Tolle Idee, es gibt auch Jobs wie Sand am Meer, Scherzkeks :lool:
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Naja, von den gelernten Binnenschiffern gibts beim WSA ja auch ne ganze Menge.
Gruß Jürgen
Aber die mußten bei der Anstellung in der "staatlichen Faultierfarm" gleich lernen sich mindestens zu fünft an einem Besen festzuhalten, um die vorherrschenden
Normen nicht zu versauen. Und damit wird's dann heute wieder viel schwerer so(!) einen Job zu finden.
Aber: Willkommen im wirklichen Leben! -kann man da nur sagen. Ich wünsche gewiss niemandem seinen Arbeitsplatz zu verlieren, aber dilletantischer kann man
nun wirklich nicht streiken!!!
Ich hoffe nur, dass nicht zu viele von den Binnenschiffern wegen diesem Unfug auf der Strecke bleiben! Jeder einzelne ist zuviel!!!
Das müßten sich die VER.DI - Heini's mal vor Augen halten.
Gruß Achim
...Aber die mußten bei der Anstellung in der "staatlichen Faultierfarm" gleich lernen sich mindestens zu fünft an einem Besen festzuhalten, um die vorherrschenden
Normen nicht zu versauen. Und damit wird's dann heute wieder viel schwerer so(!) einen Job zu finden....
So eine Aussage empfinde ich als Unverschämtheit gegenüber den WSA Bediensteten:mad1:
Das Versprechen eines Politikers ist genau so viel wert wie das Versprechen eines Staatsbediensteten der einen Arbeitsvertrag unterschreibt bei dem die Pausenzeiten festgeschrieben werden , die er dann regelmäßig überzieht. Davon gibt's doch auch genug - oder etwa nicht.
Ausserdem müssen nicht die Schiffer zu Ramsauer sondern ihr-setzt euch in den Bus und steigt ihm auf's Dach. Aber gefährdet nicht die Existensen derer, für die ihr gebraucht werdet. NOCHMAL: Ohne Schiffsverkehr bräuchte man auch keine Schleusen und keine Wasserbau. Wenn ein paar in Vorruhestand gehen können ist doch ok. und der Rest behält seine Arbeitsplätze. Was wollt ihr noch? Dass man den Job behält obwohl die Arbeit dafür wegfällt und danach Däumchen drehen-bei voller Bezahlung natürlich! Von meinem Steuergeld versteht sich!
Wenn mir jemand leid tut, dann die ,die in der freien Wirtschaft jeden Tag um ihren Job bangen müssen und ein Binnenschiffer der von anderen zum "nichtsverdienen" verurteilt wird bis er den Hauptschalter auf 0 stellen kann und mit ihm noch drei vier andere arbeitslos werden.
Verdi handelt rücksichtslos und unverantwortlich ! Und die, die Verdi folgen sind dafür mitverantwortlich.
Hallo Jürgen,
ich steh' aber dazu nach selbstgemachten Erfahrungen.
Ich bin selbst hin und nach kurzer Zeit auch wieder weg, weil mir das zu blöd war, ständig zu hören mach langsam oder lass liegen bis morgen, mach doch nicht so schnell usw.
Heute kannst Du genau dieses lahme Treiben regelmäßig beobachten.
Gruß Achim
Nun,vielleicht ist die Aussage mit fünf an einem Besen etwas überzogen: Aber in meinem Bekanntenkreis allein kenne ich drei die aus der freien Wirtschaft zum Staat bzw der Gemeinde gegangen sind und alle drei hatten das gleiche "Anfangserlebnis": " Langsam-du bist jetzt beim Staat,wenn wir das heut fertig machen bekommen wir nur noch mehr Arbeit". "Gewöhn dir mal das ab,hier geht es ruhiger zu wie da draussen". "Mach uns unsere Zeiten nicht kaputt". Zwei von den dreien sind wieder zurück in ihren alten Beruf weil ihnen dass nicht lag, "der Arbeit davonzulaufen und die Zeit tot zu schlagen" wie mir beide sagten. Der dritte , die Ruhe in Person,ist beim öffentlichen Dienst geblieben. Er macht regelmäßig krank weil er etwas früher in Rente will (seine eigene Aussage die mich zu kochen bringt) Also da eilt man sozusagen dem Ruf voraus. Sicher gibt es auch Jobs die etwas härter sind (z.B. Autobahnmeisterei) aber ein gro hat es schon sehr ruhig und müssten mal für 4-6 Wochen in einen produzierenden Kleinbetrieb oder Mittelstandsbetrieb. Jedenfalls ist es in diesen Betrieben nicht möglich dass zwar Arbeit durch restrukturieren wegfallen soll aber die Stellen erhalten bleiben sollen.
Moin Helmut,
was bin ich froh, dass ich nicht der einzige von Arbeitswut beseelte war, der dann wieder gegangen ist.
Gruß Achim
Dummschwätzer,
Eine 10 Tages Schicht im Hochsommer auf der Mosel und ihr wäret froh wieder auf dem Schiff zu sein, ich hab Üstd und Urlaub genug um den Rest des
Jahres zu Hause zu bleiben, darf nicht zu wenig Personal, wenn alle Schleuser die Üstd und Urlaub auf einmal nehmen KÖNNTEN, dann wäre für längere
Zeit zu, ohne Streik, ohne Schifffahrt keine WSV, was ist denn das für ein Blödsinn, nur weil lukrative Baumaßnahmen von Privatfiermen ausgeführt
Werden und da keine WSV Flagge weht, muss man nicht davon ausgehen das die Firma das aus Spass an der Freude macht. Das die WSV sich manchmal mehr um sich selber kümmert als um ihre Kundschaft ist mir auch schon aufgefallen, habe ich schon mal angesprochen, aber da rennt man gegen
Wände.
Die Römer haben vor 2000 schon Schifffahrt und Wasserbau betrieben, das wird es auch in 2000 Jahren noch geben, in welcher Form auch immer.
Wenn die AIS Entwicklung in der Geschwingkeit so weteigeht, braucht man keine Schleuser mehr aber auch keine Schiffsführer, dann der PC das, und man ist nur noch Über wacher.
Axel
Hallo
jetzt schaltet mal wieder 2 Gänge runter, da sind schon reichlich Beleidigungen dabei. Auch diese Verallgemeinungen sind so nicht richtig.
Gruß Gerhard
Bei diesem Desater ist es doch so:
Verlierer = Die Binnenschiffer
Ratlose = Ca. 90% der WSA Bediensteten
Der lachende Gewinner = Verdi, die durch diese Streiks eine ganze Menge zahlende Leute wieder in die Gewerkschaft bekommen haben. Machtdemonstration nennt man das.
Hat sich mal jemand überlegt, wieviele Kollegen wohl gegen den Streik sind???
Also ich kenne ne ganze Menge ( mich eingeschlossen ). Immerhin kostet das jeden Einzelnen ziemliche Einbußen beim Lohn.
Also bitte nicht immer alles verallgemeinern.:cry:
Gruß Jürgen
Hi,
ich bin auch 1. dagegen, alle über einen Kamm zu scheren, denn es gibt wirklich viele WSA-Bediensteten, die gegen den Streik sind und 2. möchte ich die Kritiker bitten, endlich damit aufzuhören, persönlich zu werden und abschätzig über die Streikenden zu sprechen. Damit ist niemandem geholfen und das ist auch wieder so eine Verallgemeinerung, die sowieso nicht zutreffend ist.
Genau mit dieser plumpen Kritik statt offensiver, fundamentierter Lobbyarbeit macht man sich nicht nur den Erfolg der Sache kaputt, sondern letztendlich seinen Ruf.
Nörgelt nicht, kämpft! (Natürlich mit rechtsstaatlichen Mitteln)
Hat den schon Einer von Euch geklagt? Vielleicht sogar eine Sammelklage eingereicht? Ich habe noch nichts gehört?!
Gruß
Michael
Hi,
was nützen diese beschwichtigenden Worte den Betroffenen? Hätte man sich mal mit der Materie befasst, hätte man gemerkt, daß die Reedereien und vor allem die Partikuliere sich bis heute nicht von der Wirtschaftskrise erholt haben. Das Frachtaufkommen ist zunächst zusammengebrochen und hat sich jetzt gerade mal auf dem Level von vor der Krise eingependelt, aber zu schlechteren Frachtraten und bei gestiegenen Kosten. Der Großteil der Frachten wird im Moment für eine schwarze Null oder gar für defizitäre Raten befördert.
"Durchhalten" war die Parole - aber wer soll DAS noch lange durchhalten können?
Ich hätte schon ohne den Streik nicht gewußt, was ich einem Partikulier empfehlen soll, besser weitermachen oder lieber doch hinlegen? Nur der Idealismus der Menschen, die Schifffahrt teils schon seit vielen Generationen betreiben hat das Rad bisher noch am drehen gehalten. Aber jetzt, wo kein Geld mehr reinkommt, werden noch mehr Banken ihr Engagement überprüfen und die Leute werden irgendwo ein paar Hundert Kilometer von Zuhause an den Geldautomat gehen und kein Geld mehr bekommen. BUMMS - AUS!
Kennt jemand das Gefühl? Ich kenne es! Und es ist NICHT schön, das kann ich Euch sagen!
So einen "Flyer für Betroffene" kann man sich sparen, davon hat niemand was!
Gruß
Michael
Anscheinend interessieren Herrn Ramsauer weder die Binnenschiffer noch die WSA-ler:mad1:.
Hi Jürgen,
so würde ich das auch sagen.
LG
Micha
Hallo,
Ich denke wir sind uns hier alle einig. Wenn WSAler entlassen würden hätten auch die Schiffer Verständnis, aber für einen mittlerweile über einen Monat dauernden präemtiven Streik Unterstüzung zu erwarten ist doch, vorsichtig gesagt, äh, nicht ganz, ähm, ihr wisst schon was ich meine.
Ich kann mir nicht erklären warum die Schifffahrt in Europa nicht ernst genommen wird, erbringt sie doch 10-11% der deutschen Transprtleistung im Güterverkehr. Die Bahn im Vergleich beteiligt sich mit 18% und LKWs mit 72%, bedenkt man nun, dass sich die deutsche Binnenschifffahrt zum grössten Teil auf den Rhein, seine Nebenflüsse und die Kanäle im Pott beschränkt, sollte doch auch Bonn, äh, ich meine Berlin* bergreifen wie wichtig und unersetzlich die Schifffahrt für die Wirtschaft ist.
Während die Bahn ihre 18% bundesweit einfährt, erreicht die Schifffahrt ihren Teil hauptsächlich auf einem schmalen Streifen im Westen.
In der Schweiz ist es auch nicht anders. Je nach Quelle geht 10-17% des schweizer Aussenhandels über den Rhein.
Wird die Schifffahrt politisch beachtet? Nein!
* Mal ne Frage: Wurde der Schifffaht eigenlich noch mehr Beachtung geschenkt als die Politiker noch jeden Tag den Verkehr auf dem Rhein sahen?
(Die Frage ist ernstgemeint, bin noch zu jung um das selbst zu wissen)
Die Anzahl der WSA Mitarbeiter verwirrt mich ein bischen. Wie kann es deren 12000 geben, wenn es in Deutschland angeblich nur etwa 7000 Binnenschiffer gibt?
Schöne Grüsse,
Lorenz
Verdi-Bundesvorstand Meerkamp über den Streik der Schleusenwärter und Verkehrsminister Ramsauer.
„Wir können die Schifffahrt lahmlegen“
Hallo Lorenz,
genau das habe ich ja auch so gesagt. Wenn Ramsauer oder sein Nachfolger (hoffentlich bald) die Zusagen einfach kippen würde, gäbe es mit Sicherheit wesentich mehr Zustimmung zu den Streiks als jetzt.
Was Du in Sachen Transportleistung schreibst, stimmt natürlich und wenn Du den Gedankengang weiterdenkst, dann mußt Du dir mal überlegen, auf welch ruhige und beinahe unauffällig schöne Weise Güter mit dem Schiff transportiert werden und im Gegensatz dazu, was für Einschnitte in die Natur und in die Lebensqualität geduldet werden müssen, damit die Bahn ihre Transportleistung bringen kann.
Trotzdem wird sie massiv subventioniert und der Staat gibt viel Geld dafür aus, damit die Bahn ihre Dienstleistungen so günstig anbieten kann, wie die Binnenschifffahrt. Das ist ein großer Teil des aktuellen Dilemmas, denn die Befrachter versuchen natürlich, ihre Preise noch weiter zu drücken und bieten ihren Kunden deshalb defizitäre Frachtraten an. So ist die Bundespolitik mitverantwortlich für die aktuelle Misere der Binnenschifffahrt. Sie täte gut daran, den Transportmarkt nicht länger zu beeinflussen und die Verkehrsträger sich selbst entwickeln zu lassen.
Was Du zur Beachtung der Schifffahrt schreibst, stimmt ebenfalls. In Bonn hat der Rhein einen sehr hohen Stellenwert und als man am Rhein saß und tagte, wurden wesentlich mehr Entscheidungen für die Binnenschifffahrt getroffen, als jetzt in Berlin. Jetzt in Berlin gehts eher darum, den Fahrgastschiffern ihren Umsatz zu sichern - kein Wunder, die sieht man ja auch jeden Tag.
Es gibt Wasser- und Schifffahrtsämter bei Weitem nicht nur für die Binnenschifffahrt, sondern auch für die Seeschifffahrt, für die Stromgewinnung, für die Hochwassersicherheit der Bevölkerung und für vieles Andere mehr. Die Aussage, es würden 12000 WSA-Mitarbeiter für 7000 Binnenschiffer zur Verfügung stehen, ist absolut überspitzt und stimmt so nicht. Du brauchst dir nur die wichtigsten Flüsse in Deutschland anzusehen, die wurden nicht in erster Linie aufgestaut und begradigt, um sie schiffbar zu machen, sondern um ihre Anwohner vor den Hochwassern zu schützen. Auch der Erhalt dieser Bauwerke und die Instandhaltung der Fahrrinnen ist nicht allein der Schifffahrt zuzurechnen, sondern genauso wichtig unserer Sicherheit.
Das Problem ist aber, daß das heute niemand mehr wissen will. Der Bundesrechnungshof hat diese Zahlen einfach mal so in den Raum geworfen, viele Regierungen haben das Thema einfach ausgesessen und Ramsauer ist der Erste, der das überhaupt mal angeht - mit der Sense! Warum? Weil er ein Bahnlobbyist ist!
Jetzt werden die Wasserstraßen kategorisiert, die Ausgaben begrenzt und man brüstet sich, was man doch so toll eingespart hat. Und wenn dann das Kind in den Brunnen fällt, wenn mal nicht nur eine Schleuse ausfällt, sondern ein Wehr sich nicht mehr fahren läßt und mal 100 Menschen ersaufen und 10000 ihre Häuser verlieren, dann ist das Geschrei wieder groß. Dann kann sich der nächste wieder an die Ruinen stellen und große Reden schwingen, was er doch alles besser machen will. So wird bei uns Politik gemacht. Das gabs übrigens beim Hochwasser an der Donau schon, die Hochwasserstände in Passau hätten nicht so hoch sein müssen, wenn die Technik richtig funktioniert hätte.
Ich sag ja, die stoßen alles, was die Generationen vor uns mit Ihren Händen aufgebaut haben, einfach so mit dem Arsch um und lassen sich noch dafür feiern!
LG
Micha
Hallo zusammen
Die Zahl "7000 Binnenschifffahrt" umfasst nur die Angestellten bei Unternehmen die in Deutschland gemeldet sind und stammt vom DESTATIS.
Man müsste also die Beschäftigten von den in anderen EU-Staaten gemeldeten Unternehmen einbeziehen.
Dann sieht das Verhältnis schon ganz anders aus.
Moment mal ...
Hochwasserschutz ist so wie ich weiß nicht Aufgabe der WSV und auch nicht vom BMVBS sondern Ländersache und dem Umweltministerium zugeordnet.
VG Padler
Hi,
ja von wegen, so einfach ist das nicht. Da greifen viele Kompetenzen ineinander: die Schifffahrt, die Stromgewinnung, die Regulierung des Grundwasserspiegels und der Hochwasserschutz. Die Schifffahrt ist einer der Nutznießer des Systems, aber nicht der Einzige und auch nicht in jeder Hinsicht. Viele Schleusen wären für die Schifffahrt total überflüssig und kosten sie nur Zeit, aber für den Hochwasserschutz werden sie gebraucht und genau deshalb gibt es sie.
Deswegen kann man die Kosten, die die Wasser- und Schifffahrtsämter produzieren auch nicht allein auf die Schifffahrt umlegen.
LG
Micha
Hallo Stadt_Aschaffenburg
Das ist schon klar und auch ein Grund warum es so viele Probleme gibt.
Denn wenn die WSV auch für die Deiche also den Hochwasserschutz zuständig wäre,
hätte es beim letzten Hochwasser an der Elbe gewisse Probleme nicht gegeben.
Die haben einzig und allein die einzelnen Bundesländer verschuldet!
VG Padler
... und auch noch die Landwirtschaft! Vieles, was man heute der Schiffahrt als Umweltsünde ankreidet - Eindeichungen - wurde für die Landwirtschaft gemacht, wodurch für die Schiffahrt eher Nachteile entstanden, wie zum Beispiel längere Sperrzeiten wegen Hochwassers.
Neuerdings kommt auch der Tourismus als ein Faktor hinzu -Stichwort Edersee, der heute längst kein reiner Speichersee mehr ist, sondern ein wichtiges Erholungsgebiet. Auch auf dem Edersee gibt es Schiffahrt - aber die jammert, wenn der Edersee zuviel Wasser an die Weser abgibt!
Alles nicht so einfach.
:wink: Gernot
Hi,
genau Gernot, das habe ich gemeint. Aber wenn man die offiziellen Berechnungen liest, werden diese Kosten sämtlich nur auf die Schifffahrt umgelegt, womit man sie künstlich teurer macht. Jetzt könnten die Dienststellen das natürlich widerlegen, das dürfen sie aber gar nicht, weil ihnen Ramsauer einen Maulkorb verpasst hat.
