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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diskussion um Taue



Wasserratte
04.07.2009, 12:41
Sch...ß Taue, ich würde die nicht auf einem Schiff benutzen, schon gar nicht auf so einem Großen!

grotefendt
04.07.2009, 16:35
Sch...ß Taue, ich würde die nicht auf einem Schiff benutzen, schon gar nicht auf so einem Großen!

Drähte kann man heute nicht mehr benutzen.Für ein 2500 Tonnen Schiff müßten das 28 Millimeter Drähte sein,da kann keiner mit arbeiten.

Ich beobachte letzte Zeit zb in der Ruhrschleuse,das vorne nur zum Schein festgemacht ist ,im Übrigen aber mit Buggy und Hauptmaschine geschleust wird.
Ist das Schiff mit den Aggregaten sicher zu halten,ist das vieleicht sogar die bessere und vor allem weniger unfallträchtige Variante.

Das Problem ist nur ,wirkt sich das auf die Mitschleuser negativ aus?

grüße grotefend

Jürgen F.
04.07.2009, 16:58
Wir haben vor einigen Jahren mit Koppeldrähten fest gemacht. Das waren z.B. auf dem Stinnes 51, 42iger Drähte bei 4200 T. Das ging auch und ich hab das nicht als Mehrarbeit empfunden. Da wurden vorne 2 Koppelwinden benutzt und beim Versetzen hat der Schipper halt mal eingekuppelt. Reine Gewohnheitssache.

Schöne Grüße Jürgen F.

grotefendt
05.07.2009, 01:48
Hallo Jürgen F

Da hast du recht,moderne große Schiffe haben Seilwinden,auch mit Tauen bestückt.
Moderne Winden lassen keinen Draht oder kein Tau reißen bei Überbeanspruchung führt die Winde nach,um sofort wieder automatisch strammzuziehen.So habe ich mir das jedenfalls erklären lassen und auch beobachtet.
Nur der Verunglückte hatte eben solch eine Winde nicht.
Grüße Klaus

Neandertal
05.07.2009, 09:16
nun leute wir haben früher immer vnur mit drähten gearbeitet und es ist immer etwas passiert und wird auch in zukunft passieren seht mal ich bin nun im mai 71 jahre alt geworden und mein patent ist sauber auch meine matrosen zeit habe ich auf rhein elbe und anderen flüssen einigemaßen heil überstanden ich kann nur sagen eile mit weile dann passiert auch nichts denn wenn ich meine drähte nicht versetze dann muß ich immer damit rechnen das was schief geht
klaus ulrich wir kennen uns nun schon solange und ich muß dir leider sagen von dir hätte ich eine andere aussage erwartet . mfg. neandertal

Jürgen F.
05.07.2009, 10:22
Noch mal kurz erwähnt:
Nach einem Unfall in einer Mainschleuse wurden bei der Stinnes Reederei damals alle Taue verboten. Das kam soweit, daß unsere Inspektoren alle Schiffe besuchten und durchsuchten. Sämtliches Tauwerk wurde von Bord geholt.
Man muss ganz klar sagen, das auch mit Drähten schon genug Unfälle passiert sind. Da ist auch schon des öfteren so ein Drahtabweiser von der Verschanzung abgerissen und gegen die Wohnung oder den Matrosen gedonnert. Wer seinen Beruf von der Pike auf gelernt hat wird vielleicht etwas besser bzw. vorausschauender festmachen. Ich wünsche allen heile Knochen.

Viele Grüße Jürgen F.:wink::wink::wink:

Ernst
05.07.2009, 21:46
Hallo, das schleusen, selbst mit dem besten Material, birgt immer Gefahren wenn das Personal schlecht ausgebildet oder ungeübt ist.

Gruß Erst

Hermann
05.07.2009, 22:05
Hallo Ernst,

da muß ich Dir Recht geben, ich habe vor 37 Jahre auch schon mit
Perlon-Taue (keine PVC-Taue) gearbeitet und ich habe damit gerne gearbeitet, man muß sie nur kennen und beim Schleusen rechzeitig umhängen.

