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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zementkasten



Sven
13.11.2010, 17:41
Hallo,
ich habe eine alte Schute, die noch genietet ist. Eine Niete am Boden unter einer Spante ist undicht geworden.
Meine Frage:
-Wie groß sollte der Kasten sein?
-Langt eine Höhe von 15 cm und eine Breite von 30cm um die Niete.
-Es ist nur ein leichtes Rinnsal, gibt das Probleme beim Befüllen des Zementkasten?

Ich wäre über Antworten sehr dankbar, denn alles andere hilft nicht, da das Wasser sich wieder seinen Weg sucht. Ich möchte da auch keinen Fehler machen. :regen:

Dewi
13.11.2010, 17:47
Hallo Sven,

erst einmal

:willkommen10:

Wenn es nur eine Niete ist, versuche es einmal hier (http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?689-Leckbolzen&highlight=Leckbolzen) mit. Wir sind damals Monatelang damit herrumgefahren und es war Dicht :lool:

Gruß Dewi

Navico 2
13.11.2010, 18:08
Hallo Sven,
erstmal ein herzliches Willkommen hier im Forum.
Eine Ferndiagnose ist sehr schwer. Man müßte sich das einmal vor Ort anschauen, oder ein paar Bilder hier einstellen.

Grundsätzlich bei Zementdemsel setzen darf kein Wasser ins Schiffsinnere eindringen. Bevor der Zement abgebunden ist, läuft immer wieder Wasser nach und die Arbeit war für die Katz.
Entweder die Niete rausschlagen und einen Leckbolzen einziehen, oder von innen 100 % abdichten.
Von innen abdichten gib es mehrere Möglichkeiten.
z.B. Trockenes Heu, Gras oder Moos in die Leckgage reinstopfen, und zusätzlich noch mit trockenem Holz, Holzspan oder Streichhölzer verkeilen. Wenn diese Sachen alle nass werden, quillen die auf und wenn du Glück hast, ist das Dicht.
Oder vom Metzger eine Seite Speck holen, etwas größer wie die Leckgage, und diese Seite gut verkeilen. Natürlich auch von innen.

Mit so einem Speckdemsel sind wir ein Jahr mit einem Bunkerboot gefahren und es gab keine Probleme.

Von einen Zementkasten würde ich abraten, weil, wenn der mal raus muß, hast du eine Bärenarbeit vor Dir.

Gruß Manfred

Sven
13.11.2010, 18:45
Speck hätte ich gerne genommen. Das Problem ist, das dort zwei Bleche übereinander gehen und da kein Platz ist, um da was rein zu stopfen. Auf der Linken Seite sind Nieten. Dort kommt das Wasser aber leider auch auf der anderen Seite kommt es unter der Spante hervor. Auf dem anderen Bild ist meine Idee für den Zementkasten zu sehen. Das Wasser läuft nicht mehr. Es ist nur noch ein kleines Rinnsal. Ganz bekomme ich das Wasser nicht gestoppt, denn dann hätte ich mir den Kasten sparen können.

grotefendt
13.11.2010, 18:59
Hallo Sven

Da die Niete nur leckt, empfehle ich statt dem Leckbolzen den "Kasten" auch Leckdembsel in verstärkter Ausführung!

Beim Leckbolzen müsstst du erst den Nietenkopf wegmeißeln ,bei kalten Wasser eine üble Geschichte,da kann man richtig nass bei werden!

Der Leckdembsel ist einfach ein Stück Speck mit Schwarte (Schwarte nach oben).

Zwischen die Bodenwrangen (Spanten) keilt man oben ein kräftiges Vierkantholz von ca 14 cm Durchmesser und ca 40- 50 cm Länge,je nach Spantenabstand.
Entweder du sägst das Querholz schräg an oder verkeilst es mit einem Holzkeil.

Auf das Leck legst du den Speck 20 x 20 CM.
Auf den Speck kommt ein starkes Stück Brett ebenfalls 20x20.cm mindestens 5 cm dick.
Ein kurzes Vierkantholz 14x14 cm dick wird zwischen Speckbrett und Querholzkantholz senkrecht gekeilt!
Das Vierkantholz schräg anstellen und zwischenkeilen.
Sicherheitshalber gleich zwei verschiedener Länge zusägen weil der Speck ja gequetscht wird,andernfalls weiteren Keil benutzen.

So wie der Wasserfluss complett aufhört zwei Bretter (Kasten) fast auf Spanthöhe quer einkeilen und mit Zementmischung füllen.

Wichtig ist das kein eindringendes Wasser die Füllung verdünnt!

Die Zementfüllung selber darf nicht zu trocken sein!

Überschüssiges Wasser setzt sich von selber auf dem Dembsel ab,wenn der Zement anzieht!

Damit bist du auf der sicheren Seite.

