einkuppeln, würde sich das Heck nach Steuerbord bewegen.

2. Dies soll den Propeller darstellen. Das Schraubenwasser würde also nach Backbord laufen.

3. Dimmer zum regeln der Helligkeit der Anzeigen.

4. Mit diesen Schlüssel wird die Anlage an und aus geschaltet.

5. Diese Anzeige leuchtet wenn die Anlage im Betrieb ist.

6. Mit diesen Taster kann man die Funktion aller Kontrolllampen testen.

7. Mit diesen Taster wird der Propeller links rum gedreht. Vorausgesetzt die Notsteuerung (bei Schottel zeitabhängige Steuerung genannt) ist in Betrieb.

8. Mit diesen Taster wird der Propeller rechts rum gedreht. Vorausgesetzt die Notsteuerung (bei Schottel zeitabhängige Steuerung genannt) ist in Betrieb.

9. Diese Anzeige leuchtet wenn der Propeller mit den Copiloten (wegeabhängige Steuerung) gesteuert wird.

10. Diese Taste ist durch eine Abdeckplatte geschützt, weil man damit zwischen zeit- und wegeabhängiger Steuerung und Drehzahländerung umschalten kann.

11. Diese Anzeige leuchtet wenn die Drehzahländerung mit den Copiloten reguliert wird (wegeabhängige Drehzahländerung).

12. Mit diesen Taster wird die Drehzahl reduziert, wenn die zeitabhängige Drehzahländerung aktiviert ist.

13. Mit diesen Taster wird die Drehzahl erhöht, wenn die zeitabhängige Drehzahländerung aktiviert ist.

14. Dieser Taster leuchtet wenn die Kupplung ausgekuppelt ist. Weiterhin kann man mit diesen Taster jederzeit (auch bei voller Drehzahl) die Kupplung trennen, so dass der Propeller nicht mehr mitdreht.

15. Mit diesen Taster wählt man, dass die Kupplung abhängig von der Drehzahl ein und aus kuppelt.

16. Diese Anzeige leuchtet wenn die Kupplung eingekuppelt ist und der Propeller sich somit mitdreht.

Gruß Thomas

p-m
09.05.2009, 07:12
Ein Beispiel ist das Bugstrahlruder, von dem es offenbar ziemlich viele Bauformen gibt. Es wäre schön, hier ein paar Hinweise o.ä. (ideal wären natürlich Fotos...) dazu zu bekommen.
Hallo Fynn

Schau mal bei http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?t=11335 (http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?t=11335), da habe ich einige Fotos über den nachträgliche Einbau eines Bugstrahlers (flach liegende Bugschraube) eingestellt.

Freundliche Grüsse aus Basel

Peter

Fynn
09.05.2009, 09:27
Vielen Dank für die Antworten.

@Elbianer: Genau sowas meinte ich mit meiner Eingangsfrage/-bitte. In vielen Fällen ist das Bugstrahlruder relativ eindeutig erkennbar, wie z.B. in dem schönen Übersichtsbild von flo81 (TMS Calcit 8). Dieser Typ im edlen Metallfinish ist recht geläufig. Ich habe auch herausgefunden daß viele ältere Modelle in niederländischen Schiffen an einer kreisförmigen LED-Anordnung zu erkennen sind, welche wohl die Ausrichtung der Wasserjetdüse angibt. Aber es bleiben die Fälle, wo das gesichtete Gerät gleichwohl ein Bugstrahlruder oder ein Joystick für die Zeit-(NFU)-Notsteuerung sein könnte. Auf der MS Hiddensee sind auch zwei Hebel, welche von weitem nicht eindeutig zugeordnet werden können. Der ganz links hinten z.B. ähnelt im Aufbau dem Bugstrahlhebel auf der A'Rosa Donna, ist aber die Notsteuerung (bin ich mir ziemlich sicher).

flo81
09.05.2009, 11:29
Hier mal die Bugstrahlsteuerung, wie sie auf dem ex MÜNSTER gewesen ist vor dem Steuerhausumbau. Ich hoffe man kann was erkennen...
Gruß Florian

Fynn
10.05.2009, 11:50
Vielen Dank für den Beitrag. Für mein Verständnis reicht das Foto völlig aus. Geht mir ja nur darum, zukünftig auf Fotos erkennen zu können, wofür was ist.

