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Thema: Fragen zur Ausbildung und Perspektive in der Binnenschifffahrt

  1. #11
    Avatar von Gerd KJ
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    Also, ich wundere mich, daß sich dieses Thema so träge dahinzieht.
    Da fragt einer nach Beruf und Berufschancen in der Binnenschiffahrt und ausser Internet-links bekommt er nur noch von dem Zdenek eine verwertbare Aussage.
    Sonst passiert nichts.
    Sollte er etwa besser ein Bild mit einem namentlich erscheinenden Binnenschiff einstellen und dazu die Information das auf der Wolga ein Schiffsunfall passierte. Und damit die Empörung über Presse und Namensnennung von Schiffen hervorrufen? Dann würden vielleicht die Damen und Herren Kapitäne auf das Thema aufmerksam und könnten mal was sachliches loslassen.

    Es ist schon seltsam, wenn sich in einem Branchenforum niemand mehr zu dem ureigensten Thema "Nachwuchs" meldet.

    Gruß Gerd

  2. #12

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    Um ehrlich zu sein finde ich es auch schade, da ich auf mehr Feedback gehofft hatte.
    Zugegeben, teilweise kann ich es aber auch verstehen: Es gibt in diesem Forum reichlich Beiträge zum Thema Ausbildung und man muss sich nicht andauernd wiederholen. Aber mit geht es in erster Linie nicht um die typische Berufsbeschreibung - dafür muss ich kein Forum befragen. Mir geht es darum, aus erster Hand Informationen zum aktuellen Zustand der Binnenschifffahrt zu bekommen, quasi zum Ist- und Sollzustand.

    Warum ist mir ( und wahrscheinlich vielen anderen potentiellen Azubis) dieses „aus erster Hand“ so wichtig?

    Seit ich den Gedanken einigen Monaten verfolge ich über einen Newsfeed auf dem Handy alles zum Thema (See)Schifffahrt, Reedereien, Schiffsmechaniker usw. mit. Mein Fazit bisher: Die Medien widersprechen sich teilweise, aber mit der deutschen Seeschifffahrt es geht bergab und niemand weiß wirklich wie es nach der Krise aussieht. Nichts ist klar, nichts ist sortiert. Selbst wenn man Nautik studiert hat, sind die Perspektiven klein. Der Tarfivertrag ist langfristig nichts mehr wert und die internationale Konkurrenz wird die Situation der deutschen Seeleute mittelfristig aufgrund der internationalen Tarife/ Verträge etc. verschlechtern. Ohne Geld und mit der Bank bzw. dem Zangsvollstrecker im Nacken kann man nicht ausbilden. (Das ist nach mehreren Anläufen die absolute Kurzfassung.)

    Jetzt frage ich mich natürlich wie es um die Binnenschifffahrt beschaffen ist und bin glücklicherweise auf dieses Forum gestoßen.
    Mein persönliches Fazit bisher: Es geht der Binnenschifffahrt nicht gut, aber sie hat sich nach/ trotz Krise wieder "sortiert“ und wird mittelfristig wieder eine größere Rolle spielen (Stichwort Verkehrsprognose 2030). Tarife gibt es zwar, können aber kaum eingehalten werden. Wer will und dazu fähig ist, kann in der Binnenschifffahrt Fuß fassen. Aufgrund der Fahrtzeit (Erfahrung auf dem Papier vs. Qualifikation), dauert es halt.


    Mir fehlt zwar der klar definierte „technische“ Aspekt (Metallbearbeitung, Motoren), aber ich kann mir vorstellen in der Binnenschifffahrt eine Ausbildung anzufangen. Aber: Ich suche dazu noch ein paar Infos/ Statements von Menschen die Binnenschiffer sind und keine Journalisten oder Politiker. Daher nochmal die Bitte:

