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Thema: Aufgaben der RMD AG in den 1920/1930er Jahren

  1. #1

    Deutschland Aufgaben der RMD AG in den 1920/1930er Jahren

    die Diskussion über den Schiffspark der RMD-AG vor 100 Jahren ist interessant, gleichwohl ist einzuordnen, für welche Aufgaben dieser vorgesehen war.
    Vor 100 Jahren ist viel passiert: Am 1. April 1921 hat das Deutsche Reich die Wasserstraßen von den Ländern übernommen. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine "Reichswasserstraßenverwaltung", gleichwohl sollten die bereits bestehenden Ausbaupläne und Unterhaltsmaßnahmen für die Wasserwege umgesetzt werden. In der Freien Donau liest man am 1.4.1923: "Es hat sich ergeben, daß das Reich selbst nicht in der Lage ist, diese großen Arbeiten in Angriff zu nehmen, und es wurde ein Gedanke, der damals schon in den Bereich der Erwägung gezogen wurde, weiter verfolgt, nämlich der, daß das ganze Unternehmen (Bau der RMD-Verbindung) die Form eines gemischt-wirtschaftlichen Unternehmens erhalten soll. Diese Verhandlungen haben dann zur Gründung der Rhein-Main-Donau AG geführt."
    Damit war die Realisierung der Rhein-Main-Dona-Verbindung zunächst gesichert.

    Man hat aber der RMD weitere Aufgaben zugewiesen: "Durch die Arbeiten für die Niederwasserregulierung an der Donau zwischen Vilshofen und Regensburg wurde eine Anzahl Untiefenstrecken auf einer Gesamtlänge von 20 km verbessert. Im übrigen werden die Arbeiten für die Niederwasserregulierung nach Maßgabe der der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Mittel Hand in Hand mit den Arbeiten für die Herstellung der Hochwasserdämme ausgeführt."(Vgl. Held-Brüschwien, Rhein-Main-Donau, Geschichte einer Wasserstraße, Regensburg 1929)
    Damit war die RMD zu dieser Zeit (etwa 1929) auch für den Hochwasserschutz an der bayerischen Donau zuständig.

    Die Wasserstraßenverwaltung wurde erst zu Beginn der 1930-er Jahren weiter konkretisiert, wobei die Klassifizierung in "Reichswasserstraßen" (Donau von km 2414, 6 bis 1861,6 - Stand 1941) und sonstigen Gewässern ( Obere Donau ab km 2414,6 stromaufwärts, Zuständigkeit Land Bayern) erfolgte. Zu dieser Zeit dürfte dann der Fuhrpark der RMD-Bagger und Plätten und die Aufgaben an die jeweiligen Verwaltungen übergegangen sein.

    Die RMD hat aber auch nach 1945 Schiffe für eigene Aufgaben (Baustellenfahrzeuge) bauen lassen: z.B.

    Hitzler, Regensburg
    Bj. 1961
    Bauschiffe: RMD 36 und 37
    Werft-Nr: 239/240
    L: 16,2 m
    B: 3,5 m
    H: 1,35 m
    Volumen: 47 cbm

    Anbei Bilder von RMD-Fahrzeugen aus den 1930-er Jahren (vgl. Donau-Schiffahrt, Bd. 11)

    Klaus Heilmeier
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  2. #2
    Moderator Avatar von Muranfan
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    Ergänzung:

    Die Unterhaltung der Donau war zur Zeit der Gründung der RMD AG Landesaufgabe und wurde (durch mindestens 3) Straßen- und Flussbauämter wahrgenommen.

    Auch nach dem Übergang der Wasserstraßen auf das Reich 1921 führten diese Ämter die Unterhaltung der Donau im Auftrag des Reiches zunächst weiter fort (eine eigene Reichswasserstraßenverwaltung für die Donau wurde erst 1938 aufgerichtet, s. u.).


    Ausbau:

    Bereits 1917 errichtete man in München ein „Kanalbauamt“ mit mehreren „Kanalbauinspektionen“ an den schiffbaren Flüssen in Bayern. Bereits 1922 wurden die Kanalbauinspektionen umgewandelt in „Neubauämter für den Ausbau der Großschiffahrtsstraße Rhein-Main-Donau“ (siehe Briefkopf!, ein wohl nur in Deutschland konstruierbares Wortungetüm….).


    Das Neubauamt Regensburg stand dabei der RMD für den Ausbau zur Verfügung. Die Aufgaben der RMD an der Donau waren damals:

    - Errichtung der Staustufe Kachlet
    - Fortführung der begonnenen Niederwasserregulierung Regensburg-Vilshofen
    - Ausbau der Wasserkraft an der Oberen Donau (sowie Nebenflüssen) zur Finanzierung des Ausbaus der Großschiffahrtsstraße


    Im Zuge des „Anschlusses“ von Österreich 1938 wurden dann die Neubauämter umstrukturiert und erhielten die Bezeichnung „Wasserstraßenamt“ sowie gleichzeitig die Aufgabe der Unterhaltung der Donau von den Straßen- und Flussbauämtern. 1939 wurde das WSA Passau gegründet. Beide Ämter standen nun der RMD für den Ausbau zur Verfügung und waren gleichzeitig für die Unterhaltung der Donau zuständig.


    Die RMD bekam 1938 die Konzession zum Bau der Staustufe Ybbs-Persenbeug.


    Mir ist nicht bekannt, wann die Wasserfahrzeuge der RMD an die Wasserstraßenverwaltung übergegangen sind, dies war möglicherweise erst 1949 der Fall?


    Soweit in aller Kürze (das Thema ist sehr umfangreich).



    Quelle:

    Josef Zillner und Rolf Diesler
    Die Wasserbauverwaltung an der Donau / 100 Jahre WSA Regensburg
    Erschienen als CEWE-Fotobuch in der Reihe „Damals am Strom Band 7“, Regensburg 2019, 162 Seiten mit umfangreichem Quellenverzeichnis

    Grüße
    Muranfan
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