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Thema: Ignatz Maria - Marienburger Bootshaus

  1. #1
    Avatar von Power-Ship
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    Deutschland Ignatz Maria - Marienburger Bootshaus

    Das Marienburger Bootshaus in Köln. Wer weiß denn mehr über die Historie?

    Gruß
    Arnold
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    ⚓ Decepcionado kun politiko, perfidita de homoj ... kie tio kondukas al?⚓

  2. #2
    Avatar von faehrenfan
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    Moin moin Arnold,

    hab da was auf der Webseite des Kölner Club für Wassersport e. V. gefunden:
    Mitte 1951 kann das 36 Meter lange und 10 Meter breite Bugstück des havarierten Kohle- und Erzfrachters Ignatz Maria erworben werden. In der Werft Schmidt in Oberkassel wird dieses nach den Wünschen des Vereins umgebaut und 1952 an seinen vorläufigen Liegeplatz in Köln-Marienburg geschleppt. Dort erhält das Boot unter der Bauleitung des Vereinsmitglieds Walter Jaspers ein als Terrasse nutzbares Oberdeck, sein Anlegefloß und den Innenausbau, bevor es am 19. November 1952 an den Liegeplatz des alten Bootshauses auf Stromkilometer 683,7 gezogen wird, wo es noch heute liegt.
    Mit dem allgemeinen Aufschwung steigen auch die Anzahl der Mitglieder und deren Anfor-derungen an das Bootshaus. Dieses bietet Anfang der 1960er Jahre nicht mehr genügend Platz für die gewachsene Zahl der Rennboote sowie ein angemessenes geselliges Vereinsleben. So entschließen sich die Vereinsmitglieder auf Anregung des Vorsitzenden Dr. Theisen auf einer außerordentlichen Versammlung im Jahr 1963 zur Erweiterung des Bootshauses.
    Durch eine überwiegende Finanzierung der öffentlichen Hand und der Kölner Industrie kann ein nach den Maßen zum Bootshaus passender Lastkahn für Braunkohle erworben werden. Der Umbau in der Mondorfer Werft wäre zügig verlaufen, wenn nicht der Rhein mehrmals seine Uferbewohner besucht hätte. Dadurch verzögert sich der Umbau um fast ein Jahr und, aus den Augen aus dem Sinn, schwindet entsprechend das Interesse der Mitglieder an ihrem Verein. Zudem können aufgrund der beginnenden wirtschaftlichen Rezession keine Geldgeber für den Ausbau der Clubräume gewonnen werden. Da zwischenzeitlich auch langjährige Vorstandsmitglieder aus Altersgründen ihre Mitarbeit beendet haben, ist der Beginn der Nutzung des zumindest erweiterten Bootshauses ab dem Jahr 1966, anders als ursprünglich geplant, zugleich ein Neuanfang des Clubs.
    Umbau des Bootshauses und Generationenwechsel
    Zum anderen bestimmt der Umbau des Bootshauses das Geschehen des Vereins: Zur Sicherung der finanziellen Grundlage wird zunächst 1987 hauptsächlich in Eigenleistung die Umgestaltung des Oberdecks in eine zu verpachtende Gastronomie sowie des Unterdecks in Clubräume durchgeführt. Im Herbst 1988 wird das Anlegefloß, welches bereits im Frühjahr neue Holzplanken erhalten hat, mit einem Autokran an Land gehievt. Bis zum Frühjahr 1989 können 46 der ursprünglich 52 Pontons, die während der Renovierungsphase noch vor einem Hochwasser gerettet werden, instand gesetzt werden.
    Während des Umbaus wird am 27.03.1992 Manfred Schröder als Nachfolger von Dr. Rainer Hess zum ersten Vorsitzenden gewählt, womit endgültig ein Generationenwechsel an der Spitze des Clubs erfolgt. Bereits 1987 hatten jüngere Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung Kritik am Vorstand geübt und versucht mehr Einfluss auf die Führung des Vereins zu nehmen. Nach der Erstellung eines Kanals unter der Straße und der Rheinuferbahn und dem Anschluss an das städtische Abwassernetz beginnt 1994 die längere zweite Phase des Umbaus des Bootshauses in die heute bestehenden Räumlichkeiten. Unter der Bauleitung von Peter Möller werden die Herren-Duschen und -toiletten sowie die Elektroinstallation erneuert.
