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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachgefragt zur Schleuse Saarbrücken



29.08.2008, 01:44
Hallo,

hatte ein kurzes Gespräch mit einem Fahrradfahrer auf der Brücke. Er sagte mir, dass es diese Schleuse früher nicht gab :shock:
Da wo jetzt das Oberwasser ist, war früher der Fußballplatz, auf den er früher Fußball gespielt hatte.
Leider konnte er mir kein Datum nenne, wann die Schleuse gebaut wurde. Er bemerkte nur am Rand, dass nur ganz, ganz selten Binnenschiffe so weit hier hoch kommen.
Dazu fällt mir sporadisch ein Spruch ein. Früher sagte man "Schiff Ahoi" und heute sagt man wohl "Ahoi ein Schiff".
Wie weit ging nun die Berufsschifffahrt, oder anders gefragt, war die Saar durchgehend Schiffbar kk
Mein "WESKA" aus dem Jahre 74 sagt mir, KM 28.87 Wehranlage Saarlouis "Ende des Schiffverkehrs"!

Aber frage mich nur, was das Bauwerk kurz Unterhalb der Wasseroberfläche im Wehrarm ist kk


Leider konnte ich keinen Bediensteten fragen, da die Schleuse Ferngesteuert wird. Und Ronald, auch hier gilt, alles abgesperrt :cry:
Weiß jemand mehr darüber
Gruß Dewi

Norbert
29.08.2008, 10:13
Hallo Detlef,

mir ist auf dem Foto aufgefallen das Poller auf der Aussenseite der Schleuse sind. Da kommt doch keiner hin.

Gruß Norbert

McRonalds
29.08.2008, 10:13
@Detlef; die Anlage wirkt modern - alt kann sie noch nicht sein, Vielleicht dient diese zweite Spundwand (oder so etwas ähnlich) zum Schutz der Trennwand zur Schleusenkammer? Kann auch strömungstechnische Ursachen haben und die Wand wurde nachträglich eingezogen. Bei heftigen Eingriffen in die Natur weiss man nie was man heraufbeschwört. Das ist aber jetzt alles Spekulation...
Gruß - Ronald;-)

McRonalds
29.08.2008, 10:16
..mir ist auf dem Foto aufgefallen das Poller auf der Aussenseite der Schleuse sind. Da kommt doch keiner hin...
@Norbert; das könnte für meine Theorie sprechen, dass diese Trennwände und die Betoninsel naträglich eingezogen wurden. Evtl. aus Stabilitätsgründen...?!
Gruß - Ronald;-)

29.08.2008, 10:24
Hallo,

das Poller auf der Aussenseite der Schleuse sind
Ja genau Norbert, dass habe ich mich auch gefragt kk Ist schon ein wenig komisch das ganze. Aber vielleicht bekommen wir es doch noch her raus, was dieses Bauwerk, oder Baumaßnahme sein soll.

wirkt modern - alt kann sie noch nicht sein
Ja Ronald, sie wirkt sehr modern, und weist noch wenig Verschleiß auf. Auch an den Beton Teilen sieht man, dass diese Schleuse noch nicht lang stehen muss.

Habe erst gedacht, dass das Bauwerk neben der Schleuse die alte Kammer gewesen sein könnte, aber dies hatte mir der Radfahrer nicht bestätigt. Er sagt, es gab keine Schleuse an der jetzigen Stelle. Was mich aber wiederum verwundert, da ja Schleuse Güdingen 1863 und Schleuse Lisdorf (kein Baujahr mir bekannt) erbaut wurden. Vielleicht wurde auch nur die Stadtstrecke Saarbrücken aufgestaut kk
Fragen über Fragen ;-)

Gruß Dewi

Norbert
29.08.2008, 10:54
@ Ronald
Zitat @Norbert, das könnte für meine Theorie sprechen, dass diese Trennwände und die Betoninsel naträglich eingezogen wurden. Evtl. aus Stabilitätsgründen...?!

Vielleicht das die Kammerwand nicht Seitlich unterspüllt wird. Der Saarausbau ist höchsten 25 Jahre her, dass heist die Kammern bestehen aus 15 Meter langen U-Förmigen Regelblöcken. Die Blöcke sind genormt, der Abstand zwischen den Pollern (Senkrecht) ist vorgegeben und das in jedem zweiten Block ein Leiter sein muss die unter den untern Wasserstand reicht. Sowie an jedem Ende eine die bis zum Kammerboden reicht. Ups :roooll: da sind wir schon beim Schleusenbau, wenn es gewünscht wird kann ich mal was dazu schreiben. :wink:

Ich hab schon gedacht das da noch eine Sportbootschleuse hinsoll, aber dafür sind die Poller zu Tief. Bei höheren Wasserständen kannst du da nicht hin weil diese Eisen aus dem Boden heraus ragen

Zur Abnutzung, ich weiss nicht wie hoch die Verkehrsdichte ist, aber wenn da vielleicht nur Drei - Vier Schiffe am Tag sind? dann sieht so eine Kammer immer schön aus.

