Hallo Elke,
oder Eheleute ( oder 2 Brüder), die das Schiff zu zweit fahren. Gibt es bei uns an der Donau einige.
Gruss Joana
Druckbare Version
Hallo Elke,
oder Eheleute ( oder 2 Brüder), die das Schiff zu zweit fahren. Gibt es bei uns an der Donau einige.
Gruss Joana
Hallo Joana,
normalerweise sollte dann aber einer von beiden beim anderen angestellt sein.... oder aber, die Eigner befrachten ihr Schiff selber. Ich habe auch schon mal von Ausnahmegenehmigungen gehört (in dem Fall von einem selbstständigen StM, der jahrelang auf demselben Schiff einer Reederei gefahren ist) .
Gruß
Elke
E
Hallo Elke,
ob in der Binnenschifffahrt in einigen Fällen Scheinselbstständigkeit vorliegt, darüber soll sich jeder selbst seine Meinung bilden. Ich bin aber nicht der Meinung, dass man Scheinselbstständigkeit danach definieren kann, ob Jemand noch Angestellte hat oder nicht!
Bei Wikipedia steht folgendes:
Bis zur Gesetzesnovelle des Sozialgesetzbuches wurde früher eine Scheinselbständigkeit nach § 7 Absatz 4 SGB IV vermutet, wenn mindestens drei der folgenden fünf Kriterien erfüllt waren:
# im Wesentlichen und auf Dauer – rund fünf Sechstel des Umsatzes – wird für einen Auftraggeber gehandelt
# der Unternehmer beschäftigt keine sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter
# der Auftraggeber lässt entsprechende Tätigkeiten regelmäßig durch seine Arbeitnehmer verrichten
# der Selbständige lässt keine unternehmertypischen Merkmale erkennen
# die Tätigkeit entspricht ihrem äußeren Erscheinungsbild nach der Tätigkeit, die vorher für denselben Auftraggeber in einem Beschäftigungsverhältnis ausgeübt wurde
Hierbei trifft Punkt 1, 4 und 5 doch wohl auf zahlreiche Kollegen aus der Schifffahrt zu, oder :fragkratz::kopfkratz:
Vielleicht wurde der Schifferberuf auch einfach nicht bedacht, weil dieser in der Gedankenwelt Derer, die so was definieren einfach nicht vorkommt:confused1:
Was würde sich am Status der Scheinselbständigen-LKW-Fahrer ändern, wenn man von Heute auf Morgen ein Gesetz einführen würde, dass man nur noch mit zwei Personen einen LKW fahren darf?
Die Fahrer hätten nur zusätzliche Kosten und Probleme, wären aber genau noch so scheinselbstständig wie vorher.
Gruß Thomas
Moin!
Ich weiß nicht, ob das ins Thema paßt....
Es möge sich zu diesem Kunstwerk des Sauerländer Bildhauers Friedrich Freiburg jeder seine eigene Meinung bilden.... (Steht uns das Wasser bis zum Hals oder sind wir schon weg? - so habe ich das mal interpretiert!)
Gruß
Arnold :wink:
Der Inhalt der gelinkten Seite unterliegt der Haftung des Anbieters.
Hallo Arnold
Das Bild ist super,
bloß die ertrinkende Hand hinten rechts müßte im verhältnis 100fach mehr sein dann past das verhältnis zur Schifffahrt.
Der schwimmende Koje
Man sollte den Kopf nicht hängen lassen, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht ;o)
Einen schönen Abend!
Hallo
Oder das Bild kann man so interpretieren, das die Kollegen denken das sie so sind wie die im vordergrund und in wirklichkeit sind sie schon hinten rechts. Man sollte überlegen ob es nicht besser ist auf zu geben, solange der Kopf über Wasser ist.
Ich will es nicht wieder alles runter ziehen, darum mögen die richtigen weiter strampeln.
Es grüßt der Koje der immernoch in der Milch strampelt bis morgrens daraus Butter geworden ist.
Hallo Koje,
wenn viele strampeln wird die Butter so fest, dass man sogar darauf stehen könnte.
Ist also gar nicht so negativ.
Aber was tun muss man.
Gruss Joana
Kein Beitrag seit 4 Tagen!
Unglaublich!!! Es muss wahrscheinlich erst wieder ein provokanter Beitrag kommen damit wieder etwas geschrieben wird. Das war es dann wohl! Bis Anfang 2012, wenn wieder welche im Eis oder Hochwasser stecken und die Steuerzahlungen, wie Koje schon richtig geschrieben hatte, von 2009 und 2010 kommen. Dann ist das geschrei wieder groß. Ganz ehrlich, da sich hier keiner der Pattis an irgendeiner Idee beteiligt hat oder selber Vorschläge gemacht hat, kann ich nur hoffen das der nächste Winter endlich ein Großteil der "Profis" über die Kante schiebt. Das reguliert den Markt eben auf brutale aber marktwirtschaftlich korekte weise. Wie ich schon in einem meiner ersten Beiträge geschrieben hatte "wirtschaftliche Selektion" nenne ich das.
Lava vor President! Hut ab, der Mann hat recht.
Danke auch für die Beiträge von Radir, die haben echt was gebracht. Die Umsätze gegenüber meiner Befrachterzeit von 2009/2010 haben sich so verdoppelt. Mehr Umsatz bei weniger Gasöl. Vieleicht nehmen das einige zu Anlaß zu handeln. Wenn alle die Verträge kündigen, würde das schon einiges bewegen
Ich wünsche keinem Konkurenten hier Glück
Bis denne, und schöne Grüße
Kawumm 68
Sagte ich doch schon vor ein paar Monaten " In einem Vierteljahr spricht keiner mehr über euch "
Das Vierteljahr ist reichlich rum. Ich versehe die verzweifelten Versuche einiger Wenigen offen gesagt nicht. Muß ich
auch nicht.
Gruß ! Ein Ehemaliger
Jaja,
der Gruß der "Untätigen": hab ich doch immer gesagt
"Brutal" stimmt, "marktwirtschaftlich" aber leider längst nicht mehr und von "korrekt" kann nun wirklich nicht die Rede sein.
Aus einem seriösen Buch (Wolfgang Schöberl: Feuerwerk Kapitalismus) habe ich eine Zahl entnommen, die ich kaum glauben kann und die mich schockiert hat: "Nur 2 % bis 3 % der finanziellen Transaktionen beziehen sich auf Warenproduktionen und Dienstleistungen, der Rest ist rein virtuell (und) besteht allein aus Finanzgeschäften." In anderen Worten: es handelt sich nicht mehr um eine Marktwirtschaft (schon gar nicht um eine soziale), in der mit Geld Waren und Dienstleistungen (Transport, Schiffahrt) gehandelt werden, sondern das Geld, das eigentlich ein bloßes Mittel zum Zweck sein soll, hat sich zum Selbstzweck verselbständigt. Das Materielle, das die unterste der verschiedenen Stufen der Realität ausmacht, ist zum höchsten Ziel geworden - die Seinsordnung ist zum Materialismus verdreht. Wir haben keine Marktwirtschaft mehr, sondern eine krasse Form der Geldwirtschaft.
Ich wußte, das etwas nicht stimmt - aber daß das so extrem ist, wußte ich nicht. Jetzt verstehe ich auch, wie ganze Währungen durch Spekulationsgeschäfte unter Druck geraten können - früher ein Ding der Unmöglichkeit. Oder daß Banken zu groß sind, um sie scheitern zu lassen, weil sonst das ganze System kriselt, während sich gleichzeitig deren Manager weiter bereichern.
Das Ganze geht wirtschaftstheoretisch auf Adam Smith zurück, der 1776 seine berühmte "invisible hand" vermutete. Diese unsichtbare Hand bewirke den größtmöglichen Nutzen Aller, wenn und obwohl jeder Einzelne nur seinen individuellen Eigennutz verfolge. Das ist ein Gedanke der Aufklärung mit ihrem einseitigen Glauben an eine naturwissenschaftlich verstandene, berechen- und analysierbare Vernunft (der damalige Zeitgeist angesichts des grandiosen naturwissenschaftlichen Fortschritts läßt grüßen). Die Aufklärung ist heute angeblich längst überwunden - in der "freien" Wirtschaft aber ist das immer noch der gültige Leitsatz!!
Wenn man mal nicht in die schlauen theoretischen Bücher der Herren Wirtschaftstheoretiker guckt, sondern auf die Realität, dann stellt man fest, daß die reichsten 20 % der Menschheit 90 % des globalen Bruttoinlandsprodukts besitzen, die ärmsten 20 % aber nur 1 Prozent! Ein Siebtel der Menschheit hungert. Die Schere geht immer weiter auseinander. Die Ozeane sind dabei, ihre Fische zu verlieren und wir hinterlassen unseren Nachkommen radioaktive Belastungen, mit denen sie sich noch Jahrtausende lang beschäftigen dürfen. Das nur als ein paar wenige Beispiele - die "invisible hand" des alten Adam Smith ist offenbar nicht vorhanden und sollte endlich beerdigt werden.
