PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie die Dampfer vom Rhein verschwanden



Radarpilot
22.10.2009, 11:41
Moin moin,
am Freitag, den 30.10.2009 kommt im WDR Fernsehen ein neuer Film
über Dampfer. Der Film dauert 45 Minuten und es sind auch spektakuläre
Archivaufnahmen dabei. Diese Dokumantation sollte jeder Binnenschiffer
ansehen. Der Redakteur Mathias Haentjes hat ca. 1 Jahr daran gearbeitet.
Ein Teil der Aufnahmen wurde bei dem Hafenfest in Duisburg - Ruhrort gedreht. Jedes Jahr haben wir 3 100 Jahre alte Dampfboote zu Besuch.
Auch ein Vorspannboot wird gezeigt.
Viel Spaß, es ist bestimmt etwas besonderes.
Mit freundlichen Grüßen aus Duisburg
Rolf Karmineke:pleased:

p-m
22.10.2009, 15:03
Hallo Rolf
Hallo zusammen

Danke für den Hinweis. Als Ergänzung noch die Sendezeit: Freitag, 30. Oktober 2009, 20:15 - 21:00 Uhr sowie der Link zum WDR
http://www.wdr.de/tv/wdrdok_af/sendungsbeitraege/2009/1030/Dampfer.jsp

Freundliche Grüsse aus Basel

Peter

binnenvaart
30.10.2009, 21:06
Die Heimat der Binnenschiffer ist das Wasser, Duisburg-Ruhrort ihre Hauptstadt. Bis heute. Doch ihr Leben war ganz anders, bevor die Dampfer vom Rhein verschwanden.

Verschillende video filmpjes (http://www.wdr.de/tv/wdrdok_af/videos/flashplayer.jsp?mid=103831)

Jürgen F.
30.10.2009, 21:08
Die Doku war absolute Spitze:super::super::super:

Gruß Jürgen

binnenvaart
30.10.2009, 21:11
Hallo Jurgen

Bei uns sagt man Kippevel,sehr schon

grusse Rene

Stadt_Aschaffenburg
30.10.2009, 21:11
War sie! :super:

Warum bringen sie sowas nicht täglich? Den anderen Mist kann doch keiner mehr sehen ;-)


LG
Micha

Gerhard
30.10.2009, 21:14
Hallo

wie so manches im Leben sehr schön, doch nur zu kurz :shy:

Gruß Gerhard :wink:

Gernot Menke
30.10.2009, 21:30
Die wichtigste Stelle des Films war für mich die Aussage eines Schiffers, daß sie früher beim Treideln mit Menschenkraft, wenn sie keinen Schlepper hatten, im ersten Schiffsdrittel festgemacht hätten - anders kann es auch gar nicht sein. Dort habe es einen - wie hieß der Begriff noch - "Setzstuhl" (oder so ähnlich) gegeben, wo man einen kleinen Treidelmast setzen konnte, damit die Leine über die Büsche am Ufer hinwegging.

Der Schiffer habe beim Treideln mit Menschenkraft das Schiff mit einem Staken auf Kurs gehalten. Der Grund ist klar: weil der Druck auf dem Ruder bei der minimalen Fahrtgeschwindigkeit gleich Null war - der Schiffer im Film sprach von 1 km/h.

Eine schöne Bestätigung der Beiträge über das Treideln, die hier im Forum etwas versteckt unter Gütermotorschiffe > L > Lutece (zum Treideln mit Menschenkraft dort vor allem Beitrag Nr. 78) zu finden sind.

:wink: Gernot

Cybion
30.10.2009, 21:33
Hallo,
verratet doch bitte (noch) nicht zuviel, habs nur aufgenommen und noch nicht gesehen:cry:
Gruß Holger.

D21
30.10.2009, 21:34
Servas!

Oh, das war sehr interssant, werde mir die Aufzeichnung noch öfters anschauen.

Schöne Grüße aus Oberösterreich
D21

Elbianer
31.10.2009, 00:00
Der Grund ist klar: weil der Druck auf dem Ruder bei der minimalen Fahrtgeschwindigkeit gleich Null war - der Schiffer im Film sprach von 1 km/h.


