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Norbert
19.07.2008, 20:48
Hallo Binnenschiffsfreunde,

eine Kurzinformation zum Dortmund-Ems-Kanal DEK, er gilt als das Rückrat des westdeutschen Kanalnetzes. Von ihm zweigen der RHK, DHK, WDK der Mittelandkanal (MLK) sowie bei Dörpen der Küstenkanal (KK) ab.

Der DEK wurde in nur sieben jähriger Bauzeit im Jahre 1899 fertiggestellt. Das 225 km lange Bauwerk überwindet mit 16 Schleusen und einem Hebewerk rund 70 Höhenmeter. Einen besonderen Punkt stellt der Kanalabstieg in Henrichenburg dar. Ein überwinden der 14 Meter Höhe war nur mit einer Schleusentreppe oder einem Schiffshebewerk möglich. Da der Kanal oberhalb Henrichenburg auf der Kanalhaltung nach Dortmund keine Wasserzuläufe besitzt fiel die Entscheidung auf ein Schiffshebewerk. Dessen Wasserverbrauch bei einer Hebung oder Senkung des Troges nur wenige Kubikmeter Wasser erfordert. Der Trog hatte eine Länge von 68 m, sowie eine Breite von 8,60 m. Diese Maße besaßen auch die Schleusen zwischen Münster und Gleesen. Darin passte genau ein Dortmund-Ems-Kanal Kahn 67 x 8,20m. Teilweise waren diese Schleusen auch schon mit Sparbecken ausgerüstet. Unterhalb Gleesen wurde der DEK direkt aus der Ems gespeist. Deshalb waren Schleusen bis nach Herbrum schon als Schleppzugschleusen konzipiert und besaßen eine Nutzlänge von 165 m, sowie eine Breite von 10 m. Nach der ersten Kanalerweiterung bis 1914 wurden auch zwischen Gleesen und Münster Schleppzugschleusen mit diesen Abmessungen in Betrieb genommen und die Schachtschleuse Henrichenburg nahm ihren Betrieb auf. Diese Schleuse verfügte über Sparbecken, die bei der Talschleusung etwa 50% der Wassermenge auffangen konnten und bei der Bergschleusung wiederverwendet wurde. (Fassungsvermögen 13300 m³) In nächsten Ausbauschritt wurde bis 1926 die Schleuse III in Münster errichtet, Abmessung der Kammer 225 x 12 m. Zwischen 1938 und 1959 erfolgte der nächste Kanalausbau, neue „Fahrten“ wurden bei Olfen und Hiltrup angelegt und der Kanal wurde vertieft, um sogenannte 1000 t Schiffe aufnehmen zu können. Am 1. Januar 1963 erfolgte dann die beschränkte Freigabe für das 1350 t „Europaschiff“ (L 80/85 B 9,50 T 2,50 m). In 1962 erfolgte die Inbetriebnahme des neuen Schiffshebewerkes Trogabmessungen 90 x 12 m, und 27 Jahre später am 11.08.1989 ging die neue Schleuse in Henrichenburg in Betrieb. Länge 190 m, Breite 12 m, Hub 13,5 m, Füllmenge 33000 m³. Diese Schleuse kann von Schubverbänden oder Großmotorgüterschiffen befahren werden. Abmessungen: Großmotorschiff L 110 m, B 11.40 m, Tg 2.80 m; Schubverband L 185 m, B 11.40 m, Tg 2.80 m. Diese Maße sind seit dem 11.08.1989 auf der Strecke von Datteln bis Dortmund freigegeben.
Zurzeit wird die Südstrecke ( Bergeshövede – Dortmund ) ausgebaut. Darin enthalten sind der Neubau oder Anhebung von ca. 40 Eisenbahn- und Straßenbrücken und die Errichtung von 4 Sicherheitstoren. Der Neubau von 2 Schleusenkammern (Zwillingsschleuse Münster) die erste befindet sich im Bau, dafür wurde die Schleuse I aus dem Jahr 1899 beseitigt. Vorgesehen ist das die zweite Ersatzschleuse auf dem Platz der jetzigen Kammer II Bj. 1914 ensteht. Nach Fertigstellung sollen die neuen Schleusen im Zwillingsbetrieb (http://www.binnenschiffsbilder.de/forum/viewtopic.php?f=526&t=1262) wie die Schleuse Herne-Ost gefahren werden.Die Kammer III bleibt wie bisher in Betrieb. Diese Baumaßnahme soll etwa im Jahr 2012 abgeschlossen sein.

Gruß Norbert