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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine Radarpatentprüfung in Basel - eine "lustige" Episode!



LEUNAM
16.02.2010, 12:46
Hallo Miteinander

Als ich Anfang 1982 das „Radarpatent“ machte, fuhr ich erst seit rund einem Dreivierteljahr als „Lotse“ in Basel.

Da ich ja ein „Jungspund“ war – und die „alten“ Radarexperten“ der Meinung waren, dass ich DAS „so“ unbedingt beherrschen müsse – wurde ich ziemlich „hart“ an die „Kandarre“ genommen….!

Ich musste während der Radarprüfung verschiedene „Sachen“ machen/erklären, welche wir in der Praxisschulung nicht gelernt hatten – da gehörte auch dazu, dass ich um die auf dem Radarbild ersichtlichen „Strassennamen“ auf der Fahrt durch den unteren Teil der Stadt Basel (bis zur Mittleren Rheinbrücke) gefragt wurde…….

Eine „lustige“ Episode möchte ich Euch nicht vorenthalten!

An der praktischen „Radarpatent-Prüfung“ (in Basel) hat man ja bekanntlicherweise eigentlich „Alles“, was man im Normalfall in einem „schiffischen Leben“ (fast) nicht erlebt – obwohl, Ausnahmen gibt es sicherlich). Damit meine ich während der Radarfahrt z.B. den Radarausfall, Wendeanzeigerausfall, Ruderausfall, versch. „Störmanöver“ des damaligen Polizeibootes „Beidi Basel“ (das kam immer zwischen den im Bau befindlichen Brückenpfeiler der zu bauenden „Palmrainbrücke“ hervor! DAS wussten wir alle und haben uns darauf eingestellt – es gab solche, die riefen per Funk das vermeintliche „Hindernis“ auf; bevor es überhaupt als solches auf dem Radarschirm erkennbar war……!

Eines der letzten "Ausfälle" war der Maschinenausfall,
den ich auf der Bergfahrt auf der Höhe von „Hüninque“ hatte.

Einer der Experten fragte mich – „was machst Du nun“?
Ich legte das Schiff (SB „Lai da Tuma“) „vor Anker – alles klar, das machte ich!

Und nun, „was machst Du“?
Ich probiere den Maschinenschaden zu reparieren!

Und dann?
Dann – wenn ich den Schaden nicht reparieren kann, rufe ich einen Monteur!

Und dann?
(ich dachte für mich – WAS will der von mir wissen?)
Dann gehe ich Kaffekochen!

Und dann?
Dann warte ich beim Kaffeertrinken auf den Monteur……..


Wisst Ihr, WAS die richtige Antwort gewesen wäre?

>>> Antwort kommt also somit „später“

Bis dann – bin gespannt auf Eure Antworten (?)!

Mit schiffischem (Radar)Gruss aus der Schweiz von Leunam

LorenzE
21.08.2013, 15:38
Hallo Leunam,

ich weiss, dass dieser Beitrag schin drei Jahre alt ist, aber wäre trotzdem an der richtigen Antwort interessiert.

Mit lieben Grüssen,
Lorenz

Pedro
21.08.2013, 15:55
Ja,
jetzt wo ich es auch gelesen habe, erwarte ich Aufklärung... BITTE

Gruß Pedro

Robert Kuijpers
21.08.2013, 16:08
Ja, was soll man da machen?
Ich bin zwar aus der Hochseefahrt, und hab kein Rhein-Radar-Patent, aber ich würde sagen:

1) Wasserschutzpolizei anrufen, damit die ein Streifenboot senden können um andere Schiffe zu warnen,

2) Mit Akustische (bei Nacht, Nebel) oder Optische Signalen andere Schiffe warnen

3) Ein Kaffee mit Schwyzer Kirschwasser und Rahm trinken

Schöne Grüsse,
Robert

LEUNAM
21.08.2013, 16:21
Hallo Miteinander
Hallo Lorenz, Pedro und Robert

besten DANK für Euer "spätes" Interesse.............
Das hat mich gefreut, dass doch noch mal (Nach)"Fragen" kamen!
(wurde via EMail "geweckt" resp. aus dem "Forum-Schlaf" geholt....)

Ich bin nur noch sehr, sehr selten "im Forum".......
(obwohl; - werde mich demnächst bei Gelegenheit jedenfalls wieder mal in den Beiträgen u.a. von "Pedro" durchlesen - DIESE Beiträge sind (für mich) immer sehr, sehr interessant und auch sehr "lehrreich" - DANKE Pedro !

Antwort: Der Experte meinte; ich müsse "bimbeln" (Glockenschläge")........