@Elbianer: Noch eine Rückfrage zu dem Bedienpaneel für den Schottelantrieb. Taster Nr. 14 dient u.a. dem Auskuppeln des Antriebs, auch bei voller Drehzahl. Ich habe die Frage hier noch nicht gestellt, aber mir ist bei alten Schottelsteuerungen (z.B. http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?t=9335&highlight=schottel oder http://www.wolfgangwiechering.de/thw-pic/tpic_thw-m_bootbilder_p.htm#M-Boot%20Bilder%20Teil%203) immer aufgefallen, daß es Ausführungen mit integriertem Gashebel (links vom Lenkrad) und Kupplung (rechts vom Lenkrad), aber auch ohne (mit abgesetztem Motorfahrhebel) gibt. Auf dem Foto der Motorschute scheint die Kupplung ganz zu fehlen. Sind die Schottels dafür ausgelegt, im Normalbetrieb unter Last ein-und ausgekuppelt zu werden? Die Lage und Größe des Gashebels im Vergleich mit der Kupplung auf dem THW-Boot scheint dafür zu sprechen, daß vorrangig mit Lenkrad und Kupplung gearbeitet wird.

Stadt_Aschaffenburg
10.05.2009, 12:54
Hi,

naja Fynn.... ich finde es schön, daß sich jetzt mal einige die Zeit genommen haben, die Fotos zu beschriften, aber die Regel wird das wohl nicht werden.

Wenn wir das große Glück haben, daß uns jemand Bilder einstellt, können wir ja nicht aus dem kleinen Finger die ganze Hand machen und verlangen, daß er sie dann auch noch komplett beschriftet. Kann ja sein, daß er das gar nicht kann oder gar keine Zeit dafür hat. :cool1:

Deswegen sage ich auch nix, wenn jemand mal nur ein Bild ohne Daten einstellt. Daten finden sich dann immer irgendwie.

Also... nicht zuviel erwarten von den Jungs und Mädels ;-)

Grüße
Micha

Fynn
10.05.2009, 14:55
Ich habe nirgendwo geschrieben, daß ich jetzt nur noch beschriftete Fotos sehen möchte und auch versucht, die Anfrage zu Beginn des Themas in dieser Hinsicht so allgemein wie möglich zu formulieren.
Ich bin sehr positiv überrascht von den vielen ausführlichen Antworten, sowas kommt in anderen Foren nicht vor. Und wenn eine Rückfrage nicht beantwortet werden kann, aus Zeit-, Infomangel oder warum auch immer, ist es auch ok. Hier ist alles freiwillig und daß ist mir auch bewußt. Ich hoffe daß dies auch so aufgenommen wird.

Gruß,
Fynn

Elbianer
12.05.2009, 00:03
@Elbianer: Noch eine Rückfrage zu dem Bedienpaneel für den Schottelantrieb.

Hallo Fynn, wie ich schon erwähnt habe gibt es viele Ausführungen der Schottel-Steuerung. Zum einen hat sich im laufe der Zeit einiges geändert und zum anderen ist auf Schiffen nichts genormt, zumindest nichts was die Anordnung und Bedienbarkeit der Geräte betrifft.
In Belgien war es früher üblich, dass die Steuerung anders herum funktionierte, das heißt bein klassischen Steuerrad wird nach Rechts / Steuerbord gedreht wenn das Schiff nach Steuerbord fahren soll. Bei diesen Belgischen Steuerrädern musste man nach Links drehen, damit das Schiff nach Rechts fährt.
Bei der von mir gezeigten Schottel-Notsteuerung ist es auch so. Da sich der Knopfdruck auf die Drehrichtung (hierbei ist das drehen des Propellers selbst und nicht die Umdrehung gemeint!) des Propellers bezieht und wenn dieser nach Links dreht wandert das Schraubenwasser nach Rechts. Geht das Schraubenwasser nach Rechts bewegt sich nun mal das Heck Links und wenn das Heck nach Links geht, dreht der Bug nun mal nach Rechts. Ich muss also Links drücken wenn das Schiff nach Rechts fahren soll und umgekehrt. Alles verstanden :fragkratz:
Jeder der von einer klassischen Steuerung kommt und das erste mal Schottel fährt macht so :roooll:
Wenn man es erst mal kann, will man aber nichts anderes mehr fahren. Bei einen tief abgeladen Frachter würde aber eine Schottel-Steuerung nicht viel Sinn machen, weil man so ein Schiff ganz anders fahren muss, als ein flachgehendes Passagierschiff.

Zurück zu deiner Frage. Bei Schottel-Antrieb benötige ich eine Motor welcher für die Umdrehung des Propellers sorgt, wie bei jeden anderen Propeller auch. Diese Drehbewegung wird meistens über eine Kardanwelle erfolgen.
Dann braucht man eine Möglichkeit den Propeller selbst zu drehen (Schubrichtungs-Änderung).
Da der Propeller nicht sofort beim starten des Motors mitdrehen soll und weil man ihn um 180 Grad drehen muss um zu Stoppen, braucht man ein Kupplung. Würde man den Propeller drehend auf Zurück stellen, würde das Heck ja dabei seitlich ausbrechen.

Die Steuerung der Klappschute scheint der Bau-Ausführung vom FGS "Kaiserstuhl" (Baujahr 1960) zu entsprechen. Hierbei dreht man mit den Steuerrad über eine Welle den Propeller, ähnlich wie es beim klassischen Handruder erfolgte. Nur das ich eben hier kein Ruderblatt, sondern den Propeller drehe.
Bei heutigen Anlagen übernimmt das drehen in der Regel eine Hydraulik. Die Kupplungen selbst arbeiten in der Regel Drehzahlabhängig, das heißt im Leerlauf ist ausgekuppelt und ab einer bestimmten Drehzahl kuppelt der Propeller ein.
Manchmal möchte man aber etwas höhere Drehzahl einstellen ohne das der Propeller mitdreht, sein es weil der Motor in niedriger Drehzahl mal nicht startet, weil man etwas testen möchte oder weil die Hydraulik vom Hauptmotor angetrieben wird und im Leerlauf keine volle Leistung hat. Dazu gibt es immer diesen Kupplungsschalter mit welchen ich diesen drehzahlabhängigen Kupplungsvorgang deaktivieren kann.
Wir haben Lamellen-Kupplungen vom Typ BMK 80. Die Lamellen werden mit einen Magnetschalter zusammen gedrückt oder gelöst. Der Magnet erhält seinen Impuls drehzahlabhängig. Drück man den Kupplungsschalter unter Last, also bei drehenden Propeller, lösen sich die Lamellen voneinander und der Propeller dreht nicht mehr mit. Würde man aber unter Last einkuppeln, würden die Lamellen laut aufschreien und Dies nicht lange mitmachen. Man kann also bei jeder Drehzahl mit den Schalter auskuppeln, ihn aber nur im Leerlauf einschalten. Dafür sorgt ein Sperrfunktion. Das Einkuppeln erfolgt dann wieder Drehzahlabhängig.

Das man ihn jederzeit auskuppel kann findet zum Beispiel in folgenden Fällen Anwendung.
Ich höre, dass etwas in den Propeller geraden ist, zum Beispiel durch Treibgut oder Grundberührung. In diesen Fall kann ich den Propeller sofort auskuppeln. Würde ich die Drehzahl verringern, dauert es einfach zu lange bis der Motor runtertourt und Drehzahlabhängig auskuppelt.
Auch wenn Jemand über Bord geht kann ich so den Propeller sofort auskuppeln.
Beim Notstopp ebenso. Im Normalfall muss ich erst die Drehzahl reduzieren, warten bis der Motor runtertourt, ihn dann auf zurück stellen und erst dann wieder Gas geben. Bei der alten Schottel-Anlage mit Handsteuerrad, geht das, je nach Übung des Schiffers, in Sekundenschnelle. (Deshalb würde ich auch nie ein Schottel-Schiff mit nur einen Schottel und ohne Bugstrahl auf das neue System umbauen.) Bei den Anlagen mit Co-Pilot und elektrischen Schaltschränken kann es bis zu 30 Sekunden und länger dauern.
Wenn ich hier sofort die Kupplung trenne, spare ich schon mal die Zeit für das runtertouren und diese eingesparten Sekunden können entscheidend sein.

