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Thema: Abbruch der gotischen Pont de Trous in Tournai

  1. #1
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    Standard Abbruch der gotischen Pont de Trous in Tournai

    Der Abbruch des gotischen Wassertores von Tournai hat begonnen. Es handelt, nein: handelte sich um eine von nur drei erhalten gebliebenen vergleichbaren Wasserbefestigungen weltweit. Jetzt sind es also nur noch zwei. Diesmal sind es nicht irgendwelche hirnverbrannten IS-Terroristen, die alte Baudenkmäler zerstören, sondern das können lokale Autoritäten auch. Aus dem einzigen Grund, damit man da mit 11,45 m langfahren kann. Die Welt würde sonst sicherlich untergehen.

    Ärzte versuchen, Lebensqualität in jedem Fall nach Möglichkeit zu erhalten. Hier wird sie, für die Einwohner von Tournai und nicht nur für diese, aus unwichtigen Gründen zerstört. Barbarisch, unglaublich.

    https://www.vrt.be/vrtnws/nl/2019/08...nik-is-begonn/

    Ob für die 11,45er jetzt wirklich dort das Paradies kommt? Kleinere Schiffe kriegen jedenfalls mal wieder einen auf die Nuß.

    Gernot

  2. #2

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    Hallo
    Und das Schlimme ist dass die Durchfahrt durch Doornik KEIN Teil ist der durchgehende Route Seine Schelde. Die verläuft nämlich über die Leie, über Deinze und Kortrijk und ist auch wesentlich kürzer..
    Gruss Jozef

  3. #3

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    Das schlimme ist auch, dass die Stadtstrecke in Tournai im Einbahnverkehr bleibt.
    "Good water, good life. Poor water, poor life. No water, no life.“ – Sir Peter Blake

  4. #4

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    Hallo
    Ohne die halbe Innenstadt abzureissen wäre das auch nicht möglich!!
    Gruss Jozef

  5. #5

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    Ja genau Jozef, darum ergibt es keinen Sinn. Darum hat Gernot auch recht mit seinem 4. Satz dieser hirnverbrannten Umsetzung und Abriss dieser einzigartigen schönen Brücke. Einfach nur Schade drum.
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  6. #6

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    ich gab den Fred noch mal aus...

    tut weh das zu sehen, aber meines Wissens war das Tor schon mal "umgebaut" worden (d.h. Teilabriss mit verändertem Neubau) um die Durchfahrtshöhe oder Breite zu erhöhen, daher war es eh nicht mehr so richtig original. Wenn das Tor irgendwann mal auf Panmax umgebaut wird, ist es natürlich nicht mehr wiederzuerkennen.

    Grüße
    Dominik

  7. #7
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    Hallo Dominik,

    das ist richtig mit dem Umbau. Originale Bilder gibt es HIER zusehen. Bereits die erste Erhöhung der niedrigen und spitz(gotisch)en Öffnung war ein erheblicher Eingriff gewesen. Es war die Folge einer völlig sinnlosen Sprengung und Kriegsbarbarei, die nachträglich gesehen das Einfallstor einer Salami-Vorgehensweise war. Was nach den jetzigen Bauarbeiten übrigbleiben wird, sind entweder ein paar Reste seitlich des Kanals oder ein "Neubau" mit containerverträglichen Abmessungen - da ist ersteres fast vorzuziehen, als solch ein unpassender Abklatsch des einstigen Sperrwerks. Wer sich mit mittelalterlicher Bauweise auskennt, weiß, daß die Dimensionen dabei eine große Rolle spielen. Wenn alles fertig ist, steht da einige billige Ersatzkosmetik mit verzerrten Dimensionen im Mittelalteranstrich, die zum Weglaufen sein wird. Das alte Tor ist definitiv verloren, ob man das nun irgendwie zu kaschieren versucht oder nicht.

    Die einzige wirkliche Lösung wäre gewesen, nach dem Krieg die Großschiffahrt in einem Umgehungskanal um das Sperrwerk herumzuführen und das Tor in Originalgröße wiederaufzubauen. Kanal und Sperrwerk passen eben nicht zusammen, wenn man die in alten Zeiten vorgesehene Größe nicht mehr haben will.

    Gernot

  8. #8

    Standard Abbruch der gotischen Pont de Trous in Tournai

    Hier fährt der Gersom noch durch die Brücke. Michael.
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  9. #9

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    Wenn man den Ursprungszustand mit dem jetzt abgerissenen Zwischenzustand vergleicht, dann sieht man, dass das Mittelteil völlig neu dimensioniert wurde. Die mittelalterliche Ausführung war ein truziger Verteidigungsbau mit drei kleinen Öffnungen in einer massiven Wand. Der neue Aufbau wirkt wesentlich luftiger (zugegeben auch eleganter) und verliert dadurch den Verteidigungscharakter. So gesehen, hat man "nur" ein Bauwerk aus den 50er Jahren abgerissen. Was macht man jetzt eigentlich mit den Seitentürmen, reißt man die mit ab um die woanders wieder aufzubauen?

    Es wird jetzt spannend ob man nun den originalen Zustand wieder herstellt, oder den Anblick an den sich die Menschen zwischenzeitlich gewöhnt haben,

    Grüße
    Dominik

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