Natürlich muß man davon ausgehen, daß auch in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung noch Dienststellen nur sich selbst verwalten und keinen eigentlichen Auftrag haben, aber wenn ich mir anschaue, daß es in Deutschland über 6500 km schiffbare Wasserstraßen gibt, finde ich 12000 Mann für deren Verwaltung und Betrieb nicht zuviel, das wollte ich damit ausdrücken. Nur müßten sie halt richtig verteilt sein und ausreichend Mittel haben, um ihrem Auftrag, die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs zu gewährleisten, auch gerecht werden zu können.
Wir haben ja auch schon über die demografische Entwicklung diskutiert und der Bund rechnet ja auch damit. Danach würden in den nächsten Jahren allein deswegen nochmal etwa ein Viertel der Stellen wegfallen und das sind nicht nur Stellen, die keine wichtige Funktion haben, sondern das sind Schleusenmeister und -wärter, Nautiker, Schiffsführer usw., Leute die eigentlich gebraucht werden, aber für die es keinen Ersatz geben wird, wenn sie in den Ruhestand gehen. Wenn wir uns jetzt vor Augen halten, daß in letzter Zeit schon öfter Schleusen nicht voll in Betrieb waren, weil Personal fehlte und daß die Leute jetzt schon oft aus dem Wochenende geholt werden, um Ersatzdienst zu schieben, wie soll das dann erst in 10 Jahren werden?
Deswegen halte ich auch nichts davon, daß hier allgemein auf die WSA-Mitarbeiter losgegangen wird. Für die ist das nämlich auch nicht alles besonders motivierend, wie ihre Arbeit gewertschätzt wird - nicht nur von Euch, sondern auch von der Politik.
Ich würde den Leuten also schon zugestehen, daß sie mit gutem Grund verunsichert und verärgert sind. Das alles ist kein Klima, in dem man sich als Angestellter wohlfühlt und dynamisch nach vorn denkt. Aber ein Grund zum streiken ist es halt auch nicht und es trifft genau die Falschen!
LG
Micha
Hallo zusammen,
ver.di hat im Tarifstreit für Donnerstag 22.08.2013 zu eine zentralen Kundgebung in Minden aufgerufen, hier soll auch der Gewerkschaftschef Frank Bsirske reden.
Die ideale Gelegenheit fürs Gewerbe eine Gegendemonstration zu organisieren!!!
VG Padler
Moin,
zum Thema was die WSV hier im Ruhrgebiet noch macht u.a. sie stellt die Wasserversorgung der westdt. Kanäle sicher. Dazu gibt es noch Infomaterial beim WSA Duisburg -Meiderich das ist unter Broschüren und Veröffentlichungen zu finden.
Ich denke es wird vielen nicht bekannt sein, was mit dem Wasser in den Ruhrgebietskanälen alles gemacht wird, ausser das Schiffe drauf schwimmen.
Die Ruhrgebietskanäle sind Multifunktionsfähig und werden als Bundeswasserstrassen für die Schifffahrt, Fernwasserleitung für Lippe und Industrie im Ruhrgebiet und Naherholungsgebiet bzw. Badeanstalt für die Einwohner genutzt.
Das geht nicht mit einer Autobahn oder Eisenbahntrasse. :lool:
Gruß Norbert
Hi,
@Norbert: genau - und so ist es in anderen Regionen Deutschlands auch. Die Aufgaben sind vielfältig, aber die Kosten werden alle der Schifffahrt zugerechnet. Am liebsten hätte der Herr Ramsauer ja, daß alles von den Nutzern finanziert wird, aber das wird so beim nassen Verkehrsträger nicht funktionieren. Also ist für ihn die Schifffahrt nicht nur lästige Konkurrenz zur Bahn sondern auch ein leidiger Kostenfaktor. Deswegen reißt er sich für die Schifffahrt auch kein Bein aus, außer wenn er ihr Steine in den Weg werfen kann.
@Padler: Ja das wäre eine gute Sache. Da müßten nur mal alle mitmachen!
