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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zwischen Beaume-les-Dames und Colombier-Fontaine



Gernot Menke
26.09.2010, 21:25
Der Beitrag hier deckt die Strecke von PK 111 bis PK 151 ab, also 40 km.

Wenn man den Seitenkanal von Beaume-les-Dames in Richtung Rhein - also bergwärts fahrend - verlassen hat (der Doubs macht hier einen scharfen Knick, ist aber wegen des nahen Wehres dennoch breit und es sind Tonnen ausgelegt), dauert es nur rund einen Kilometer, bis man die Schleuse Nr. 39 / Lonot erreicht (Bilder 1-3): manchmal liegen die Schleusen eben etwas versteckter.

Bild 1: Anfahrt im UW, Bild 2 in der Kammer (wie man sieht, hat die Schleuse trotz der hohen Wände nur wenig Hubhöhe, genau 1,67 m), Bild 3 ist der Blick zurück auf das Obertor. An der Felswand im Hintergrund erkennt man, daß der Doubs hinter der Schleuse quer verläuft, weswegen die Schleuse von der Talseite aus erst im letzten Moment zu sehen ist.

Die Bilder 4 und 5 zeigen als Kontrast Schleusen, die nicht in einem engen Seritenkanal, sondern mitten im Doubs liegen. Im OW haben diese Schleusen fast immer einen dicken und hohen Mast in rot-weiß oder grün-weiß, je nachdem, auf welcher Uferseite die Schleuse liegt, denn vom OW aus sind die Wehre schlecht sichtbar. Die Schleuse Nr. 38 / La Raie aux Chèvres überbrückt nur 1,04 m Höhe - von der Bergseite aus ist das Wehr kaum auszumachen und der Markierungsmast hat - vor allem bei höheren Wasserständen - schon seine Berechtigung. Auf Bild 5 - hier handelt es sich um die folgende Nr. 37 / Grand Crucifix mit Blick zurück auf das Obertor - wird klar, daß man bei der Talfahrt nicht pennen darf. Der Name der Schleuse bezieht sich vermutlich auf ein Kreuz auf dem hohen Felsen an der Schleuse - er erinnert in der Vorbeifahrt etwas an die Loreley.

Die alte Brücke über das UW der Nr. 36 / Hyèvre-Magny bei PK 118 (Hubhöhe übrigens 0,81 m) ist gerade im Begriff, blau zu werden - offenbar die gerade gängige Restaurierungsfarbe für diese Brücken im charakteristischen Gitterstil aus der Bauzeit der Kanäle (die alte "Muusfall" in Köln sah ja ähnlich aus).
Bild 7: die Ampel ist aus: wegen der Sperrung des Kanals nach einem Unwetter diente die Schleuse Nr. 35 / Ermite als Liegestelle (oberhalb der Schleuse gab es vor der Sperre keine Liegemöglichkeiten mehr - für mich, der ich nicht auf Liege-, sondern auf Zeltmöglichkeiten angewiesen war, war die Sperrung der Schleuse 35 ein Nachteil, da die Sperrung wegen umgestürzter Bäume erst oberhalb der Schleuse 34 lag).

Bilder der Sperrung im Oberkanal der Schleuse Nr. 34 / Branne (Bild 8) gibt es hier (http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?23851-Unwetter&highlight=unwetter). Bild 9 ist bereits das Sperrtor am oberen Ende schon des nächsten Oberkanals bei PK 134,2 nahe Ragny. Schön die über den Treidelpfad führende Brücke. Die Schleuse Nr. 25 - nach einigen hier übergangenen Schleusen im offenen Doubs und zwei Schleusen im Seitenkanal durch L`Isle zur Doubs (der nicht schiffbare Doubs in L`Isle sur Doubs ist als Hingucker bei den Touristen bekannt, der Kanal aber eher unauffällig) - liegt romantisch neben einer Felswand (Bild 10).

