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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ne Geschichte mit Havarie und neuem Streckenrekord



benno523
30.06.2010, 23:21
Hallo,

da möchte ich mal ne Geschichte erzählen die ich im Sommer 1985 oder '86 erlebt habe.
Bin mir da nicht mehr sicher tut aber auch nichts zur Sache.

Geschehen ist es auf der "VTG 53" auf der mein Vater damals Schiffsführer war.
Wir haben in Frankfurt Hoechst Salzsäure geladen die nach Mannheim gebracht werden
sollte. Also fertig mit Laden, Papiere fertig, Leinen los.
Unterhalb der Spundwand, wenn ich mich recht entsinne ist da auch ne Brücke
sollte gedreht werden. So wie immer.
Ruder Steuerbord Maschine voraus, dann umsteuern auf zurück (natürlich mit Luftdruck)
und dann wieder auf voraus.... Das hat dann leider nicht mehr funktioniert. Wie sich später
herausstellte ist ein Dichungsring gerissen im Wert von ein paar Pfennig.
Mit dem Ruder hatten wir dann Landberührung und eines der beiden Blätter riss ab und
wurde durch das Fangseil gehalten. Mein Vater schickte mich dann sofort raus den
Heckanker fallen zu lassen. Was ich auch tat.
Das Feuerlöschboot der Farbwerke Hoechst hat uns dann zur Spundwand hochgeschleppt,
damit erstmal in Ruhe geklärt werden konnte wie es weitergehen soll und kann.
Natürlich war der Wasserschutz natürlich auch im Spiel und gab seinen Senf dazu.
Mittlerweile hat ein Taucher das abgerissene Ruderblatt geborgen und es wurde mit einem
Kran auf unser Schiff gehievt. Ende vom Lied war, der Vorspanndienst Loh wurde
eingeschaltet. Die Jungs kamen mit dem "Rupertus" und Martinus" an um uns beladen
nach Mannheim zu schleppen. "Rupertus vorne weg und "Martinus" auf Backbord um
zu lenken. Die "VTG 53" also als havariertes Schiff gekennzeichnet und los.
Das war für mich damals mit zarten 16 Jahren ein irres Abenteuer. Hinterher auf dem
Rhein kamen nicht selten Funksprüche wie:"Hey VTG 53, was ist los? Ihr macht auf
havariert und von Euch sieht man nur Bugwelle..." Habe ich erwähnt das unsere
Maschine auch noch voll mitlief? :Kap:
Wir waren auf der Bergfahrt nun genauso schnell in Mannheim als unter normalen Umständen leer zu Tal.
In Mannheim dann wurde erst gelöscht und dann das Ruder wieder repariert.
Mein Vater hatte sich schon des längeren wegen dieser verhältnisse ein Bugstrahlruder
gewünscht, das wurde dann auch ein wenig später mit einigen anderen Modernisierungen
in, ich glaube Erlenbach, in die Tat umgesetzt.
Es gibt von der Aktion auch ein paar Bilder, die muss ich mal suchen und einscannen.
Dann poste ich sie hier mal...

Gruß

Thorsten

Stadt_Aschaffenburg
30.06.2010, 23:54
Hi Thorsten,

wollte nur kurz mitteilen, daß ich mich köstlich amüsiert habe :)

LG
Micha

Baron 3
10.02.2011, 12:08
@benno 523: 1985 / 86 , sicher ? Das Boot "RUPERTUS" von Loh wurde erst 1988 in Dienst gestellt. :wink1::tongue:

benno523
10.02.2011, 12:53
@benno 523: 1985 / 86 , sicher ? Das Boot "RUPERTUS" von Loh wurde erst 1988 in Dienst gestellt. :wink1::tongue:

Bis gerade war ich mir sicher. Zeitraum müsste stimmen, Unternehmen auch, Rupertus...hmm, welche hatten die noch?
Ich sehe gerade, Du warst bei Bopp und Sohn?!?
Wie gesagt, will hier nix mehr beschwören, Zeit und Fahrzeuge.
Martinus und VTG53 sind sicher, beim Vorspann lasse ich mich gern belehren...

Gruß, Thorsten

Baron 3
10.02.2011, 13:08
Zu der Zeit hatten die noch den "Rheinland" und den "Friedrich", vorm. "Franz Friedrich". Der "Rupertus" ist ein Schubboot, oder Schubschlepper.
http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?9356-Rupertus-SB-04306480&highlight=Rupertus

Bei Bopp nur aushilfsweise manchmal mit Vater, bei Loh auch, mit Onkel. :wink1:

benno523
10.02.2011, 21:01
Dann ist es gut möglich das einer von denen war, oder es doch um 1988 passiert ist...:confused1:
Bin mir da jetzt nicht mehr so sicher. Da mein Dad sich leider mit
Demenz im fortgeschrittenen Stadium rumschlägt kann ich ihn auch
nicht mehr fragen... Vielleicht gibt es ja noch nen Kollegen von Loh
der sich erinnert und auflösen kann...:wink: