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Thema: Lorelei - SB - 04301790

  1. #11

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    Hallo Eberhard,

    die Schleppzüge der Räderboote und der großen Schlepper wurden in Bad Salzig halbiert, dadurch wurde die Schleppkraft pro Einheit fast verdoppelt und ein Vorspann war i.d.R. bis Bingen nicht erforderlich. Entscheidend waren nicht die Biegungen unterhalb Oberwesel, da jedes Schiff für die Steuerung (mit Hilfe der Lotsen) selbst zuständig war, sondern die Strömungsgeschwindigkeit, die im Binger Loch am stärksten war. Bestand ein Schleppzug z.B. aus 5 Anhangkähnen und 3 wurden davon im 1. Zug durch die Gebirgsstrecke bis Bingen oder Geisenheim geschleppt, so war ab Trechtingshausen/Assmannshausen meist ein Vorspannboot erforderlich, das mit Hilfe der winkenden Mütze des Schlepperlotsen herbeigerufen wurde.
    Vorspann ab Oberwesel war damals notwendig, wenn ein Schleppzug nicht halbiert wurde oder nicht halbiert werden konnte.
    Langsame Einzelfahrer oder auch schon mal kleine Schlepper mit nur einem Anhangkahn quälten sich aus Kostengründen meist bis Assmannshausen ohne Vorspann, aber dann ...
    Ich bin im Winter 1958 auf einem Schleppkahn hinter dem schweizer Schlepper URI (4 x 900 PS) mit 4 Anhangkähnen ab Bad Salzig im 2. Zug ohne Vorspann bis Geisenheim gefähren, wo der Schleppzug wieder auf 8 Anhangkähne komplettiert wurde.

    Gruß

    Rome

  2. #12
    Avatar von Böll
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    Deutschland Lorelei - SB - 04301790

    Moin Moin

    Dieses Schild hängt auf dem SB Lorelei.

    LG Böll
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  3. #13

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    In Facebook ist gerade ein Bild gepostet worden auf dem zu sehen ist das die Lorelei auf Seite des Frachters Oderneming IV auf dem Weg nach Holland ist. Es soll wohl zu Treffers. Ich bin mal gespannt ob sich nicht doch noch ein Liebhaber findet wie bei so vielen anderen Schleppern.
    https://www.facebook.com/photo.php?f...type=3&theater

  4. #14

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    Hallo Cantor,

    doch, es gab auch Vorspann ab "Hafen Hund", je nach Stärke des Schleppers. Im Ochsengespann ging es bis Niederheimbach. Ggf. kam hier noch ein weiterer Vorspann hinzu. Zu dritt ging es dann durch`s Binger Loch. Natürlich "versetzt".

  5. #15
    Avatar von Cuxi
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    Standard Lorelei

    Moin, moin;
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    MfG
    Helmut
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  6. #16
    Avatar von Willy
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    Deutschland Lorelei - SLB - 04301790

    Moin,

    ich habe dieses Foto beim Kustvaartforum.nl entdeckt, die LORELEI verlässt ihr angestammtes Element und wird verschrottet. 10.10.2016.

    Gruß Willy
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  7. #17

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    Lotsen am Mittelrhein und den Nebenflüssen und Oberrhein

    Hallo,
    wenn auch nach längerer Pause wieder mal ein Wort zum Lotsenwesen auf Rhein und seinen Nebenflüssen.
    Hier aus eigenem Erleben in den Jahren 1949 bis 1964 als Matrose bis SF:
    Im Normalfall kam bergwärts in St. Goar auf jedes Schiff ein Lotse, anfangs noch mit der Schlupp, später per "Lotsenversetzt-Boot". Sie verließen in Oberwesel das Schiff und kehrten rudernd oder angehängt an Talfahrer oder per Lotsenversetz-Boot an Land verbracht zurück nach Oberwesel. Der Schleppzug fuhr weiter bis Kaub, dort kam wiederum auf jedes Schiff ein Lotse für die weitere Bergfahrt. Je nach Tageszeit kam es vor, das der Schleppzug vor Eintritt der Dunkelheit am Lorcher Werth vor Anker ging. Der Lotse wurde vom kleinen Lorcher Fährboot an Land gesetzt und musste mit dem Zug oder per Anhalter zurück nach Kaub. Morgens früh (vor 6) kam er wieder mit diesem Boot an Bord.
    Vor dem Binger Loch mussten die Matrosen noch einmal die Schleppstrangklemmen anziehen. Inzwischen war auch der "Leinenschnäpper" mit seinem Nachen auf Seite gekommen, anfangs noch gerudert, später mit einem Motor ausgerüstet. Das Aufseite kommen des Nachens vor dem mit voller Kraft laufenden Rades war eine sehr spezielle Arbeit, die ein sehr exaktes, zielsicheres Leinenwerfens innerhalb von Sekunden beider Beteiligten, also dem "Leinenschnäpper"-Mannes und des Bordmatrosen, meist des Rudergängers, erforderte. Ein leichtes Erschauern erfühle ich heute noch, wenn ich mich daran erinnere. War das Schleppboot (ich fuhr auf Rad-, Schraubenschleppbooten und auf GMS) dann in Höhe Nahemündung gekommen, stieg der Lotse zum Leinenschnäpper in dessen Nachen und wurde an Land gebracht. Auch hier wieder die Heimfahrt per Anhalter nach Kaub. Alle Lotsen, auch die in Bingen und St. Goar waren freiberuflich tätig und konnten ihren Beruf nach Erwerb des Lotsenpatentes ausüben. Sie wurden nach Lotsentarif an Bord bezahlt. In den späteren Jahren betrieben die Stationen St. Goar, Kaub und Bingen einen eigenen Bustransfer-Betrieb, der die Lotsen in Oberwesel, gegenüber Kaub an der Engelsburg (für die zu Tal kommenden Binger Lotsen) und unterhalb Rüdesheim wieder zurück fuhren, ebenso wurden modernere Lotsenversetzboote angeschafft, die in St. Goar, Oberwesel und in St. Goarshausen, Kaub, gegenüber Kaub an der Engelsburg und Bingen/Rüdesheim eingesetzt waren.

    Talfahrende Schiffe wurden ab Bingen schon früh mit Versetzbooten an Bord gebracht. Diese lotsten die Schiffe bis Kaub. Dort wurden sie von einem Motorboot abgeholt, das den Kauber Lotse an Bord brachte für die Fahrt bis St. Goarshausen. Dort wurden sie ab früheren Zeiten von einem ortsansässigen Nachenbesitzer von Bord geholt. Auch hier erfolgte später eine Motorisierung. Die Reederei der Franzosen nutzte nach 1945 eigene, in St. Goar geschulte Lotsen.

    Noch in den Jahren um 1957 musste ich, mit Rheinpatent ausgestattet, für Reisen in den Neckar und Main ab den Mündungsschleusen einen Lotsen an Bord nehmen. Später wurde das geändert, das Rheinpatent galt dann auch für die Nebenflüsse. Für die Lahn allerdings war in den 70er Jahren noch ein Lahnpatent erforderlich.

    Klar, der Oberrhein ab Mannheim, eine Lotsenstrecke, die vielen deutschen und elsäßer Lotsen dort Arbeit und Brot brachte. Wer von den vielen "Rheinschiffern" hatte denn damals ein Patent, das weiter rheinaufwärts die selbstständige Fahrt ermöglichte? Und noch spezieller der Lotsenzwang durch die Mittlere Rheinbrücke in Basel. Der vielleicht auch heute noch besteht.

    Ich selbst habe unterhalb St. Goar nur noch den sehr sporadischen Lotsendienst ab Braubacher Grund / Niederspay über "die Schottel" erlebt, wo zuletzt noch DAMCO meines Wissens schon mal Gebrauch von machte.

    Über das Lotsenwesen im rheinischen "Gebirge" erschien 1999 ein dickes Buch "Der wunderbarer Rhein, Die Steuerleute und Lotsen auf der Gebirgsstrecke des Mittelrheins mit ihren Stationen in Bingen, Kaub und St. Goar". Zusammengestellt von einer ganzen Reihe von wirklichen Fachleuten aus der Praxis unter Herrn Dr. jur. Wilhelm Kimpel aus Kaub.
    Leider ist das Buch in eigener Regie erstellt und gedruckt, nach einer Auflage von meines Wissens 100 Stück nicht mehr neu aufgelegt, also nicht käuflich zu erwerben.

    Heute zeigt in der ehemaligen Wahrschaustation an der Bank zu St. Goar das kleine Lotsen-Museum viele Schriftstücke und Bilder aus jener Zeit. Es hat ab Mai bis September von 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet, so jedenfalls steht es aktuell bei Google unter "Wahrschauer- und Lotsenmuseum St. Goar". Aber - Obacht, wir haben noch Corona.

    Im Anhang: Leinenschnäpper aus genanntem Buch.

    Gruß, Walter
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    Geändert von Handhaspel (14.09.2021 um 17:45 Uhr)

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