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Hallo zusammen!
Ich bin Andreas, komme aus Margetshöchheim und freue mich als Neuling hier im Forum dabei sein zu dürfen:-)
Habe hier im Forum die „Zuckerraffinerie II“ entdeckt. Sie wurde von meinem Urur-Großvater Pius Oehrlein und zwei nachfolgenden Generationen von 1914 - 1961 betrieben.
Von meinem Großvater aus betrachtet waren dies quasi sein Großvater Pius Oehrlein, sein Onkel Adam Oehrlein und sein Cousin Artur Oehrlein. Aus Erzählungen meiner Großeltern weiß ich noch einiges über das Schiff und habe auch noch ein paar alte Schriftstücke. Nur mit Fotos kann ich leider nicht dienen, die sind anscheinend im Laufe der Jahre mal irgendwo verschütt gegangen.
Wen ihr also Fragen zum Schiff habt, gerne her damit.
Ich werde, wenn ich wieder mal eine ruhige Minute habe, immer mal Infos rund um die „Zuckerraffinerie II“ einstellen.
Viele Grüße! Andreas
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Na dann, herzlich Willkommen. Ich hätte ja da auch gleich eine Frage (bzw. zwei) - vielleicht hast Du eine Antwort darauf; auf welche Zuckerraffinerie bezieht sich denn eigentlich der Name des Schiffs? Und stimmt es dass das Schiff sich zuerst ZUCKERRAFFINERI schrieb? Gruß - Ronald;-)
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Hallo Ronald,
ich hoffe, ich kann beides einigermassen beantworten (alles aus mündlichen Überlieferungen...):
Vermutlich kommt der Name von den Raffinerien aus Übersee (Brasilien ?).
In den ersten Jahren transportierten die drei Zuckerraffinerie-Schiffe Zucker aus Übersee von Rotterdam aus ins Maingebiet (ich vermute als Sackware). Als Rückfracht diente meistens Baumaterial. Ich denke, dass daher der Name kam (raffiniert wurde der Rohrzucker bereits in Übersee - Rübenzucker war damals in Europa bei weitem nicht so verbreitet wie heute und deutlich teurer).
Man suchte um 1914 mehrere Schiffe für diese Transporte. Mein Urur-Großvater lies diesen Schleppkahn extra für diese Transporte erbauen - das erst 1908 angeschaffte kleinere Schiff wurde veräußert.
Interessant ist auch, dass die drei Zuckerraffinerie-Schiffe niemals einen gemeinsamen Eigentümer hatten, sondern von drei verschiedenen Familien betrieben wurden.
Man kannte sich und fuhr viele Routen gemeinsam, aber jeder stets auf eigene Rechnung. Wie lange diese Zucker-Transporte anhielten, kann ich leider nicht mehr feststellen.
Es muss aber mit der Zeit weniger geworden sein. Nach dem zweiten Weltkrieg, den die Zuckerraffinerie II weitgehend unbeschadet überstanden hatte, wurden hauptsächlich Baustoffe, Sand, Kies und Holz transportiert. 1961 war dann Schluss, das Schiff wurde stillgelegt und zur Verschrottung freigegeben.
Zur Schreibweise ist in meinen Unterlagen schon immer das "e" am Ende dabei, die Zahl meist römisch "II", vereinzelt aber auch arabisch "2"
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Also ich kannte natürlich die beiden großen Zuckerfabriken in Ochsenfurt und (gleich nebenan bei mir) in Zeil a.M. (2001 abgerissen), aber beide wurden erst in den 50er Jahren errichtet - können also von den Schiffen gar nicht mehr beliefert worden sein. Wo war am Main sonst noch eine Zuckerraffinerie? Oder fuhren diese Schiffe bereits fertigen Zucker? Dann wäre der Name der Schiffe eigentlich irreführend...
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Die Schiffe fuhren bereits fertigen Zucker. Daher finde ich den Namen auch seltsam und irreführend. Nach Errichtung der vielen Zuckerfabriken in Deutschland muss auch Schluss mit den Zuckertransporten aus Übersee gewesen sein. Ochsenfurt und Zeil wurden definitiv niemals per Schiff beliefert. Dort wurde / wird der Zucker ja aus Rüben gewonnen.
Per LKW komme ich da immer wieder mal hin (früher auch Zeil).