Grüße Grotefendt

grotefendt
13.11.2010, 19:27
Hallo Sven

Zwischenzeitlich kam ja ein Einstellung, die den oder die Dembsel gut veranschaulichen.
Das ist unter Bodenwrangen immer eine dumme Geschichte besonders wenn das leere Schiff in starken Wellengang kommt.

Da dein Boot wahrscheinlich mehr liegt als fährt ,dürfte das aber kein Problem sein!

Du mußt im Zementhandel nach einem schnell anziehenden besonders guten Zement nachfragen,im Wasser härten die allemal.
Da kostet der Zentner etwas mehr,aber das ist nicht die Welt.

Du hast die Bodenwrangen ja schon mit etwas abgedichtet,was ist das?
Ich habe meistens mit einem stumpfen Meißel Lappen eingepresst,und mit Fensterkitt verkittet.

Würde nach Aushärtung des ersten Dempsels,die Einschalung wegnehmen und dann Dempsel neben Dempsel setzen ,bis da wo die Bodenwrange fest ist.
Falls das trocken zu halten ist,und der Boden noch stark genug ist wäre ein verschweißen der Bodenwrange mit dem Schiffsboden eine gute Lösung.
Habe seit langer Zeit ein starkes Schweißgerät über -
380 Volt -180 AH. ,nenne einen Preis und du bekommst es.

Müßtest es dann aber selber in Hamm abholen.

Grüße Grotefendt

Grüße Grotefendt

grotefendt
13.11.2010, 19:32
Hallo Sven

Würde die Zementdembsel nicht so schmal machen,die können sich durch Bodenbewegung lockern,die brauchen Seitenfestigkeit!

Unbedingt von Spant zu Spant verfüllen!

Grüße Grotefendt

Sven
13.11.2010, 19:35
Jetzt muss ich nur noch Speck finden, der lang genug ist, denn das Wasser kommt auf der Nieten Seite auf einer Länge von 70 cm durch und auf der anderen Seite der Spante auf einer Länge von 100 cm. Ich habe schon versucht, mit Holzleisten und Pantera abzudichten, doch 1m Wassertiefe reicht schon, das das Wasser immer wieder durch drückt. Ich werde mich mal umschauen, wo ich richtig große Speckseiten bekomme.
In meiner Lehre auf dem Schiff sind wir damals ein halbes Jahr mit einer Speckseite auf einen Loch gefahren.

Die Seite auf der die Nieten sind, habe ich mit Pantera dicht bekommen. Da habe ich eine 30er Leiste genommen, mit Pantera bestrichen und mit Keilen fest gegen die Nietenleiste gespannt. Es ist nun seit 5 Tagen dicht. Aber die rechte Seite will nicht dicht werden.

Ich werde es mit Speck versuchen. Mit dem Schweißen (danke für Dein Angebot mit dem Schweißgerät) bin ich vorsichtig, denn ich habe schon erlebt, dass neben der Schweißnaht, die "gesunden" Nieten undicht wurden. Wir haben noch 2 Jahre, bis wir wieder auf die Werft müssen, dann wird die Stelle gedoppelt und so lange soll es halten.

Erst einmal danke für die vielen Tips mit den vielen Details, sie helfen mir sehr. Jetzt werde ich mit meiner Frau beratschlagen, ob wir Zement oder eine Leckniet nehmen. Das Ergebnis werde ich auf jeden Fall hier einstellen.

grotefendt
13.11.2010, 20:03
Hallo Sven

Das hört sich nicht gut an,ein Meter Wassertiefe ist schon allerhand!

Da hatte ich mit meinem alten MS Werner eine Radikalkur gemacht,
Die NietenKöpfe und das entprechende Stück Bodenwrange seitlich verschweißt (geht auch bei etwas Wasser am Boden.) Immer vorausgesetzt das da noch Materiel ist.

Notfalls zwischen die Bodenwrangen zusätzlich 7-8 mm Platten (vom Schrotthändler billiges Nutzeisen einschweißen,auch Wildmaßbleche genannt,die sind billig weil die Bleche ungenau gewalzt wurden!)Das Einschweißen wäre zudem unbedingt erforderlich.
Geht nur bei Fahrzeugen die nicht der SUK (Schiffsuntersuchungskommission) vorgeführt werden müssen!

Kannst das überzählige Schweißgerät auch kostenlos Leihweise auf unbestimmte Zeit bekommen,das steht an Bord sowieso nur rum.
Liege meistens im Hammer Hafen Nordseite Fa. Niemeier Steinwerke
Schweißen lernt man schnell ,ohne dem wird das auf Dauer nicht funktionieren . Man kann auch viele andere schöne Sachen damit anbringen.
Das Schweißgerät steht vorne unter der Pollerschanze,falls ich nicht an Bord bin zeigt Herbert mein Steuerman dir das!

