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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Belgien will strukturelle Krise anmelden!



Oderaner
10.05.2013, 15:54
Hallo hier ein Artikel aus der Bonapart!
Inhalt usw. unterliegt dem Verfasser.
http://www.bonapart.de/no_cache/nachrichten/beitrag/belgien-will-strukturelle-krise-anmelden.html
Hat lange gedauert!

Schappes
10.05.2013, 22:22
Hallo zusammen,
in diesem Zusammenhang würde mich mal interessieren, wieviele deutsche Partikuliere, Binnenschiffer an dieser angekündigten Aktion der belgischen Binnenschiffer teilgenommen, oder diese unterstützt haben. Nur mal so ungefähr...
ich glaube mich zu erinnern, dass es verschiedentliche Aufrufe dazu gab.

es grüsst freundlich wie immer
der schappes

Oderaner
10.05.2013, 23:46
Hallo Schappes,
lese gerade den Artikel "Partikuliere!- Steht auf...".
Mir ist nicht entgangen das es in der Vergangenheit öfter Bestrebungen gab auf die Politik Einfluss auszuüben um auf die Bedingungen in unserer Binnenschifffahrt aufmerksam zu machen. Was helfen Verbände und Vereinigungen wenn mit ihnen nicht das ureigene Ziel einer Vertretung erreicht wird. Mir geht es auch so "der Kollege, und der Kollege, und....." wie schon alle gemerkt haben: nur zu Wahlen hat oder kann man entsprechenden Druck bei Politikern ausüben in Hinblick auf die Gunst der Wählerstimmen.
Nicht das Beklagen über Verwaltungen führt zu Lösungen. Diese müssen eingebunden werden - dies ist ihr gesetzlicher Auftrag! Unsere Nachbarn beschweren sich derzeitig über Ihr selbstgemachtes Pech:pfeif:.Sie hatten doch damals, als es die Öffnung im Europäischen Wirtschaftsraum ermöglichte, günstigere Frachtraten angeboten um Frachten aus dem deutschen Raum (außerhalb der Kabotage) zu bedienen. Sicher greift jeder nach einem Strohalm wenn das "Wasser in der Geldbörse steigt" doch genau aus solchen Gründen sind Verbände gut! Diese sind da um Einfluss zu nehmen und einen selbst zu vertreten!
Ich kann es von unserem Nachbarn Polen erzählen: auf Grund der Möglichkeiten welche die Öffnung des "Frachtraumes EU" brachte sind so viele Schiffer und Schiffe in Mittel Europa "unterwegs"- das Frachten in Polen nicht bedient werden können weil es vor allem an Schiffern mit Erfahrungen in dem poln. Wasserstraßenraum fehlt.
Sicher wollen auch Sie nur Ihre Familien ernähren doch die gesicherten Einnahmen hatten sie eingetauscht um den momentan höheren Frachtraten zu folgen.
Aber wie die Geschichte lehrt: alles findet sich wieder. Hoffentlich sind noch alle dabei die sich nicht für Ihre berufliche Existenz eingesetzt haben. Ich möchte damit keinen persönlich angreifen - doch dies hatten alle schon einmal selbst geschrieben!
Grüsse von der Oder.

Schappes
11.05.2013, 00:17
Hallo Oderaner,
ich selbst bin aktives Mitglied in zwei grossen Deutschen Verbänden, inklusive einem Dachverband der unsere Interessen in der EU vertritt. Ausserdem bin ich auch Funktionär und habe darum auch immer wieder mit und in der Politik zu tun.
Ich möchte Dich fragen, wie Du Verwaltungen einbinden möchtest die gerade im Binnenschiffahrtsbereich alles verkleinern, zentralisieren, ihre fähigsten Leute, die Pragmatiker entlassen, Umschulungsprogramme auflegen, in den Vorruhestand schicken und andere Spielchen treiben... wie möchtest Du diese einbinden ?
Du verlierst hier Ansprechpartner auf verschiedenen Ebenen, mit denen Du eventuell über Jahre, Jahrzehnte zusammen gearbeitest hast und das im positiven Sinne. Da konntest Du etwas bewirken, etwas erreichen...auch wenn es eventuell "nur" mal so ein Grusswort eines Wirtschaftsministers war. Einem Freund der Binnenschiffahrt dazu war.

Es wäre nicht das erstemal, dass Behörden, Verwaltungen auf Bundes -od. Landes-od. Kommunaler Ebene durch unsere Verbände dazu gebracht wurden, ihre gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben so zu erfüllen, wie es in den Gesetzen, Verordnungen geschrieben steht.
Aber dazu müssen Verbände gebracht werden, durch ihre Mitglieder, durch die Öffentlichkeit, hier tätig zu werden. Und glaube mir...auch der Einzelne kann etwas erreichen und damit auch für Andere etwas tun.
Und all die Beispiele von "früher war Alles besser" ist Schnee von gestern, hier geht es um Zukunft.
Jeder Partikulier, egal aus welchem Land in Europa soll sein Auskommen haben, auch Belgier, Franzosen, Niederländer, Polen usw. Aber nicht indem sie zu Frachtraten fahren die weit unter dem benötigten Minimum liegen.
Und wenn sich Schiffe dort bewegen, wo sie das nicht dürfen...dann muss man dagegen vorgehen können. Das ist Legitim...und keine Straftat.

es grüsst freundlich wie immer
der schappes

Oderaner
11.05.2013, 21:40
Hallo Schappes,
einbinden von Behörden heißt nichts anderes als vermutliche Zuwiderhandlungen bekannt zu geben. Diese müssen dann entsprechend Ihrem gesetzlichem Auftrag Ihrer Arbeit nach gehen. Sicher wird die WSV neu Strukturiert. Der neue Chef der Generaldirektion Dr. Witte wird nun Wasserstraßen schließen wenn die Politik keine weiteren Gelder zur Verfügung stellt. Original Aussage Dr. Witte: "das vorhandene Geld reicht nicht mal für die Wasserstraßen der höchsten Kategorie."!!! Doch das ist nun mal die Konsequenz jahrzehntelanger Unterfinanzierung. Ich arbeite dort selbst.
Ich bin auch mit dem Stellvertretenden Vorsitzenden des poln. Partikuliersverbandes befreundet. Die Arbeit dort ist noch schwieriger: in Polen werden die meisten Wasserstraßen durch die Landwirtschaftsressorts verwaltet. Du hast sicher in den Vertretungen der EU erfahren das dort vieles sehr pragmatisch verläuft wenn man dort keine Lobby hinter sich hat.!
Die Einführung von Mindestfrachtraten oder kleinen Schiffen (natürlich mit Förderung wie in Frankreich) ist sicher ein kleiner und guter Weg. Doch das wichtigste ist das sich die Schiffer in und mit den Verbänden durchsetzen. Beispiel ist die Mannheimer Akte diese hatte damals gesetzliche Mindeststandards und soziale Rechtssicherheiten für die Schifffahrtstreibenden verankert. Sicher ist es immer ein schwieriger Weg. Doch wir sehen das unsere Nachbarn sich nun organisierten. Ob dies nun reichen wird um die geforderten Ziele zu erreichen?
Deutsch Politik hatte schon öfter das Anerkennen einer Kriese abgewiesen.
Ich hoffe das sich die deutsche Schifffahrt zusammenfinden wird.
Grüße von der Oder.

Schappes
11.05.2013, 21:58
Hallo Oderaner,
zum Stichwort "Mannheimer Akte"
unter dem oben eingefügten Link kommt man zur Uni-Mannheim
http://www.gbm-mannheim.com/
http://www.binnenschifffahrtsrecht.uni-mannheim.de/
dort gibt es viel zu lesen, was den einen od. anderen Schiffahrtstreibenden/freund interessieren könnte. Auch könnte man dort sicher Fragen zum bestehenden Binnenschiffahrtsrecht stellen, erörtern.

es grüsst freundlich aus dem Allgäu
der schappes
für den Inhalt der eingefügten Links sind allein deren Betreiber/Verfasser verantwortlich.

Oderaner
11.05.2013, 22:10
Danke Schappes.

Schappes
11.05.2013, 23:24
Mai 2013 Ramsauer: WSV-Reform – erster Schritt geschafft!
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat zum 1. Mai 2013 die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) in Bonn eingerichtet. Damit wurde der erste Schritt des Umbaus der Verwaltung der Bundeswasserstraßen (WSV) vollzogen. Ziel ist eine deutliche Stärkung der Wasserstraßen mit hoher Verkehrsbedeutung.
Ramsauer: „Mit der Errichtung der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt zum 1. Mai 2013 in Bonn haben wir einen wichtigen Meilenstein gesetzt. Der Umbau der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung ist überfällig und wird schon seit zwanzig Jahren diskutiert. Der Weg hin zu einer wirtschaftlichen, leistungsfähigen und zukunftsfähigen Verwaltung für unsere Bundeswasserstraßen ist jetzt endlich eingeschlagen. Wir werden die Reform nun Schritt für Schritt und zwar gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umsetzen: Es wird weder betriebsbedingte Kündigungen noch Versetzungen gegen den Willen der Beschäftigten geben.“
Die Reform der WSV ist erforderlich, um die Leistungsfähigkeit der Verwaltung für die Bundeswasserstraßen zu erhalten sowie Kompetenz und Arbeitsplätze dauerhaft in der WSV zu sichern. Präsident der neuen Bundesmittelbehörde wird Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, bis dahin Präsident der WSD Nord in Kiel.
In der Aufbauphase gliedert sich die GDWS in fünf Abteilungen. Die Bereiche Schifffahrt, Umweltbelange, Gewässerbewirtschaftung und Wassertourismus werden deutlich gegenüber der bestehenden Aufbauorganisation gestärkt. Witte: „Ich freue mich sehr, dass mir das Vertrauen ausgesprochen wurde, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes als Leiter der Generaldirektion in eine zukunftsfähige Struktur zu führen.“
Die bisherigen Wasser- und Schifffahrtsdirektionen sind ab jetzt Außenstellen der GDWS und bleiben zunächst die regionalen Ansprechpartner für die Kunden der WSV.
Presseinformation des BMVBS




(http://www.wsv.de/aktuelles/images/74-WSV_Reform.pdf)

seebear
12.05.2013, 20:17
Hallo zusammen,
in diesem Zusammenhang würde mich mal interessieren, wieviele deutsche Partikuliere, Binnenschiffer an dieser angekündigten Aktion der belgischen Binnenschiffer teilgenommen, oder diese unterstützt haben. Nur mal so ungefähr...
ich glaube mich zu erinnern, dass es verschiedentliche Aufrufe dazu gab.

es grüsst freundlich wie immer
der schappes


Hallo Schappes
Zu Deiner Frage
Wir waren nur 8!! Deutsche (4 Schiffe)...tja hat wohl viele nicht Intressiert.
Aber insgesammt waren es meiner Meinung nach höchstens 200 Leute, aber Krach gemacht für 1000 :lool:
Trotzdem lief alles doch recht friedlich ab, sogar das Polizeiaufgebot wurde schon nach 2 Stunden veringert.
Und gebracht hat es auch etwas.

Es grüßt aus St Goarshausen :wink:

Werner

Oderaner
12.05.2013, 21:05
Wie währe es mit einer Anhebung der Straßenmaut,
mit teilweiser Rückführung der höheren Abgaben an deutsche Speditionsunternehmen (durch KfW oder ähnlichen). Um so die Benachteiligung wieder zu heilen.Die Erhöhung sollte in Höhen steigen welche die Überlegung alternative Verkehrswege einzubeziehen erleichtert. Lebensmitteltransporte sollten mit
gleichbleibenden Mautsätzen belastet bleiben.
Ziel ist die Verlagerung der Durchgangsverkehre und beibehalten des geplanten Verkehrsetats wie der BDB dies fordert oder über die damit erreichbare
Verteilung von Finanzen innerhalb der Verkehrsträger. Währe dies eine Möglichkeit Verkehre vermehrt auf unsere Schiffe zu bringen und somit eine
nachhaltige Finanzierung unserer Wasserstraßen und somit aller Verkehrswege zu erreichen?
Gruß von der Oder.

Schappes
12.05.2013, 21:18
@seebear
muss ich da noch einen Kommentar dazu abgeben? ich meine zum grossen "WIR"
freundlich aus dem Allgäu grüsst der schappes