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Thema: WERRA: Schleuse Hannoversch Münden

  1. #1
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    Standard WERRA: Schleuse Hannoversch Münden

    Das ist die Werra-Schleuse (im Gegensatz zur Fulda-Schleuse) in Hannoversch Münden (den Kunstnamen "Hann. Münden" finde ich zu albern - die Einheimischen sagen eh Münden). Wo wir gerade bei den Namen sind: die Weser hieß ursprünglich einmal Visraha oder Wisaraha, was "Westfluß" bedeuten soll. Zur Zeit Karls des Großen hatte sich der Name der Weser inzwischen in Wirraha geändert. Im Namen Werra hat sich diese Form weitgehend erhalten. Eigentlich sind Werra und Weser also derselbe Fluß und die Fulda damit ein Nebenfluß der Weser. In schiffiger Hinsicht gehören Weser, Werra und Fulda sowieso zusammen und so stelle ich die Werra-Schleuse Hannoversch Münden hier unter der Rubrik Weser ein.

    Die Stelle ist wildromantisch. Zunächst die Alte Werrabrücke, die vor 1329 gebaut wurde. Die Durchfahrtshöhe beträgt hier in einem gekrümmten Bogen an der höchsten Stelle laut Schild nur 2,80 m - ob hier außer Paddlern und dem WSA noch irgendeiner durchkommt, weiß ich nicht. Unterhalb der Brücke ist die Strecke bis zur Schleuse mit sechs oder sieben Pfählen abgetrennt, denn auf der linken Seite liegt das Nadelwehr mit seinem Sog. Es ist bestens erhalten - ich hoffe und vermute, daß es an dieser herausragenden Stelle unter Denkmalschutz steht. Die Schleuse hat die Abmessungen 52,60 x 7,30 m.

    Die Schleuse steht auffallend hoch im Wasser. Es ist anzunehmen, daß es einfacher war, eine stabile Schleusenwand hochzumauern, als die Schleuse in die felsige Barriere hineinzubekommen, auf der weiter bergwärts die Alte Werrabrücke ihr Fundament haben dürfte. Diese Felsbarriere war der Grund für den Mündener Stapel, von dem ein ganzes Speditionsgewerbe lebte. Noch um 1850 hatte die Landesregierung in Hannover den Mündener Wünschen nach einem Erhalt der Felsbarriere in der Werra entsprochen! Kurzsichtiges, rückwärtsgewandtes Denken in einer schwierigen Umbruchzeit.

    Damit war es ab 1866, als Preußen der neue Landesherr geworden war, vorbei. Der Bau der Werra-Schleuse sollte der Schiffahrt auf der Werra eine freie Fahrt in die Weser ermöglichen. Der Schleusenbau stand wohl auch im Zeichen weiterreichender Pläne, wie diesem Link zu entnehmen ist. Ebenso paßt der Bau der zweiten Schleuse in Hameln in diesen Kontext. Auf dem Oberhaupt steht das Jahr 1878, das Einweihungsdatum der Schleuse war aber offenbar erst 1881. Das war schon zu spät, da praktisch zeitgleich mit dem Bau der Schleuse auch konkurrierende Eisenbahnlinien fertig wurden.

    Gernot
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  2. #2
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    Standard Schwierige Einfahrt

    Ich stelle noch drei ganz interessante Bilder hinzu:

    Zunächst die Bilder von dem Stück, das zwischen der Brücke und dem Obertor der Schleuse liegt: durch das Wehr zieht die Strömung zur Seite und die Einfahrt zu tal in die Schleuse ist sicher nicht ganz einfach. Vielleicht ist sie deswegen aus Sicherheitsgründen heute - offenbar permanent - gesperrt. Die Pfähle bieten nur für größere Fahrzeuge Sicherheit und sie sehen auch relativ neu aus. In dem ersten angegebenen Link im Beitrag zuvor zeigt ein Foto den Zwischenzustand mit einem hölzernen Leitwerk so um 1930. Es ist die Frage, ob dieses Leitwerk schon zum Zeitpunkt der Eröffnung der Schleuse bestand!

    Auf dem zweiten Foto finden sich auch hier wieder die Gitterkreuze in der Wand, und zwar auf der gesamten Strecke zwischen der Brücke und dem Oberhaupt der Schleuse. Offensichtlich hat man sich mit Haken von der Brücke an der Mauer zu tal bis zur Schleuse gehangelt. Vielleicht hat man die Einfahrt zu tal aber auch frei fahrend hinbekommen und die Gitterkreuze waren nur für den Fall vorgesehen, daß die Einfahrt nicht frei war und gewartet werden mußte. Denn einfach so liegenbleiben konnte man an dieser Stelle sicherlich nicht.

    Als Sahnehäubchen noch ein paar Hochwassermarken, von der Mauer am RU aus fotografiert, die Schleuse liegt also auf dem letzten Bild rechts. Man erkennt, daß bei den höchsten Hochwassern die Brückenöffnungen komplett ausgefüllt gewesen sein müssen und die Häuser blieben natürlich auch nicht verschont.

    Gernot
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