    - Was würdet ihr einem (potentiellen) Azubi/ Interessenten auf den Weg geben? Was sollte man unbedingt wissen?
    - Wie sieht es mit der persönlichen Perspektive aus? Wie stehen die Chancen einen Ausbildungsplatz bzw. später einen Arbeitsplatz zu bekommen?
    - Ausbildungsbeginn: Für den August diesen Jahres wird es knapp. Wie wird das in der Binnenschifffahrt gehandhabt? Aufgrund des Blockunterrichts gibt es ja keinen klassischen Schulbeginn.
    - Ich wollte zwar nicht nach dem Verdienst fragen, aber gibt es einen Richtwert für Azubis? Die Angaben im Internet beziehen sich alle auf einen Tarif, der (so wie ich es hier gelesen habe), eigentlich nicht mehr angewendet wird.
    - Ist ein Praktikum ohne Schüler zu sein möglich (Versicherung etc.)?

    Um nur einige Punkte zu nennen, die mich interessieren würden.

    Danke und Gruß,
    D.
    Geändert von Danke (19.06.2014 um 22:59 Uhr)

  3. #13

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    Ein Versuch wäre es jeden Fall mal bei Industrie und Handelskammer anzurufen. Die müssten sich damit ja auskennen. Auf jeden Fall hast du da nichts zu verlieren und kommst vielleicht an weitere Informationen ran.

  4. #14

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    Moin Moin Danke,

    Deine Fragen sind schnell abgeklärt,

    1.die Seetauglichkeit,da höher oder gleichertig,wird voll anerkannt
    Eine weitere Tauglichkeitsuntersuchung,sofern dann noch gefordert, wird durch den Arbeitsmedizinischen Dienst durchgeführt und von der entsprechenden Firma bezahlt,(wehe wenn nicht)

    2.die Binnenschifferlehre schliest unter anderem die Grundlagen in Maschinen- bzw Elektrotechnik ein,es wird lediglich ,wie überall Interesse vorrausgesetzt
    Ich glaube die Schifferschule in Duisburg hat auch sowas ,wie ,,Tag der offenen Tür",wo man sich Informieren könnte,bzw, einfach dort mal anrufen.
    3. Ausbildungbetriebe gibt es ausreichend.
    Desweiteren gibt es Arbeit ohne Ende .
    4.das Lehrlingsgehalt ist ,wenn nicht das höchste,dann aber eines der höchsten überhaupt.Wobei ich nicht weiss ob das schon Firmenintern festgelegt oder Tariflich vorgeschrieben ist.Einfach den Betrieb fragen.
    5.das Gehalt oder der Lohn nach der Lehre ist wie überal dann Verhandlungssache
    Beispiel: Ich hab 2 Steuerleute,deren Anfangsgehalt bei einer Einsatzzeit von 14/14 bei 1500,00 Euro netto lag.
    Es gibt Firmen die mehr oder weniger bezahlen,da hilft nur Verhandeln.
    6.Praktkum ohne Schüler zu sein? Keine Ahnung,aber du könntest dir ein Schifferdienstbuch holen und versuchen als Decksmann zu fahren.Es gibt noch Schiffe die dementsprechenden Bedarf haben.Gut,die Bezahlung wird nicht berauschend sein ,aber man bekommt schon mal ein anderes bild von dem Ganzen.
    Früher gab es mal eine zentrale Anlaufstelle in Duisburg,die wurde leider geschlossen und auf duie einzelnen Arbeitsämter verteilt.Diese haben aber keine Ahnung und ob du da etwas fragst oder dir mit der Hand an den Achtersteven greifst ,ist das selbe.
    Einzige Möglichkeit , auf der Seite des Arbeitsamtes schaun wer was sucht oder hier im Forum unter der entsprechenden Rubrik anfragen.

    Fazit. Ob in der See- oder Binnenschiffahrt, es wird sie immer geben und somit auch Arbeit dort.
    Man wird anderswo sicher immer auch mehr Geld verdienen ,aber Freitags von einem Schiff runter , über das Wochendende die Heuer verprassen und am Montag wieder auf ein anderes Schiff aufsteigen , gibts nur hier !
    Vorrausgesetzt man hat sich schon mal angemeldet ,natürlich.


