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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Donau in Bayern: Diverse Vorfälle



danubenews
29.11.2019, 18:42
Vor 20 Jahren:

Vor 20 Jahren schien sich alles gegen den Binnenschiffsverkehr auf der Donau verschworen zu haben:
- im April 1999 beginnen NATO-Jets mit der Bombardierung strategisch wichtiger Ziele in Serbien, vor allem die Donaubrücken in Novi Sad und Industriecluster in Belgrad und Pancevo werden zerstört. Nicht getroffen wird das damals in amerikanischem Besitz befindliche Stahlwerk Smederevo....
Damit ist auf Jahre der Binnenschiffsverkehr Richtung Schwarzes Meer und untere Donau unterbunden.
- im Mai1999 bricht im Zuge eines Hochwassers der Damm des Schleusenkanals der Stufe Bad Abbach. Damit ist auch der Westverkehr Richtung Main und Rhein auf unabsehbare Zeit nicht mehr möglich. Viele Binnenschiffer "hängen fest".
- Zum damals heiß diskutierten Ausbau der Strecke Straubing - Vilshofen (Donauausbau) stellt Franz Müntefring (SPD) bereits zu Jahresbeginn fest: "Donau-Stau nicht nötig!"
- zudem gab es noch spektakuläre Havarien - besonders im Streckenabschnitt Strraubing - Vilshofen.

Die Ereignisse des Jahres 1999 wirkten nach. Die Dynamik des Donauhandels - vor allem unterstützt durch die neuen Rhein/Donau-Verkehre - erlitt einen nachhaltigen Einbruch. Experten meinen, dass noch nicht alles überwunden sei.
K. Heilmeier

Apokalypse an der Donau 1999 in Bildern:
1 Schleusenkanal Bad Abbach: Dort wo sonst Schiffe fahren der LKW: Errichtung eine Fangdamms oberhalb der Bruchstelle
2 Hafen Straubing: Bergung des Havaristen (MHRT-Schlepp); Havariestelle oberhalb der Eisenbahnbrücke Bogen, Mai 1999
3 MGS PARTENSTEIN; Havarie unterhalb Straubing, Okt. 1999

Übermittler: Klaus Heilmeier

Hafenspion
30.11.2019, 13:48
Hallo!

Hier ein paar Details zur Havarie des MHRT-SK 801 auf Höhe der Hafeneinfahrt von Sraubing.
Ich besuchte die Stelle zum ersten Mal am 13. August 1999. Gehoben wurde der Schleppkahn in strommitte zwischen den beiden MHRT-Tankkähnen T-106 und T-109. Als Hilfsschiffe waren das MSS MISKOLC und das MZS INOTA vor Ort.
Am 20. August lag das "3er-Paket" im Hafen Staubing.
Die Hebung aus dem Wasser erfolgte mittels fünf Autokränen am 30. August.
Nach dem der Havarist in der Luft schwebte, fuhr ein kleines MHRT-Schubschiff (DUNA-Typ) mit dem MHRT-GSL B 1839
darunter, in den der Havarist eingehoben wurde. Am nächsten Tag erfolgte der Abtransport nach Budapest zur Verschrottung.

-Hannes-

danubenews
30.11.2019, 14:53
Hallo Hannes und Klaus,

anbei mein Originalbericht aus meinem Havariebuch.
"Historisches vom Strom - Band XX Verlag Th. Mann KG Gelsenkirchen.

-Otto-