Gruß Norbert

Ernst
29.08.2008, 15:07
Hallo Detlef und Norbert
Die neue Schleuse Saarbrücken wurde im Jahr 2000 offiziel eingeweiht.
Was der alte Kram da soll habe ich mich auch gefragt als ich Ende Juli da durchgefahren bin.

Gruß Ernst

Ernst
29.08.2008, 15:34
Hallo
ich werde am Montag mal in meinem "Koffer" kramen da sind noch aus dem vorigen Jahrhundert Berichte über den Saar Ausbau drin.
Vieleicht finde ich was zu dem Thema.

Gruß ernst

Ernst
29.08.2008, 16:23
Hallo
schaut mal hier rein da sollte auch mal ne Bootschleuse gebaut werden, wurde dann aber verworfen. Die Fragmente sind warscheinlich Reste vom Trenndamm (siehe Spundwand im ersten Beitrag)

Suchergebnisse bei Google (http://www.google.de/search?hl=de&client=firefox-a&channel=s&rls=org.mozilla%3Ade%3Aofficial&q=Staustufe+Saarbr%C3%BCcken&btnG=Suche&meta=)

Gruß Ernst

Gernot Menke
29.08.2008, 18:03
Detlef,

der Endpunkt "km 28,87" (Saarlouis-Lisdorf) der alten Saarschiffahrt ist von oben aus zu betrachten. Die Saar war wohl der einzige Fluß, die nur im Oberlauf schiffbar war (um das Saargebiet an den Saarkohlenkanal und an das französische Kanalnetz anzuschließen). Von Saarlouis-Lisdorf abwärts gab es keine Schiffahrt zur Mosel, der Ausbau war nur für später vorgesehen.

Die damalige Kilometrierung begann an der dt.-frz. Bundesgrenze bei Güdingen mit 0 und endete eben in Lisdorf (28,87). Damals hatte die Schleuse Güdingen den Kilometer 1,12.

Heute nach dem Saarausbau (in meinem WESKA von 1984 steht, daß die Saar "zur Zeit" ausgebaut wird und zwischen Dillingen und der Mosel die Schiffahrt 1986/87 aufgenommen werden soll) fängt die Saarkilometrierung an der Mündung in die Mosel an. Jetzt hat die Schleuse Güdingen den Kilometer 93 und die Schleuse Saarbrücken den Kilometer 82, also 11 Kilometer unterhalb.

Mal rechnen: 1,12 + 11, damit liegt die heutige Großschleuse Saarbrücken ungefähr beim alten km 12, also zwischen den ehemaligen 40,80x6,50m-Schleusen Saarbrücken (alter km 8,37. Das war nicht weit unterhalb der Liegestelle der Saarbrücker Penischen. Man konnte hinlaufen - ich kann mich gut daran erinnern) und Louisenthal (alter km 14,19).

Deswegen muß die Aussage des Radfahrers stimmen, daß es an dieser Stelle zuvor keine Schleuse gab. Ich glaube Ronald hat Recht, daß die Vorbauten längs der Schleuse dem Schutz der doch sehr hohen Wand vor Unterspülung dienen. Die kleinere Mauer soll mit ziemlicher Sicherheit ganz einfach die große stützen. Die Poller können nur den Sinn haben, daß die WSV dort bei Hochwasser auch mal festmachen und irgendwelche Arbeiten verrichten kann - schadet ja nichts, sie vorzusehen. So hoch, daß die Höhe der Schleuse erreicht wird, kann ein Hochwasser ja nicht werden.

:lol: Gernot

Norbert
29.08.2008, 21:20
@ Holger,

gute Idee mit dem Google Earth.
Ich würde mal sagen das Teil hat Zwei Funktionen, 1. als Schutz der Schleusenmauer gegen Unterspülung und 2. es dient als Leitdam. Dann gibt es da noch ein paar Sachen zu sehen. Die Kammer hat als Obertor ein Drehsegmenttor, ein Mittelhaupt und ein Unterhaupt mit Stemtoren. Am Unterhaupt liegen oben die Notverschlüsse (Dammbalken). Da sie Ferngesteuert wird gibt es dort auch keinen Schleusenturm. Das ist also die neue Generation von Schleusen.