Deswegen muß ich Dir widersprechen, Kawumm, wenn du sagst, daß der Markt alles reguliert und dann das Beste dabei herauskommt. Es handelt sich um einen - in seinen Auswirkungen - tragischen Mythos. Wir sind da wie die Leute vor Kopernikus, die auch fest daran geglaubt haben, daß die Erde nur eine Scheibe sein kann. Genauso werden spätere Zeiten über uns den Kopf schütteln und sich fragen, wie man angesichts immer offenkundiger werdender Probleme noch im 21. Jahrhundert einem solchen alten Glauben wie dem von Adam Smith anhängen konnte.
:wink: Gernot
Hallo Gernot,
Super geschrieben.
Genau das ist der Grund warum Frachtraten und Löhne immer mehr gedrückt werden,
weil sich viele an dem Geldkuchen beteiligen wollen.
Es ist nie genug Geld.
Aber wir sollten wenigstens unseren kleinen Prozentsatz an der Geldmenge verteidigen.
Oder habt ihr genug Geld ??????
Grüsse Joana
wer wirtschaftliche Gegebenheiten in all ihren Facetten nicht akzeptieren will oder kann sollte sich heraushalten; blind zu glauben, was irgendein Schreiberling formuliert (eine Frage des Ansatzes) ist zu einfach gemacht (wer ist Wolfgang Schöberl?).
hat mit Frachtraten nichts zu tun; diese werden von den am Rande der Existenz herumkrebsenden "selbständigen Unternehmern" heruntergeritten, weil diese zu jedem Preis fahren.
Bravo !! das trifft es aus den Punkt, kurz, prägnant, zielführend.
Ein Ehemaliger.
Zu # 455
"hat mit Frachtraten nichts zu tun; diese werden von den am Rande der Existenz herumkrebsenden "selbständigen Unternehmern" heruntergeritten, weil diese zu jedem Preis fahren."
Hallo Lava!
Genau das ist es, was ich in meiner Antwort auf deine "Lieschen-Müller-Geschichte" geschrieben habe! Schön dass du es mittlerweile auch geschnallt hast, dass wir keine freie Marktwirtschaft mehr haben, sondern dem Diktat der Oligarchie ausgeliefert werden bzw. teilweise schon sind.
Schlimm ist nur, dass unsere "lieben" Politiker in der Regel auch so fest in dieses System der Finanz"hyänen" eingebunden sind, dass sie nichts dagegen unternehmen, weil sie sich selbst das Wasser abgraben würden.
Es grüßt der Niederrheiner Klaus
Hallo Forum,
ich habe auf einem 1100Tonner gelernt und bin mit einem 1300Tonner angefangen. Ich habe, so denke ich, nun zwei ganz ordentliche Schiffe. Alles ohne Hilfe von "Papi" oder Finanzspritze von einer Reederei. Daher kann ich wohl sagen das ich ein kleinwenig Erfahrung mit den wirschaftlichen Gegebenheiten habe. Eine "Gegebenheit" ist doch wohl Angebot und Nachfrage. Wenn ich, und damit meine ich alle Pattis, das Angebot reduziere steigt doch die Nachfrage und damit der Preis, oder nicht? Das hätte sogar einen Doppeleffekt, weniger Betrienbsstunden bedeutet auch weniger verschleiß und damit auch weniger Instandhaltungskosten.
Seht doch die Gewerkschaften, die haben unteranderem die 35 Stundenwoche erreicht. Egal ob Betriebe kaputt gehen oder nicht. Soviel macht haben die Gewerkschaft. Wenn wir Pattis nun uns einig sein könnten, würden wir auch so einiges erreichen. Wir könnten mit weniger Einsatz mehr Geld verdiehnen.
Als ich damals angefangen habe stand ich, wie jeder Selbständige am Anfang, mit dem Rücken an der Wand. Ich habe jeden Scheiß angenohmen und transportiert. Nach einm Jahr, in dem ich 351 Tage an Bord war, habe ich meine Erfahrungen neu eingesetzt. Ich habe, aus Langeweile und um wach zu bleiben, viel geschrieben und Reisen analysiert. Das zweite Jahr habe ich ganz anders Gefahren. Ich habe nicht jeden Scheiß gemacht und mir vorher überlegt was die Reise eigentlich bringt. Umsatz ist eben nicht gleich Gewinn.
