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27.09.2010, 18:06
WINTRANS REEDEREI Duisburg

Die Rentabilität der Frachten war im Reedereibereich nicht mehr gegeben. Um eine Abwrack-Aktion, die veralteten, aber langlebigen Schiffsraum aus dem Markt nehmen würde , wurde langwierig verhandelt. Binnenschiffs-Neubauten, oft mit staatlichen Mitteln gefördert, verstärkt die Überkapazität.

In dieser Situation löste der Salzgitter-Konzern als Eigentümer den Verkehrszweig Winschermann aus dem bisherigen Kohle-Verbund und brachte ihn in die Kanal-Verkehr AG ein, die ab 1. Oktober 1967 als Winschermann Transport AG firmierte.

Damit hatte der Konzern eine rheinorientierte Schiffahrtsgesellschaft mit einer kanalorientierte Gesellschaft zusammengeführt.

Der Bereich Brennstoffhandel kam unter das Dach der Saarbergwerke und verlegte zunächst 1967 als Winschermann Handelgesellschafft mbH seinen Sitz nach Recklinghausen.

Quelle. 150 Jahre in Bewegung, 150 Jahre Wintrans
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Gruß Manfred

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01.11.2010, 15:29
1.Wurzel

Von Winschermann zu WINTRANS

Mitte des 19. Jahrhundert gelangte die Steinkohle auch bei der Eisengewinnung zum Einsatz. Die regionale und auswärtige Nachfrage nach Kohle wuchs stürmisch, ebenso Bergbau und Kohlenhandel. Dabei wurde die Lage der Ruhrkohlenschiffahrt durch den verstärkten Eisenbahnbau kritisch, denn immer mehr Zechen verluden per Waggon. Mit 863 000 t hatte die Ruhrschiffahrt 1869 ihren Scheitelpunkt erreicht.

Welche Eigenschaften Wilhelm Winschermann zu einem erfolgreichen Kohlengroßhändler machten, läßt sich heute nur noch erahnen. Es muß jedoch mehr als reines Glück gewesen sein, denn das Unternehmen hatte 20 Jahre nach Gründung das Absatzgebiet bereits auf die Rheinprovinz, auf Hessen-Nassau, Süddeutschland, Holland und Belgien ausgedehnt. Die Freiheit der Schiffahrt auf dem Rhein durch die Mannheimer Akte 1868 war dafür eine wesentliche Voraussetzung, die Winschermann auch noch anderweitig zu nutzen wußte . Bereits im Jahr 1870 übernahmen eigene Schiffe den Transport.

Wilhelm Winschermann war Reeder geworden.

Mit der Aufnahme des 28jährigen Sohnes Johann Heinrich Wilhelm Winschermann firmierte das Unternehmen "Winschermann & Cie." und verlegte zum 25jährigen Bestehen seinen Firmensitz von Broich nach Mülheim. Das Geschäft expandierte und wurde auch auf den Oberrhein ausgedehnt. Ob seine Kähne auch die Kettenschiffahrt auf dem Rhein nutzten, wissen wir nicht, wohl aber, daß Johann Winschermann das Unternehmen neben dem Kohlengroßhandel zu einer bedeutenden Rheinreederei machte.


Quelle: 150 Jahre in Bewegung, 150 Jahre Wintrans

Gruß Manfred

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11.11.2010, 16:46
1. Wurzel

Von Winschermann zu WINTRANS

1901 wurde eine Zweigniederlassung in Karlsruhe errichtet. Hierzu eine Kreditauskunft der Städtischen Hafendirektion Karlsruhe aus dem Jahr 1901 im Originaltext:

"Die Firma Winschermann und Co.
Besteht schon über fünfzig Jahre und
zählt zu den solidesten und befundirtesten
am Platze Mülheim a.Rh. Dieselbe betreibt Kohlenhandel en gros, Rheder und Spedition
in ausgedehnten Umfang & gilt in ihrer
Branche nächst der Firma Stinnes &
Kannengiesser als die größte in Mülheim.
Die Firma beabsichtigt sich namentlich in
Süddeutschland noch weiter aus auszudehnen.
Derselben kann jeder Credit gewährt und
jede Verbindung nur empfohlen werden."


Die Reederei mit der blauen Flagge mit Steuerrad und "W" besaß im ersten Weltkrieg bereits 49 Kähne mit rd. 62 600 t Tragfähigkeit.

Wie andere deutschen Reedereien schuf Winschermann ein Standbein in den Niederlanden. Die Atlas-Reederei, Rotterdam, wurde im Jahre 1919 gegründet. die in den Jahren 1928 - 1930 insgesamt 12 Schleppkähne mit erstaunlich hoher Ladefähigkeit von zusammen 21 500 t baute.

Die Ausweitung des Unternehmens setzte sich fort in Bereichen, die an Bergbau/Kohlenhandel/Schiffahrt angrenzen.
Der Handel mit Bergbaubedarf und Schiffsbedarf wurde mit Gründung der Kraft GmbH aufgenommen. In Stuttgart, Schwenningen, Erfurt und Hannover betetilgte sich Winschermann an Speditionsfirmen.

Quelle: 150 Jahre in Bewegung 150 Jahre WINTRANS.

Gruß Manfred

Klaus-Peter
20.01.2011, 13:00
...... und hier ein paar Flaggen zum Thema....
(Die Reihenfolge bestimmt wohl das System ?)

mfG Klaus-Peter

Nachtrag.....

Es gab da vor der "Schäkel-Flagge" der KVAG zunächst eine Flagge mit den Buchstaben.... (Siehe Bild)
da würde mich interessieren ab wann die geführt wurde und wann sie von der "Schäkel-Flagge abgelöst wurde.
Ist einer der Kollegen so tief in der Materie drin ?

nochmaliger Gruß - Klaus-Peter

wolle
20.01.2011, 17:21
.......war von 85 - 93 bei Wintrans tätig. flagge 1 kram erst Ende der 80 Anfang 90.
Flagge 2 war längere Zeit das Symbol (Schäkel:fragkratz:)
Angeblich war das Symbol des Schäkel auf einen Ring eines Mannes, mach den die alten Salzgitter Werke benannt wurden:fragkratz:
Wurde früher so erzählt: fragkratz::fragkratz::fragkratz:1

Mfg Wolfgang

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20.01.2011, 18:20
Hallo Klaus Peter,
alle Deine eingestellten Flaggen sind auch in meinem Besitz.

Eine Flagge fehlt noch und zwar die alte ehemaliger Winschermannflagge mit dem roten Steuerrad. (Die fehlt mir auch )

Flaggenbild Nr. 1 (Winschermann) und Faggenbild Nr. 3 (K.V.A.G. Duisburg) ergibt nach der Fusion mit Winschermann und K.V.A.G. das Flaggenbild Nr. 2 die Reederei WINTRANS ab 1968.

@ Wolle,
du meinst die ehemaligen Hermann Göring Werke später Reichswerke Salzgitter-Watenstedt , heute die Salzgitter A G.
Ich meine ab 1985 oder später hat der damalige Finanzminister Stoltenberg die bundeseigene Salzgitter A G an Preussag verkauft und so nahm alles seinen Lauf, das die WINTRANS mit der VTG zusammen ging.

Ich werde später mal den Bericht der Wintrans -Reederei weiter führen.
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Gruß Manfred