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Thema: Leberwurst

  1. #21
    Avatar von Muranfan
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    Standard Leberwurst 1967 in Worms von Gunter Dexheimer

    Werte Kenner der Rheinschiffahrt,

    habe gestern von Käpi Walter Laué zum erstenmal etwas von einer "Leberwurst" gehört. Anscheinend ist in einem NL-Forum eine Diskussion über einen solchen Verband im Gang. Damit auch die im holländischen weniger bewanderten User (so wie ich) davon etwas lernen, wäre es schön, dies auch in unserem Forum zu haben.
    Vielleicht kann uns Gernot hier Übersetzungen und den Stand der Erkenntnisse vermitteln.

    Es geht um ein Foto aus dem Buch von Gerd Schuth "Motorschlepper auf dem Rhein" und zeigt die Aufnahme von Gunter Dexheimer vom 26. Juli 1967 in Worms mit Boot UNTERWALDEN und einer Leberwurst. An diesem Tag hat mein Freund Gunter insgesamt 12 Fotos von diesem Verband aufgenommen.

    Achtung: Die Negativnummern laufen rückwärts!

    Bei Negativnummer 1a sehen wir das Bild aus dem Buch, welches ich soeben neu eingescannt habe. Hier geht die Diskussion um die Führung der Drähte.

    Daher anschließend Negativnummer 0a: Hier sieht man deutlich, das die Drähte zu den Anhangkähnen nicht über die Leberwurst führen.

    Zuletzt der Nachschuß Negativnummer 34a: Hat sicher "Freude" gemacht, so einen Verband neben dem Schraubenwasser des 4000 PS-Giganten zu steuern.......

    Freue mich auf weitere Aufklärungen,
    Grüße von der Donau
    Muranfan
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Name:	DX 67-20-1a Unterwalden mit Leberwurst am 26.07.1967 in Worms   Foto Dexheimer.jpg 
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  2. #22
    Historische Bilder Avatar von Ernst
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    Standard Leberwurst

    Hallo, Fakt ist diese Kombination von einem Schleppschiff und einem „Bac“ wurde immer als ein „Freifahrer“ geschleppt.

    Das heißt die Schleppdrähte der anderen Schiffe wurden nicht an Backbord „gebriedelt“.


    Im KF-Forum ging es um die Frage fährt „er“ über die Schleppstränge der anderen Anhänge oder nicht.

    Des weiteren wurde darüber diskutiert ob die Stränge in das Ruder der „Leberwurst“ geraten könnte.
    Einige glaubten auch das die Schleppstränge mittschiffs der „Leberwurst“ gebriedelt wurden.

    Gruß Ernst
    Geändert von Ernst (18.07.2018 um 10:13 Uhr)
    Wer glaubt alles zu wissen ist dumm. © by E.Krobbach

  3. #23
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    Standard

    Hallo Murafan und Ernst,

    danke für eure Beiträge! Zunächst hier einmal der Ort der niederländischen Diskussion im sleep en duwvaartforum (also nicht binnenvaartforum) unter dem Thema Rijnsleepvaart, damit jeder die Diskussion nachvollziehen kann:
    http://www.kustvaartforum.com/viewto...=800&start=950
    Ich gehe später noch näher drauf ein.

    Toll in # 21 das Bild 2, wo man tatsächlich vor dem weißen Hintergrund des Schraubenwassers die Drähte erkennen kann, die offensichtlich also nicht gebrittelt (oder gebriedelt? Vielleicht ist das eine deutsch, das andere niederländisch) sind. Die Frage ist nur, wo die weiter nach hinten gehenden Drähte in Bild 1 (ebenfalls #21) sind! Ja wohl unter der Leberwurst. Und ob das keine Probleme gibt, für den Schottel der bac oder für das Ruder ganz hinten oder für die Steuerfähigkeit der Leberwurst ... und zu guter Letzt für die Drähte selbst!

    Da das zu berg aufgenommene Foto die Leberwurst wieder in herrlicher Position zeigt, gab es offenbar tatsächlich keine Probleme. Hoffen wir, daß wir noch herausbekommen, wie das GENAU ablief mit den Drähten in einer solchen Situation wie auf Bild 2. Wir bräuchten da mal ein paar Tipps von Leuten, die damals an Bord waren ...!

    Gernot

  4. #24
    Moderator
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    Standard

    Nach nochmaligen Studieren der vergrößerten Fotos bin ich der Meinung, daß die Drähte, so wie sie auf dem zweiten Bild verlaufen, eher vom Heck der Leberwurst zur Seite gedrückt und nicht überlaufen werden.