Das Ergebnis war mehr als erstaunlich. Mehr Umsatz bei weniger Einsatz. Weniger Gasöl bei mehr Gewinn. Und das Überaschenste war das ich deutlich öffter zu Hause.
Natürlich bin ich nicht so gut und gebildet wie Lava und muss mein Geld verdienen, aber ich weis sehr wohl das man etwas versuchen muss. Ok, diese Sache ist an der Dummheit, Untätigkeit und Pessimismus anderer gescheitert. Aber ich bin meiner Sache treu und konsequent. Ich lasse meinen Frachter nun ohne Reederei fahren. Das gibt mir derzeit ein ganz anders Bild vom eigentlichen Markt. Ich telefoniere zwar mehr, aber es bringt auch mehr. Ich kann nun meine Erfahrungen weiter ausbauen und hoffe diese später weiter nutzen zu können.
Ein Gruß an alle Gebildeten
Kawumm 68
Hallo Forum,
Kein Patti braucht um jeden Preis zu fahren, aber die meisten wollen um jeden Preis fahren oder Sie sind so eng vertraglich Gebunden das Sie nicht anders können bzw. dürfen.
Kawumm68 hats berichtet und ich habe auch berichtet, wie man es anders machen kann. In der freien Marktwirtschaft kann jeder Unternehmer(Patti) selber entscheiden wie, wo und für wen er fährt.Somit kann er selber entscheiden ,für wieviel er fährt. Es hat in der Binnenschiffahrt den Anschein das die meisten Pattis sehr gerne für wenig Geld fahren, denn anders kann ich das Verhalten der vielen Pattis nicht verstehen.Oder haben die Pattis etwa Angst vor mehr Geld?
Wenn ja ,dann kann ich denen die Angst vor "mehr Geld" haben, meine Kontonummer nennen. Mit dem Geld werde ich dann noch ein Schiff kaufen, um noch mehr Geld zuverdienen.Denn ich habe keine Angst mehr Geld zu verdienen.
Gruß RADI
Ich wollte es ja in dieser Rubrik eigentlich bei meinem bereits geschriebenen Beitrag belassen, aber die Reaktion von Lava darauf (# 455) kann man nicht so stehen lassen.
Die wirtschaftliche Preisbildung vollzieht sich innerhalb von Bedingungen, die von der Politik festgelegt worden sind. Selbstverständlich sind diese von der Politik vorgegebenen Rahmenbedingungen immer auch ein Ausdruck des gerade herrschenden Zeitgeistes. Im Fall der Liberalisierung des Wettbewerbs in der Binnenschiffahrt war das der Zeitgeist des Neoliberalismus, der mit der "Wende" eingeleitet wurde (und auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen sichtbar ist, z.B. auch in der Architektur [übrigens auch der Schiffe!], die immer einen guten Spiegel einer Gesellschaft abgibt).
Die neoliberale Neuregelung der Frachtenbildung in der Schiffahrt wurde vom Verfassungsgericht, daß 1994 die Annahme einer Grundrechtsbeschwerde eines in den Ruin getriebenen Tankschiffeigners ablehnte, damit begründet, daß sie "den Wettbewerb der Transportunternehmer untereinander ... fördern sowie die Effizienz des Transportsektors insgesamt ... verbessern" sollte. Das ist es, wovon ich in Beitrag 453 geschrieben habe.
Zunächst einmal: wir Deutschen waren bei der Umsetzung mal wieder besonders gründlich. Während Niederländer, Belgier und Franzosen, die zuvor das Tour de role-System hatten, Übergangsregelungen einführten, entließen wir unsere Binnenschiffer über Nacht in den "freien" Markt - ungleiche Wettbewerbsbedingungen waren die Folge - siehe die gerade erwähnte Pleite des Tankschiffseigners.
