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Thema: Freizeitkapitäne - Spezialisten in Fahrt

  1. #11
    Moderator
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    Die hatten bestimmt Angst, daß ihnen die Tür vor der Nase zugemacht wird und haben dann die Langsamkeit nicht schnell genug wiedergefunden.

    - Was den Lacher der Zuschauer anbelangt, muß ich an ein Erlebnis auf einer Fußgängerbrücke über den Main unterhalb von Erlenbach denken. Da lief eine größere Wandergruppe über die Brücke und beguckte sich den Main, als unten zwei Motorboote durchkamen. Die beschimpften sich gegenseitig lautstark in der übelsten Weise mit allen gängigen Kraftausdrücken von A - W (mit X, Y und Z gibt es offenbar nichts ) - keine Ahnung, was da vorgefallen war. Oben auf der Brücke verwundertes Schweigen. Ich konnte es mir nicht verkneifen und habe runtergerufen: "Sportbootfahrer unter sich." Unten war schlagartig Ruhe. Dafür hat sich die Wandergruppe halb totgelacht.

    - Ein zweites Erlebnis war Situationskomik pur: in der Schleuse Offenbach kam ein talfahrendes Motorschiff in die Kammer - abstoppen, schräglegen, fest. Hinten legte der Schiffer selbst Hand an, nachdem die Maschine aus war, ein dicker, gemütlicher Typ. Mit in die Kammer sollte noch eine mittlere Motoryacht. Der Yachtskipper wartete sehr sehr lange, bis sich das Wasser beruhigt hatte und er von seinem Warteplatz aus losfuhr. Er stellte sich wirklich nicht sehr geschickt an, stand sichtbar unter Anspannung, rangierte einige Male mit größerem oder kleinerem Erfolg vor dem Poller hin und her, während die Frau versuchte, den Poller mit dem Haken zu angeln. Der dicke Schiffer sah sich das alles mit stoischer Ruhe regungslos die ganze Zeit von seinem Poller aus an. Ich erwartete eigentlich irgendeinen Kommentar von ihm, aber nichts dergleichen. Irgendwann hatte der Yachtskipper sein Schiffchen dann endlich fest und just in dem Moment, als sich auf seinem Gesicht ein Anflug von Entspannung, Erleichterung und Stolz nach diesem bestandenen Abenteuer breit machen wollte, rief der dicke Schiffer von seinem Poller aus gelangweilt nach hinten: "Mensch mach doch nich` so`nen Zirkus." Darüber lache ich noch heute. Der Yachtskipper fand das freilich nicht so lustig ("Wenn du vor mir solche Strudel machst!!" rief er in voller Erregung zurück).

    Gernot
    Geändert von Gernot Menke (28.07.2009 um 19:43 Uhr)

  2. #12
    Avatar von Jürgen
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    Ja, das ist so eine Sache: Es gibt bei jeder Fahrzeugart solche und solche.
    Was aber viele Freizeitkapitäne nicht begreifen können, ist, dass da ein Propeller zwischen 1,20 m und 1,90m Durchmesser werkelt und probiert, das zu ihm gehörende Schiff zu bändigen. Da haben schon die Berufsschiffe oft genug Arbeit um gerade hinterher zu fahren. Ein kleines Fahrzeug haut es dann natürlich durcheinander. Und wenn dann noch die Übung fehlt......

    Wir haben Bekannte, die haben wirklich nichts mit der Berufsschiffahrt zu tun, die sind schon oft im Main hinter uns in die Schleuse gefahren, die haben es abr gut drauf: Vernünftige Geschwindigkeit, rein in die Schleuse, ran an den Poller, Schlag zurück, fest! -- Halt wie im richtigen Leben. Schönen Gruß an das Sportboot "Marit" aus Nürnberg!

    Jürgen
    z.Zt. Regensburg
    "Tradition ist Bewahrung des Feuers, nicht Anbetung der Asche" (Gustav Mahler, österr. Komponist)

  3. #13
    Avatar von Power-Ship
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    Standard Freizeitkapitäne - Spezialisten in Fahrt

    @ Jürgen,
    wenn die Freizeit- und Hobbykapitäne alle so vernünftig wie Deine Bekannten wären, brauchte man sich über so etwas gar nicht aufregen. Dann hätte die Berufsschiffahrt ein Problem weniger! Siehe auch Kapitel "Sportboot im Schraubenwasser."
    ⚓ Decepcionado kun politiko, perfidita de homoj ... kie tio kondukas al?⚓

  4. #14
    Moderator Avatar von Norbert
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    Hi User,

    wenn man länger auf der Schleuse Arbeitet kann, man schon beim Einfahren eines Sportbootes in die Schleuse sehen ob die Besatzung geübt ist oder nicht.
    Ich muss leider feststellen, das sich der eine oder andere Sportbootskipper nicht an gegebenen Anweisungen hält.

    Die Schleusen Oberhausen und Gelsenkirchen haben Bodenfüllung, darauf werden die Skipper normalerweise hingewiesen. Sie werden aufgefordert das sie ca 15 bis 20 Meter hinter dem Untertor an einem Schwimmpoller festmachen können. Es gibt Spezialisten die musst du in der Kammermitte zurückpfeifen sonst liegen die 5 Meter vor Obertor.

