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Thema: Demerag 102 (Prinzregent Luitpold/Habsburg) - GMS -

  1. #1
    Moderator Avatar von McRonalds
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    Deutsches Reich Demerag 102 (Prinzregent Luitpold/Habsburg) - GMS -

    Hallo Binnenschifffreunde,
    die Demerag startete 1910 als Zusammenschluß der Fa. Weber & Co. in Nürnberg und der Fa. Neckermann (richtig, DER 'Neckermann-Katalog' Neckermann) in Würzburg; als erstes ließen sie einen getreidelten Lastkahn zwischen Schweinfurt und Nürnberg verkehren. Der Ludwigskanal, der damals als rein lokale Angelegenheit beinahe in Vergessenheit geraten war, wurde wieder als Transportweg 'entdeckt'. Den Namen dieses ersten Schiffs konnte ich bislang noch nicht herausfinden - damals machte man nicht viel Aufhebens wegen eines Schiffsnamens. 1911 schaffte sich die Demerag (bzw. damals war es noch die Fa. Weber) ihr erstes Motorschiff an; PRINZREGENT LUITPOLD (später DEMERAG 102), ging später als LAHNPERLE an die Lahn), das im Juni 1911 im Nürnberger Hafen getauft wurde. Dieses Bild zeigt (angeblich) die Taufe des Schiffs. Der Nürnberger Hafen ist klar erkennbar, aber man sieht so wenig vom Schiff, dass ich das weder bestätigen noch dementieren mag. Schönes Bild isses trotzdem.
    Gruß - Ronald;-)

    Schiffsdaten:

    Name: PRINZREGENT LUITPOLD (DEMERAG 102)
    Eigner: Donau-Main-Rhein-Schiffahrts AG (Demerag)
    gemeldet in: Nürnberg
    Nationalität:


    Länge: 31,40 m
    Breite: 4,48 m
    Tiefgang: 1,25 m
    Tonnage: 105 t

    Maschinenleistung: 30 PS

    Baujahr: 1911
    erbaut in:

    Bauwerft: Christof Ruthof, Schiffswerft und Maschinenfabrik, Mainz-Kastel
    Bau-Nr.: 457

    Verbleib: Habsburg, Demerag 102, Lahnperle (ich weiss nicht mehr von wem die Info kam mit dem Namen 'Lahnperle', aber es ist durchaus möglich dass das Schiff auch nur 'Lahn' hiess.)
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  2. #2
    Moderator Avatar von McRonalds
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    ...auf alten Karten von der (1.) Bamberger Hafeneröffnung im Sommer 1912 findet man den PRINZREGENT LUITPOLD; schön zu erkennen am langen Namen und der riesigen Demerag Flagge. Das war damals der erste speziell für den LDMK gebaute Demerag Motor und war noch nicht mal ein Jahr in Dienst. Gruß - Ronald;-)

    P.S.: hinten im Bild ebenfalls sichtbar ein Kettenschiff mit Anhang und auf der linken Seite drei kleine Seitenraddampfer, gebaut 1892 bei Werft Gebr. Schulz, Mainz, L 15,50 m, B 2,95 m (5,10 m mit Radkästen) Tg 0,50 m. Der geringe Tiefgang war bei dem noch unkanalisierten Main erforderlich. Nur von einem Schiff ist mir der Verbleib bekannt: POSEIDON. Bei ihm wurden vom Straßen- und Flussbauamt Maschinen und Radkästen abgebaut und es wurde als Bauhüttenschiff dem Außenbezirk Marktbreit zugeordnet. Die beiden anderen Schiffe (eins davon hiess FRANKEN) gehörten den Ämtern Würzburg und Aschaffenburg. Deren Verbleib ist leider unbekannt.
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Name:	Hafen_Bamberg_1912_.jpg 
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  3. #3

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    Es hieß Lahnperle, Eigner war mein Urgroßvater Johann Josef Scheer aus Niederlahnstein.

  4. #4
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    Standard Prinzregent Luitpold

    Moin, moin;
    Registereinträgen zu Folge soll das Schiff zwischenzeitlich auch Demerag 111 geheissen haben.
    MfG
    Helmut

    RR 6. Nachtrag 1913 - RR 1914: Prinzregent Luitpold; Conrad Weber & Co., Nürnberg

    RR 1926-1930: Demerag 111, ex Habsburg, ex Prinzregent Luitpold

    RR 2. Nachtrag 1931: Demerag 102, ex Demerag 111, ex Prinzregent Luitpold

    RR 1935: Demerag 102, ex Demerag 111, ex Prinzregent Luitpold

    RR 2. Nachtrag 1937: Lahnperle, ex Demerag 102, ex Demerag 111, ex Prinzregent Luitpold; Johann Scheer, Niederlahnstein
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  5. #5

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    Die Lahnperle an einem Kalksteinbruch mit Verladestelle an der Lahn. Quelle commons.wikimedia.org.

