Steuermann schwer von Tau verletzt
Da ich schon recht früh anfing faul zu sein, hatte ich auf dem Neckar zu Tal, auch nur das Lierdrähtchen im Schleusengang. Dadurch hatte ich mir angewöhnt nicht mehr umzuhängen… Der Schiffer meinte, wenn ich so zurechtkomme ist es in Ordnung, er nimmt aber keine Rücksicht, wenn´s mal nicht klappt. Was sollte mit 19 Jahren denn nicht klappen… Tja, einmal war es dann doch soweit, ich konnte schlagen wie ich wollte, das Auge sprang einfach nicht vom Schleusenpoller. Mittelschiffs angekommen musste ich Wohl oder Übel die Leiter hoch. Ich spürte das grinsen des Schiffers im Nacken. Also in Windeseile die achtzehn Meter hoch und per Hand ausgehängt, kurzes Stoßgebet, dann den Draht auf die Luken geschmissen. Wenn der nicht liegenbleibt isser wech, dachte ich noch. Einen Neuen würde es nicht so schnell wieder geben.
Teil eins gelang, nun aber so fix wie es geht wieder runter. Warum hatte ich nur das Gefühl, dass das Schiff schneller aus der Schleuse fuhr als sonst… Unmittelbar hinter den Achterpollern gelang mir über die Schanz der Rücksprung. Im Ruderhaus angekommen, wussten wir beide, dass uns der Übermut gepackt hatte und wir sowas nicht wieder tun sollten. Heute brauche ich nur für Rauf eine ganze Schiffslänge…
:wink: Pedro