Die längerfristigen Folgen der seit 1994 geltenden Marktliberalisierung in der Binnenschiffahrt sind ein Konzentrationsprozeß, wie er auch an Land in vielen Bereichen zu beobachten ist. Wer stark ist, wird größer, wer nicht mithalten kann, packt ein. Partikuliere, denen das Wasser bis zum Hals steht - wollen wir das? Da beenden Schiffer, die schon seit Generationen in der Schiffahrt waren. Die Anzahl der Schiffe sinkt und damit auch die Zahl der in der Schiffahrt Beschäftigten und damit deren gesellschaftliche Bedeutung - wollen wir das? Steigt die Effizienz der Binnenschiffahrt, wenn sich die verbliebenen 135er oder noch größere Schiffe auf dem Rhein ihr Rennen liefern (im Moment - Stichwort Niedrigwasser - fahren die Kleinen aber wohl besser?), während darum gerungen wird, kleinere Flüsse mit Unsummen von Steuergeldern diesen Riesen zugänglich zu machen? Und wie flexibel ist so eine Schiffahrt denn überhaupt noch? Wollen wir das wirklich?
Die 1993 ausgelaufenen Frachtenausschüsse waren paritätisch mit Vertretern aus der Schiffahrt und der Verlader besetzt. Da die Verlader in der Schiffahrt in einer stärkeren Position sind, bedeutete die Abschaffung der Frachtenausschüsse eine Schwächung der Position der Schiffahrtstreibenden. Entsprechend sind die Frachten gepurzelt. Ähnliches war auch hier wieder an Land zu beobachten: es war ja im neoliberalen Zeitalter sogar davon die Rede, daß die Gewerkschaften (die selbst das 19. Jahrhundert als eine Errungenschaft und Notwendigkeit ansah), also die Arbeitnehmervertretung, angeblich nicht mehr zeitgemäß seien.
Das, mein lieber Lava, hat der von mir in Beitrag 453 kritisierte neoliberale Zeitgeist mit der Frachtenbildung zu tun und mit der Entwicklung der Binnenschiffahrt - er gehört nämlich ganz wesentlich zu Deinen wirtschaftlichen "Facetten". Und zu dem, was der unregistrierte schweizer User in Beitrag # 456 "kurz, prägnant, zielführend" nennt, würde ich sagen: "kurz, kurzsichtig, irreführend".
:wink: Gernot
Hallo Gernot,
eins dürfen wir bei diesem Prozess nicht vergessen: Nicht nur das die Anzahl der Betriebe kleiner wird und damit die Flexibilität der Schiffe(Abmessungen), sondern auch die Qulität und damit die Sicherheit sowie das verbesseren der Umweltverträglichkeit.
Denn der Standart wie er in letzter Zeit immer öfter zu sehen ist, extrem augelutschte Schiffe mit Besatzungen die kaum deutsch und erst recht nicht holländisch oder englich sprechen, kann nicht das Ergebnis der Marktwirschaft sein. Das dürfen wir nicht hinnehmen!
Schiffe aus denen viele kleine gelbe Schläuche aus allen möglichen Löcher zu sehen sind und Funksprüche wie: Ich nix da ich hier, Ich machen Notparking, oder Beule nix Problem, will ich nicht mehr sehen oder höhren. Unglaublich wie viele Augen die SUK zudrückt und, z.B. bei mir, über Sonnenrollos im Steuerhaus disskutiert ob diese die vorgeschriebene Lichtdurchläßigkeit nicht unterschreiten.
Das wird das Ergebnis unserer Unfähigkeit Einigkeit zu bilden sein. Also, auf zu Preiskampf mit "Transschiffen von 1 bis 100"
schöne Grüße
Kawumm 68
Hallo Kawumm 68,
für mich ist EINIGKEIT in der Binnenschiffahrt schon lange nur noch ein Traum, der ausgeträumt ist.Noch nicht einmal bei solch ein wichtigen Thema wie die Frachraten bekommen wir in der Binnenschiffahrt eine Einigkeit zustande.
Es ist eigenlich Schade und Unverständlich wieso wir da keine Einigkeit schaffen.
Die unterschiedliche Sichtweite der SUK ist mir auch des öfteren aufgefallen.Immerwieder macht die Suk bei einigen eine Ausnahme und bei einigen schauen Sie nicht genau hin. Auch die WSP macht Unterschiede bei Ihren Kontrollen an Bord.Bei einen bemängeln Sie das eine oder andere und beim nächsten Schiff schauen Sie über die sichtbaren Mängel hinweg. Warum die Behörden so Unterschiedlich handeln , ist mir persönlich ein Rätsel.Dieses Handeln der Behörden verzehrt natürlich die freie Marktwirtschaft zum Nachteil deren die Ihre Schiffe und Besatzungen in Vorbildliche Weise führen.
