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Thema: Auto Schnellfähre ???

  1. #1

    Deutschland Auto Schnellfähre ???

    Anbei 4 Scans vom Rhein
    Datierung: Anfang 1930-er Jahre:
    Objekt:"Auto-Schnell-Fähre"
    Antrieb: Voith-Schneider Propeller
    Ereignis: Schiffstaufe
    Ort: Ggfs. bei Bauwerft (sh. Bild)

    In den Fährenlisten (Forum) habe ich nichts gefunden. U.U. Einsatz in Speyer??

    Also: Nur das Forum kann diese Dinge klären....

    Übermittler: Klaus Heilmeier
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  2. #2
    Avatar von Hein Mück
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    Ist die Datierung "Anfang der 1930-er Jahre" sicher?
    Wenn man diverse Quellen im Internet über die Schiffswerft Clausen aus Oberwinter und "Autoschnellfähren" sichtet, deutet alles eher auf die 1950er Jahre hin.

  3. #3

    Standard

    Servus Hein,
    bezüglich Jahreszahl da muss ich warten bis sich der Übermittler bei mir meldet.
    LG
    -otto-

  4. #4

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    Das Material stammt aus einem Konvolut von Dokumenten.

    Ob die Datierung stimmt, ist eines der Probleme. Sicher gab es Anfang der 1930-er Jahre nicht so viele Autos. Der Begriff "Auto-Schnell-Fähre" könnte natürlich erst 20 Jahre später aufgetaucht sein...

    Klaus Heilmeier

  5. #5
    Avatar von Km 632,2
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    Müsste die Fähre Rolandseck - Bad Honnef sein ( bin ich mir sicher ) mit dem Namen " Rheinhild " ( etwas unsicher )

  6. #6
    Avatar von Hein Mück
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    Die RHEINHILDE wurde 1939 auf der Schiffswerft Bausch in Köln-Deutz für die Fähre Rolandseck - Bad Honnef gebaut und war dort bis 1969 im Einsatz (anschließend an der Maas und der Elbe). Das kann sie also nicht sein, da Bild 4 in #1 Schiffswerft Clausen in Oberwinter zu lesen ist.

  7. #7

    Deutschland Auto Schnellfähre

    Anbei noch ein Scan aus dem "Ruderstand" mit den beiden VSP - Steuerungen.
    Clausen hat 1952 und 1954 jeweils ein Fähre für die "Autoschnellfähre
    Bad Godesberg GmbH" gebaut. ST. CHRISTOPHERUS und ST. MICHAEL. Jede L
    25,00m/B 9,50m/ 50 t/ 2x 70 PS Deutz. Leider kein Hinweis auf den Antrieb.
    Vielleicht ist die im Forum eine davon.

    Klaus Heilmeier
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  8. #8
    Avatar von faehrenfan
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    Moin,

    den Begriff "Autoschnellfähre" verwendete unter anderem die Fährgesellschaft Bad Godesberg - Niederdollendorf wegen ihre wendigen Doppelendfähren, die bei der Clausen Werft gebaut wurden. Sie wollte sich damit zu Ihrer "behäbigen" Nachbarschaft in Königswinter abheben, da dort nur langsame Seitenpfortenfähren in Betrieb waren.

    Die Werft von Ferdinand Clausen, dem Fährenspezialist, befand sich am äußersten Ende des Oberwinterer Hafens, direkt neben der B9, quasi bei Rheinkilometer 638,20.
    Sie besaß eine Längshelling mit einer Länge von ca. 50 m.
    Sie wurde 1891 als Holzbootwerft gegründet und 1912 auf Eisenbau umgestellt. Sie war eine der ersten Betriebe, die im Schutzhafen Oberwinter ansässig wurden.

    Aus Ihrer Chronik:
    Ab 01.1946: Beginn des Wiederaufbaus der Weft als Reparaturbetrieb
    1950: Bau der ersten Doppelendfähre in Schaldenform mit Voith - Schneider - Propellern für die Stadt Speyer (Fähre "Pfalz", Bau-Nr.: 107)
    1952: Entwicklung des Fährschiffs Typ "GODO I" Name "St. Christophorus" (I), Bau-Nr.: 118 für die Fährgesellschaft Bad Godesberg - Niederdollendorf
    1954: Entwicklung des Fährschiffs Typ "GODO II" Name "St. Micahael" (I), Bau-Nr.: 144 für die Fährgesellschaft Bad Godesberg - Niederdollendorf
    (Besonderes Merkmal: Erstmals Einführung geneigter Steuerhausfenster im Schiffsbau)

    Soviel zur Clausen Werft.