LG
Micha
Hallo,
das findet doch schon lange statt und das wird in der Berichterstattung und Diskussionen auch gerne außen vor gelassen. Die WSV hatte nach der Wende über 18.000 Beschäftigte und mit einem Beschluß des Bundestages wurde seit Mitte der ´90iger der Personalhaushalt jedes Jahr um min. 1,5% gekürzt und Lohnerhöhungen waren auch durch Stelleneinsparungen zu finanzieren. Wurden in Teilen des Geschäftsbereichs des BMV durch Schaffung neuer oder Erweiterung bestehender Aufgabengebiete, neue Stellen generiert (z.B. Mautkontrolle, Havariekommando etc.), wurden die Haushaltsmittel dafür ebenfalls nicht angepasst, sondern wieder durch Stelleneinsparung an anderer Stelle refinanziert. Da diese Stelleneinsparungen natürlich durch den Leitungsbereich der betroffenden Verwaltungen gesteuert wurde, kann man sich vorstellen, wer maßgeblich davon betroffen war und noch ist. Bevor eine Stelle in den gehobenen oder höheren Laufbahnen eingespart wurde, wurde lieber der einfache Dienst abgeschafft und der mittlere Dienst bis zur Handlungsunfähigkeit zusammengeschrumpft.Zitat:
Ich denke wir sind uns hier alle einig. Wenn WSAler entlassen würden hätten auch die Schiffer Verständnis, aber für einen mittlerweile über einen Monat dauernden präemtiven Streik Unterstüzung zu erwarten ist doch, vorsichtig gesagt, äh, nicht ganz, ähm, ihr wisst schon was ich meine.
Das ist meiner Meinung nach auch der Grund, warum die bisherigen Anstrengungen zur Reformierung der WSV, die es seit mehr als 20 Jahren schon immer wieder gab, gescheitert sind und die jetzt geplante "Reform" auch keine ist. Es geht hier nicht darum den gesamten Apparat zu straffen und den Verkehrsträger zu stärken oder gar bedarfs- oder kostenorientiert aufzustellen. Der Verkehrsminister hat doch schon mit seinem Vorgehen gezeigt, dass es ihm überhaubt nicht darum geht, die Wasserstraße zukunftssicher zu machen. Erst sagt er, dass die Klassifizierung der Wasserwege dazu dient, die viel befahrenen Strecken besser mit Finanzmitteln zum Aus- und Ersatzneubau auszustatten; keine zwei Wochen später erklärt er aber z.B. den Ausbau der Mosel faktisch für beendet, von seinen "Anstrengungen" am NOK ganz zu schweigen. Im westdeutschen Kanalnetz sieht es nicht besser aus, hier ist der Ausbau des RHK immer noch nicht abgeschlossen und die am meisten belasteten Bauwerke am WDK teilweise schon 20 Jahre über der vor 50 Jahren errechneten Zeit. Trotz des immens höheren Wartungsaufwand, der nur von erfahrenem Personal, welches die Anlagen mit ihren Schwachstellen kennt, erledigt werden kann, wurde gerade hier der Personalstand soweit reduziert, dass das Durchsnittsalter der Kollegen mittlerweile weit über 50 Jahren liegt und man davon ausgehen kann, dass die ganze Abteilung innerhalb von weniger als 10 Jahren wohl geschlossen wird.
Der hohe Altersdurchschnitt wird auch beim Schleusenpersonal immer mehr zum Problem, eine gesunde Durchmischung ist nicht mehr vorhanden, der Krankenstand steigt und Altersabgänge können nicht mehr aufgefangen werden. Sperrungen durch Personalmangel sind mittlerweile Normalzustand. Die geplante Fernbedienung ist für die Beschäftigten schon mehr Durchhalteparole als Schreckgespenst. Soviel dazu, dass wir im Westen noch Angst vor Versetzungen haben, die Nummer ist zumindest für uns schon vor Jahren entschieden worden. Da waren wir wohl für die Gewerkschaft(en) noch nicht wichtig genug, als dass man sich dagegen wehren wollte. Wir machen uns eher Sorgen darum, dass selbst nach der Zentralisierung, dass Personal nicht mehr ausreicht, weil an Leuten zur Ausbildung kaum noch was nachgeführt wird.
Worüber man sich aber klar sein muss, ist dass wenn die Personalverschiebung in der geplanten Form kommen wird, der Verkehrsminister noch ein besseres Mittel in der Hand hat, um Neben- und Restwasserstraßen ohne großes Aufhebens einzumotten. Erst streicht man die Sachmittel, dann zieht man das Personal ab.
Ich glaube auch, die große Streikbereitschaft kommt weniger von der Angst, dass die Regierung die Stellen noch mehr reduziert und die Aufgaben privatisiert, sondern da spielt unglaublich viel an Frustration mit. Ich hab selbst erlebt, dass wir innerhalb eines Jahres zwei junge und gute Leute für den Betriebsdienst ausgebildet und diese auf Anordnung von oben direkt im Anschluß auf die Straße gesetzt haben, obwohl dass Personal schon damals schon nicht ausreichte.
Im Moment ist das Presseecho über die Personalmisere der Stellwerker der deutschen Bahn riesengroß. Das erinnert mich ziemlich an die Schleusen im westdeutschen Raum.