Grüß RADI
Hallo Radi,
eine Einigkeit im eigentlichen Sinne kann ja auch nicht das Ziel sein. Auch die Binnenschiffer unterliegen dem Wettbewerbsrecht und Preisabsprachen wären deshalb illegal, das kann nicht das Ziel sein. Mein Ziel bei der ganzen Sache wäre gewesen, wirtschaftlich schwächeren Binnenschiffern mit Informationen und Anleitungen zu helfen, ihnen das Handwerkszeug an die Hand zu geben, damit auch sie ihr Stück vom Kuchen abbekommen und selbstbewußt, besser gesagt selbständig, agieren lernen.
Manch einer hier hatte auch die Gründung einer Genossenschaft in Erwägung gezogen, um mit dem nötigen Gewicht auftreten zu können, Aufträge zu aquirieren und den Mitgliedern faire Frachtraten bieten zu können.
Das alles wäre bei einem etwas größeren Interesse durchaus machbar. Wenn sich aber niemand hinter seinem Ofen hervortraut, braucht man sich auch keine Gedanken zu machen. Den Rest walte Hugo, zumindest so lange, bis ein paar mehr Leute erkennen, daß es so nicht weitergehen kann...
LG
Micha
Hallo Forum,
ich denke wir werden bald ein gutes Beispiel erleben wie man es besser machen kann. Der neue Gurkenvirus wird es zeigen. Den armen Gemüsebauern werden schon ihre Verluste erstattet bekommen. Die werden gut vertreten und werden sich einig sein. Unsere Landwirtschaftsministerin wirds richten.
Schöne Grüße
Kawumm 68
Hallo Kawumm 68,
mir wurde geschrieben, als ich die Landwirtschaft als Beispiel anführte: Man kann Landwirtschaft nicht mit
Schifffahrt vergleichen. Aber es geht schliesslich ums Prinzip und nicht um die Branche. Du schreibst richtig
" DIE WERDEN SICH EINIG SEIN " und genau da liegt ihre Stärke. Wenn die Schiffer sich einig wären, hätten
sie auch politisch eine grössere Chance. Siehe auch Autobranche, die können kräftig Druck ausüben.
Grüsse aus dem Süden
Joana
Hallo Joana,
natürlich kann man die Branche nicht vergleichen, aber wie du schon gesagt hast meine ich den Zusammenhalt der Landwirte und die vorhandene Akzeptanz in der Politik.
Ich habe mal viele der alten Beiträge in diesem Thema gelesen und geschaut wie es angefangen ist. Schade da es so geendet ist. Das war ne tolle Diskussion. Ich hatte echt eine Chance gesehen. Aber eines fällt mir doch auf, nachdem nun klar ist das dieses Thema gescheitert ist meldet sich Lava auch nicht mehr. Hatt er sein Ziel erreicht?
Ich selber habe aber einiges mitnehmen können. Unteranderem auch durch die Beiträge von Radir habe ich mit Erfolg die Befrachterflagge aufgegeben. Nun fahre ich ohne Vertrag. Unglaublich welchen Unterschied dies macht. Unglaublich wie die Frachten sich änderen. Frachtraten die angeblich bis zum Jahresende geschlossen waren bewegen sich nun doch.
Ich kann nur wiederholen: Versucht es, geht euren anderen Weg. Ein Wechsel, selbst zu einem anderen "Verein" kann schon was bewirken. Das schaft Bewegung und die Disponenten erkennen dass man eben nicht alles mit dem Patti machen kann.
schöne Grüße
Kawumm 68
Hallo Kawumm 68
Der Befrachter (Kunde) betet jeden abend um Regen damit die Schiffe wieder voll abladen können und dadurch kein engpas an Schiffsraum kommt, dann läst es sich besser die Fracht nach unten devedieren. Siest ja wenig Wasser und die Frachten steigen, hoffe nur das unsere Unbelerbaren das auch merken und nicht wieder sich unterbuttern lassen wenn das Wasser kommt. Meine meinung nach ist das mit dem Niedriegwasser das beste was uns passsieren konnte. Ärgere mich selber das ich nur 30% mehr verlangt habe, denn mit 1,5 stunden verhandlung war meine netto Fracht durch also war noch zu billig. Kleinen tip an die Unbelerbaren aus meiner freifahrerzeit immer etwas höher rangehen nachlassen kann mann immer noch, so wie aufnen Türkischen Basar damit der Kunde sich freut wenn er uns nach unten gedrückt hat ,dann freut er sich und arbeitet gerne mit euch. Denn so macht der Befrachter es mit euch auch natürlich umgekert, mit etwas mehr Fracht. Muß erlich zugeben war selber noch nie auf ein türkischen Basar. Kawumm wünsche dir viel Erfolg weiter und denke daran was ich gesagt habe kontakt und infomationen sammeln sind sehr wichtig, habe immer noch ein dicken Ordner mit telefonnummern die mir noch heute gute dienste leisten, obwohl diese knap 10 jahre alt sind. Außerdem ärgere dich nicht am 21 Dezember 2012 geht laut Majakalender die Welt unter und dann haben wir gut lachen denn Schiffe schwimmen.
