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Thema: Diskussion um die Frachtraten

  1. #21
    Administrator Avatar von Stadt_Aschaffenburg
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    Schon wieder einen wichtigen Satz vergessen:

    Was Euch bleibt, ist euch auf Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit zu berufen und den Preis dafür zu verlangen. Wer es nicht bezahlen will, muß eben weiterhin hoffen, daß der Kahn, der die Ware fährt, nicht schon unterm Kran zusammenbricht

    LG
    Micha
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  2. #22

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    Hallo Micha

    Gerade in der heutigen Zeit, ist Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit besonders wichtig. Da kann man Punkten.

    Viele Grüße Albert

  3. #23
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    hannibal,

    die geschichten kennen wir alle. begründe sie doch mal und nenn uns die ursachen dafür!
    abwracken, dafür müsste es erstmal soviel geld geben, dass genau so viel kapital für den neubau übrig bleibt, als beim verkauf eines schiffes!
    das wiederum wird als eingriff in den freien markt angesehen (von den politikern).
    ich bin mit sicherheit ein begeisterter schiffer, jung und voller tatendrang. nur meine marwi ist mein bisher 2. schiff und ist wie das 1. älter als ich selbst.
    der gesunde menschenverstand sagte mir bisher (trotz mehrfacher "guter" angebote): bleib lieber ein kleiner herr, wie ein großes arschloch!
    ich habe im verhältnis zu den meisten kollegen wenig schulden auf meinem schiff, trotzdem ist das im moment nicht grade zum totlachen!

    ich sehe, und ich sah hier noch nie den bedarf, dem markt in dieser anzahl neuen "subventionierten" schiffsraum zu zu führen und die möglichkeit, diesen auch zu bezahlen zu können.(auch nicht in holland, wie sich gezeigt hat)
    die tatsache ist nunmal die, dass "schiffahrt unsterblich ist" (soll heißen, dass auch die alten fahrzeuge in meist gutem stand sind und auch über jahrzehnte modernisiert wurde) und somit nicht einfach vom markt verschwindet!
    fakt ist, dass wir, wenn wir von ständigen wiederholungen ausgehen, besser auf unserem alten schiffsraum bleiben, als uns immer weiter in schulden zu stürzen.

    nein! so einfach ist das nicht.

    wenn man möglichkeiten zur finanzierung solcher schiffe schafft, muss man auch notfalls regeln treffen um sie bezahlbar un unterhaltbar machen,...sonst geht der sinn innovation und risiko zu übernehmen verloren!

    wenn ein pole mit einem fahrzeug, für welches ein deutscher oder holländer keine zulassung mehr bekommt ohne auflagen am gleichen markt mitwirken kann, ist das eine reine wettbewerbsverzerrung! ...und da sind unsere politiker gefragt, die uns mit einem steuersystem über kurz oder lang eh dazu zwingen das risoko zu vergrößern, wenn das schiff abgeschrieben ist!
    somit wird die existenz nur zum spiel auf zeit gemacht und fördert bei mir nicht unbedingt das interesse, ein neues schiff zu bauen (wo durch ich wiederum arbeitplätze schaffe), obwohl ich in meinem alter eigentlich der richtige kandidat dafür wäre.

    ich bin nicht der einzige, dem das vertrauen in "die großen" fehlt um sich den aufgaben mit "modernen schiffsraum" zu stellen und um mehr risiko zu übernehmen.
    viele, die es machen (auch in holland) betreiben es auch als die berühmte flucht nach vorne, weil banken sie dazu zwingen (risko geht da sehr oft auf den staat über) oder steuerparagraphen gepaart mit bankvorgaben (umsatz umsatz umsatz) keine luft für den "normalen unternehmer" lassen!

    das hat nichts mit dem euro zu tun, sondern mit dem zwang den unternehmer für modernisierungen in die pflicht zu nehmen aber den markt widerum nicht ost-west, sondern west-ost anpasst!

    letztlich passiert mit der geiz-ist-geil-methode sowas wie in st. goar.
    das längsschott, welches unweigerlich ein kentern verhindert hätte, wird in neue schiffe aus sparmaßnahmen nicht mehr eingebaut, weil der herr großkapitalist und sein gefolge, den wirtschaftlichen verlust, der durch das höhere eigengewicht entstanden wäre, nicht tragen will...soooooo sieht das aus!

    und das ist nun das ergebnis einer (angeblich) freien marktwirtschaft, in der ausschließlich konzerne und banken preisabsprachen treffen dürfen, und so den markt beeinflussen, zum gunsten der armen banken und ihren aktionären! ...bauernopfer ist die arbeitskraft der allgemeiheit und die existenz kleinerer unternehmer, die die zeche zahlen oder zu grunde manipuliert werden!

  4. #24
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    Zitat Zitat von Stadt_Aschaffenburg Beitrag anzeigen
    Im Zweifelsfall muß ein Unternehmer dann eben schauen, wo in Europa die Rahmenbedingungen für ihn am besten sind und sein Unternehmen eben dort anmelden. Wir haben ja freie Standortwahl...