Hallo Gernot,

ich habe diesen schönen Beitrag auch gesehen. Der selbe Mann sprach aber auch davon, dass sie mit den Kahn alleine zu Tal getrieben sind.
Ein Schiff was in der Strömung zu Tal treibt, ist etwas schneller als die Strömung, aber nur gering. Trotzten konnten sie steuern. Sobald ein Schiff fahrt durch das Wasser macht, hat es Ruderwirkung. Zumindest war es bei der Größe der Ruderblätter und Heckform eines Schleppkahns so. Gleich Null war die Ruderwirkung auch bei 1 km/h nicht. Bei heutigen Motorschiffen, wo das Ruder nur eingeschränkt angeströmt wird geht es natürlich nicht.
Von alten Elbschiffern habe ich gehört, dass sie bei Fahrtaufnahme über sieben Buhnenfelder das Schiff mit den Staken auf Fahrt gebracht haben und dann war es schnell genug zum steuern.
Einmal in Fahrt trieb es immer etwas schneller als der Strom. Bei so geringer Fahrt ist die Ruderwirkung natürlich gering und reicht leer auch bei wenig Wind schon sicher nicht mehr, aber gleich Null war sie nicht.

Die Treidelleine an Ende des ersten Drittels anzubringen ist aber sicher die effektivste Methode und wird beim Treiteln mit Muskelkraft nach Möglichkeit verwendet worden sein. Ich denke darüber sind wir uns einig.

Gruß :wink: Thomas

Gruß Thomas

Dewi
31.10.2009, 00:36
Hallo miteinander,

hat jemand ein Mitschnitt für mich :dream:. War leider auf Arbeit :cry:und vergessen den DVD-Recorder zu programmieren. Wäre super, damit ich auch ins schwärmen kommen kann :kopfkratz1:

Gruß Dewi

ulli
31.10.2009, 07:45
hallo dewi
wenn sich keiner aus deiner nähe findet, ich habe den film auf video aufgenommen.
moin moin
ulli

Stadt_Aschaffenburg
31.10.2009, 08:17
Hi,

wie ich eben gelesen habe, hat die Sendung sogar jemanden zu uns geführt :super:

Langsam bekomme ich das Gefühl, daß die Binnenschifffahrt so langsam ein bischen mehr in die Köpfe der Menschen kommt. Wenn erreicht werden kann, daß die Gesellschaft die Schiffe nicht nur als vorbeifahrende "Qualmer" registriert, sondern vielmehr als den Arbeitsplatz rechtschaffender Menschen, ist schon viel erreicht!

Dann registrieren vielleicht auch einige Politiker, die die Interessen der Binnenschiffe in letzter Zeit nicht mehr wahrnehmen wollten, daß diese Familien auch Rechte und Bedürfnisse haben.

Zu wünschen wäre es ja....

Wenn dieses Forum eine Plattform dafür sein kann, dann :super::super::super:


LG
Micha

Gernot Menke
31.10.2009, 08:58
@Moin Thomas,

ich möchte hier kein zweites Treidelthema aufmachen (steht alles unter GMS > Lutece), sondern nur kurz auf Deinen Beitrag 11 antworten. Wir sind uns eigentlich einig bei dem Thema. Das "Stiefeln" zu tal ohne Schlepper ging natürlich nur wegen der vorhandenen Ruderwirkung, wobei die Überschußgeschwindigkeit gegenüber der Strömung vor allem abhängig war vom Gefälle sowie vom Gewicht und der Schnittigkeit des Schiffes. Deswegen dürfte der zum Steuern nötige Geschwindigkeitsüberschuß auf der Elbe recht gering gewesen sein - bekanntlich hatten die Elbkähne ja auch extrem lange Ruder.