Der handelnde Koje
Hallo Koje,
Ich glaube nicht dass die Welt untergeht. Zum einen ist das nicht genehmigt, und einfach was wegschmeißen? da haben die Grünen bestimmt was gegen. Außerdem werden die Gewerkschaften den Termin bestimmt "wegstreicken". Ist schließlich keine bezahlte Handlung.
Gruß Kawumm 68
Hallo koje,
die Welt der Binnenschiffer geht bestimmt nicht unter ,denn die Binnenschiffe waren die ersten Transportfahrzeuge (Einbaum) auf der Welt.Somit werden uns Binnenschiffer auch die Befrachter erhalten bleiben, die die Frachten nach unter drücken.
Es bleib uns nichts anderes übrig als uns unsere eigne Binnenschifferwelt zu bauen.Mit guten und schnellen Reisen ,mit immer guten Wasserstand,und mit hoher Frachtrate.
In Diesen Sinne grüße ich alle Binnenschiffer
RADI
Hallo Radir
Das liegt im Auge des Betrachters ich fahre auch gerne mit ein halb volles Schiff herrum wenn die Fracht stimmt habe damit überhaupt kein problem. Bloß die meisten Kollegen denken wenn das Schiff ganz bzw. übervoll ist verdient mann genug Geld, aber das stimmt nicht. Es gibt ein sprichwort in der Ruhe liegt die Kraft.
Du hast recht es wird immer Schifffahrt geben und wenn wir wieder paddeln müssen, weil es kein Öl mehr gibt. Das gute dabei ist das es keine Arbeitslose mehr geben wird, die brauchen wir zum paddeln und die nicht arbeiten wollen werden wieder auf Galleren angeketet.
Der taktgeber (trommler) Koje
Hallo Koje! Jetzt weiß ich auch warum die Befrachter Ihre Büros, in den Hochhäusern ganz oben haben. Nicht, damit Sie auf uns herab blicken können, nein, Sie hoffen das die Welle nicht bis oben kommt. mfG Ralf
Hallo Forum,
zu meinem Beitrag 464, gerade heute war im TV zu hören das die Regierung sich für die Entschädigung der Gemüsebauern kümmern will. Supi!!!! Wer hats erfunden?????
schöne Grüße
Hallo zusammen,
es gibt einen Unterschied zu den Binnenschiffern. Die Gemüsebauern tun sich zusammen und schreien sofort,
was für einen Schaden sie haben. Wenden sich sofort an die Öffentlichkeit mittels Medien und fordern
Entschädigung, Anzeige des Schuldigen und Aufklärung der Bevölkerung um keine Folgeschäden zu haben.
Und was passiert HIER ??????:fragkratz::fragkratz::fragkratz:
Grüsse Joana
ERGO
Frachtraum zu Ackerland!!!:pleased:
Sorry - hab nur laut gedacht - nichts für ungut - aber die Lösungsansätze hier im Forum "Frachtraten" gehen teils schon in die richtige Richtung - aber wie schon geschrieben - die Resonanz bleibt aus?!?! Warum? ... lebt die Made(n) doch im Speck ... Oder was?
angenehme Nachtruhe - der EX
Moin moin,
bei allem Neid auf die stärkere Lobby der Bauern sollte man nicht vergessen, daß es in der Landwirtschaft seit vielen Jahren einen starken Strukturwandel gibt. Alljährlich geben ca 3 % der Betriebe auf. Die Gründe sind unterschiedlich, meist aber ein fehlender Hofnachfolger oder einfach betriebswirtschaftliche Schwächen.