    LG
    Micha
    veto!!!!

    standortwechsel in ein anderes land, ist nicht einfach so möglich! dank dem arbeitnehmer-überlassungs-gesetz ist es uns "kleinen" ja nicht einmal erlaubt, unser personal zb. in luxembourg anzumelden und so das lohnniveau der "großen" bieten zu können!

    beim kompletten ausflaggen, musst du deinen betrieb in deutschland erst so versteuern, als wenn du ihn aufgibst! dh. über 50% an papa staat (der will doch nicht, dass wir steuerflüchtig werden)

    beispiel:

    schiffsverkehrswert: 1.000.000€
    schulden: 500.000€
    bliebe ein gewinn von :500.000€

    steuern sind soweit ich weiß 56% auf den gewinn. also wären erstmal 280.000€ steuern fällig, die du dann mal eben finanzieren musst. (hätte ich nicht grade so rumliegen)
    dann darfst du gehen!

    die gründung einer tochtergesellschaft im ausland ist auch nicht so einfach, da wir ja bekanntlich zu wenig zeit und umsätze haben (wie vorgeschrieben) dort ein büro für ein einziges schiff zu unterhalten. (wird auch bei den banken nicht grade unterstützt)

    darüber hinaus, musst du (wenn du die steuervorteile auch nutzen willst) nachweisen, dass du so und so viel tage im jahr auch dort lebst und nicht zu viele tage in deutschland bist, weil du sonst trotzdem vom fiskus zur kasse gebeten wirst!
    über das wechseln der staatsbürgerschaft, schreibe ich an dieser stelle mal nichts...aber ich denke, dass es auch nicht so einfach sein wird, ein pole zu werden;)

    ergo: für den einzelnen unternehmer ist das so gut wie unmöglich, da nicht finanzierbar!
    Geändert von Stadt_Aschaffenburg (01.02.2011 um 16:03 Uhr) Grund: Zitat gekürzt, damit wir mehr Platz haben :)

  5. #25
    Super-Moderator Avatar von Joana
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    Hallo zusammen,
    Ich habe mich bis jetzt aus solchen Diskussionen herausgehalten, aber jetzt möchte ich doch mal für die eintreten, die auch für ( zu )
    wenig Geld fahren. Es wird immer vergessen, dass es um grosse Existenzängste geht. Wie bezahle ich meine Aussenstände, Lebenshaltungskosten, mein nächstes Essen, meine Familie usw. Da geht es um reinen Überlebenswillen. Da wird oft auch ein Auftrag angenommen, der nur scheinbar Geld bringt, aber nur die Oberfläche der Not löscht. Immer noch besser als nichts. Die in dieser Situation sind, können sich oft auch nicht stark machen um ihre Situation zu ändern, da sie beschäftigt sind das Nötigste zusammenzukratzen um zu überleben und man muss bedenken, dass auch sich organisieren Geld kostet. Fahrten zu Treffen, Telefonate usw. Grüsse Joana

  6. #26
    Avatar von Jürgen F.
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    Naja. es sind halt nicht alle gleich gestellt.
    Ich kenne etliche Eigner, die ein erheblich älteres Schiff als Christian haben und vor 30 bis 35 Jahren nur ein Zehntel dafür bezahlt haben. Da lautet die allgemeine Meinung immer:
    Der hat sein Schiff bezahlt!

    War wohl nix. Einigen Kollegen steht das Wasser wirklich bis zum Hals.
    Ich glaube, ein wenig Glück gehört auch dazu.

    Gruß Jürgen F.
    Wer nicht ans Ruder darf, der wird auch das Fahren nicht lernen


    http://juergens-schiffsbilder.jimdo.com/

  7. #27

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    Meine Meinung als Außenstehender:

    Ist es nicht so wie überall in der freien Wirtschaft? Ihr seid Kollegen, aber in erster Linie doch auch Konkurrenten. Und in schwierigen Zeiten überleben halt nur die "besseren" (aber wahrscheinlich eher die glücklicheren/pfiffigeren/vielleicht sogar schlitzohrigeren?).

    "Survival of the fittest"

    Ich würde mir wünschen, daß ich mich hier irre...

    Gruß
    Thomas

  8. #28

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    ich kenne dies angst umsüberleben hab es selbst durch,unser schiff verloren an die sogenannte kette.es war schlimm .
    nicht das wasser bis zum hals neee unterkante oberlippe und wenn du den mund auf gemacht hast schwapp die brühe rein.jetzt geht es anders weiter .aber einstkann ich mit ruhigen gewissen sagen einmal schiffer immer schiffer .vater hat es mir in meine wiege gelegt und ich bin stolz drauf