Aber: beim Stiefeln (so der vom Niederländischen abgeleitete Ausdruck auf dem Rhein. Weißt Du, wie das auf der Elbe genannt wurde?) zu tal gab es, wenn kein Seitenwind oder Strömungen auftraten, im Prinzip keine Störkräfte, während beim Treideln das Schiff ja immer zur Zugseite will - auch dann, wenn im ersten Drittel festgemacht wird (nur daß sich die Seitenkraft dann in einer zum Steuern günstigeren Weise verteilt als bei einer Befestigung am Kopf). Ich gehe davon aus, daß die Ruderwirkung auch bei der günstigsten Befestigung im ersten Schiffsdrittel bei nur 1 km/h nicht ausreichte, um den Zug zur Seite beim Treideln an kurzer Leine mit Menschenkraft (also in einem ungünstigen Winkel) zu überwinden. Deswegen immer der Schiffer mit seinem Staken! Im Film wird deutlich gesagt, daß das nichts mit Unterstützung zu tun hatte, sondern daß er das Schiff "frei hielt", sprich: das mangels ausreichender Geschwindigkeit wirkungslose Ruder ersetzte.

Anders ausgedrückt: das "Stiefeln" zu tal war wegen der geringen Ruderwirkung eine heikle Angelegenheit - da durfte nichts Ungeplantes passieren. Siehe auch den Beitrag über die Havarie des Schleppschiffs META in Würzburg: trotz Stakens gelang es mangels Ruderwirkung nicht, eine durch Anraken entstandene Schiefstellung (und Abbremsung, wodurch die Ruderwirkung weitgehend verlorenging!) des Schiffs auf einer mehrere Kilometer langen Strecke wieder zu korrigieren, so daß das Schiff quer vor die Löwenbrücke in Würzburg knallte (Siehe unter Historische Bilder und Berichte > Main > Meta: Havarie an der Löwenbrücke 1941).

:wink: Gernot

PS: Das früher praktizierte Treibenlassen zu tal mit der Strömung wäre übrigens mal ein spannendes Thema, das irgendwo im öffentlichen Bereich plaziert werden sollte. Bestimmt kämen da schöne Beiträge zusammen. Es wäre interessant, zu wissen, wie man ohne Schlepper den Kopf zu tal nahm, ob und inwieweit das Treibenlassen auch mit wenig Tiefgang (bei also noch geringerer Ruderwirkung und größerer Windempfindlichkeit) funktionierte und dergleichen mehr. - Für die Vorfahren der heutigen Schiffer war das jahrhundertelang ganz normaler Alltag und Grundlagenwissen. Heute kennen das nur noch die Älteren, weswegen man deren Erfahrungen und Beobachtungen sammeln und aufschreiben sollte, bevor es zu spät ist. Im Übrigen: die Übergangszeit, als die uralte Schiffahrt noch praktiziert wurde, die Schleppschiffe aber (durch die Möglichkeit des Schleppens mit Dampf) bereits beachtliche Größen erreicht hatten, ist eine faszinierende Epoche.

Schiffermen
07.11.2009, 11:51
Hallo,

vom 28.10. bis 31.10 .9 bin ich als Gast auf einem Schubboot auf dem Rhein mitgefahren und habe vorher vergessen den Recorder zu programmieren für den Beitrag im WDR 3. "Wie die Dampfer vom Rhein verschwanden",
Sendezeit WDR 3, Freitag 30.10.09, 20:15-21:00.
Wer kann mir bitte einen Mitschnitt von diesem Beitrag besorgen.
(gegen Bezahlung oder im Tausch "Schiffsbrücke in Speyer" Laufzeit 55 Min.)

mit freundlichen Grüßen

Schiffermen

Jürgen
08.11.2009, 11:25
Auch ich muss mich als Fan der Binnenschiffahrt outen:wink::wink::geil::geil::geil::geil::geil:

Habe den Film auf DVD-Recorder aufgenommen und zur Sicherheit gleichzeitig auf dem PC aufgenommen, denn mit der modernen Technik weiss man ja nie!


Jürgen
Nürnberg zu Tal

Jürgen F.
10.11.2009, 19:05
Hätte ich ein extra Thema aufmachen sollen:fragkratz::fragkratz::fragkratz:

Hab ich gemacht unter

Die Binnenschiffer

Gruß Jürgen