Ich zeige hier Fotos der alten Anlage vom FGS "Kaiserstuhl". Es gibt ein Buslenker artiges Steuerrad zum drehen des Propellers (Foto 4). Einen Schalter um die drehzahlanhängige Kupplung zu aktivieren oder deaktivieren. Und eine Anzeige für die Schubrichtung. Diese Anzeige finde ich viel besser als die heutigen Anzeigen. Die alte hat einen Zeiger für die Vorausfahrt und einen anderen für Zurück. Der für Voraus zeigt mir an wo der Bug hindreht bei Vorausfahrt und der für Zurück wo das Heck hindreht bei Fahrt Zurück. Und genau diese Information ist Sinnvoll.
Bei den neuen Anzeigen wird, je nach Einbau, immer nur die Fahrtrichtung oder Schubrichtung angezeigt. Da der Propeller sich nun mal am Heck befindet entspricht die Schubrichtung bei der Zurück-Fahrt genau der Fahrtrichtung, bei der Fahrt Voraus ist es aber entgegengesetzt. Man muss also immer umdenken, wenn man sich auf die Anzeige bezieht.

Fotos 1 bis 3 zeigen verschiedene Stellungen des Propellers. Bei 1 fährt das Schiff zurück und das Heck dreht etwas nach Steuerbord (Rechts). Bei 2 fährt das Schiff genau Voraus (vielleicht ganz wenig nach Steuerbord). Bei 3 fährt es gerade zurück.

Und dann gibt es noch den Gashebel. Beim Leerlauf steht er fast Waagerecht nach vorn. Man muss ihn nach oben ziehen um einzukuppeln und um weiter die Drehzahl zu erhöhen. Bei den Co-Piloten muss man ja den Gashebel nach vorn bewegen oder nach zurück, wenn der Copilot auf Zurück steht. Und dies entspricht dann wieder den Gas- / Kupplungshebel beim klassischen Wendegetriebe.

Ich hoffe, es war jetzt nicht zu viel und ich habe es einigermaßen verständlich erklärt und es macht jetzt keiner so :roooll: oder so :fragkratz:
Wenn nicht dann frage ruhig noch mal gezielt nach. :wink:

Gruß Thomas

Fynn
12.05.2009, 08:26
Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Als Autofahrer und Laie denkt man bei Kupplung zuerst an einen Hebel oder Pedal zur Betätigung. Geht natürlich auch per Schalter (natürlich nur mit entsprechendem "Hilfsantrieb" sprich Hydraulik o.ä.). Und der komplette Sinn ist mir jetzt auch klar. Man lernt nie aus.

Gruß,
Fynn

claudius2
12.05.2009, 23:57
Hallo
In meinen Archiv fand ich noch einige Unterlagen vom Doppelsteuerstand des SB "STINNESSCHUB I". Wie man sehen kann war der Maschinentelegraf in der Mitte,während die Ruderanlagen einmal Stb. und einmal Bb. waren,je nachdem von wo man fuhr.

Elbianer
13.05.2009, 00:32
Geht natürlich auch per Schalter (natürlich nur mit entsprechendem "Hilfsantrieb" sprich Hydraulik o.ä.). Und der komplette Sinn ist mir jetzt auch klar.

Hallo Fynn,

also mit den Kupplungs-Schalter wird nicht eingekuppelt, sondern man sagt der Anlage nur, sie soll nun Drehzahlabhängig einkuppeln. Kuppeln tut es erst ab einer bestimmten Drehzahl, wenn man mit den Gashebel die Drehzahl erhöht.