Gruß Norbert

McRonalds
29.08.2008, 21:23
...hab' auch mal nachge-'googelt' - und frage mich ob diese Schleuse nur gebaut wurde, damit die Kabinenkreuzer nach Saarbrücken fahren können...?
Gruß - Ronald;-)

Norbert
29.08.2008, 21:37
Hallo Ronald,

wenn ich mich recht entsinne geht der Kanal weiter Richtung Dillingen, als der das geplant wurde sollte er Wahrscheinlich der Kohle und Stahlindustrie im Saarland dienen. Das mit Kohle und Stahl hat sich erledigt.
Ein ähnliches Beispiel habe ich in der Nähe, die neue Schleuse Henrichenburg. In Betrieb seit 1989 war auch gedacht das die Erzschubverbände von Rotterdam über den WDK und DEK nach Dortmund durchfahren können. Mitte der 1990 Jahre war Schluss mit dem Stahlstandort Dortmund. Die Paar Schiffe die jetzt noch da fahren würde das Schiffshebewerk (Bj. 1962) locker schaffen, das ist aber wegen Baulicher Mängel seit 2005 stillgelegt. In einem Film über den DEK aus dem Jahr 1986 da war die Schleuse im Bau hieß es Zitat "Wenn die Kosten- Nutzenrechnung nicht stimmt entsteht hier Deutschlands teuerste Badeanstallt".

Noch Fragen? :cry:

Gruß Norbert

McRonalds
29.08.2008, 21:39
"Wenn die Kosten- Nutzenrechnung nicht stimmt entsteht hier Deutschlands teuerste Badeanstallt".
@Norbert; ulkig, das sagte man in den 80er Jahren (auf dem Tiefpunkt seiner Popularität) auch über den Main-Donau-Kanal... :lool:
Gruß - Ronald;-)

Norbert
29.08.2008, 21:51
@ Ronald,

lass mal die Spritpreise noch höher werden, die Binnenschifffahrt kommt wieder. In manchen Bereichen ist sie nicht zuschlagen. Hier im Forum hab ich GMS De Valk eingestellt. Der fährt im Feederdienst Dortmund - Duisburg - Krefeld - Dortmund, wegen der Brückenhöhe 4,50m kann er nur zwei Lagen Container nehmen. Er fährt mit 30 Containern zwei mal die Woche die Route und holt damit 60 LKW von der Straße. (in der Bergfahrt kommt er meist Leer)
Bei einer Durchfahrtshöhe von 5,25m könnte er mit 3 Lagen Fahren und die Leistung um 50 % steigern. Leider hat der RHK rund 120 Brücken und die auf die neue Höhe zu bekommen dauert Zeit und Kostet viel Geld.

Gruß Norbert

Unregistriert
04.12.2012, 15:01
Das stimmt nicht ganz was Sie hier schreiben. Wir haben da 3,5 Jahre mit unserem MS Wantij den feederdienst gefahren 3 mal die
woche zwischen Dortmund - Duisburg oder Krefeld und spater Rheinhausen. Wir hatten dan auch noch einen zwischenstopp in
Gelsenkirchen. Das GMS "De Valk" kommt oft da aber macht keinen Feederdienst wie wir das gemacht haben.

Es stimmt auch nicht was Sie erzahlen uber die Bruckenhohe und 2 oder 3 lagige Container.
Rechne Sie mal mit:
3 x 2,60m (standardcontainer) = 7,80m
0,35m Doppelte boden (und die is bei uns sehr niedrich als Neubauschiff) 0,35m
Freie Platz an die Brucken 0,20m 0,20m
----- +
Zusammen 8,35m
Bruckenhohe 5,25m
------ -
Dann muss man einen Tiefgang haben von 3,10m

Erstens darf mann das nicht. Zweitens um diesen Tiefgang zu erreichen muss mann soviele Tonnen geladen haben das die meisten
Schiffen Stabiliteitsprobleme haben, vor allem die kleinere Containerschiffe wie wir. Die 110 x 11,45m mussen noch Tiefer liegen weil die einen Doppelte Boden haben von 0,60m.

Wir konnten mit unserem Schiff zwei lagig leere HC-container nach Dortmund fahren weil wir ganz viel Ballastmoglichkeiten haben.
Insgesamt 450 Tonne ausserhalb dass Laderaum.

Mehr uber unserem schiff finden sie unter www.wantij.org (http://www.wantij.org)

Mit freundlichen grussen,

Jan Fernhout
eigentumer des GMS Wantij

Norbert
18.12.2012, 21:38
Hallo Jan Fernhout,

danke für die Erklärungen und Richtigstellung.

Gruß Norbert