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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schiffsführer gesucht !



Pat
15.05.2012, 10:17
Hallo liebe Forumsgemeinde,

wir, ein mittelständiger Reedereibetrieb, suchen zum schnellstmöglichen Zeitpunkt ein Schiffsführer / Schiffsführerin für eines unserer Binnenschiffe.
Kurze Angaben über das zu besetzende Schiff: 77 x 8,20 x 2,41 m Tonnage: 952 ts
Das Fahrgebiet unserer Schiffe beläuft sich auf alle europäischen Wasserstraßen bevorzugt den Rhein, die Mosel und den Neckar.

Bei Interesse bitte unter nachfolgender Telefonnummer melden: 0174 / 194 66 14

Captain_Blaubär
04.07.2012, 19:48
Hallo Pat,
habt ihr schon jemanden gefunden?

Pat
30.07.2012, 11:52
Hallo Captain Blaubär,

ich kann deine frage mit Ja beantworten.

Wir sind trotzdem immer auf der Suche nach Schiffsführer da unsere Flotte bisher 7 Schiffe umfasst.

Mfg Pat

JuergenKoblenz
27.11.2012, 17:23
Vorsicht !!!
Z.Zt. nicht Ratsam !

feldi
27.11.2012, 22:04
Warum nicht?

Elbianer
28.11.2012, 00:16
Also ich kann auch nicht verstehen was daran "nicht Ratsam" ist?

- Das da Jemand als Schiffsführer beginnt?

- Das eine Firma Schiffsführer sucht und einstellt? oder

- Das eine "Flotte bisher 7 Schiffe umfasst"?

Gruß Thomas

Rheinlotse Klaus
28.11.2012, 22:58
Hallo Thomas, feldi, und andere Interessierte!

Ich denke, ich stehe außen vor und spucke somit niemand in die Suppe.

Gehen wir mal von folgender Überlegung aus. Eine "Reederei" hat fünf Schiffe in A1 in der Fahrt.
Dafür braucht sie bei einem Schichtsystem von 1/1 logischerweise 10 Schiffsführer.
Gehen wir mal weiter davon aus,
- dass das Material in Ordnung ist, bzw. bei Problemen zügig für Abhilfe gesorgt wird,
- dass die Löhnung pünktlich erfolgt und angemessen ist,
dann gibt es eigentlich keinen Grund, warum diese "Reederei" immer auf der Suche nach Schiffsführern ist.
Bei vernünftigen Verhältnissen ist die Fluktuation normalerweise nicht so groß.
Sucht die Firma also ständig neue Leute, ist eine der og. Grundvoraussetzungen für ein zufriedenstellendes Arbeitsverhältnis nicht gegeben.
Und dann geht qualifiziertes Personal. Das ist die logische Konsequenz.

So, da könnt ihr jetzt mal in Ruhe drüber nachdenken.

Mit freundlichem Gruß, Klaus :wink:

KaraKorsan
28.11.2012, 23:27
Ein durchaus bedenkenswerter Kommentar, lieber Klaus ....

rolfgertsch
28.11.2012, 23:42
Ein bedenklicher Kommentar von Klaus

Eine Frage an Euch: Ist die Witschaft Deutschland eigentlich so am Arsch das es schon ein Plus ist pünktlich bezahlt zu werden? Und muss man in Old Germany immer auf der Hut sein nicht über den Tisch gezogen zu werden?

Oft ist das hier schon so aus den Kommentaren hier so zu entnehmen.

Freundliche Grüsse an alle

Rolf

KaraKorsan
29.11.2012, 10:43
rolf, leider ist das so .... ein pre für dich, wenn du diese erfahrung noch nicht machen musstest .... es gibt leute die warten 2-3 monate auf ihre gelder ... und die werten herren fahren immer dickere autos !!! isses nicht toll das zu sehen, als jemand der mittelbar am erfolg einer firma beteiligt ist, denn es denkt von denen, die im büro sitzen, keiner darüber nach wer denn letztendlich da draussen jeden tag aufs neue in den kampf geht .... aber ohne mampf keinen kampf .... sicherlich ist der kampf um fracht und die damit verbundenen euros auch nicht einfach ... doch viele reedereien erwirtschaften ihren "erfolg" auf den knochen ihrer leute .... ich selber habe bei einer sehr renomierten tankreederei in deutschland gelernt und gearbeitet, da hatten beide etwas von guter leistung .... die wo draussen waren und auch die wo drinnen waren .... und wie ist das heute??? heute gibts nur noch drohungen, schlechtes material und was weis ich ....

Lava
29.11.2012, 11:12
hallo KaraKorsan,

wenn Du solche Erfahrungen machst ist deine Verbitterung verständlich; dennoch, dein letzter Satz "heute gibts nur noch ..........." ist falsch und nur bei fehlgeleiteten Unternehmen zu finden, die auf Dauer nicht überleben werden (soll mir recht sein).

nur zufriedenes Personal erbringt entsprechende Leistung und Rendite; diese Zufriedenheit ist mittels angemessener Bezahlung, guten Fahrzeugen (die die Besatzung dann auch gerne pfleglich behandelt) und vor allem angenehmem Betriebsklima (muß von beiden Seiten erbracht werden!) zu erreichen.

schleppende Bezahlung und gar Drohungen sind tabu; wer soetwas erlebt sollte seinen Arbeitgeber baldmöglichst verlassen.

dabei nicht vergessen: neben "schlechten" Arbeitgebern gibt es auch in jeder Beziehung miserable Arbeitnehmer; wer sich eine solche Laus in den Pelz gesetzt hat sollte diese im eigenen wie auch im Interesse des Betriebsfriedens schnellstens entlassen.

KaraKorsan
29.11.2012, 12:02
@ LAVA: damit gebe ich dir unwidersprochen recht .... schiffahrt ist meines erachtens ein lebensstil und nicht nur eine sache .... schiffahrt sollte jeder der damit im aktiven sinne zu tun hat leben und sich mit diesem lebenstil auch identifizieren können, ansonsten ist man hier fehl am platz .... und gut sein kann man nur wenn diese identifikation auch da ist ....(interesse -> identifikation -> leistung)

Rheinlotse Klaus
29.11.2012, 20:52
Hallo Rolf,

ich wollte nicht zum Ausdruck bringen, dass der überwiegende Teil der Arbeitgeber unpünktlich zahlt oder unter schlechten Arbeitsbedingungen arbeiten läßt. Dann wäre die BRD wirklich Auswanderungsland.
Wahrscheinlich hast Du nicht die ganze Diskussion verfolgt. Ich habe versucht, ein Szenario zu erstellen, um die Fragen von feldi und Elbianer zu "beantworten".

Mit freundlichem Gruß, Klaus :wink:

rolfgertsch
29.11.2012, 21:11
Hallo Klaus

Nun ich lese immer wieder von diesen Problemen.

Was mich aber wundert ist das ihr in Deutschland gewerkschaftlich besser organisiert seid und trotzdem das oft passieren muss.

In der CH ist wohl die rechtliche Situation gegenüber dem Arbeitnehmer straffer geregelt. Hier gibt es das kaum. Oder wenn dann sind es so Kleinbetriebe welche eh aus dem letzten Loch pfeifen.

Aber du schreibst noch was: Die BRD kein Auswanderungsland. Das sehe ich aber nun ein wenig anders: Pro Monat wandern ca 10`000 Deutsche in die Schweiz ein. Da hört man dann schon einiges vom deutschen Arbeitsmarkt. Und stimmt bedenklich für die Zukunft von Deutschland.

Wir nehmen die Leute natürlich gerne. Es sind meistens auch die Qualifizierten welche zu uns kommen:super:. Und die brauchen wir, auch wenn sie unsere sowieso schon engen Platzverhältnisse strapazieren.

Aber langfristig (und die ersten Symptome bemerkt man schon in D) kann es nicht gut sein wenn ihr die Leute ausbildet und die dann abwandern.

Ein Tip hätte ich noch: Lasst unsere Bundesräte die EU steuern und alles wird gut:pleased:

Herzliche Grüsse

Rolf

Reinier D
29.11.2012, 21:25
:wink: Hallo Rolf

Dan musste der Schweitz erst bei de E.U. betretten.

mfg :captain: Reinier

rolfgertsch
29.11.2012, 21:51
Hallo Reinier

NEE.......

Wir kaufen die. Das Geld haben wir ja dank der Steuerflucht eurer wohlhabenden Schiffsführer:tongue2:

Herzliche Grüsse

Rolf

Unregistriert
30.11.2012, 04:50
Hallo Binnenschiffergemeinde,

hier rücken oft die Standpunkte der Arbeitnehmer in den Mittelpunkt.

Als Arbeitgeber muss ich sagen, es ist sehr schwer gutes Personal zu finden.

60% der Reedereischiffsführer sind leider nicht auf dem Qualitätsstand , den man sich erwünscht.

Bitte seht das mal von dieser Seite.

Mit freundlichen Gruß

ein Reeder

Stadt_Aschaffenburg
30.11.2012, 08:19
Hallo und guten Morgen,

das ist sicher richtig, aber die Reeder sind halt auch meistens diejenigen, die nur still mitlesen und nur ganz selten - und dann nur anonym als Gast - Beiträge schreiben. Das ist also eine selbst gewählte Situation ;-)

Auch das Problem mit dem Qualitätsstandard der Schiffsführer ist hausgemacht. Das was Ihr jetzt erlebt, sind die ersten Ausläufer eines Fachkräftemangels, der in den nächsten Jahren noch viel stärker zum tragen kommen wird. Wenn man dann zwingend seine Steuerleute auf dem schnellsten Wege zum Schiffsführer komplimentieren muß, bleibt vielleicht auch manchmal die Ausbildung zum Teil auf der Strecke. Und wenn die Leute knapp sind, kann man eben nicht mehr so genau aussuchen kann, wie man gerne würde.

Ihr habt die Hebel in der Hand, bildet wieder mehr aus und vor allem: stellt auch mal Quereinsteiger ein, die ein paar Jährchen über 40 sind. Diese Leute sind treuer und dankbarer als 16-jährige, die oft überhaupt noch nicht wissen, was hinter dem Beruf Binnenschiffer wirklich steckt.

...bevor unsere Schiffsführer demnächst auch aus Indien kommen ;-)

LG
Micha



Nachtrag:

die Diskussion für oder wider Seiteneinsteiger, die aus dem Thema hier entstanden ist, habe ich HIERHER (http://www.binnenschifferforum.de/showthread.php?47482-Diskussion-um-Quer-oder-Seiteneinsteiger&p=188675#post188675) verschoben, bitte diskutiert dort weiter. Hier ging es ja um ein Stellenangebot und die verdeckte Info, daß man sich dort momentan wohl eher nicht zu bewerben braucht. Da das Thema damit abgeschlossen ist, mache ich hier mal dicht.

LG
Micha