  9. #29
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    Zitat Zitat von Joana Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,
    Ich habe mich bis jetzt aus solchen Diskussionen herausgehalten, aber jetzt möchte ich doch mal für die eintreten, die auch für ( zu )
    wenig Geld fahren. Es wird immer vergessen, dass es um grosse Existenzängste geht. Wie bezahle ich meine Aussenstände, Lebenshaltungskosten, mein nächstes Essen, meine Familie usw. Da geht es um reinen Überlebenswillen. Da wird oft auch ein Auftrag angenommen, der nur scheinbar Geld bringt, aber nur die Oberfläche der Not löscht. Immer noch besser als nichts. Die in dieser Situation sind, können sich oft auch nicht stark machen um ihre Situation zu ändern, da sie beschäftigt sind das Nötigste zusammenzukratzen um zu überleben und man muss bedenken, dass auch sich organisieren Geld kostet. Fahrten zu Treffen, Telefonate usw. Grüsse Joana
    meine liebe joana,

    wenn ich diese sprüche schon höre wie: "besser als in die hohle hand geschissen..." usw. dreht sich mir der magen um!
    Wenn ich höre:"lad ein, dann bist du da wo die ladung ist...." kann ich nur sagen, mein schiff ist immer da wo die ladung ist...und wenn die nicht bezahlt wird, mache ich meinen laderaum erst garnicht dreckig! sicher fahre ich nicht nur die "dicken" sachen, aber kostendeckend ist es mindestens, oder es bleibt draussen!

    ich habe auch schwere zeiten gehabt, in denen die kostendeckenden reisen in ihrer monatlichen anzahl längst nicht mehr reichten, um die kosten zu decken...habe auch große existenzangst gehabt und doch überlebt! (bis jetzt)

    letztlich ist es so, wie es schon mein urgroßvater sagte:"leber pleite liegen, wie pleite fahren!" (strengt weniger an, schont nerven und material...und vor allem entzieht es dem markt den schiffsraum!)

    arbeiten um verluste einzugrenzen, statt kosten zu decken, ist wie mit manchen hoffnungslosen komapatienten.....lebensverlängernde maßnahmen!

    und selbst die kosten zu decken, kommt dem ebenfalls gleich, denn der spruch "stillstand ist rückgang" ist zutreffender, als man es annehmen kann.

    wenn sich alle so wie ich oder kawumm 68 verhalten hätten, wär sicher auch das frachtniveau etwas gefallen, aber sicher nicht in diesen desaströsen dimensionen!

    ich habe auch familie, kind, haus, etc. und sehr sehr hohe unkosten...aber letztlich ist es so, dass bei einer pleite noch keiner verhungert ist in deutschland!
    man muss auch mal stur sein.

    ich bin auch in große schwierigkeiten gekommen und musste bei der bank antraben. ich hab dem eiskalt gesagt:" was wollt ihr eigentlich von mir? ihr habt in eurer gier die weltwirtschaftskrise ausgelöst, anschließend euch mit "unseren steuergeldern" saniert und besitzt die frechheit uns was von baselII zu erzählen und fragt uns nun nach konzepten und sicherheiten (schiff, haus) die plötzlich extrem an wert verloren haben sollen?!? macht ihr doch konzepte, und wenn ihr nicht helfen wollt, hier ist der schlüssel...gute reise!!!!"

    plötzlich sah ich dumme fragende gesichter und im nächsten moment wurde anstandslos geholfen, und ich hatte die luft, die ich zum aushalten brauchte....bin ich superman oder was? das kann nur ich??? glaube ich kaum!

    und wer es geschäflich nicht auf dem kasten hat, der soll als setzschiffer fahren und nicht den markt verschmutzen!!!

    ich habe vor 7 jahren mit null angefangen, mein 2. schiff unter dem arsch, ausfälle en masse gehabt, für ne 1/4 millionen ne neue maschine einbauen müssen, und und und...also mit glück war ich auch nicht gesegnet und es ging mir noch nie so wirklich blendend... hab oft auf der rasierklinge getanzt...aber meinen stolz, meine selbstachtung und den charakter den habe ich nie verloren!

    wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, der hat schon verloren!

    der im kampfe verliert, braucht sich auch für nichts zu schämen!

    ich sage immer: "ich bin wie ne hure, für geld mach ich so ziemlich alles...nur bin ich keine billige hure!"

  10. #30

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    Hallo Weser Sailor
    Solange es Menschen gibt wird sich nichts ändern . In jeder Branche gibt es schwarze Schafe sogar alle Länder versuchen sich immer den eigenen Vorteil zu Erschleichen .
    Ich habe 35 Jahren Selbstständig gearbeitet kleiner Handwerk Betrieb war nie bereit für ein Butterbrot zu Arbeiten und habe meinen Mitarbeiter immer recht Bezahlt
    Aber es war in unserer Branche wenn ein grosser Betrieb Konkurs ging ,gab es danach 6 kleine daraus die zu jedem Preis Arbeiteten !!!! Dadurch wurden die preise immer schlechter .
    Es ist immer schwieriger klein zu bleiben ,und seriös zu Rechnen ,die Versuchung durch Grösse billiger zu Fahren ist zweifelhaft und mit grossem Risiko verbunden .
    Wenn dann wie bei uns ende Jahr die Versicherungen ,Steuern Krankenkasse 13. Gehalt Bezahlt werden sollten ist kein Geld mehr Vorhanden , denn was in die Kasse kommt ist nicht Gewinn
    was manche Anfänger nicht begreifen
    Mit den besten Grüssen Hannibal

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