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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : alte Dokumente eines Schiffers!1904-1949



Sailor
17.10.2009, 19:00
Hallo,

wollte euch mal ein paar wie ich denke, interessante alte Papiere eines Schiffers zeigen....sein Dienstbuch ausgestellt 1904 in Wörth am Main, das Abgangszeugnis der Schifferschule in Miltenberg vom 2. März 1910, sein Rheinschiffer-Patent " zur Führung von Segelschiffen auf dem schiffbaren Rhein für die Strecke Karlsruhe bis zur Mündung" ausgestellt Würzburg 1911, und sein Rheinschiffpatent von 1949 , Strecke Bamberg bis Mainz...
vielleicht interessierts ja den einen oder anderen......

Gruß Fred

Power-Ship
17.10.2009, 19:06
@ Sailor: Da kann man nur hoffen, dass diese Stücke in guten Händen bleiben-das sind ja toll erhaltene Exponate!

Wenn ich heute an die Dokumente denke! (Führerschein als Plastikkarte) - grusel!

Sailor
17.10.2009, 19:21
Da kann man nur hoffen, dass diese Stücke in guten Händen bleiben-das sind ja toll erhaltene Exponate!


Ja, die bleiben mit Sicherheit in guten Händen..in meinen nämlich*g*..bin gerade dabei mir eine Sammlung mit Bezug zur See bzw.Binnenschifffahrt aufzubauen...und kaufe alles was mir vor die Flinte kommt!!

Gruß Sailor

Jürgen F.
17.10.2009, 19:58
Klasse, das nenn ich mal Interesse:super::super::super::super::super:

Schöne Grüße
Jürgen F.

Dewi
17.10.2009, 22:26
Und ich finde es super, dass Du uns daran teilhaben lässt, Hoffentlich :dream:

Gruß Dewi

Gernot Menke
07.11.2009, 11:56
Wenn in dem 1911 in Würzburg ausgestellten Patent von einer Berechtigung "zur Führung von Segelschiffen auf dem schiffbaren Rheine" die Rede ist, kann man daraus eigentlich nur den Schluß ziehen, daß es auch auch eine spezielle Berechtigung zur Führung von Dampfern (vielleicht nach Schleppbooten, Dampfgüterbooten und Fahrgastschiffen oder nach der Stärke der Boote unterteilt) gegeben haben muß.

Beim Sportbootführerschein, wo das Segeln aktuell geblieben ist, gibt es die Unterscheidung von Segeln und Fahren unter Motor ja bis heute.

Die Nennung von Karlsruhe als oberem Endpunkt der Gültigkeit des Patents ist auch interessant. Die Strecke oberhalb Mannheim bis hoch nach Karlsruhe zählte demnach damals schon zum "normalen" schiffbaren Rhein. Die Strecke oberhalb Karlsruhe war offenbar noch etwas für Spezialisten, sprich Lotsen; vielleicht gab es 1911 auch schon ein spezielles Patent für den Oberrhein von Straßburg oder gar Basel bis nach Karlsruhe oder Mannheim.

Nett unten links die Beschreibung des Patentinhabers (Beitrag 1, Bild 2) - "Gesichtsfarbe gesund" und "Statur kräftig" (die Zeilen 11 und 12 in der Beschreibung unten links in dem Patent) - das ist doch was. Ein aufwendiges Foto hielt man damals für übertrieben. Sparsamkeit war noch oberstes Gebot und solche Beschreibungen war man von alters her in Dokumenten gewohnt.

Das erste Wort vor "des Patentinhabers" kann ich übrigens nicht lesen - "Beschreibung" kann es nicht heißen und "Eigenschaft" auch nicht. Im Lesen der Handschriften waren die Zeitgenossen sicherlich besser als wir heute, aber nicht immer. In der Wetzlarer Zeitung von 1860 habe ich auf der Suche nach Lahnschiffern einen "Schiffmann aus Balwinster" gefunden. Man muß es sich in der alten deutschen Schrift hinschreiben, um drauf zu kommen: da konnte damals einer Balduinstein nicht lesen (weil er es nicht kannte! Lag ja auch 80 km entfernt und im nassauischen Gebiet) und hat deshalb "Balwinster" draus gemacht - sieht in der damaligen Schrift ganz ähnlich aus.

:wink: Gernot

Gernot Menke
07.11.2009, 15:32
Es hat mir keine Ruhe gelassen und das alte Rezept, wenn man etwas nicht entziffern kann: nämlich es beiseite zu legen und einfach später noch mal zu probieren, hat wieder gewirkt:

Signalement des Patentinhabers steht in Bild 2 links neben dem Stempel.

:wink: Gernot