    Desweiteren verweise ich auf die Frage von Zeno,,Hilfe erbeten", wo ich auch geantwortet habe

    Hoffe ein klein wenig geholfen zu haben.

    Viele Grüsse von der Yggdrasil
    Geändert von Yggdrasil (01.09.2014 um 10:06 Uhr)

  5. #15

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    Ich wollte mal zu Euren Mindeslohn in luxemburg sagen.Weil da kann ich nur drueber lachen.
    Nehmen wir zum beispiel die Reederei Somtrans.Da geht ein DM fuer 600 Euro arbeiten und ein Stm ohne Patent fuer 1200-1400 Euro netto.
    Und wenn mir jetzt jemand sagt das sich die Firma strafbar macht!Sollten die Leute immer das klein gedruckte im Arbeitsvertrag lesen :-)
    Nur soviel dazu.
    Ich denke es liegt eher daran das die Zeit in der Schiffahrt gerade schwer ist und jeder Personal sparen will wo er kann.
    Ich selber fahre als Kpt bei einer Reederei wo es an der Tagesordnung ist,fahrzeiten zu ueberziehen.Teilweise 26 std zu fahren.Und das mit A1 besetzung.
    Und das ist nicht nur hier der Fall......
    Ich sag nur wenn es die CZ ,Slovaken nicht fuer das Geld machen.Dann kommen bald Phlipins....

  6. #16

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    Hallo zu Beitrag #15

    da funktioniert die Öffentlichkeitsarbeit, zumindest bei der Nennung einer Reederei.(hoffentlich lesen diese hier mit). Die, für welche der Verfasser fährt bleibt im Dunkel der Nacht. Bei 26 Stunden Fahrzeit kein Wunder.

    koppschüttelsmiley hinzufüg der schappes
    Wer nicht vom Weg abkommt - bleibt auf der Strecke

  7. #17

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    Moin Schnappes,

    das wohl ein wahres Wort.Nur würde sich schneckenschubser mit den Angaben über die eigene Reederei wohl ,laut Arbeitsvertrag, Vertragsbrüchig und damit künbar machen.
    Sein wir mal ehrlich , das mit den Fahrzeitüberschreitungen kenn wir alle.Besonders in der Tankschiffahrt ist das verbreitet,nunja und bei den Niederländern(Partikulieren) an der Tagesordnung.Tagsüber fährt die Frau und Nachts der Mann ansonsten sind deren Umlaufzeiten nicht zu erklären.
    Bei mir selber versuche ich diese Zeiten so gering wie möglich zu halten, aber 16 h pro tag in der A1 fahrt sind halt auch schon 2 zuviel.Wobei ich sagen muss,das es hier eher vorkommt das ich mal über Nacht löschen tue,wobei die Besatzung nicht anwesend ist,da das Schiff sich selber löscht ( tanks auf,pumpe an,das wars) und ich das alleine erledige.
    Dies geschieht aus dem Grund,da wir die gleichen Löschstellen wie die Frachter haben und sonst warten müssten.Anschliessend ist dann aber meist am nächsten tag Nachmittags schon Feierabend.

    @schneckenschubser

    Ich bin lange als Ablöser gefahren,Am Anfang nach alter Manier,bis es mir reichte.Dann sagte ich den Firmen das meine Tagespauschale auf 14 h berechnet ist und sie die Disposition bitte wärend meiner Anwesenheit darüber informieren möchten.Was soll ich dir sagen, es klappte wunderbar und dann das unfassbare,sie riefen wieder und wieder an.
    Klar hat man Angst die Arbeit zu verlieren und da die Ausländer Arbeiten müssen,weil sie zuhause eben nicht dieses Sozialsystem haben,wie in der BRD, aber der Hinweis auf den Arbeitsvertrag und die darin verankerten Arbeitszeiten steht auch dem Arbeitnehmer zu.

  8. #18

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    Der Thread hat mir genau meine Fragen beantwortet!!
    Super praktisch. Cool, dass ihr so ausführlich seid. einen Schönen Start in die Woche :)
    Annirika

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