Ergebnis 1 bis 1 von 1

Thema: Donau: DDSG Personenschiffe im Kriegsdienst 1940

  1. #1

    Österreich Donau: DDSG Personenschiffe im Kriegsdienst 1940

    die Donauschifffahrt wurde immer wieder von der Politik für die Erfüllung politischer Ziele verpflichtet. In aller Regel führte dies zu schweren Verlusten.

    Heute mal zwei Beispiele, bei denen die "Planetenklasse" der DDSG im Einsatz war - eigentlich Schiffe, die für modernes und bequemes Reisen auf der Donau konzipiert waren.

    a) Rückführung der Bessarabiendeutschen

    1939 begann faktisch die Rückführung der Volksdeutschen, die seit Generationen den europäischen Südosten bevölkerten. Was 1940 mit einer geordneten Rückführung begann, endete 1945 mit der Vertreibung von Hunderttausenden von Volksdeutschen aus dem Donauraum.
    Im Hitler-Stalin-Pakt von 23.8.1939 erklärte sich Berlin bereit, die deutschstämmige Bevölkerung der Bukowina, Bessarabien und der Dobrudscha nach Deutschland umzusiedeln. Unter dem Druck der Sowjetunion und auch von Deutschland trat Rumänien am 27.6.1940 Bessarabien und die Nordbukowina an die Sowjetunion ab. Die Umsiedlung der deutschstämmigen Bevölkerung begann am 24. September 1940, wobei etwa 93 000 Bessarabiendeutsche in Trecks, mit LKW und der Bahn zum Donauhafen Galatz verbracht wurden und von dort aus ein Teil mit Schiffen der "weißen" DDSG-Flotte nach Semlin (Beograd) gelangten. Auch die Umsiedler aus der Dobrudscha nahmen via Cernavoda die Donauschiffe nach Westen.
    Ab Semlin ging es per Bahn weiter in das Großdeutsche Reich bez. für die bäuerliche Bevölkerung zu "freien" Hofstellen im besetzten Polen.....

    Bild:
    Volksdeutsche auf einem Schiff der "weißen" Flotte auf der Fahrt nach Semlin
    Quelle: SCHÖDL, Günter, Land an der Donau, Berlin 1995

    b) Die "Planetenklasse" im Kriegsdienst

    Als 1938 das Deutsche Reich Österreich annektierte, erfolgte unverzüglich der Zugriff auf die DDSG und deren Integration in den Göring-Konzern. Die Donauschiffahrtsgesellschaft aus dem "Altreich" - der Bayerische Lloyd - dessen Führungskräfte der Reederei das Unternehmen für die kommenden Aufgaben anboten, mussten rasch erkennen. dass künftig die wichtigen Entscheidungen in Wien getroffen werden und nicht in Regensburg. Für die anstehenden Aufgaben stand dort ein umfangreicher Schiffspark zur Verfügung und personell hatte man die Konzernspitze im Sinne der neuen Machthaber umstrukturiert.
    Spätestens mit dem "Balkanfeldzug" (1940) hatte die DDSG Personenschiffe für den Sanitätsdienst abzustellen. Die dt. Wehrmacht mietete die Schiffe an. Für HELIOS, JUPITER, URANUS und SATURNUS endete das Mietverhältnis erst zum 1. Juli 1944. Zu diesem Zeitpunkt befand sich JUPITER schon auf dem Donaugrund, die anderen Schiffe waren durch Blindgänger oder Bordwaffenbeschuß nur mehr bedingt einsatzfähig.

    am 8. Mai 1945 lag JUPITER bei Do-km 1108 versenkt in der Donau, HELIOS bei Do-km 1885,
    fahrklar waren SATURNUS (Do-km 2100) und URANUS (Do-km 2059)


    Bild. Verwundeter wird auf ein Schiff der "Planetenklasse" verbracht (ggfs. JUPITER),
    Ort/Datum nicht bekannt, ebenso nicht der Bildautor, Slg. Winkler

    Klaus Heilmeier
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	DDSG-Schiff, Rückführung der Bessarabien-Deutschen, 1940, sonst keine Fakten..jpg 
Hits:	73 
Größe:	262,2 KB 
ID:	913822   Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	DDSG-Lazarettschiff ggfs. JUPITER, o.O. o.J. Slg. Winkler.jpg 
Hits:	81 
Größe:	277,4 KB 
ID:	913823  

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •