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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachkriegszeit in Köln



BerndFranzen
10.11.2011, 21:53
Ich geb' ja zu, meine Anmeldung hier habe ich Landratte nur zur Klärung dieser Frage vorgenommen.

Der verstorbene Großvater meiner Frau hat in den Jahren nach dem Krieg in Köln den Fährverkehr betrieben.

Es gibt aber jetzt unter den Familienmitglieder Unstimmigkeiten über die genaue Position der Fähre.

Einerseits heißt es, die Fähre sei auf Kölner Seite an der Straße "Am Leystapel" abgefahren, andererseits heißt es, dort könne kein Schiff hingekommen sein, da die Brücken noch im Wasser lagen.
Dazu muß gesagt werden, daß der Großvater mit seine ganzen Familie per Schiff von Ostpreußen nach Köln gekommen ist.

Ich habe jetzt ein Foto gefunden auf dem zu sehen ist, daß die erste Annahme die richtige sei.

Wer kann mir bei der Beurteilung der Fahrmöglichkeiten auf dem Rhein weiterhelfen?

Bernd

283665

Friedhelm L.
10.11.2011, 22:22
Hallo Bernd,

das Bild müsste von 1947/48 stammen. Im Hintergrund rechts sieht man den Messeturm, davor die eingstürzte Eisenbahnbrücke und die im Wiederaufbau befindliche Deutzer Brücke. Mit Deiner Vermutung Am Leystapel könntest Du richtig liegen.

Gruß

Friedhelm

BerndFranzen
11.11.2011, 08:12
das Bild müsste von 1947/48 stammen.Jetzt ist auch noch ein Zeugnis über die Durchführung der Fährtätigkeit aufgetaucht, da wird ja sicherlich ein Zeitraum drin stehen.


Im Hintergrund rechts sieht man den Messeturm,Es sieht aber mehr nach einem der Türme an den Portalen der Hohenzollernbrücke aus. Haben die um diese Zeit noch gestanden?


davor die eingstürzte Eisenbahnbrücke und die im Wiederaufbau befindliche Deutzer Brücke. Mit Deiner Vermutung Am Leystapel könntest Du richtig liegen.Das sehe ich auch so.

NFK
11.11.2011, 17:51
Hallo Bernd,

ich bin zwar kein Kölner, aber ich habe Luftaufnahmen von 1945 und einen WESKA von 1952; vielleicht hilft das weiter:

Bild 1 vom 11. April 1945: am Leystapel (= zwischen Hafenmund und zerstörter Brücke) ist ein Steiger zu sehen. Die Leute waren damals erfinderisch und flexibel, da dürfte es kein übermäßig großes Problem gewesen sein, auf der anderen Seite ebenfalls eine provisorische Anlegestelle einzurichten.

Bild 2 vom 31. Mai 1945: beide rechtrheinischen Türme der Hohenzollernbrücke stehen noch.

Bild 3: WESKA 1952, also Stand 1951. An der fraglichen Stelle (Leystapel ca. Rheinkilometer 687,50 bis 687,95 = Straßenbrücke Köln-Deutz) gibt es keine Fähre (mehr).



Bild 1&2 aus: Heinz Leiwig, "Deutschland zur Stunde Null", 1987, ©Motorbuch-Verlag, Stuttgart
Bild 3: © Rhein-Verlag, Duisburg

Gruß

Norbert

fjordfaehre
11.11.2011, 18:48
Der Schiffsname "NEUTIEF" weckt mein Interesse.

Über das Seetief bei Pillau / Ostpreußen - heute Baltijsk - ging bis ca. 1945 eine Fähre:
Pillau - Neutief

http://g.co/maps/pj4rv

Sie transportierte auch Fahrzeuge.

Kann diese Fähre dort gewesen sein und in den Kriegswirren usw. zum Rhein gekommen sein ?

Wilhelm Langes
www.fjordfaehren.de

BerndFranzen
13.11.2011, 21:31
Der Schiffsname "NEUTIEF" weckt mein Interesse.
Deshalb habe ich hier geschrieben.


Über das Seetief bei Pillau / Ostpreußen - heute Baltijsk - ging bis ca. 1945 eine Fähre:
Pillau - Neutief

http://g.co/maps/pj4rv

Sie transportierte auch Fahrzeuge.

Kann diese Fähre dort gewesen sein und in den Kriegswirren usw. zum Rhein gekommen sein ?
Dies ist genau diese Fähre. Der Kapitän ist mit seiner gesamten Familie über die Ostsee nach Kiel und von dort nach Köln gelangt.
Es ist die Familie meiner Frau.

Worin besteht Dein Interesse?

Bernd

fjordfaehre
15.11.2011, 21:17
Hallo Bernd!

Ich mache die Webseite
http://www.fjordfaehren.de


Dabei geht es um die "kleinen" Wagenfähren in Mittel- und Nordeuropa.
Im Teil Deutschland versuche ich auch die Wagenfähren ab ca. 1900 zu rekonstruieren.

Den Bereich Ostpreußen - u.a. die Fährstelle Pillau - Neutief - findest du hier:

http://www.fjordfaehren.de/d/d_ostpreussen.htm

Zur Fähre Pillau war mir bisher nur bekannt, das 2 Fähren im Einsatz waren.
Eine wurde bei einem russischen Luftangriff zerstört und die andere - wie sich nun herausstellt die NEUTIEF - soll sich in die Kieler Bucht gerettet haben.
Dies wird nun bestätigt - prima.

Mich würden nun weitere Informationen interessieren und ich würde gerne eine Seite zur NEUTIEF machen, also auch das Bild gerne verwenden.
Wir können uns ja auch per Email oder PM austauschen.
Gruß aus Dortmund

Wilhelm

BerndFranzen
17.11.2011, 08:33
Mich würden nun weitere Informationen interessieren und ich würde gerne eine Seite zur NEUTIEF machen, also auch das Bild gerne verwenden.
Wir können uns ja auch per Email oder PM austauschen.
Das wird meine Schwiegermutter freuen, ist sie doch im Alter von 10 Jahre auf dieser Fahrt nach Kiel dabeigewesen.
Leider ist der damalige Kapitän, ihr Vater, vor einigen Jahren verstorben.
E-Mail-Adresse geht als PM raus.

Bernd

Erster Schmelzer
29.03.2013, 11:18
Hallo und schöne Ostern,
die Motorpersonen-und Fahrzeugfähre NEUTIEF fuhr auf jeden Fall 1946 in Köln als Personen(Fahrzeug?)-Fähre in Höhe Hohenzollernbrücke - Köln-Deutzer-Straßenbrücke. Am Laystapel hatte die Firma Weber-Schiff einen großen Personenfährbetrieb mit den Dampffährschiffen EMS I und EMS II (nach meiner Erinnerung Firma Emdener Verkehrsgesellschaft) mit zeitweiliger Unterstützung FGS JAN VON WERTH (Weber-Schiff, Köln) quer zum Deutzer Ufer. Auf allen drei Schiffen war ich als Schiffsjunge damals eingesetzt. Eine Zeitungsmeldung berichtete damals von ca 40.000 Personen, die so pro Tag übergesetzt wurden. Die Motorfähre NEUTIEF wurde dann, so glaube ich mich zu erinnern, in Uerdingen eingesetzt. Später hat man das Schiff zu einem Gütermotorschiff umgebaut, wobei die typische Heckpartie samt Aufbauten noch zu erkennen war. An genaue Zeitpunkte und den Schiffsnamen des MS kann ich mich nicht mehr erinnern.