Gruß Thomas

Fynn
13.05.2009, 09:11
Vielen Dank für die Bilder und den Hinweis.

Auskuppeln: drehzahlabhängig oder auf Knopfdruck.
Einkuppeln: drehzahlabhängig, aber nur wenn der Auskuppel-Knopf nicht gedrückt ist.

Jetzt habe ich es hoffentlich...

Elbianer
13.05.2009, 21:53
..Auskuppel-Knopf nicht gedrückt ist.

Jetzt habe ich es hoffentlich...

Hallo Fynn, die älteren Anlagen haben eigentlich keinen "Auskuppel-Knopf" sondern nur einen Schalter um den Drehzahlabhängigen Kupplungsvorgang zu aktivieren.
Läuft der Propeller mit und man schaltet diesen Schalter aus, hat es aber den gleichen Effekt wie der "Auskuppel-Knopf". Insofern hast du es!!! :super:

Gruß Thomas

Fynn
14.05.2009, 14:03
Vielen Dank, werde meine Notizen dementsprechend ändern :pleased:

Kennt jemand den "Clausen Kreuzprop"? Ich habe im www (http://www.polpi.net/neue_seite_39.htm) eine knappe Beschreibung gefunden und würde gerne mehr darüber wissen. Es scheint eine Art Vierkanal-Bugstrahlruder zu sein.

Friedhelm L.
14.05.2009, 15:11
Hallo Fynn, ich meine mich zu erinnern, dass wir ein Clausen-Bugstrahl auf der Esso Ulm hatten. Kreuzstrahl ist eben eine Vierkanal-Anlage, die Kollegen von der Donau haben manchmal andere Ausdrücke wie wir hier am Rhein.

Gruß
Friedhelm

Fynn
14.05.2009, 17:55
Danke für die Antwort. Es geht mir speziell um die Bedienung, in dem Bericht wird von einem Steuerhebel für die Ausstoßkanäle gesprochen und eine elektrische Fernbedienung für den Motor, inkl. Drehzahleinstellung. Ich kenne Bugstrahler mit einem Joystick für Drehzahlverstellung (Y-Kanal) und Drehen der Schubdüse (X-Kanal), aber das gilt wohl nur für moderne Jetanlagen mit stufenloser Verstellbarkeit der Schubrichtung.

Gruß,
Fynn

Fynn
17.05.2009, 13:30
http://www.binnenvaart.be/nl/opleidingen/images/poster%20stuurhut%20vera%20cruz.jpg

FYI

Gruß,
Fynn

Jürgen F.
07.06.2009, 17:11
Bei mir ist die Ausstattung erheblich einfacher.
Gashebel und Steuerrad:cool1::cool1:

Gruß Jürgen F.

Wasserratte
08.06.2009, 13:08
Ich weiß nicht, ob man das schon geschrieben hat. Wenn ja, könnt Ihr das hier ja löschen.

Bei uns im Steuerhaus gab es noch die Tafel mit der Anweisung wie man einen Ertrinkenden rettet.

Und ganz wichtig: Einen Feuerlöscher!!!

Draußen hing eine Glocke und war ein Lichterbaum mit dem blinkenden Fahrlicht und Nachtlicht. Und es gab da noch die blaue Tafel, früher eine Fahne, die über Rollen an einer Schnur ins Steuerhaus hineinreichten.

Ebenso wie die Haken, die für die Überholfahne vorgesehen waren. Dann den Schaltbock für die beiden Maschinen. Die Ruderanlage mit dem Haspel. Ein Sicherungskasten und Anzeigetafeln für die Maschinen, Öldruck etc.

Ein Tischchen für den Käptn. für seinen Kaffee und Sessel beim Haspel und hinten eine Bank, damit die andren auch sitzen können. Diese Bank war ein Holzkasten, darauf ein Polster und darunter waren dann Reservebirnen, Lampen, Farbtöpfe, Pinsel und Div. Fahnen drin. ;-)
Ein Blumentopf und ein Radiogerät standen auch noch auf dem Tischchen. ;-)

Fynn
08.06.2009, 17:04
Vielen Dank für die Bilder und Infos!