    Zudem sieht man auf diesem zweiten Foto deutlich den Draht, der zum Kopfpoller der bac führt. Er ist aber nicht rack - das liegt wohl am Moment, weil der etwas querliegende Anhang beschleunigt hat.

    Gernot

  5. #25
    Avatar von Muranfan
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    Standard Neues von der Leberwurst in Worms 1967

    Hallo Gernot,

    besten Dank. Bin ja kein Leberwurst-Fan (und die am Rhein waren nicht unbedingt "schön"), aber das ist recht interessant.

    Sofern erlaubt, bitte ich darum, den dortigen Beitrag auf Seite 97 von Gerd Schouwstra hier zu übernehmen, da er alle (?) 12 Leberwürste aufführt.
    Hatten andere Reedereien auch derartige Verbände?

    Bis wann etwa fuhren die Leberwürste?

    Anbei das erste Foto aus der Serie, da läuft der Schleppverband mit Leberwurst noch "ordnungsgemäß".

    Dann ein Foto vom Heck der UNTERWALDEN mit dem Verlauf der Drähte (auf den Original-Fotos in normaler Auflösung ist das gut zu erkennen).

    Gunter Dexheimer hat in seinen Notizen an diesem Tag nichts von Problemen geschrieben, der Verband hat seine Fahrt also oberhalb der Wormser Brücke ohne besondere Vorkommnisse fortgesetzt.

    Nachtrag:
    Der Name des Schub-Schlepp-Leichters ist GEMMA

    Gruß von der Donau,
    Muranfan
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Name:	DX 67-20-2a Unterwalden mit Leberwurst am 26.07.1967 in Worms   Foto Dexheimer.jpg 
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    Geändert von Muranfan (18.07.2018 um 19:39 Uhr) Grund: Nachtrag

  6. #26
    Moderator
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    Standard

    Ja, ich finde auch, daß das ein sehr interessantes Foto ist. Hoffentlich bekommen wir noch die Aussage des ehemaligen Kapitäns der UNTERWALDEN ... ich bin guter Dinge.

    Die Diskussion im niederländischen Forum ist insoweit überholt, als es um einen Brittelhaken am Schubleichter GEMMA geht: es gibt keinen. Er hat einen eigenen, zu den Kopfpollern führenden Draht und die anderen Drähte gehen nach hinten, offensichtlich am Heck des tief im Wasser liegenden Schleppschiffs vorbei. Demnach war es möglich, daß die Drähte beim Steuern so zur Seite gedrückt wurden, trotz der auf ihnen lastenden Zuglast. Daß das möglich gewesen war, wird auch im sleep- en duwvaartforum gesagt.

    Das Schiff mit dem GEMMA vornedran - laut untenstehendem Text hieß die Kombination beider Einheiten "Schub-Schlepp-Leichter", nicht der Leichter alleine - macht hier wohl aus unerfindlichen Gründen - extra für Gunter Dexheimer? - einfach einen Hauer.

    Im NL-Forum heißt es aber auch - unter Berufung auf einen alten Kapitän der Schweizer Reederei - daß vorne am Kopf des Leichters gebrittelt worden wäre. Das mag gut sein, ist hier bei der UNTERWALDEN-Fotoserie aber definitiv nicht der Fall.

    Dann gibt es noch ein interessantes Posting von jemanden, der hinter dem Schleppboot TREKVOGEL oft mit einem großen van Ommeren-Schleppschiff auf der Nr. 1 Position fuhr, mit mehreren großen Schleppschiffen dahinter. Der sagt, daß sie auf den hinteren der vier Kopfpoller gebrittelt hatten, zusätzlich aber noch am hintersten Gangbordpoller einen "strop" gemacht und dicht beigebunden hatten, damit die weiter nach hinten führenden Stränge nicht ins eigene Ruder gerieten. Das sei einmal, wo sie nicht dicht genug beigebunden hatten, passiert und sie hätten mit fünf Mann am Ruder ein paar bange Minuten durchlebt (die Leute im Bootshaus eines Rudervereins auch ).