    Wenn unsere Kammern in Normaler Geschwindigkeit befüllt werden, benötigen sie 7 Minuten für die 15.000 m² (15.000.000 Liter). (Es geht auch nicht schneller, nur Langsamer!) Dabei geht in der ersten Kammerhälfte (vom OT) Stömmungsmäßig die Post ab.

    Das ist Gottlob ein kleiner Teil. Die meisten sind froh das sie solche Info bekommen. Kein Yachtskipper hat gerne eine Beule im Boot und ich kenne keinen Schleusenwärter der gerne Havarieberichte schreibt.

    Gruß Norbert
    Zu fällen einen schönen Baum, braucht 's eine halbe Stunde kaum.
    Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk' es, ein Jahrhundert.

    Eugen Roth

  5. #15
    Avatar von Power-Ship
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    Standard Freizeitkapitäne - Spezialisten in Fahrt

    @ Norbert,
    wenn die fünf Meter vor dem Obertor bei Schleusungsanfang liegen, haben sie ja theoretisch -bei schlechtem Festmachen- nochmal die ganze Kammerlänge zur Verfügung, um nach der Schleusung zügig zu beschleunigen... --- bei der Bergschleusung, versteht sich!
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  6. #16

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    Hallo,
    das Problem ist...ich kann den Sportbootführerschein machen ohne vorher eine einzige Schleuse gesehen zu haben. Beim Führerschein für den PKW musst du heute vorher auf der Autobahn gewesen sein, bevor du dann in der Stadt deine Prüfung ablegst.
    Aber es ist wie immer....learning by doing ( Lernen beim Machen ). Manche lernen halt schnell und andere nie.
    Jürgen
    Alle Menschen sind klug....die einen vorher, die anderen nachher. (Voltaire)

  7. #17
    Moderator Avatar von Norbert
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    @ Jürgen II,

    ich kann den Sportbootführerschein machen ohne vorher eine einzige Schleuse gesehen zu haben
    da hast du Recht. Wenn die Leute dann noch hinter einem Berufsschiff in eine Schleuse Fahren sollen ?

    Wenn ich ehrlich bin ich musste das Steuern eines Binnenschiffes bzw. Manövrieren mit einem Dreischrauben Schubboot auch erst Lernen müssen, dabei habe ich öfter geschwitzt weil das Boot nicht so wollte wie ich.

    Gruß Norbert
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    Eugen Roth

  8. #18

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    @ Norbert,
    als ich unsere Gesa, wer sie immer noch nicht kennt: www.schleppergesa.de nach Berlin gefahren habe, war ich von Münster bis Wolfsburg allein an Bord. Schleuse Anderten hatte ich einen Motor vor mir und wollte dann an der Backbordseite anlegen...war einfacher mit der rechtsdrehenden Schraube. Angelegt hab ich dann an meiner Steuerbordseite. Ich mich mal umgeschaut, es waren Gottseidank keine Zuschauer da.
    Schöne Grüße vom Mittelrhein
    Jürgen
    Alle Menschen sind klug....die einen vorher, die anderen nachher. (Voltaire)

  9. #19

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    Hier in Holland braucht man bis 15 meter und 20 kmr pro stunde gar kein Sportbootführerschein ?????
    http://binnenvaartlog.nl

  10. #20
    Kitzi
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    Hallo Fahrensmänner! Als ich noch aktiv war und wir aus der Schleuse Steinbach zu Tal ausgefahren waren,meinet einer von zwei Freizeitkapitänen er müsste AK überholen.Der andere hat sehr vernünftig überholt.Das einzige Problem bei der Geschichte war,dass der Deckwaschschlauch noch im Gangbord lag (wir waren mit Maintiefgang abgeladen) und der erste "Kapitän" meinte "wer bremst verliert" also den Hebel auf den Tisch gelegt hat.Ich also den Boss (Friedrich) gerufen und den Schlauch wieder reingeholt. Dann kam die Schleuse Rothenfels und die 2 Sportboote wieder hinter uns.Nachdem wir abgeschleust waren,lief das Schiff (zwangsläufig) zurück und ich wartete bis kurz vor den Sportbooten um selbst mal den Hebel auf den Tisch zu legen.Der langsamere von den Beiden hatte nicht viel Schraubenschlag abbekommen,jedoch der "Schnellere".Der hatte Mühe,seine Dschunke zu halten.Er hat uns übrigens auf der Haltung nach Lengfurt nicht mehr überholt!
    Angekommen in der Schleuse Lengfurt kam der langsamere Sportbootkapitän her und meinte nur:Ich weiss was du vorhin vorhattest und ich fand es auch nicht richtig so an einem Schiff vorbeizufahren. Daher mein Apell an die Sportboot-Kapitäne:Macht langsam wenn ihr ein Schiff überholt bzw ihr einem Schiff begegnet,dann klappt es auch unter den sogenannten Kollegen!
    Geändert von Gerhard (03.07.2010 um 00:45 Uhr) Grund: Freigeschaltet

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