Gruß,
Fynn

D21
25.06.2009, 13:31
Servus!

Ich zeig euch mal den Steuerstand unserer APOLLO

Schöne Grüße aus Oberösterreich
D21

Ernst
25.06.2009, 14:32
Hallo, was bedeutet die

O-
10.532

links neben der Frontscheibe ?

Gruß Ernst

D21
25.06.2009, 14:39
Servus Ernst!

Da unser Schiff von vielen Schiffsführern gesteuert wird und einige sich die Nummer nicht merken können haben wir diese ins Steuerhaus gemalt, braucht man für die Anmeldung an der Schleuse, solange wir keinen Transponder haben.

Schöne Grüße aus Oberösterreich
D21

Jürgen
30.12.2009, 18:24
So war´s mal.
Links der graue Kasten -- Das Elektroruder
Mitte oben anders grauer Kasten -- Bugstrahl
Das Schwarze daneben --Fensteröffner (Lederriemen)
Flachliegendes Steuerrad usw. -- Bedienung der Maschine, Deutz 545

Jürgen

Jürgen F.
30.12.2009, 18:39
Och, so lange kann das ja gar nicht her sein:roooll:
Wenns schon nen Bugstrahl gab:dream::dream:

Schöne Grüße und guten Rutsch
Jürgen F.

Jürgen F.
30.12.2009, 18:57
Grins, doppelt gepostet.

Jürgen
30.12.2009, 19:18
Das Bugstrahl hat mein Vater 1979 einbauen lassen. (30 Jahre:fragkratz:)
Satte 230 PS als Wasserstrahlantrieb. Eines der ersten Verhaar-Werke.

Jürgen

Jürgen F.
30.12.2009, 21:06
Ist schon gediegen, zu der Zeit gabs bei den Reedereien kaum Schiffe die so ausgerüstet waren. Sowas wurde erst eingebaut bevor die Schiffe verkauft wurden:dream::dream:

Schöne Grüße aus dem Eisregenland Riesenbeck
Jürgen

hotte
24.03.2010, 20:13
Hallo,
haben heute das Mehrzweckschiff "Eisvogel" besichtigt. Dieser Typ soll bei uns im WSA auch als Neubau kommen. Schönes großes Steuerhaus von aussen und innen?
Ein riesiger Fahrstand nimmt zweidrittel des Innenraum in beschlag :mad1:
Nun wolte ich meinen Chef mal einen vernünftigen Fahrstand zeigen, doch leider kein aussagekräftiges Bild gefunden. Wer kann mir Bilder mailen?

Anbei noch das Foto vom Natograuen Fahrstand:roooll::roooll:

Jürgen F.
24.03.2010, 21:36
In Bergeshövede sollten wir auch diesen Bootstyp bekommen. Der sollte den E 1551 und den BU 1733 ersetzen. Allerdings ist das wohl schon Geschichte, da die Werft wohl nicht so gebaut hat wie besprochen. Daher wird jetzt ein anderer Prototyp entworfen. Auch die Meppener Kollegen warten noch auf das zweite Boot welches den ausgemusterten E 1576 ersetzen soll. Wir sind alle gespannt wanns wohl endlich losgeht.

Schöne Grüße
Jürgen

p-m
20.04.2011, 01:48
Hallo zusammen

Nachdem ich am vergangenen Arbeitswochenende den von einem Vereinsmitglied gespendeten SAAB R4 Class A IAIS-Transponder umprogrammiert hatte, machte ich einige Fotos vom Versuchsbetrieb. Irgendwann werden die Geräte auch noch ordentlich verdrahtet und im Steuerhaus eingebaut.