Es folgen zwischen den Schleusen 23 und 22 zwei niedrige Brücken (die erste eine Eisenbahn-, die zweite eine Straßenbrücke), von denen ich leider keine Fotos, sondern nur Notizen gemacht habe, die aber in Marckolsheim über Bord gegangen sind. Vor allem die Straßenbrücke am Unterhaupt der Nr. 22 / Longevelle sur Doubs ist mit Vorsicht zu genießen, da sie schräg ist und auf der niedrigeren Seite auch offiziell unter der "Mindesthöhe" von 3,50 m liegt! Vielleicht hat ja jemand ein Foto von der Stelle.

Die Klappbrücke bei Colombier-Fontaine bei PK 152 ist die erste von fünf Klappbrücken, die auf dem Weg zum Rhein noch folgen. Diese hier mußte auch für mich geöffnet werden. Dahinter erkennt man einen kleinen Schuber am örtlichen VNF-Gelände.

:wink: Gernot

Gernot Menke
28.09.2010, 20:44
Eine wichtige Information habe ich im obigen Beitrag leider vergessen, die ich hier noch nachreiche:

wenn man etwas talwärts von L`Isle sur Doubs an der Schleuse Nr. 37 / Papeterie (PK 139,7) den Doubs verläßt, bleibt man jetzt zwanzig Kilometer lang im Seitenkanal und erreicht den Doubs zwischen den Schleusen 17 und 18 nur noch einmal ganz kurz, um ihn zu überqueren und dann endgültig zu verlassen. Abgesehen von den nicht einmal drei Kilometern, auf denen man kurz darauf in Montbéliard noch den Allan benutzt, einen Nebenfluß des Doubs, kann man sagen: in Richtung Rhein gesehen hat man kurz vor L `Isle sur Doubs den Fluß hinter sich gelassen und die Kanalfahrt beginnt.

Leider habe ich von der Abzweigung vom Doubs ins UW der Schleuse Nr. 37 kein Foto. Die Stelle ist zwar nicht weiter spektakulär, stellt aber doch eine Zäsur im Kanal dar.

:wink: Gernot

Gernot Menke
18.02.2011, 21:47
Am Ende von Beitrag 1 hatte ich (im vorletzten Absatz) auf die sehr niedrige Brücke an der Schleuse 22 hingewiesen. Hier kann ich dazu ein Foto nachliefern (mit Dank an Marco (Hydra) vom binnenvaartforum).

Den blauen Popel in der Mitte muß man bei der Durchfahrt erschrecken, sonst schläft die Bedienstange in der Schleuse erbarmungslos weiter und man kriegt die Tür nicht zu. Wird der blaue Popel wach, quittiert das der Selbstbedienungs-Schleusenstand mit einem Blinken und man weiß: jetzt bringt es was, sich die Hände an der Stange schmutzig zu machen. Bleibt das Blinken aus (passiert nur kleinen Booten wie mir), muß man zurück und unter dem blauen Popel turnen, machen und wedeln - bis das Blinken dann doch noch eintritt. :hupf: Geturnt habe ich unter den Dingern viel, meist mit Paddel in allen möglichen Positionen (hier natürlich von unten, aber bei großen Brückenhöhen wie in Montbéliard auch von oben vom Geländer) - aber ich habe NIE bei VNF um Hilfe rufen müssen!

Die seitlich angeordneten Fotozellen sind motorkanufreundlicher, aber sie werden nach und nach auf die blauen Popel umgerüstet. Aber ich werde nachrüsten und habe in diesem Jahr eine lange Stange mit einer Platte dabei! :tongue::lool:

:wink: Gernot

Gernot Menke
25.01.2013, 00:51
Die in # 1, Bild 5 talwärts abgebildete Schleuse Nr. 37 / Grand Crucifix von der Straße aus gesehen. Bei gutem Wasser sollte man talwärts nicht pennen, sondern wissen, wann die Schleusen kommen.

:wink: Gernot