Gruß
Hermann:wink:

katho
06.07.2009, 12:20
Hey Leute ,

ich war auch damals bei Stinnes , kannte es auch nur mit Drähten zu arbeiten , und auf den KV wurde dann mit den Winden Geschleust , wie Jürgen schon berichtete .
Als ich dann zu meinem ersten Patikulir kam , der nur Taue hatte , oohhaaa, da war die Angst groß. Uns wurden echte Schauergechichten erzählt ,über abgerissende Arme und Beine wenn ein Tau verreckt ist . Ein Draht " singt " vor den verrecken , ein Tau nicht.
Und wenn hinten ein guter Shipper fährt, brauche ich Vorne auch keine angst um meine Knochen zu haben , wenn ich ein wenig mein Handwerk verstehe , so sehe ich das mal.
Und mit den Drähten hat man sich doch ommer alles Kaputt gehauhen , also den Lack . Und diese nervigen Fausthandschuhe ...., nee Tau ist mir echt lieber .

Gruß Kai:wink::captain:

Jürgen F.
06.07.2009, 14:48
Kai sei ehrlich:dream::dream:
Die Fäustlinge haben wir doch meistens nicht benutzt, zumindest nicht bei Vater Aust aufm 51:pleased::pleased:

Gruß Jürgen

captain66
06.07.2009, 15:55
Hallo Jürgen,

zu deinen Koppeldrähten mal ein Erlebniss, daß ich beim Schleusen in Kostheim hatte.
Ich war damals Copilot auf dem Schubverband Heinrich Krieger sen., und beim Bergschleusen in Kostheim vorne auf dem Leichter mit einem sehr erfahrenen Kollegen am festmachen. Wir hatten einen Koppeldraht als Spring von ca. 6-7 Meter fest und einen Koppeldraht als voraus ca. 4-5 Meter am Leichter fest. Am Motorschiff hatten wir einen dicken Stahldraht als Beidraht fest, der nur dafür sorgt, daß der Verband bei bleibt. So wurde der Verband schon 15 Jahre in den Mainschleusen festgemacht und das mit Erfolg!
Vor uns fuhr in die breite Kammer der Tanker St. Nikolaus der MTS ein und wir hintendrauf.
Es war normaler Wasserstand auf dem Rhein, so daß wir ca. 1,80 Meter Wasser unter dem Schiff hatten als das Tor zu war.
Und dann ging´s los!!!!
Wir konnten vom Leichter aus sehen, wie das Wasser beim St. Nikolaus vorne über den Kopf ging, über die Vorschiffwohnung und der Mann vorne am Deck fast vom Deck gespült wurde. St. Nikolaus riß natürlich ab und wir lagen ca. 15 Meter hinter ihm. Der Schiffmann hatt sein Motor mit voll AK laufen lassen ohne Erfolg, als er ca 2 Meter vor uns war ließ es einen Riesenknall und der Koppeldraht vorraus und der Beidraht hinten haben sich verabschiedet, wir kurbelten wie die Wilden den Springdraht auf um evtl. den Verband damit irgendwie abstoppen zu können wenn er zum Vorausdraht wird. Die Ortskundigen werden wohl wissen, daß mit dem St.Nikolaus von 110 Meter Länge, 15 Meter frei bis zu unserem Verband und dann der Verband mit 185 Meter nicht mehr viel Platz nach Untertor ist.
Unser Schiffsführer machte natürlich auch voll voraus, und wollte natürlich lieber vorne mit St.Nikolaus als hinten mit dem Tor kollidieren. Das Fangseil hätte bei dem Gewicht und der Flutwelle von vorn null Wirkung gehabt.

Es ging alles sehr glücklich ab, hinten war nichts passiert, wir haben leicht mit dem St.Nikolaus Kontackt gehabt aber nur Farbe ging kaputt.
Der Schleusenkasper meinte, er habe auf Spargang geschaltet aber es gab wohl eine Störung. Seltsam nur, als er sah was da abging wurde gestopt und danach wurde das Wasser in homöopathischen Mengen in die Kammer gelassen.
Das war jetz natürlich sehr extrem, aber wenn die Technik verrückt spielt, dann kannst Du selbst mit dem besten Personal und den dicksten Drähten nichts machen.