Freundliche Grüsse

Peter

koje
20.04.2011, 09:03
Hallo p-m

Endlich wieder einer der ein vernünftiges Gerät aufgebaut hat und nicht Nauticas geschädigt ist ( meine meinung). Dan werden wir uns vernünftig sehen können, natürlich im AIS. Mein Glükwunsch zum Gerät.

der von Schrotgeräte frustrirte Koje

Flusspirat77
20.04.2011, 09:05
Moin!
@Peter
an eurer Stelle würd ich mir jetzt noch ein Kartenprogramm besorgen (Tresco, Fugawi oder ähnliches) und das AIS-Gerät mit dem Programm koppeln.
Auf dem kleinen Minidisplay erkennt man doch kaum was.
Und im Dunkeln blendet das Ding wie Hölle.. Wir packen immer ne Zeitung drüber..:lool:

Gruß Stephan:wink:

koje
20.04.2011, 09:11
Hallo Stephan

Dan schau mal genauer die drei tasten neben dem Display,mit der dritten kanst du Helligkeit regeln.

der im licht stehende koje

Flusspirat77
20.04.2011, 09:45
Moin koje!
Naja, wir haben dat Ding von Transas drin.
Selbst bei Nachtbetrieb is das Ding noch sauhell..
Deswegen ja auch die Zeitung.. :lool::lool:

Gruß Stephan:wink:

koje
20.04.2011, 09:51
Hallo Stephan
Das konnte ich nicht wissen das ihr nicht den R4 habt, kam aber so rüber

der verwirte koje

Flusspirat77
20.04.2011, 10:59
Hi koje
ok,ich hab mich vielleicht büschn doof ausgedrückt.:wink1:

Aber eigendlich dachte ich, daß SAAB nur Autos herstellt! Hmm.... :lool::lool:

Gruß Stephan:wink:

p-m
20.04.2011, 15:20
Hallo Koje und Stephan

Danke für euere Beiträge. Es ist ein riesiger Glücksfall, von einem sehr grosszügigen Vereinsmitglied einen gebrauchten SAAB R4 Class A Inland AIS-Transponder geschenkt zu bekommen. Da ab 2013 auf allen Binnenwasserstrassen die AIS-Ausrüstungspflicht eingeführt werden soll, hätte der Verein Historische Binnenschifffahrt für viel Geld eine neue IAIS-Anlage kaufen müssen. Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es in der Schweiz keine Subvention (Förderung) für IAIS-Nachrüstungen.

Ein Tresco Wasserstrassenkartensystem ist während den Reisen an Bord von WILLI vorhanden, das passende AIS-Modul, um "transponderausgerüstete" Schiffe darauf anzuzeigen, fehlt noch. Der Verein wird abklären, ob das dafür notwendige Geld vorhanden ist und ausgegeben werden kann.

AIS wurde ursprünglich für die Seeschifffahrt entwickelt. Inland AIS (IAIS) ist der "kleine Bruder" für die Binnenschifffahrt mit zusätzlichen Optionen, wie z.B. Schiffstyp, Ladungsinformationen, blaue Kegel, Tiefgang in Zentimetergenauigkeit, Fixpunkt, Wasserstandsmeldungen von AIS-Basisstationen, Stellung der blauen Begegnungstafel, Zahl unterstützender Schlepper, Anzahl Besatzungsmitglieder, Fahrgäste und sonstige Personen, angenommene Ankunftszeit (ETA) senden sowie empfohlene Ankunftszeit (RTA) empfangen. Das Minibildschirmchen ist vorwiegend für die Bedienung des Transponders, für das Lesen von Meldungen und nicht unbedingt für die Navigation.

Leider fehlen in den Kurzanleitungen von SAAB und der viaDonau die Anweisungen für die Bildschirmeinstellungen. Über die getrennten Einstellung für Tag und Nacht (Day-/Night-Settings) der Helligkeit der Bildschirmhintergrundbeleuchtung (Backlight), des Kontrasts (Contrast), der Helligkeit der 3 LED (LED Light Intensity) und der Tastenbeleuchtung (Button Illumination) muss man sich im Operator Manual schlau machen. Alle R4-Installations- und Bedienungsanleitungen (die meisten nur in Englisch) können aus dem Internet heruntergeladen werden. ACR-Nauticast-AIS-Geräte kenne ich zu wenig.