Der Irrglaube, dass durch Privatisierung alles besser und billiger wird, kann ich auch nicht mehr nachvollziehen. In unserm Bereich werden seit Jahren 2/3 der Aufgaben an die Privatwirtschaft durch Ausschreibung vergeben. Dann müßte ja Geld satt vorhanden sein und die Anlagen glänzen. Das Gegenteil ist der Fall. Allein die Kosten für die Vergabe, die Ausführungsüberwachung und die oft erforderlichen Nacharbeiten sind immens und übersteigen nicht selten das eigentliche Auftragsvolumen. Dann will ein Unternehmer ja auch noch an dem Auftrag Geld verdienen.
Als Beispiel, weil dass hier ja auch jmd. schon angesprochen hat. Die Gebäudereinigung wurde früher durch eigene Kräfte, meist in Teilzeit mit einer Eingruppierung im einfachen Dienst erledigt. Die Kolleginnen waren oft Ehepartner von Beschäftigten in der jeweiligen Dienststelle und damit im Personalstamm integriert, demensprechend wurde die Arbeit auch mit der entsprechenden Motivation und Zuverlässigkeit erledigt. Heute wird diese Tätigkeit alle zwei Jahre ausgeschrieben. Allein die Auftragsbeschreibung umfasst ein riesen Schriftsatz in der jeder Handgriff aufgeführt sein muss. Die durch die Firma beschäftigte Reinigungskraft wird meist für einen viel zu geringen Zeitrahmen entlohnt, da wird für einen Zeitaufwand von 2-3 Stunden halt nur eine bezahlt. Da man davon faktisch nicht leben kann, wird durch die Arge mit Hartz 4 aufgestockt. Also finanziert der Steuerzahler die Arbeitskraft zur Reinigung weiterhin fast vollständig, mit dem Unterschied, dass er jetzt noch einen dritten mitfinanzieren darf.
Bis dann
Dominic
Hallo Dominic,
genau so ist auch mein Eindruck aus dem, was ich von hier aus mitbekomme und was mir zugetragen wird. Aber was wir bräuchten, wären belastbare Fakten, die wir in Berlin auf den Tisch legen könnten. Der Frust ist Euch doch vollkommen zugestanden, der ist ja im Prinzip derselbe wie bei den Binnenschiffern. Aber wir können doch deswegen jetzt nicht die ganze Branche zugrunde richten, wir müssen doch an Lösungen arbeiten und dabei ist der Streik nicht zuträglich, zumal die wahre Problematik ja in den Medien gar nicht rüberkommt.
Daß dem Ramsauer sein Mist um die Ohren gehauen werden muß, da kriegt Ihr alle Zustimmung, aber so kommt Ihr nicht weiter und die Binnenschiffer schon gar nicht.
LG
Micha
Hi,
der BDB hatte die gleiche Idee wie Padler und ruft ebenfalls zur Teilnahme an den Kundgebungen auf:
Wenn ich die Teilnehmerzahlen bei den bisherigen Kundgebungen richtig verfolgt habe, könnte man da schon ordentlich was bewegen :DZitat:
....
aufgrund der Streiks in der WSV häufen sich in der BDB-Geschäftsstelle die Anfragen, was die Betroffenen unternehmen können, um auf sich und ihre Situation aufmerksam zu machen. Die Vorschläge reichen vom lautstarken Protest mittels Signalhorn bis hin zur Organisation einer Demonstration der Binnenschiffer.
Eine ebenso einfache wie medienwirksame Aktion lässt sich starten, wenn Sie als betroffener Binnenschifffahrtsunternehmer sich an den Kundgebungen beteiligen, die ver.di zurzeit im Bundesgebiet organisiert. Zwar sollen diese Kundgebungen nach dem Willen der Gewerkschaft eigentlich dazu dienen, auf die Anliegen der WSV-Mitarbeiter aufmerksam zu machen. Es wird Ihnen aber niemand verwehren können, ebenfalls teilzunehmen und z.B. mit gewerkschaftsüblichen Mitteln (Trillerpfeife, Pressluftfanfare, Spruchbänder) auf Ihre Situation als Leidtragender Dritte hinzuweisen. Diese Form des „zivilen Ungehorsams“ dürfte ein entsprechendes Medien-Echo auslösen und auch seitens der Gewerkschaft nicht unbemerkt bleiben.
Folgende Versammlungs- und Kundgebungstermine seitens Verdi sind uns bekannt:
- Am Dienstag, dem 20. August 2013, ist eine gemeinsame Streikveranstaltung von Beschäftigten aus der Lüneburger Heide, aus Süd-Ost-Niedersachsen, aus Hannover/Leine-Weser und aus Nord-Niedersachsen in Uelzen geplant. Um 10:00 Uhr startet vom Schützenplatz in Uelzen eine Demonstration durch die Stadt, gegen 11:00 Uhr findet eine Kundgebung vor dem Rathaus/Herzogenplatz statt.