    In der Nachbarschaft gab es aber noch eine zweite Werft, die Slipanlage Oberwinter.
    Sie wurde 1947 als Reparaturbetrieb von den franz. Besatzungsmächten am Rheinkilometer 639,35 gegründet.
    Sie lag damit direkt zwischen der Hafeneinfahrt zum Schutzhafen Oberwinter und dem Ort Rolandseck.
    Sie besaß eine Querhelling von 87 m Länge.

    Aus ihr wurde am 01.01.1952 die Schiffswerft Oberwinter GmbH.
    Weitere Namen waren:
    1972: Schiffswerft Mittelrhein,
    1973: Schiffswerft am Mittelrhein,
    1978: Schiffswerft Schmidt,
    1989: Schiffswerft in Oberwinter,
    1999: Werft. und Servicezentrum Mittelrhein,
    2007: Schiffswerft Stahlbau Günter Müller, Spessart


    Wenn wir uns nun die Fotos von Klaus Heilmeier ansehen fällt auf, das dort eine Werft mit Querhelling zu sehen ist.
    Im Hintergrund erkennt man auch den Drachenfels vom Siebengebirge.

    Weiterhin erkennt man 6 Fenster in den Aufbauten der Fähre, die überstehenden "Pylone", an denen die Fährklappe hängt, weiterhin ein Steuerhaus mit senkrechten Scheiben, alles ein Erkennungszeichen des Clausen Fährsschiffs Typ "GODO I".

    Aber welches Fährschiff es nun genau ist, kann ich auch nicht sagen, da es einige Fährschiffe des Typs "GODO I" an den verschiedensten Fährstellen gegeben hat.
    Meine Vermutung aufgrund des großen Schildes ist aber die
    "St. Christophorus" für die Fährgesellschaft Bad Godesberg - Niederdollendorf.

    Gruß Alex
    ~~~ Fähren sind die schönste Art, Menschen miteinander zu verbinden ~~~ Mitfahrer für Fährentour gesucht ~~~

  9. #9

    Deutschland Auto Schnellfähre

    Ein Rätsel ist gelöst. Die Autoschnellfähre hat jetzt einen Namen: PFALZ!

    Anbei die Stellungnahme des Stadtarchivs Speyer und eine Literaturrecherche, die die Fragen beantworten.
    Also: Allen "Usern", die bei diesem Thema mitwirkten, herzlicher Dank!
    Klaus Heilmeier

    Stellungnahme Stadtarchiv Speyer:

    Mit größter Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei der Fähre, die auf den Abbildungen zu sehen ist, um die zuvor in Speyer eingesetzte Rheinfähre (Auto-Schnellfähre) namens „Pfalz“.
    In folgendem Bildband der Speyerer Presse-Fotografin Bettina Deuter befindet sich auf Seite 44 eine Fotografie, auf der der identische Aufbau der Fähre sowie das Stadtwappen gut zu erkennen sind. Auf Seite 45 ist das Anlegen der Fähre zu sehen, kurz vor Ausfahrt der Fahrzeuge – beide Aufnahmen sind 1954 entstanden.
    Bettina Deuter: Speyer – bewegte Zeiten. Die 50er Jahre. Gudensberg-Gleichen 1998.

    Zur Geschichte der Rheinfähre:
    Am 21. März 1945, kurz vor dem Einmarsch der amerikanischen Armee war die 1938 erbaute Speyerer Rheinbrücke gesprengt worden. Zur Verbindung der amerikanischen und französischen Besatzungszone wurde nach dem Krieg auf dem Rhein dann zunächst eine Motorfähre eingesetzt (von den Speyerern „Zonenkattel“ genannt). Am 12.02.1950 kam die besagte Autoschnellfähre „Pfalz“ zum Einsatz und löste die „Zonenkattel“ ab. Die „Pfalz“ beförderte im Laufe ihrer Speyerer „Dienstzeit“ ca. 2 000 000 Fußgänger, 1 400 000 Radfahrer, 400 000 Motorradfahrer, 1 000 000 Personen-Kraftwagen, 300 000 Lastkraftwagen, 60 000 Omnibusse und 1 500 Pferdewagen.
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Name:	PFALZ, Fähre, aus Faszination VSP..jpg 
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