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Thema: MATROSE STÜRZT VON BORD - SCHWER VERLETZT

  1. #1

    Deutschland MATROSE STÜRZT VON BORD - SCHWER VERLETZT

    Die Feuerwehr Mainz wurde am späten Mittwochabend zu einem schweren Betriebsunfall auf einem Gütermotorschiff auf dem Rhein bei Mainz-Laubenheim alarmiert.

    MATROSE STÜRZT VON BORD - SCHWER VERLETZT
    http://binnenvaartlog.nl

  2. #2

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    Hallo Forum
    Da sieht man es wieder: bei uns auf den Schiffen muss alles in Ordnung sein, aber (gerade in Mainz wo die Liegestellen abgebaut wurden) kann man keinen verletzten vom Schiff an Land bringen.
    Gruss Jozef

  3. #3
    Avatar von Mittelrhein-uli
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    Hallo Forum,

    es kommt wohl nicht so selten vor, dass "Taue" (= Stahlseile) reißen, vgl. auch d. Unfall MS Beaufort 1/2014.

    Gruß Ulrich
    ⚓ Carpe Noctem ⚓

  4. #4

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    Hallo zusammen,

    @Jozef:
    Wie ich dem verlinkten Beitrag entnehme lag das Schiff an einer Liegestelle aber der Weg ans Ufer führte eben nur über eine Leiter an Land. Dieser Umstand, dass das Schiff nicht immer auf annähernd gleicher Höhe wie das befestigte Ufer liegt dürfte je nach Pegelstand auf etliche Liegestellen zutreffen. bei der rettung von personen mit nicht absolut lebensbedrohlichen Zustand hat schonende Rettung oberste Priorität da nach Unfallereignissen mit folgendem Sturzoft Wirbelsäulenverletzungen nicht ausgeschlossen werden können. Die Retter haben sich wahrscheinlich aus Grund der schonenden Rettung für den "Umweg" entschieden. Hätte es bei dem Matrosen "Spitz auf Knapp" gestanden wäre wahrscheinlich eine schnelle "Crash-Rettung" durchgeführt worden und der Patient mittels Trage und Seilen schnell nach oben gezogen worden.

    @Ulrich:
    Ein Tau kann aber muss nicht zwingend ein Stahlseil sein. Ein Stahlseil wäre meiner Kenntnis nach in der Schiffersprache ein Draht.

    Gruß
    Chris

  5. #5
    Avatar von Uwe M
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    Laut Zeitungsbericht hat sich der Unfall gestern gegen 23:10
    Uhr ereignet. Eine Bergung über die Dalben ging nicht weil die Leiter zu steil war. Der Verletzte wurde mit einem Rettungsboot zur Nato-Rampe Mainz Laubenheim gebracht und dort Ärztlich versorgt, und dann in die Klinik gebracht.

    Gruß Uwe M

  6. #6
    Avatar von Rheinlotse Klaus
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    Hallo Chris!

    Ich beziehe mich auf Deinen Beitrag #4. Du schreibst "wäre meiner Kenntnis nach in der Schiffersprache", woraus ich schließe, dass Du selbst nicht in der Schifffahrt tätig bist. Jozef ist es, ich war es bis vor kurzem.
    Was Jozef stark verkürzt beklagt, ist die bedauerliche Tatsache, dass an die Schifffahrt hohe Anforderungen gestellt werden, die landseitig aber oft nicht im Geringsten erfüllt werden. Ich könnte eine ellenlange Liste von Beispielen beginnen, will mich aber auf zwei bis drei beschränken.
    Als ich vor einigen Jahren das letzte Mal in Mainz unterhalb des Zollhafens Feierabend gemacht habe, an Dalben mit Landsteg, kam ich dort auf einen "Bermenweg" mit fast hüfthohem Unkraut. Der Boden voll mit Glasscherben und anderem Abfall. Der Treppenaufgang durch eine Betonwand fast komplett zugewachsen. Das ist aber auch ein Rettungs- und Fluchtweg!
    Am Autoabsetzplatz im Hafen Köln-Niehl bei einem meiner letzten Besuche. Um den Niedergang zum Wasserspiegel eine Absturzsicherung aus Rohrmaterial, das in Bodennähe bis auf Reste von max. 1cm umlaufende Wand weggerostet war. Wer sich da im Dunkeln festhält, fällt dann ggf. 5-6 m tief eine Treppe hinunter!
    Bekannte von mir lagen in DU-Ruhrort im Hafenmund am stromseitigen Ufer. Landseitig lagen die Schiffe in zwei Breiten. Er hatte einen Schlaganfall. Der herbeigerufene RTW:"Da können wir nicht hinkommen. Fahren Sie mal auf die andere Seite!" Dort musste er dann über die anderen Schiffe transportiert und an Land verbracht werden. Das ganze hat zusätzlich fast eine Stunde gedauert, bis er im RTW war.
    Ich denke, die fahrenden Kollegen könnten diese Liste beliebig ergänzen mit Beispielen für lebensgefährliche Verhältnisse für den Landgang an Lade- und Löschplätzen, wo sich kein A.... an Land für verantwortllich fühlt.