- Am Mittwoch, dem 21. August 2013, finden betriebliche und örtliche Streikversammlungen an den Schleusen und vor den WSV-Ämtern statt.
- Am Donnerstag, dem 22. August 2013, ruft ver.di zu einer zentralen Streikkundgebung in Minden auf. Hieran werden sich Beschäftigte der WSV aus Niedersachsen, Bremen und NRW beteiligen. Hauptredner wird der ver.di-Bundesvorsitzende Frank Bsirske sein.
Die BDB-Geschäftsstelle hat leider nicht die Kapazitäten, Gegenkundgebungen oder die Teilnahme des gesamten Schifffahrtsgewerbes an o.g. ver.di-Veranstaltungen zu organisieren. Hier bitten wir um Ihre Eigeninitiative. Geben Sie Laut!
...
LG
Micha
Hi,
weiterer Vorstoß des BDB: betroffene Binnenschiffer sollen ein Machtwort-Schreiben, das der BDB vorgefasst hat, mit ihrem Namen versehen und an die Bundeskanzlerin schicken. Das bringt natürlich nur was, wenn es von möglichst vielen Betroffenen verschickt wird.
Die Datei befindet sich als .doc und .pdf im Anhang.
LG
Micha
Kiel. "Arbeitsloser Lotse sucht Arbeit als Festmacher", steht auf einem Transparent. Weil Verdi die Festmacher in den Kanalschleusen Brunsbüttel und Kiel zum Streik aufgerufen hat, liegt der Verkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal brach. Somit haben auch die Lotsen in Kiel und Brunsbüttel nichts zu tun. Gemeinsam mit Lotsen, Kanalsteuerern, Schiffsausrüstern und Maklern demonstrierten die Kieler Lotsen deshalb auch in der Landeshauptstadt, um ihr Unverständnis für die Verdi-Aktionen zu zeigen.
http://www.shz.de/nachrichten/top-th...enwaerter.html
“Ver.di heeft geen Fingerspitzengefühl“
Quelle: Binnenvaartkrant
Gruß
Arnold
Hallo Leute,
eins vorweg, ich finde die Streiks auch nicht gut !
Alle hacken im Moment auf die Gewerkschaft rum, ob berechtigt oder nicht lassen wir mal da hingestellt. Eine Gewerkschaft ist nur so stark wie Mitglieder hinter ihr stehen. Eins ist doch klar, Verdi streikt im Auftrag seiner Mitglieder. Die organisierten MitarbeiterInnen der WSA/WSD haben also Verdi durch Abstimmung zu diesem Streik beauftragt.
Wenn doch angeblich so viele Personen aus den streikenden Bereichen gegen diesen Streik sind warum pfeifen sie dann ihre Gewerkschaft nicht zurück bzw. nehmen ihre Tätigkeit wieder auf ?
Liege ich so falsch ?
Gruß Klaus
Hallo Klaus,
damit liegst Du gar nicht falsch und das wäre auch die logische Konsequenz. Offensichtlich wurden den WSV-Leuten bei der Urabstimmung falsche Tatsachen aufgetischt und sie haben deswegen dem Streik zugestimmt. Normalerweise gehört eine neue Urabstimmung herbeigeführt, da würde das Ergebnis aber ganz anders aussehen, jetzt wo auf dem Tisch liegt, wie weitreichend die Zusagen von BMVBS und BMI tatsächlich sind und was sie für eine Tragweite haben.
Wie gesagt, wenn sich jemand rausnehmen sollte, diese Zusagen zu unterlaufen, können sie von mir aus von heute auf morgen ohne Vorwarnung ganz Deutschland zumachen, aber so wie das jetzt gelaufen ist, brauchen sie sich nicht zu wundern, daß der Streik keine Akzeptanz hat.
LG
Micha
Hallo Micha,
das hieße doch, dass die WSV-Leute immer noch nicht begriffen haben das ihnen falsche Tatsachen aufgetischt wurden. Sorry aber so dusselig kann doch niemand sein. Wenn die WSV-Leute sich heute noch nicht angesprochen fühlen diesen Streik zu beenden, wer dann ?
Gruß
Klaus
Ach so, vergessen: und bis dahin gehören die Streiks ausgesetzt!
Hi Klaus,
doch doch, begriffen haben sie das schon, aber sie sind sich offensichtlich der Tragweite nicht bewußt, zumindest waren sie es nicht. Mittlerweile scheint ja vielen ein Licht aufzugehen.
LG
Micha