Auf meinem Schiff laß ich übrigens nur mit Tauen festmachen. Aber mein Personal soll nicht abstoppen, das mach ich lieber mit der Maschine, und wenn meine Leute das Gefühl haben, gleich passiert was, dann haben Sie die Anweisung "WEG VOM TAU UND POLLER" lieber Schiff kaputt als Mensch!

Stefan

Jürgen F.
06.07.2009, 17:46
Sicher ist man nie, da werden selbst eingespielte Tems überrascht. Leider sieht man immer wieder wie manche Matrosen krampfhaft versuchen mit dem Tau abzustoppen. Gerade heute hab ich das noch auf einem Labe Motor gesehen. Das war wohl ein Missverständnis, aber eben deshalb kann mit jedem Tau bzw. Draht was passieren. Es soll jeder so festmachen wie er es gewohnt ist.

Schöne Grüße
Jürgen F.:wink::wink:

katho
06.07.2009, 17:56
Hast ja schon recht Jürgen , auf dem 51 war alles ein wenig anders ......... :wink::fragkratz: , habe sogar ein Video was die Jungs Morgens um 10.00 Uhr gemacht haben ......... :confused: !!!

Und abstoppen braucht doch heute kaum einer mehr , haben doch fast alle Bugi , ist eben alles schön einfacher und sicherer geworden.

Gruß Kai

Elbianer
06.07.2009, 23:57
Gerade heute hab ich das noch auf einem Labe Motor gesehen.

Hallo Jürgen,

die Labe-Schiffe hatten ursprünglich alle keinen Bugstrahl. Einige sind inzwischen nachgerüstet aber noch nicht alle. Bei einen leeren 80 m Schiff ohne Bugstrahl und Wind muss der Matrose schon mal mit der Leine nachhelfen, ein beladenes Schiff sollte allerdings schon mit Maschine aufgestoppt werden.

Gruß Thomas

HANSA 7
07.07.2009, 12:43
hi
es gibt sicherlich winden die auf druck nachgeben -aber es gibt auch welche die das nicht tun leider--mit der ich zu tun habe die hält bis das tau reisst! ausserdem ist die bedienung der winde so weit weg das ein umhängen alleine in der schleuse kaum möglich wäre.
thema drähte--auf vielen neueren schiffen sind die poller gestrichen --ich habe solch einen poller mal mit einem draht in der schleuse mit nur 2 achten belegt--aufgrund der farbe sprang der draht so dermassen das ich nur noch tau in schleusen verwende --z.b. in hannover wäre mir ein draht lieber aufgrund der poller in der schleuse -das tau ist aus den engen schächten kaum raus zu schlenkern -aber ne, das springen möchte ich nicht noch mal! was auch noch zu bedenken ist das auf einigen schiffen einfach poller an geeigneter stelle fehlen oder es sind auch mal nur einseitig bzw zu kurze pins an den pollern ! und norberts meinung zum festmachen in schleusen würde mich intressieren --ob und in wie weit festgemacht wird wenn man alleine in den schleusen ist --liegt oftmals an den schleusenwärtern ob sie so schleusen oder nicht.:wink:

gruss

Wasserratte
07.07.2009, 12:59
Früher habe ich unser Schiff immer abgestoppt bzw. abstoppen müssen.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, so ein riesiges Schiff, das doppelt so groß und breit ist, abzustoppen, da ist ja ein ganz schönes Gewicht dahinter.

Unsre Poller waren schön gefettet und da ist der Draht wunderbar gelaufen, man mußte natürlich auch wissen, wie man das macht und das Gefühl dafür haben.

Lackierte Poller????? Welch ein Luxus!
Bei lackierten Pollern kann man ja nicht abstoppen, wie soll das auch gehen?!

Da siehste, was lernen die angehenden Matrosen heut - die können nicht mals mehr ein Schiff abstoppen!

Früher hatte ich gesehen, dass Taue lang und länger wurden und dadurch das angebundene Schiff ins Laufen kam und das war nichts für mich. Das war mir zu gefährlich. Dadurch konnte so ein Tau erst recht abreißen! Ich hätte nachts nicht mehr schlafen können mit sowas!

HANSA 7
07.07.2009, 13:59
hi
ob nun lackierte poller luxus sind -lasse ich mal dahingestellt.
man hat es heute aufgrund von bugstrahl usw einfacher -mit einem guten schiffer hinten braucht man halt nicht mehr aufstoppen --aber das die matrosen es heute nicht mehr können und auch kein gefühl dafür haben ?mit den heutigen geflochtenen tauen lässt sich wunderbar arbeiten --auch aufstoppen -wenn s sein muss :wink:

Marcus
07.07.2009, 14:40
Hallo zusammen

Auf einem Großteil der Neubauten heute sind die Poller aus Edelstahl da sind die Drähte beim Stoppen sofort kaputt. Auch haben heutige Taue höhere Bruchlasten als Drähte, ein Kuppeltau hat bei gleichem Querschnitt die doppelte Bruchlast wie ein Kuppeldraht. Aber das nutzt einem nichts wenn kein gutes Qualifiziertes Personal damit arbeitet, gerade wenn das Schiff mit max. Abmessungen in der Schleuse ist. Gerade bei max. Abladung kann man den Bugstrahl in der Schleuse nur eingeschrängt nutzen und wenn mann dann Hinten wilde Manöver macht biste gleich wieder aus der Schleuse raus.

Gruß Marcus

helmut1972
07.07.2009, 21:24
Hallo!

Da ich fast nur auf den Donauschubverbänden als Matrose und Bootsmann fuhr und ständige Manövertätigkeiten auszuführen hatte, kann ich im Vergleich zur jetzigen Binnenschifffahrt folgendes sagen: Aufgefallen ist mir auf den hochmodernen Kabinenschiffen wird fast nur mehr mit den hydraulischen Windenseilen das Schiff ausgeheftet. Da wird nur mehr auf den Knopf gedrückt! Da kommt es auf die Schiffsführung darauf an, ob den Decksmännern auch gezeigt wird, wie das Fahrzeug herkömmlich festgemacht wird. Ich sehe aber auch einen schweren Nachteil von den dicken PVC-Seilen bei ausgehefteten Schiffen, Vandalismus, es reicht ein kleines Taschenmesser und das Seil ist ab bzw. das Schiff auch. Zu den Seilhandschuhen noch, ohne die ging ich nicht hinaus, speziell beim Nachhängen der Achter dem ,,Nachzupfen" sind diese Lederhandschuhe sehr sinnvoll, auch trug ich keine Ringe. Es reichte hier ein kleiner Drahtlitzenbruch für schwere Verletzungen, ich kenne viele ältere Schiffsleute, denen in jungen Jahren die Fingerkuppen abgequetscht wurden.

mfG helmut1972

grotefendt
10.07.2009, 02:49
nun leute wir haben früher immer vnur mit drähten gearbeitet und es ist immer etwas passiert und wird auch in zukunft passieren seht mal ich bin nun im mai 71 jahre alt geworden und mein patent ist sauber auch meine matrosen zeit habe ich auf rhein elbe und anderen flüssen einigemaßen heil überstanden ich kann nur sagen eile mit weile dann passiert auch nichts denn wenn ich meine drähte nicht versetze dann muß ich immer damit rechnen das was schief geht
klaus ulrich wir kennen uns nun schon solange und ich muß dir leider sagen von dir hätte ich eine andere aussage erwartet . mfg. neandertal

Hallo Neandertal
Bin mal auf deine Seite gegangen,dachte nicht ,daß du 71 bist,mit Christa und der Suche nach der Halbschwester muß es ja bei der Bandbreite zu Verwechslungen komme.
Ich wüsste nicht ,das wir uns irgendwo her kennen,kannst du mir da mal Schützenhilfe geben.
Das war alles ein Missverständnis,dachte da mischt ein Außenseiter mit,hätte gleich auf deine Seite gehen müsen,entschuldige mich hiermit in aller Form,wenn ich was falsches geschrieben habe.
Grüße Klaus