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Thema: Schiffsregistrierung auf der Donau

  1. #1
    Im ewigen Hafen Avatar von danubenews
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    Deutschland Schiffsregistrierung auf der Donau

    Mal ein neues und anderes Thema.

    Man ist immer erstaunt, wenn rheinische "User" bei der Erforschung von Schiffsdaten sich auf solides Datenmaterial berufen und rasch konkrete Feststellungen treffen können. Wichtige Quellen sind hier wohl Erhebungen der bereits im 19. Jh. gegründeten Internationalen Vereinigung des Rheinschiffahrtsregisters, die ENI-Nummern und Europanummern an denen kein Schiff vorbeikommt.
    An der Donau kannte man so etwas nicht. Internationale Institutionen waren hier nicht aktiv. Völkerrechtliche Grundsatzdebatten brachten selbst die Donaukomission immer wieder in Schwierigkeiten.
    Dennoch wurden zeitweise Donauschiffe registriert und Registriernummern vergeben. Die Kenntnisse sind hierüber sehr dürftig und Quellen unbekannt, welche Instanz z.B. in Deutschland für die Vergabe zuständig war und auf welcher Rechtsgrundlage erfolgte die "Erfassung" der Fahrzeuge. Sonderbar ist ferner, dass diese an den Schiffen angebrachten Nummern bei Verwaltungsvorgängen (Havarieberichte etc.) keinen Niederschlag fanden. Auch die Unterlagen der Binnenschiffsregisterakten sind nach erster Sichtung ohne Befund.
    Diese Registriernummern - z.B. bei deutschen Schiffen - waren ständig Veränderungen unterworfen. Gut sichtbar aufgemalt waren Buchstaben und Ziffernkombinationen zunächst im Bugbereich auf der Backbordseite, später fallweise auf sowohl backbord- und steuerbordseitig. Stand D. für Deutschland und Rg. für Regensburg? Was bedeutet das zweite D.? Welche Rolle hat die Ordnungsziffer? Ergänzt wurden dKombinationen durch die Angabe der Tonnage bzw. Verdrängung..
    Alles noch offene Fragen.
    Insofern würde heute die Kenntnis über diese zeitlichen Veränderungen helfen, manches undatierte Bilddokument besser einordnen zu können.
    Anbei einige Beispiele von Registriernummern an deutschen Schiffen - wobei das Aufnahmejahr bekannt ist. Feststellbar ist eine erste Periode der Registrierung in den
    - 1930-er Jahren (etwa ab 1935)
    - Änderungen (Neuvergabe von Nummern) direkt nach 1945 (ggfs. unter U.S.-Verwaltung ?) sowohl in der bayerischen U.S.-Zone als auch in der U.S.-Zone Austria.
    - in den 1950-er Jahren oftmals beide Systeme an den Schiffen feststellbar
    - Beibehaltung bzw. Weiterverwendung der zur Zeit des NS-Staates entwickelten Systematik bis in die in die 1980-er Jahren
    Beispiel:
    GMS BAMBERG (Baujahr: 1935) Nr. D.Rg. 192 D.
    GMS PASSAU (Baujahr: 1968) Nr. D.Rg. 1153 D.
    Heute gelten an der Donau die europäischen Regeln.

    (auf österreichischen Schiffen fand man nach 1945 fallweise wohl amerikanische Registriernummern (z.B. HOHENAU oder später SWA-Nummern, z.B. SCHONKA);
    erstaunlich ist, dass das französische MZS AMIRAL LACAZE, Heimathafen Paris, eine Nummer nach der deutschen Systematik erhielt.
    Die Ostschifffahrten waren nicht erfasst; aber: konsequent wurden alle jugoslawischen Binnenschiffe (Schiffe mit Eigenantrieb und Anhangobjekte) mit einer eigenen Registriernummer versehen; eine eigene Nummerierung hatten die Behördenschiffe, die überwiegend nur im nationalen Verkehr eingesetzt waren)

    Also: Wer kann zu diesem Randthema Ergänzungen liefern, damit es gelingt, wieder einige Bilddokumente genauer zu beschreiben?


    Einige Beispiele

    1930-er Jahre:

    Bild 1 RÖNTGEN, BL, 1936, Nr. D.Rg.14 D. (Ladevermögen 585 t)
    Bild 2 Gk. BL 1043, 1939, Nr. D.Rg.172 D. (856 t.)
    Bild 3 BAMBERG, BL, 1937, Nr. D.Rg.192 D (672 t)

    Nach 1945:

    Bild 4: HAMBURG, BL 1954, Nr. A 2200 D
    Bild 5: Gk. BL 1016, um 1948, Nr. A 2221 D und alte Nr.
    Bild 6: PIELACH, österr. DDSG, um 1948, Nr. DRg 388 D (49 T) - ggfs alte Nr. ?

    1950-er/1960-er Jahre:

    Bild 7: HAMBURG, BL, 1958, D.Rg.728 D, 195 t
    Bild 8: Gk. BL 1060, 1966, Nr. D.Rg.921 D, 855 t
    Bild 9: AMIRAL LACAZE, franz. SFND, 1955, Nr. DRg. 498 D, 127 t
    Bild 10: RHEIN, BL, 1956, Nr. DRg. 614 D und 2194 D
    Bild 11: HOHENAU, österr. CMSG, 1954, Nr. 3302 A
    Bild 12: SCHONKA, österr. DDSG, 1955, Nr. SWA 290

    1970-er/1980-er Jahre
    Bild 13: PASSAU, BL, 1980, Nr. D.R. 1153 D, 1316 t

    Bezüglich der Nummerierungen wurden aus vielen Bildddokumenten Ausschnitte gemacht. Ob alle Bildautoren erwähnt wurden, ist unklar. Der Vollständigkeit halber seien erwähnt:
    Bildautoren: Pommer, Brey, Dexheimer, Hofmann, Ludwig, Schiller F., Verfasser, Rest Archiv.

    Klaus Heilmeier
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  2. #2
    Moderator Avatar von McRonalds
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    Standard

    Dazu kann ich jetzt erstmal nix beitragen, für die Donau gibt's Berufenere als mich, aber seit vielen Jahren arbeite ich an einer Schiffsliste für den LDMK - und das haut ja in die selbe Kerbe. Es gab für den Kanal zwischen 1910 und 1930 (die Jahreszahlen sind nicht in Stein gemeiselt) ein Register. Letzte Nummer wohl die #1498 BRIGACH von Hofmeister. Danach (so deute ich jedenfalls die Schleusenbücher am Kanal), wurden die Schiffe einfach durchnummeriert (#1 war MARIA von Barth, #2 war der Holzkahn NÜRNBERG der Demerag, #3 war FRANKEN, ebenfalls Demerag, #4 war BAVARIA IX, #6 war IHRLERSTEIN von Barth, #7 war VORWÄRTS, ein weiteres Holzschiff der Demerag, etc.), später gab's dann auch am Kanal die D.Rg.-Nummern.

    Interessantes Thema - ich hoffe es finden sicher Berufene, die hier Licht ins Dunkel bringen.

    Gruß - Ronald;-)

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