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Thema: Bouteur

  1. #1
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    Standard Bouteur

    Wer weiß denn, was ein Bouteur ist oder eher war?

    Mag sein, daß solche Fachwörter aus dem Penischenvokabular hierzulande unbekannt sind. Die Saarleute müssen es aber wissen. Denn ein Bouteur war extrem wichtig und ein unabdingbares Requisit einer jeden Schlepp-Penische!

    Auf dem angehängten Bild ist einer zu sehen ... aber ich weiß nicht, ob das Bild eine Hilfe ist oder eher in die Irre führt. Denn der Bouteur wird hier gerade nicht gebraucht und daher zweckentfremdet!

    Gernot
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  2. #2
    Super-Moderator Avatar von Joana
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    Standard Bouteur

    Hallo,

    schau mal hier - Beitrag #3
    Da gibt es sogar ein Bild davon.
    http://www.binnenschifferforum.de/sh...hristof-Ruthof

    Grüße Joana

  3. #3
    Moderator
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    Prima, wußte ich gar nicht mehr. Dann müßte er auf dem obigen Bild ja nun zu entdecken sein!

    Gernot

  4. #4
    Moderator
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    Der Bouteur, der im Link in # 2 zu sehen ist, ist natürlich der moderne, stählerne Nachfolger des ursprünglichen Bouteurs, ein ganz normales Kopfruder also, das bei abgeladenem Schiff in seiner Versenkung in einem Kasten schlummert und für die Leerfahrt heruntergekurbelt werden kann.

    Ursprünglich war die Handhabung des Bouteurs sehr viel umständlicher – er mußte unter dem Schiff montiert bzw. für die beladene Fahrt wieder abgenommen werden. Auf dem Foto in # 1 ist das Schiff abgeladen und der Bouteur der alten Sorte, der aus Eichenholz hergestellt und mit Eisenbeschlägen versehen war, hat gerade Pause. Das riesige, trapezförmige Brett ist auf dem Foto quer vor dem Laderaum zu sehen und ist so nicht nur aufgeräumt, sondern dient zugleich dazu, die Ladung im Zaum zu halten.
    Ein früherer Saarschiffer hat mir zum Umgang mit dem ursprünglichen Bouteur Folgendes geschrieben:

    „Vorne in der Hef (Vorderunter) war ein Rohr auf den Boden geschweißt in Höhe bis unter den Fußboden, also so 50 cm. Unten offen, so 60 mm Durchmesser, oben mit vier Schrauben ein Deckel auf einem Flansch.

    Wenn man leer war, schraubte man den Deckel ab, zog von vorne einen dünnen Draht unter dem Schiff durch bis an dem Rohr vorbei, dann ließ man innen in das Rohr einen Draht runter mit einem Stück Eisen am Ende, das ließ man einige Meter ab.
    Dann zog man den Draht unter dem Schiff ziemlich rack nach vorne und konnte damit den abgelassenen Draht packen.
    Diesen Draht machte man am Bouteur fest. Der Bouteur hatte die Form eines Trapezes und war aus Eichenholz, etwa 2,80 Meter lang an der langen Kante und 1,80 an der kurzen und unteren Kante. Etwa 1/3 von vorne war der Schaft eingearbeitet.
    An diesen Schaft machte man den abgelassenen und gefangenen Draht mit einem Kuhmaul fest und warf den Bouteur über Bord und zog an dem Draht den Schaft in das Rohr im Boden.
    Durch den Schaft war eine Bohrung so daß man einen Bolzen durchstecken konnte, wenn der Bouteur oben war, also soweit hochgezogen war, wie es ging.
    Nun machte man den Draht los und steckte von Deck ein Rohr durch eine Öffnung, das unten einen Vierkant hatte, den man auf den Vierkant am oberen Ende des Schaftes des Bouteurs steckte.Oben setzte man nun ein Querrohr auf die Bouteurstange und konnte damit den Bouteur bedienen. Wenn man an der Ladestelle war, baute man das Teil umgekehrt wieder aus. Wehe man vergaß, den Deckel wieder drauf zu schrauben.

    Den Bouteur hatte man als Schleppkahn, weil es ohne gar nicht gegangen wäre. Früher fuhren die Schiffe im Kanal leer ohne viel Ballast und das Steuerhaus wurde abgebaut. Das Schiff lag also immer flach auf dem Wasser und war im Wind sehr empfindlich, also mit Bouteur.“

    Gernot

  5. #5
    Avatar von LorenzE
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    Das scheint mir ja eine ziemlich mühsame Angelegenheit gewesen zu sein. Spannend!

    Die Schiffe auf dem Brienzersee haben, weil auf der Aare ein längeres Stück rückwärts gefahren werden muss, auch ein Kopfruder.
    Auf dem Vorschiff muss nur eine Verriegelung geöffnet werden und schon kann das Schiff mittels eines zweiten Haspels auf der anderen Seite des Steuerstandes gesteuert werden.

    Grüsse,
    Lorenz
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  6. #6
    Avatar von Wasserratte
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    Was ist das wieder interessant. Tja, man lernt eben nie aus , ich wusste gar nicht, dass es sowas gab.
    Mit freundlichem Gruß Christa

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