    Im folgenden Jahr beginnt der Umbau des Damenumkleideraums und die Erstellung einer weiteren Damen-Toilette. Bis 1996 werden ferner eine neue Treppe und eine einbruchsichere Haustüre eingebaut, die zerbrechliche Einfachverglasung der Fenster gegen eine Doppelverglasung ausgetauscht, die Wände und der Fußboden des Flurs, der Heckanker und zum Teil des Anlegefloß erneuert, zwei neue, elektrisch betriebene Hallentore installiert sowie der Clubraum gestaltet.
    Der Club im neuen Jahrtausend
    Doch der Club kann sich nicht allzu lange an seinen Leistungen erfreuen, da er zur Jahrtausendwende gezwungen ist das Bootshaus für eine Renovierung des Schiffsrumpfes in die Werft schleppen zu lassen. Die finanzielle Belastung gefährdet zum wiederholten Mal in seiner Geschichte das Bestehen des Clubs. Doch auch dieses Mal gelingt es, das Blatt zu wenden.
    Der Werftaufenthalt
    Seit dem Beginn des Bootshausumbaus Anfang der 1990er Jahre kann der Club nicht mehr verdrängen, dass ein Werftaufenthalt zur Sanierung des äußeren Schiffsrumpfs unvermeidlich sein wird. Dies hat dem Verein auch die für die Sicherheit der Bootshäuser zuständige staatliche Stelle zu verstehen gegeben. Mit einem eigens dafür erworbenen Messgerät zur Bestimmung der Wandstärke wird der Sanierungsbedarf ermittelt, wofür die Deutzer Werft Kosten von ungefähr 300.000 DM errechnen wird.
    Bis zum Jahr 2000 kann der Verein dann die erforderlichen Gelder aus Eigenmitteln und einer Förderung der Stadt Köln zusammenbringen, sodass im Sommer das Bootshaus ins Trockendock geschleppt werden kann.
    Der ersten Betrachtung des sonst unter der Wasserlinie liegenden Teils des Schiffsrumpfes folgt jedoch der Schock: Sämtliche Nietenköpfe des vorderen, älteren Teils des Bootshauses sind derart beschädigt, dass dieser Teil des Schiffsrumpfs nicht reparabel ist. Die Instandsetzung kann nur durch eine neue Stahlhaut erfolgen, die von außen aufgeschweißt werden muss. Allein dadurch steigen die Kosten auf ungefähr 500.000 DM. Diesen Betrag ist der Club nicht in der Lage aus eigener Kraft zu tragen, so dass er vor seinem Ende steht.
    Dem finanziellen Einsatz einzelner Mitglieder, die dem Verein zum Teil zinslose Darlehen gewähren, sowie einem Kredit der Kreissparkasse Köln ist es zu verdanken, dass kurzfristig der Sanierungsetat gedeckt werden kann und der Club eine Zukunftschance erhält. Darüber hinaus sind es die fleißigen Mitglieder, die diese Chance nutzen, ihre Freizeit opfern und all die Arbeiten erledigen, für die keine Ausbildung zum Schiffsbauer erforderlich ist. Ohne ihren Einsatz wäre die Sanierung für den Club unbezahlbar geworden. Nach nur drei Monaten sind die Arbeiten abgeschlossen. Das Bootshaus steht seinen Mitgliedern wieder zur Verfügung.
    Gruß Alex
    Geändert von faehrenfan (07.05.2016 um 17:49 Uhr)
    ~~~ Fähren sind die schönste Art, Menschen miteinander zu verbinden ~~~ Mitfahrer für Fährentour gesucht ~~~

  3. #3
    Avatar von Power-Ship
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    Deutschland Marienburger Bootshaus

    Hallo Alex.
    super - danke für die Information.. hatte ich mir doch gedacht, dass das mal ein Schiff war.. - oder zumindest Teile davon.

    Gruß
    Arnold
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