    Neben diesen oft miserablen Zuständen im Uferbereich ist es leider auch die oft fehlende Kompetenz der Rettungskräfte in Bezug auf die Besonderheiten bei Unfällen an Bord. In den NL kommt da ein Leiterwagen der Feuerwehr, der seine Leiter bis in den Laderaum eines Schiffes absenken kann, so dass eine verunfallte Person auf dem Korb an Land gehoben werden kann.

    Mit freundlichem Gruß,
    Klaus
    Wenn jeder denken würde: "Der andere könnte Recht haben", gäbe es weniger Streit auf der Erde.

  7. #7

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    Hallo Klaus
    Traurig aber wahr.
    Geradezu Ruhrort (in Sicht des Hafenmeisters) als grösste Binnenhafen in Europa sollte doch ein Vorbild sein. Schliesslich bezahlt man auch Hafengeld für die Übernachtung und dann darf man eine gewisse Dienstleistung, auch im Notfall doch erwarten!
    Gruss Jozef

  8. #8

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    Hallo Klaus,

    hinsichtlich Deines Einwandes eines Einsatz eines Drehleiter der Feuerwehr gibt es diese Möglichkeit in Deutschland auch und wird auch oft genutzt. Ich kenne die Bedingungen am Unfallort jetzt nicht, aber der Einsatz einer Leiter setzt auch voraus, dass diese dort hinfahren kann und einen sicheren Standplatz hat. Ich stellte mir auch die Frage warum man dort keine Leiter zur Rettung nutzte, aber wahrscheinlich haben sich die Rettungskräfte schon ihre Gedanken darüber gemacht und es wird einen Grund geben warum der Einsatz nicht erfolgte. Ein Unterflureinsatz einer Drehleiter ist nur unter gewissen Parametern möglich, ein wensentlicher Parameter ist der Abstand der Leiter vom zu erreichenden Objekt. Auch in den Niederlanden verfügen die Wehren über die gleichen Fahrzeuge wie in Deutschland da es europaweit sowieso nur zwei oder drei Hersteller solcher Aufbauten gibt.


    Gruß
    Chris

  9. #9
    Avatar von Rheinlotse Klaus
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    Lieber Chris,

    ich kenne die Situation in Mainz. Früher, als man noch oberhalb der Einfahrt zum Zollhafen an der Mauer liegen konnte und DURFTE (Heute verboten wegen Wohnbebauung!) und jetzt, wo man unterhalb an ein paar Dalben vom Ufer ab liegt.

    Dass die Rettungskräfte sich in diesem Fall überlegt haben, was sie tun, stelle ich weder in Zweifel, noch in Abrede.

    Mir ging es, und darauf gehst Du leider überhaupt nicht ein, darum dass Schifffahrtstreibenden leider viel zu häufig zugemutet wird, unter mitunter menschenunwürdigen Bedingungen an Land zu kommen. Dass selbst elementare Sicherheitsvorkehrungen teilweise nicht vorhanden sind.

    Was ich hoffe und wünsche ist, dass der verunfallte Matrose keine bleibenden gesundheitlichen Schäden zurückbehält und möglichst bald wieder bei seiner Familie sein, sowie seinen Beruf weiter ausüben kann.

    Zum Schluß möchte ich noch einen bekannten deutschen Kabarettisten (in Abwandlung) zitieren: "Und wenn man von etwas keine Ahnung hat, einfach mal den Mund halten"



    Ein schönes Wochende wünscht

    Klaus
    Wenn jeder denken würde: "Der andere könnte Recht haben", gäbe es weniger Streit auf der Erde.

  10. #10

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    Hallo Klaus
    Noch ein Beispiel aus Mainz: die Löschstelle Cargill, Mainz Mombach (mittlerweile geschlossen). Wir machen fest: vorne an den Dalben, hinten: erst mit Leiter (vom Schiff) über die Dalben an Land klettern, dann eine glitschige Treppe in der Böschung bis an die Wasserlinie, danach mehrere Meter über die Steine um das Achterseil an einen Ring (halb im Wasser) fest zu machen. Später gehe ich über das Betriebsgelände zum Büro. Da spricht mir einer an: Wo ist Ihr Helm, WEGEN DER SICHERHEIT. Wenn ich ihm dann daraufhinweise wie ich mein Schiff festmachen muss, kriege ich die blöde Antwort: das geht mir nichts an, wir sind da am umbauen.
    Später war ich noch einmal da: an den Dalben war ein Steg aus Alu gebaut worden, aber die Leute von der Cargill wussten damit nicht umzugehen und statt denselben raus zu fahren sind sie über die Schiffsleiter an Bord!
    Gruss Jozef

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