Rufe mich aber vorher unter 02381/401081 oder 01711160999 an.

Grüße Klaus

Grüße Grotefendt

Sven
13.11.2010, 20:23
unser Schiff braucht zum Glück keine SUK. Es ist eine alte Hamburger Werkstattschute, die wir uns ausgebaut haben, also ein fester Hafenlieger. Unter www.useup.de kannst Du sie sehen. Mal sehen, was mein Frauchen sagt.

Hartmut
14.11.2010, 08:40
Bei dem bisschen Wasser müsste eigentlich auch einfacher gehen.


Einen Sack Zement und einen kleinen Sack Schnellbinder aus dem Baumart holen.


Beides jeweils eins zu eins also 1 Kg. Zement 1 Kg. Schnellbinder trocken in einem Backofen aufheizten richtig heiß machen, dann den trockenen Zement und den trockenen Schnellbinder vermischen und noch heiß auf das Leck auftragen.


Bei fragen wende dich Telefonisch an Taucher Knot in Hamburg vielleicht kann er dir den genauen Ablauf schildern die machen so was öfter.

Navico 2
14.11.2010, 09:00
Moin Hartmut,

....oder den Taucher anrufen.

Da gibt es aber auch noch andere Bergungtaucher zum anrufen.
Ein Bergungtaucher wird bestimmt keine telefonische Auskunft geben, sonst wird der Taucher arbeitslos. Das ist sein Berufsgeheimnis.
Jeder Bergungtaucher kann eine Leckgage Unterwasser pottendicht setzen. Nur bei Erfolg kostet das richtig EUROS.
Wenn du die chemische Zusammensetzung zum Abdichten weißt, dann kann das auch ein Sporttaucher machen.

Von einen Zenmentdemsel würde ich nach Möglichkeit nochmals abraten. Wer einen Zementdemsel schon einmal entfernt hat weiß, wovon ich schreibe.

Ich habe sehr oft mit einen namhaften Bergungsunternehmen zu tun gehabt.

Gruß Manfred

Hartmut
14.11.2010, 09:24
Na ja welchen Taucher er anruft ist egal ich weiß nur aus eigener Erfahrung das Taucher Knot sich damit auskennt.

Außerdem hatte ich noch vergessen zu schreiben das das man die trockene und heiße Mischung auf die feucht stelle auftragen muss und das ganze in Bruchteilen von Sekunden abbindet.

Das ganze ist am ende auch nur wenige Millimeter dick und kann bei bedarf auch leicht entfernt werden, man braucht auch nicht etwa den ganzen Sack Zement und auch nicht ganzen Schnellbinder eben nur soviel bis kein Wasser mehr nach kommt.

Ach so für das ganze braucht man keinen Taucher weil es von innen gemacht wird.

grotefendt
14.11.2010, 09:50
Hallo Sven
Sieht recht strömungsgünstig aus,eigendlich zum rumliegen fast zu schade.
Sei nicht so ängstlich,erweitere die Kästen von Bodenwrange zu Bodenwrange und schütte endlich den Zement rein ,wenn das so ein bißchen piselt,das macht nichts,das macht der Zement schon dicht.
Ich würde eine Mischung aus 50% Zement und 50% Sand nehmen.

Mit dem Dempsel wegmachen wegen Hellingen und neue Platte einsetzen, das ist später auch nicht so ein Problem.Da du ja keine SUK brauchst,kannst du den Dembsel sitzen lassen und eine Doppelung unterm Boden anbringen lassen.
Ich hatte mir zum Dembsel entfernen ,meistens beim Werkzeugverleih
für einen Tag einen Pneumatischen Abbaumeißel geliehen.
Meinen Luftschlauch schloß ich dann am Werftgelände ,wo alle paar Meter ein Luftzapfhahn ist.
Das hat richtig Spaß gemacht, den Dembsel damit wegzumeißeln, das ging ratz-fatz.
Auf meinem MS "Daniel" habe ich ja selber eine 30 Bar Luftanlage mit 15 Bar Adabter(Druckminderungsventil).
Aber am MS Daniel ist der Boden neu,da brauche ich das nicht!

Grüße Klaus

Navico 2
14.11.2010, 09:53
Und nicht vergessen, die Taucher Krietemeier in Hille,
Schöllenberger in Mannheim,
Bartels & Schreiber in Duisburg,
und mit Sicherheit einige im Raum Hamburg, wo ja auch das Havarierte Schiff liegt.
Der Bergungstaucher rührt sich in einem Gefäß eine Mischung zurecht und streicht die Leckgage mit einem Pinsel Unterwasser dicht.

Du hast natürlich Recht, wen man die Leckgage von innen mit Speck Zement und Co. abdichtet, braucht man keinen Taucher.

Mit Schiffischen Gruß
Manfred