Der schwedische Flugzeugbau- und Rüstungskonzern Svenska Aeroplan Aktiebolaget (SAAB) wurde übrigens 1937 gegründet und stellt erst seit 1947 Autos her. Die SAAB TransponderTech AB beschäftigt sich auch mit Navigationssystemen wie AIS.

Freundliche Grüsse

Peter

Mignon 600
20.04.2011, 16:38
Hallo,

na dann zeige ich mal mein Steuerhaus.. Glücklicherweise keine Stahlkiste.....

Gruss MIG

p-m
21.04.2011, 13:17
Hallo MIG

Das Bild "Deines" Steuerhauses erinnert mich an die erste Serie der "GCCL-Musikschiffe" River Symphony 07001717 (http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?8653-River-Symphony-KFGS-0700171) (heute Rhein Prinzessin 07001717 (http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?23014-Rhein-Prinzessin-KFGS-07001717)), River Melody 07001718, (http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?13237-River-Melody-KFGS-07001718) River Harmony 07001721 (http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?23263-River-Harmony-KFGS-07001721) und River Rhapsody 07001722 (http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?13892-River-Rhapsody-KFGS-07001722), die 2000 in Fahrt kamen bzw. im Schiffsregister Basel eingetragen worden sind. Anfang 2008 wurde die gesamte Grand Circle Cruise Line-Flotte nach Malta :ml: ausgeflaggt.

Grundausrüstungen: 2 Funkgeräte Sailor RT2048BV, 2 Handfunkgeräte Icom IC-M10E und 2 Radar Furuno RHRS-2002R. Später kamen in den Aussensteuerständen 2 Icom IC-401E sowie im Steuerhaus 1 SAAB R4 Class A IAIS-Transponder dazu.

Freundliche Grüsse

Peter

Mignon 600
21.04.2011, 16:32
Hallo Peter,

das ist die Rhein Prinzessin, ex River Symphonie... war 2000 schon auf der Symphonie... Und jetzt halt wieder... Ja, die Ausrüstung stimmt so.
Aber die Symphonie kam 1998 in Fahrt.
Lieben Gruss MIG

p-m
21.04.2011, 18:00
Hallo MIG

Danke für Deine Bestätigung, mein Erinnerungsvermögen funktioniert offenbar noch. :hupf:

Es ist durchaus möglich, dass diese erste Serie vorher in Fahrt kam. Ich habe nur Unterlagen ab Eintrag im Schiffsregister Basel.

Liebe Grüsse

Peter

Wasserratte
31.05.2011, 22:14
Ich erinnere mich noch gut daran, dass bei uns ein verblombter Feuerlöscher im Steuerhaus war, nebendran war eine Tafel vom Rettungsdienst, wie man Erste Hilfe leistet, darauf wurde auch gezeigt, wie man Ertrinkende nach der Rettung behandeln soll.

Ich nehme an, dass dies auch bei jedem im Steuerhaus aufgehängt ist?

Joana
31.05.2011, 22:40
Hallo Christa,
in den meisten Fahrgastschiffen ist diese Tafel nicht im Steuerhaus aufgehängt, sondern so, dass die Fahrgäste
diese Tafeln auch lesen können. Daneben hängt meist auch die Tafel, auf der steht, wer an Bord Ersthelfer oder
für die Sicherheit zuständig ist usw. Ausserdem ist dort auch ein Hinweisschild, wo Rettungstrage und ähnliches
zu finden ist.
Grüsse aus dem endlich etwas verregneten Süden
Könnte etwas mehr Wasser sein.
Joana

Wasserratte
31.05.2011, 22:49
Hallo Joana,
bei Fahrgastschiffen muß das ja auch so sein, denke ich mal :-)

Elbianer
31.05.2011, 23:09
Bei uns im Steuerhaus hängt noch diese Tafel.

Gruß Thomas

herbert
06.01.2012, 12:49
Hier habe ich ein Bild , aus dem Fundus meines Vaters ausgegraben,
dabei dürfte es sich um ein Steuerhaus eines DDR-Schiffes handeln.
Das Bild wird etwa 1960 o.später entstanden sein.
Noch ein gutes neues Jahr an alle.
herbert und margret aus dem Jagsttal.