    Ich habe keinen Schimmer, von wann das Foto ist. Aber es ist ein geschlossener Steuerstand zu sehen, und ein wohnungsartiger Aufbau.

    Weitere Fotos folgen, aber das dauert etwas.
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  6. #6
    Moderator Avatar von McRonalds
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    Zitat Zitat von Hajo Beitrag anzeigen
    Aber es ist ein geschlossener Steuerstand zu sehen, und ein wohnungsartiger Aufbau.
    @Hajo; Danke für Bild und Info, das freut den Presser/Bavaria/Demerag-Forscher. Der Aufbau und das Ruderhaus sind nicht mehr Original-Demerag. Gruß - Ronald;-)

  7. #7
    Historische Bilder Avatar von Ernst
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    Standard Prinzregent Luitpold

    Hallo, zu #5
    das ist bei Lahnkilometer 85,6 LU.

    Gruß Ernst
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  8. #8
    Moderator Avatar von McRonalds
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    Mehr Bilder gibt's übrigens bei Drehscheibe.de... eine grässliche Mondlandschaft!

  9. #9
    Moderator Avatar von McRonalds
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    Diese 8 kleinen Demerag Motore (für den Ludwigskanal) haben eine interessante Geschichte, sind an den entlegendsten Stellen gelandet, die ein Binnenschiff erreichen kann und haben Binnenschifffahrtsgeschichte geschrieben. Keines existiert mehr. Ich glaube auf dem letzten (EINTRACHT) stand ich kurz vor seiner Verschottung noch drauf.

    Die Geschichte habe ich im Thema Presser/Bavaria/Demerag schon mal kurz beleuchtet - obwohl da noch einige Lücken drin sind. Wenn ich mal nichts besseres zu tun habe, werde ich das korrigieren.

    2 Motorgüterschiffe (ca. 105 t), gebaut 1912 bei Ruthof, Mainz-Kastel:
    PRINZREGENT LUITPOLD (umbenannt in HABSBURG, ab 1922(?) DEMERAG 113, ab 1930 DEMERAG 111 (2)), Reg.-Nr. 1412, 30 PS
    WITTELSBACH (ab 1922(?) DEMERAG 101), Reg.-Nr. 1411, 30 PS

    2 Motorgüterschiffe (ca. 112 t), gebaut 1913 bei Ruthof, Regensburg:
    BAYERN (ab 1922(?) DEMERAG 112), Reg.-Nr. 1424, 30 PS
    REGENSBURG (später (oder zuerst?) BADEN, ab 1922(?) DEMERAG 111 (1), ab 1930 DEMERAG 102), Reg.-Nr. 1421, 30 PS

    4 Motorgüterschiffe (ca. 125 t), gebaut 1917/18 bei Ruthof, Mainz-Kastel:
    KÖNIG LUDWIG III. (ab 1922(?) DEMERAG 121), Reg.-Nr. 1440, 50 PS
    BERTHOLD BING (ab 1930 DEMERAG 123, Reg.-Nr. 1441, 50 PS
    HINDENBURG (ab 1922(?) DEMERAG 122), Reg.-Nr. 1445, 50 PS
    LUDENDORF (umbenannt in FRIEDRICH-CARL ZAHN, ab 1930 DEMERAG 124), Reg.-Nr. 1448, 50 PS


  10. #10

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    Standard Ergänzung/ Lahnperle ex Demerag 102.

    Guten Abend, hier noch eine Ergänzung zur Lahnperle, ex Demerag 102, ergänzt mit einem Dokument aus dem Jahr 1941. Nach Aktenlage veräusserte mein Urgroßvater Johann Josef Scheer (+ 1945) die Hälfte des Schiffes 1941 / 1942 an einen Schiffer aus Balduinstein. Auf irgendeinem Weg landete die Hälfte irgendwann bei einem Schiffer aus Oberlahnstein.
    Und dieser Zustand blieb mindestens bis 1956 so. Das Ziel war es, mit der Hälfte des
    Gewinns, die schmale Rente meiner nun verwitweten Urgroßmutter (+1969) aufzubessern.
    @ Handhaspel berichtete 2018 in einem anderen Thema, dass die nun ex Lahnperle 1963 noch in Fahrt war, jedoch bei einer Kiesfirma aus Speyer.
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    Geändert von Hajo (24.10.2025 um 21:06 Uhr)

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