    Die 12 Schleppschubleichter: Gerd Schouwstra (Waterman) bringt (im Kustvaartforum > Sleep- en duwvaartforum, Thema Rijnsleepvaart, S. 97) eine Auflistung und schreibt:
    Die Schweizerische Reederei / Alpina ließ 1962 als Ersatz für veraltete Schleppschiffe zwölf Schubleichter von 60 m Länge und 995 Tonnen bauen, um damit im Koppelverband zu fahren. Diese Leichter hatten einen Schottelantrieb von 170 PS, um im Hafen manövrieren zu können sowie eine Wohnung für die Besatzung mit einem Steuerstand. Ein eigenes Ruder für die Flußfahrt hatten sie aber nicht. (Anm. von mir: einer fuhr mit so etwas später auf dem Neckar, im KV bzw. stückweise allein) . Die Leichter wurden nach Sternbildern benannt und wurden „Sternschnuppen“ genannt. Der erste hieß ANDROMEDA. Hinter den Schubleichter wurde ein Schleppschiff von 80 m gekoppelt, das natürlich ein Ruder hatte. So fuhr der Koppelverband mit im Schleppzug, u.a. mit der UNTERWALDEN. Die Kombination wurde SSL (Schub-Schlepp-Leichter) genannt. Das Schleppschiff mußte ein zweites, höher plaziertes Topplicht führen."

    ANDROMEDA (7000704), Bj. 1962
    bei Hitzler in Lauenburg -> später ORIDA III (6002256)
    AURIGA (7000705), Bj. 1963
    bei Hitzler in Lauenburg -> später Containerschiff MANUELA (2318590)
    COLUMBA (7000706), Bj. 1962 b
    ei Hitzler in Lauenburg -> umgebaut zum Tanker, 1999 verschrottet
    SAGITTA (7000719), Bj. 1963 b
    ei Hitzler in Lauenburg -> 1986 AISCH -> später SCHWINGE/BKS (4503150)
    CORONA (7000720), Bj. 1963 b
    ei Hitzler in Lauenburg -> später FELIX (4305940)
    LYRA (7000721), Bj. 1963 b
    ei Hitzler in Lauenburg -> 1984 SCHONDRA (4502810) -> 2002 nach Ungarn
    ARA (7000728), Bj. 1962 b
    ei Hitzler in Lauenburg -> 1999 verschrottet
    CAPELLA (7000729), Bj. 1963 b
    ei Peters in Wewelsfleth -> 1988/89 ZENN (4503340), später naar BKS
    GEMMA (7000730), Bj. 1963 b
    ei Peters in Wewelsfleth -> später RU (1822680)
    MUSCA (7000731), Bj. 1963 b
    ei Schipper & Görn in Lauenburg -> später ROJO (6002257)
    WEGA (7000732), Bj. 1963 b
    ei Schipper & Görn in Lauenburg -> RORSCHACH -> 1994 LINDENFELS -> KÜMMEL 7 -> SKD 7 (4503640)
    URSA (7000733), Bj. 1963 b
    ei Peters in Wewelsfleth -> 1984 THULBA (4502820) -> OSTE/BKS

    Gernot

  7. #27
    Avatar von Muranfan
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    Standard SCHONDRA ex LYRA

    Toll, danke!

    jetzt kann ich auch etwas mit SCHONDRA anfangen, den habe ich (im Schlepp von Motorzugschiff TATABÁNYA der MHRT) mal auf der Donau erwischt.... also quasi eine Leberwurst als Leberwurst auf der Donau...........................

    Allerdings war das ein Talschleppzug und SCHONDRA war neben GMS ALTMÜHL gekoppelt. Außerdem war dies am 25. Juli 2000, daher würde ich behaupten wollen, dass SCHONDRA im Jahre 2000 (und nicht 2002) nach Ungarn ging.


    Muranfan

  8. #28
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    Standard

    Hallo Murafan,

    ALTMÜHL - SCHONDRA ist auch so ein Stichwort - ein früher Gelenkverband auf dem Main so um die Mitte der 1980er ... aber ich will das Faß hier nicht aufmachen, sondern verweise nur HIER auf den entsprechenden Link.
    Was diese Sternschnuppen-Leichter so alles erlebt haben!

    Gernot

  9. #29
    Administrator Avatar von Gerhard
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    Standard Unterwalden

    Hallo

    möchte auch ein weinig abschweifen, schön zu erkennen sind die 3 Fenster als Erkennungsmerkmal der Unterwalden.

    Gruß Gerhard
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  10. #30

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    Hallo,

    meine Ergänzung zu # 26:

    Ich erinnere mich noch, das mein Vater auf dem SK Winschermann 48 - abhängig vom Wasserstand und Tiefgang - manchmal vor der Einfahrt ins Binger Loch am hinteren Gangbordpoller nur mit einem kurzen Draht zusätzlich "britteln" ließ, um ein Ruderrisiko zu vermeiden.

    Gruß
    Rome

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