Diese Glockenschläge sowie eine "Ausguck" auf dem Vorschiff sind heutzutage ja nicht mehr Pflicht (was den "Älteren" h.w. noch "Intus" ist, oder ?); keiner würde es im "Glas- und Schalldichten" Steuerhaus ja hören !

Seither (wüsste) weiss ich jedenfalls immer, dass ich "bimbeln" müsste in einer solchen Situation.... i. Ich erinnere mich immer mal daran resp. erzähle diese - aus heutiger Sicht -"lustige Episode" in "Fachkreisen"........ .

Mit schiffischem (Radar)Gruss aus der Schweiz von Leunam

LEUNAM
21.08.2013, 16:34
Hallo Miteinander
Hallo Pedro

habe übrigens vorhin zu meiner "Antwort" einen "Fehler" betr. den Beiträgen gemacht - ich meinte eigentlich nicht PEDRO;
sondern Jemanden anderen hier im Forum mit viel "Hintergrundwissen"
- obwohl ich die Beiträge von PEDRO nicht alle kenne und Niemandem "Nahe treten möchte" - trotzdem DANK an PEDRO für Dein Mitwirken !
(bin scheinbar noch nicht ganz wach.....)

Nochmals mit schiffischem (Radar)Gruss aus der Schweiz von Leunam

Gamperdona
21.08.2013, 16:42
eiei, gugg emol...der Froschkönig ist aus dem Winterschlaf zurück.:cool1:

Welcome back und Grüssle...

Stephan:wink:

LorenzE
21.08.2013, 16:46
Hallo Leunam
Hallo allerseits,

Vielen Dank für die schnelle Antwort

Ich liebe die alten Geschichten aus der Schifffahrt von früher.

Mit lieben Grüssen,
Lorenz

LEUNAM
21.08.2013, 17:03
eiei, gugg emol...der Froschkönig ist aus dem Winterschlaf zurück.:cool1:

Welcome back und Grüssle...

Stephan:wink:



Hallo Miteinander
Hallo Gamperdona

...Du meintest doch sicher "wachgeküsst", oder ?.........
(ein "Frosch" wird doch immer irgendwie "geküsst";
auch wenn es "nur im Traum" ist).

Nochmals mit schiffischem (Radar)Gruss aus der Schweiz von Leunam

Radarpilot
22.08.2013, 12:48
Moin moin, wir sind 1966 mit Radarfahrt auf der Ems angefangen. Bei Nebel fuhr sonst kein anderes Schiff, das war Super.
Glockensignale wurden nur bei der Prüfung abgefragt, in der Praxis habe ich nie ein`s gehört. Die Radarprüfung in Duisburg
wird immer noch mit Rudergänger und Radarbeobachter gefahren. Vollkommen an der Realität vorbei. Aber die Prüfungsmodalitäten lassen nichts anderes zu, so sagen die Vorsitzenden der Prüfungskommissionen West / Münster. Meine eigene Radarprüfung in Duisburg, damals auf der "Ruhr", war wie folgt: Übernahme am Luwen Steiger in der Bergfahrt mit blauer (damals) Flagge. Durch die Friedrich Ebert Brücke
rechtsrheinisch zu Berg, oberhalb der Brücke kam ein aus dem Hafenkanal zu Berg drehendes Motorschiff heraus. Der machte die Fahrt zu. Ich gab das Kommando: "Maschinen stopp", die Fahrt blieb im Schlepper, also: Beide Maschinen zurück! Da schrie der eine Prüfer: "Wir machen hier nicht zurück"! Ich genau so laut zurück: "Zurück, ist das klar"! Es wurde zurück gegeben und bis zum Ende der Prüfung war
fast eisiges Schweigen im Steuerhaus. Heute schule ich selber und versuche den Radar Anwärtern alles beizubringen. Diese Jahr haben wir
6 Kurse, 3 schon hinter uns, je nur 6 Kandidaten, alle haben "Bestanden". Wie sieht es in Basel mit Prüfungen aus? Allzeit "Gute Fahrt" Radarpilot/Rolf Duisburg

Gernot Menke
22.08.2013, 13:32
Verrückt sahen immer die bei Nebel zugezogenen Gardinen so um 1980 aus. Es wäre mal interessant, genauer zu wissen, in welchen Jahren man das so gemacht hat, um bei geringer Sicht, aber zu viel Helligkeit im Steuerhaus den Radarschirm besser erkennen zu können.

Ob es das wohl gab, daß noch bei strahlendem Sonnenschein einer so herumfuhr, weil er hinter der Gardine gar nicht gemerkt hatte, daß sich der Nebel längst verzogen hatte? :lool:

:wink: Gernot

Radarpilot
22.08.2013, 13:47
Hallo Gernot, die alten Radargeräte konnte man nur verdunkelt benutzen. Mit Gardinen hat sich bei den modernen Geräten erledigt. Unterschied Trabbi - Porsche. Dann hatten wir auch noch eine Luppe darauf. Das war die Härte! Mit dem Sonnenschein kam das auch schon einmal vor... Da staunte man. Der berühmteste Hafen in Duisburg: Diergardt Hafen oberhalb der Essenberger Autobahnbrücke. 3 mal wurde von den Prüfern gesagt: "Kennen Sie den Diergardt Hafen?" Antwort: "Ja"! Dann fuhren die Kandidaten in den Hafen hinein... Viele Grüße Radarpilot Rolf

LorenzE
22.08.2013, 14:07
Hallo,

obwohl ich erst in der zweiten Hälfte der Achzigerjahre geboren wurde, bin ich noch wenige Monate auf einem 55m Tanker mit einem Radargerät ohne "RasterScan" Sichtgerät gefahren.
Mein Schiffmann wollte nicht, dass ich den Radar laufen lasse, wenn es nicht unbedingt nötig war. Da wir zu zweit nur A1 gefahren sind und gerade Sommer war, bin ich nur zweimal damit gefahren.
Für jemanden wie mich, der nur "RasterScan" Geräte gekannt hat, war es unglaublich spannend die alte Technik zu erleben; obwohl es für mich sehr schwierig war mit dem alten Ding zu fahren.
Einmal als der Alte übers Wochenende nach Hause gefahren ist, habe ich ein wenig mit dem Gerät gespielt. Ich war erstaunt, dass ihr mit den Geräten damals in Nebel und mondlosen Nächten fahren konntet.

Grüsse,
Lorenz

Lego
23.08.2013, 09:00
Hallo zusammen,

wird heute noch das Tritonal Zeichen auf der Talfahrt angewendet oder vorgeschrieben ? :fragkratz:

Gruß vom Land aus Wasser :wink:

Roger

juergen
23.08.2013, 09:21
Moin, Du solltest vielleicht dazu sagen in welchem Zusammenhang Du dieses Signal brauchen könntest.:ouh:

Radarpilot
23.08.2013, 09:53
Moin Roger,
moin Jürgen,
das Drei Ton Signal (Bruder Jacob) ist vor etlichen Jahren abgeschafft worden. Es wurde ja sowieso kaum angewendet. Außer Silvester und bei Feuerwerken.
Viele Grüße Radarpilot/Rolf Duisburg
Wusste oder kannte den Schweizer Ausdruck: Tritonal Zeichen nicht, wieder etwas dazu gelernt...

Lego
23.08.2013, 11:31
Moin, Du solltest vielleicht dazu sagen in welchem Zusammenhang Du dieses Signal brauchen könntest.:ouh:

Hallo nochmal,

dieses Signal hat der Talfahrer bei Radarfahrt angewendet (normalerweise bei Nebel) als 3 X in Folge ( Statt "Bimmeln" :hupf:)
Wie Radarman sagt, wurde es oft mißbraucht als Gruß

Gruß
Roger

Katamarian
01.05.2014, 12:56
Super Thread! Ist doch immer wieder faszinierend zu sehen, wie weit wir gekommen sind. Vor allem die leichter zu bedienenden Radare machen die Sache für viele Leute um Einiges zugänglicher. Weiß jemand zufällig, wann das Drei-Ton-Signal genau abgeschafft wurde? Gruß.

Wasserratte
22.09.2014, 10:15
@ Leunam,
ja, was hätte ich bei so einem Ausfall gemacht? Als wir noch an Bord waren, gab es noch kein Handy oder dass man per Funk Hilfe anfordern hätte können!
Also, Anker runter, Havariefahne gesetzt. Wenn es nicht zu weit von Orten weggewesen wäre, mit dem Nachen an Land gefahren und Hilfe angefordert. Anonsten warten, bis einer vorbeikommt und so versucht entsprechende Hilfe zu erhalten.

Und - ja-warten - versuchen, selbst tätig zu werden, den Grund suchen, u.a. auch Kaffeetrinken, den Haushalt aufräumen, Buchführung, Schiff abwaschen, Maschinen putzen u.s.w., auf dem Schiff gibt es immer Arbeit ..... wenn einem gar nichts einfällt, dann kann man immer noch Rost klopfen, streichen etc. .... ;-) - zumindest solange, bis dann aus der misslichen Lage geholfen wird. Sollte es über Nacht gehen, muss man für entsprechende Beleuchtung sorgen.

Und früher sind wir bei Nebel hinter einem Radarschiff hinterhergefahren, solange wir mithalten konnten, denn oftmals fuhren die ganz schön schnell. Diese Schiffe hatten immer einen "Rattenschwanz" Schiffe hinter sich hergezogen, die es alle so hielten. ;-) Waren das damals noch Zeiten. Ist es heute auch noch so?