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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gierfähre Frankfurt-Hoechst



Gernot Menke
18.01.2010, 00:40
Hier im Februar 1986 aufgenommene Bilder der Gierfähre in Frankfurt-Höchst. Einige Jahre später war sie verschwunden und rostete seitdem lange Zeit auf der alten Helling in Gustavsburg vor sich hin (siehe hier (http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?p=62861#post62861)), auf der auch noch einige andere ältere kleinere Fahrzeuge lagen.

Bild 1: Hier sieht man mal - mit etwas Anstrengung - das hoch über den Main gespannte Halteseil der Gierfähre - der dazugehörige Mast am linken Ufer ist auf Foto 13 links mit drauf. Von den Drähten, die von beiden Enden des Rumpfes zum Mast des kleinen Nachens bergwärts der Fähre laufen und von dem Draht, der von diesem Mast hoch zur Laufkatze am Halteseil führt, ist auf dem Foto seltsamerweise nichts zu sehen. Das kennt man ja von den (sogar viel dickeren) Schleppdrähten oder Treidelleinen, die auf Fotos oft nicht zu erkennen sind. Wenn ich mich recht entsinne, gab es nur eine Laufkatze oben am Haltedraht. Die Laufkatze scheint mir der Punkt auf dem Haltedraht zu sein, der über dem großen Baum rechts des Hotelschiffes in der Niddamündung zu sehen ist.
Die Bilder 1- 4 (und Bild 13) zeigen die Talseite der Fähre von außen und innenbords. Das Kassenhäuschens war damals unbenutzt.
Die Bilder 5-10 zeigen die Bergseite der Fähre aus verschiedenen Blickwinkeln. Auf Bild 7 wird das Handrad des Motors kurz vor dem Anlegen bedient. Die Motorverstellung mit dem Handrad geschieht über einen Keilriemen (deutlich zu sehen auf Bild 9). Wahrscheinlich wird der Propeller damit gedreht und so nicht nur die Fahrtrichtung verändert, sondern vor dem Anlegen damit auch gebremst. Auf Bild 8 werden gerade mittels der unter dem Mast liegenden Handkurbel die Gierseile für die Rückfahrt verstellt.
Die Bilder 9 und 10 zeigen die "Schaltzentrale" des Fährmanns mit dem Handrad des Motors und der Handkurbel für die Gierseile von der Innenseite. Auf Bild 10 ganz im Vordergrund die Handkurbel für die Betätigung der diesseitigen Landerampe.
Bilder 11 und 12: Längsansichten der Fähre, die etwas verbogen ist, wie auf mehreren Bildern deutlich zu erkennen ist! Auf Foto 11 im Hintergrund die Personenfähre.
Auf Bild 9 sind übrigens alle drei Drähte der Gierfähre mit etwas Mühe zu erkennen. Der von rechts zum Mast des Nachens führende Draht sowieso. Der vom linken Rumpfende kommende (bzw. dort umgelenkte und von der Handkurbel kommende) Draht ist links neben dem Mast direkt unter den Schwänen im Hintergrund zu sehen. Der dritte Draht führt von der Mastspitze des Nachens leicht nach rechts oben zum Halteseil. Das grüne Viereck auf Bild 9 ist die Schutzabdeckung des Motors, mit der Handkurbel auf der rechten Seite wird die rechte Landeklappe bedient.
Bild 13 zeigt die Gierfähre bei der Annäherung an das Höchster Ufer.

:wink: Gernot

Ernst
18.01.2010, 01:00
Hallo Gernot, im Bild 8 schön zu sehen wie der Fährmann an der Winde dreht.
Damit wurde, ich vermute mal bei rechts rum drehen, das "Linksmainische" (welch ein Wort ?) Drahtseil angezogen und gleichzeitig das "Rechtsmainische" (schon wieder) gefiert.
Der Effekt entsteht weil beide Drähte auf der Winde "aufgetrommelt" waren.


Gruß Ernst, der was vom "gieren" versteht. (natürlich nur im schiffigen Sinn)

Gernot Menke
18.01.2010, 01:09
Hallo Ernst,

absolut korrekt. Auf Bild 9 kann man beide Drähte sehen - der zum rechten Ufer führt nach links waagerecht aus der Trommel heraus: genau unter der mittleren Strebe des Geländers (noch besser zu sehen auf Bild 10, wo der Draht hinter der Mitte der Verstellkurbel für die Landeklappe verläuft).

Der "linksmainische" Draht führt in Bild 9 schräg rechts nach unten.

:wink: Gernot

Dewi
18.01.2010, 01:09
Hi Ernst,

Fährmann an der Winde dreht......Drahtseil angezogen

glaube ich nicht! So viel ich noch in Erinnerung habe, war dein kein Drahtseil im Wasser!

Hatte so ein kleiner Schottel als Antrieb. Könnte es sein, das mit dieser Winde, der Winkel zum Gierseil geändert wurde? Das die Fähre somit immer ein wenig gegen die Strömung gehalten wurde?

Ist nur eine Vermutung.

Gruß Dewi

Ernst
18.01.2010, 01:14
Hi Ernst,
Könnte es sein, das mit dieser Winde, der Winkel zum Gierseil geändert wurde? Das die Fähre somit immer ein wenig gegen die Strömung gehalten wurde?

Gruß Dewi

Hallo Detlef, genau das meinte ich damit !
Ob mit oder ohne Motor, der Winkel muss auf jeden Fall verstellt werden sonst kommt der nie rüber.

Gruß Ernst

Gernot Menke
18.01.2010, 01:14
Hallo Dewi,

der Antrieb war schon ein Schottel, aber es wurde nicht frei gefahren, sondern der Schottel diente nur der Beschleunigung des Fahrens in Gierstellung (der Main ist ja gestaut und die Strömung unter normalen Verhältnissen eher mickrig. In Polle an der Weser geht es ohne Motor) und zum Abbremsen vor dem Anlanden. Die Gierstellung und die Drähte sind ja - ebenso wie der Schottel und seine Bedienelemente - auf den Fotos zu sehen.

:wink: Gernot

McRonalds
28.08.2014, 23:53
...ich habe auch noch ein bild gefunden - es ist etwas älter als die Bilder von Gernot, ca. 1980. Gruß - Ronald;-)

Mittelpoller
12.08.2015, 18:39
Ahoi, eine Ak von 1986 ist mir auf dem Flohmarkt in den Händen gefallen : Frankfurt-Höchst, Mainpartie, 1986 abgestempelt. Es zeigt eine Fähre und ein FGS " Frankfurt " MfG Mittelpoller :hupf: