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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Binnenschiff in Brake von Bulkcarrier erheblich beschädigt



Tim S.
11.11.2017, 11:41
Bulkcarrier MOUNT HOPE rammte Pier und Binnenschiff in Brake:
http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/119277/3784852
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/kurz-notiert/frachter-kollision-brake100.html
https://www.nwzonline.de/wesermarsch/blaulicht/brake-unfall-in-hafen-brake-170-meter-frachter-rammt-pier-und-motorschiff_a_32,1,1389880341.html

binnenvaart
11.11.2017, 13:52
Wieder ein Frachter-Unfall in Niedersachsen: Nach der havarierten "Glory Amsterdam" und ihrer beschwerlichen Bergung ist es in der Nacht zu Sonnabend erneut zu einer Havarie eines Massengutfrachters gekommen.

Brake: Frachter kracht in Pier und schlägt Leck (http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Brake-Frachter-kracht-in-Pier-und-schlaegt-Leck,frachter532.html)

Gernot Menke
11.11.2017, 14:49
Viel erfährt man von dem gerammten festgemachten Binnenschiff, aus dem der NDR ein "Motorboot" macht, ja in den Artikeln nicht, obwohl es - so wird kurz angedeutet - im Kopfbereich eingedrückt wurde. Stattdessen eine etwas alberne Verknüpfung mit der GLORY AMSTERDAM, obwohl doch sachlich da überhaupt kein Zusammenhang besteht.

Bei der GLORY AMSTERDAM wurde Stimmung gegen das Bergungskonzept gemacht, obwohl doch alles super geklappt hat. Der Blödsinn, daß bei Sturm in Orkanstärke leere Schiffe mittels Hafengebühren zum riskanten Ankern weit draußen verleitet werden, war hingegen kein Thema. Hier könnte doch bei bestimmten Wetterbedingungen festgelegt werden, daß die Hafengebühren zum Zweck des Abwartens besseren Wetters zu ermäßigen sind.

:wink: Gernot

küstenklatsch
11.11.2017, 19:46
Wie habe das vor Ort mit der Glory Amsterdam aber anders mitbekommen.

Das Bergungskonzept ging voll in die Hose, da es überhaupt nicht vor Ort war (angeblich an der Ostsee) und der Kapitän hat die Bergung behindert (Berichte NWZ und Presseportal).

Bei Warteplätzen in den Häfen bitte ich doch mal zu bedenken das 3 Schlepper zum manövrieren ca. 25-30.00€ Kosten, Lotsenkosten ca. 2.000€, Hafenlotsen, Agentgebühren, Zoll etc. kommen noch dazu. Die selben Kosten fallen nochmals beim Ablegen an.
Also, "bummelige" 50.000€ um nicht einen Liegeplatz auf See zu benutzen, Hafen- und Kajegebühren (bei einem 3000 Tonner ca. 4.500€) nicht mitberechnet...:fragkratz: ...und... wo sollen die Schiffe, die auf Reede liegen, denn in den Seehäfen noch hin?
Das liegt noch alles voll mit Überkapazitäten von Zahnarzt- und Anwaltsschiffen... und die Plätze die wir haben werden im Flächennutzungsplan zur Wohnbebauung geändert.

Bestes Beispiel, die CDU in Bremen möchte wohl einen Antrag im Senat stellen das der Neustädter Hafen in Bremen eine Wohnstadt wird...dort könnten ja locker für 15.000 Menschen neuen Wohnunraum geschaffen werden...(Quelle Radio Bremen)

Und ausserdem, ich möchte nicht in Bremerhaven vor der Schleuse hören: "Tut mir leid, aber erst kommen jetzt die 15 Seechiffe dran die das Wetter abwarten wollen....legt dich man so lange in Blexen auf die Reede oder schipper wieder nach Bremen.

Gruß
Küstenklatsch

Cuxi
11.11.2017, 20:23
Moin, moin;
ich verweise mal auf die offiziellen Pressemitteilungen (https://www.havariekommando.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2017/20171029_GloryAmsterdam_x.pdf?__blob=publicationFi le&v=1) des Havariekommandos bez. der Glory Amsterdam, besonders der ersten zwei.
Was nicht zu lesen ist, gegen den Kapitän ist eine pol. Untersuchung eingeleitet worden, warum auch immer.

MfG
Helmut

Gernot Menke
11.11.2017, 20:25
erst kommen jetzt die 15 Seechiffe dran die das Wetter abwarten wollen....

So ja dann vielleicht nicht. Aber man könnte doch die Schiffe, die bereits im Hafen sind oder dorthin wollen, ihre Liegezeit entsprechend verlängern lassen. Daß das nicht machbar wäre, lasse ich mir nicht erzählen. - Oder haben die Bergeunternehmen etwas dagegen?

:wink: Gernot

küstenklatsch
11.11.2017, 22:21
@ Cuxi.
Bei jeder Havarie wird eine pol. Untersuchung gegen den Kapitän eingeleitet, das ist völlig normal, aber die Jungs in dem Bericht erzählen auch nicht richtig ab wann sie mit der Bergung angefangen haben...
Für mich stellt sich eigentlich viel mehr die Frage: Warum haben die Seeschiffe in solchen schlechten Situationen nicht die Maschiene "klar zum laufen"...
Ich habe selber zwei Kapitäne in der Verwandschaft, die haben das in solchen Situationen immer gehabt und haben in Notfällen den Kopf in den Wind gehalten...
Der Link zeigt ja gegen was ermittelt wird und welche Versäumnisse gegen die Behörden erhoben werden..

@ Gernot.
Ist ja eine schöne Idee aber was machen wir mit den Schiffen die auf der Reise zu den Häfen sind und in der Zeit dort erwartet werden? Ich kann nur für die Weser sprechen und dort sind oftmals die Plätze immer zu 80-90% belegt.... da ist dann kein Platz mehr...
Noch ein Beispiel: In Bremen wurde in den letzten Jahren gerne schon mal die Mitteldalben im Kohlenhafen durch Auflieger belegt, dadurch waren nicht einmal ausreichend Liegeplätze für Binnenschiffe vorhanden. Ich habe dort selber schon zu hören bekommen: Dann schleusen sie doch aus, fahren an die Liegeplätze in die Stadt (Neu gebaut für 110m Schiffe, fällt man mit 85m durch) und können ja morgen wieder einschleusen so das sie pünktlich um 5 Uhr ladebereit sind...
Einfach gesagt, an der Weser sind oftmals die Plätze voll...die lösen sich an den Plätzen ab...

Zu guter Letzt kommen noch die neuen verschärften Vorschriften durch den 11 September zum tragen.... Die Herren Seechiffe legen sich nun mal lieber auf Reede bevor sie viele Papiere ausfüllen müssen....

Und noch mal einen Link...:https://www.nwzonline.de/blaulicht/wilhelmshaven-bremerhaven-berlin-havarie-der-glory-amsterdam-hat-die-besatzung-die-bergung-sabotiert_a_32,1,1359337813.html

und nur mal so zur Info, verholen an der Pier, Lotse an Bord,...verholen durch eigene Leinen an der Pier...Lotse an Bord,... verholen im Hafen, Lotse an Bord,....wenn der Lotse den Kapitän überzeugt...Schlepper zur Hilfe... ist alles nur eine Geldfrage...

...und...ab welcher Windstärke wollen wir anfangen?

In Elsfleth hat ein Kümo auch schon mal geweint....Ohhh die teuren Hafengebühren, nur weil ich bei dem Sturm nicht fahren kann............ Dabei hatte der keine Ladung...

Gruß
Küstenklatsch

Gernot Menke
12.11.2017, 09:09
...und...ab welcher Windstärke wollen wir anfangen?

Ein starres Gesetz würde da nicht weiterhelfen, da müßte ein kleines, sachkundiges und vor allen Dingen neutrales Gremium, das die Bedingungen in seinem Revier kennt, bei extremen Wetterbedingungen über Anfragen von Seiten der Schiffe entscheiden. Da ist sicherlich mehr zu berücksichtigen als nur allein die Windstärke. - Mich würde mal interessieren, wieviele der gestrandeten Schiffe langsam gemacht oder geankert hatten, um zu einer passenden Zeit im Hafen zu sein.

Daß der Platz im Hafen knapp ist, nehme ich verwundert zur Kenntnis, obwohl ich es kaum glauben kann. Heutzutage ist der Containerhafen doch der einzige frequentierte Hafen und fast alles andere liegt brach. Da könnte und müßte eben auch Abhilfe geschaffen werden. Die Immobilienhaie müssen sich ja nicht jedes Hafenbecken unter den Nagel reißen, in das dann keine Schiffe mehr reindürfen, weil die Herrschaften dort - Garage neben dem Haus sozusagen - ihre dicken Motorboote an der Marina liegen haben. An die Seeleute, die vielleicht auch mal runter vom Schiff wollen, denkt sowieso niemand. - Kohle, Kohle, Kohle, immer nur Kohle.

:wink: Gernot

Hein Mück
12.11.2017, 09:36
Heutzutage ist der Containerhafen doch der einzige frequentierte Hafen und fast alles andere liegt brach.

Der Containerhafen besteht aus der 5 km langen Stromkaje. Je nach Windrichtung verlassen die Schiffe sogar die Stromkaje, um den Sturm auf See abzuwettern. In den Bremerhavener Dockhäfen der Überseehäfen sind die meisten Liegeplätze durch die Autotransporter belegt (Umschlag: mehr als 2 Mio. PKW im Jahr). Und in den Fischereihafen hätte die 225 m lange GLORY AMSTERDAM nicht einlaufen können, da die Schleuse nur 181 m Länge aufweist.
Und dann Schau Dir mal die Vielzahl der Schiffe auf Reede nördlich Wangereooge an. Dann weiß man, dass die nicht alle gleichzeitig in den Bremerhavener Häfen Platz finden.

Tschüss
Hein Mück

Tim S.
12.11.2017, 12:27
Das betroffene Binnenschiff wurde wieder freigegeben und ist nun unterwegs nach Bremen:
http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/119277/3784961

Gernot Menke
12.11.2017, 13:17
Hallo Hein,

ich meinte das nicht speziell auf Bremerhaven bezogen. Die konkreten Gegebenheiten sind sicherlich von Hafen zu Hafen ganz verschieden.

:wink: Gernot

Tim S.
13.11.2017, 09:03
Binnenschiff kam glimpflich davon:
https://www.nwzonline.de/wesermarsch/blaulicht/brake-braker-hafen-170-meter-schiff-ausser-kontrolle_a_50,0,244897414.html

Tim S.
14.11.2017, 09:10
Folgen der Mount Hope-Havarie werden wochenlang zu spüren sein:
http://www.nwzonline.de/wesermarsch/blaulicht/brake-havarie-der-mount-hope-in-brake-schiffsunglueck-und-jetzt_a_50,0,254730526.html