Die verbleibenden Betriebe pachten oder kaufen die freiwerdenden Flächen zu und vergrößern sich immer mehr. Die Wachstumsschwelle steigt von Jahr zu Jahr, so daß es künftig wohl fast nur noch Großbetriebe geben wird. Wer sich heute zu den relativ "Großen" zählen darf, wird in 5 Jahren oft schon selbst "geschluckt" worden sein (wenn er denn nicht selbst weiter expandiert oder sich eine besondere Marktnische sucht). So sieht's aus...:cry:
Und da nutzt dem einzelnen gescheiterten Betrieb auch die mächtige Bauern-Lobby herzlich wenig (die natürlich viel mächtiger als die der Binnenschiffer ist, weil's halt trotzdem immer noch einfach viel mehr Bauern als Schipper gibt...)
Ich sehe da gewisse Parallelen, weil diese marktwirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten überall in der freien Wirtschaft greifen und auch die Binnenschiffahrt nicht davon verschont bleibt. Es ist halt ein Sch...-Spiel, aber man kann die Augen davor nicht verschließen.
Die internationale Konkurrenz (bedingt durch national unterschiedliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen) scheint mir allerdings in der Binnenschiffahrt das größte Problem zu sein (obwohl ja auch die Holländer mit ihren großen Schiffen reihenweise pleite gehen...)
Gruß
Thomas
Eigentlich will ich mich gar nicht mehr zu dem Thema äußern,
aber wie Oberweser schon richtig geschrieben hat, es gibt auch in der Landwirtschaft einen Strukturwandel. Nur die Betriebe die modernisieren und weiter denken kommen weiter. Kleine und vernachläßigte Betriebe sterben aus. Jeder moderne Bauer nutz alle Möglichkeiten. Dazu gehört ein vernüftiger Fuhrpark sowie das optimale nutzen der Ackerflächen und der Tiere. Das dies Nachhaltig geschehen muss ist bei den Bauer genauso angekommen wie das checken der Preise im Internet. Die Landwirte sind ein gutes Beispiel Tradition und Moderne Technik unter einen Hut zu bringen. Sie sind sehr gut organisiert und treten einig und stark auf und sind trotzdem ihre eigenen Herren.
Keine Ahnung wie man hier die fehlende Resonanz bewerten und kommentieren müsste, soll man einfach nur schmunzeln oder heulen über soviel Feigheit und Unwissenheit. Wir haben hier im Forum eine unglaubliche gute Möglichkeit vertan. Wir hätten Unterstützung hier im Forum gehabt von Menschen die einfach spass an der Schifffahrt haben. Ehrlicher und besser hätte dies nicht sein können. Schade dass man anonyme Disponenten wie Lava recht geben muss und diese sich schlapp lachen. Wenn dann bald alte Schiffe mit deutscher Falgge und unqulifiziertes Personal aus irgendwelchen Ländern die Kanäle und Flüsse versauen wird die Schifffahrt bald ganz den Geist aufgeben.
schöne Grüße
Kawumm 68
eins hatte ich vergessen, wer neidisch auf die Lobby der Landwirschaft ist, gehört zu denen die ich und andere ständig ansprechen und aufwecken wollen. Das was die Lanwirte als Lobby aufgebaut haben ist ein tollers Beispiel wie es laufen kann wenn man sich einig ist.
schöne Grüße Kawumm 68
Moin Moin,
jetzt ist es raus, die Gemüsebauern bekommen ihre Entschädigung. Sogar mehr als gefordert. Mich würde interessieren wie Lava das erklärt warum es sein muss, dass das unternehmerische Risiko der Bauern von der EU und damit von uns allen aufgefangen werden muss. Was ist bei denen anders? Ganz einfach, die Lobby. Und ich kann euch jetzt schon sagen das so mancher Bauer mehr verdient als vorher. Nach welchen Bedigungen wird denn entschieden wer hilfe bekommt und wer nicht? Auch ganz einfach, wer am lautesten schreit. Da bleiben wir leisen und dum... äh demütigen Schiffer eben auf der Strecke.
ein Gruß zu den Bauern, gut gemacht
immer schön die Mütze abnehmen liebe Kollegen
Kawumm 68
Hallo Leute, na also geht doch, dachte schon da tut sich nichts mehr. Endlich ( hoffentlich ) gehts jetzt hier weiter.
Gruß an Alle !
der Ehemalige!
Hallo an alle
Ich nehme Wetten an, wann die ersten wieder jammern das die Fracht nicht ausreicht.
Der zocker Koje