Hallo Radir, hallo Forum

mir ist immer noch nicht ganz klar, was Du mit Zusammenschluss meinst. Du nennst einerseits die Genossenschaft, die für ihre Mitglieder unternehmerisch am Markt agiert, im gleichen Zusammenhang aber den Verein, „bei dem die Mitglieder alles freiwillig machen können“
Ich gehe mal davon aus, dass Du damit nicht die wirtschaftlichen Vereine im Sinne von GmbH oder Aktiengesellschaft meinst (da kann man kaum freiwillig machen, was man möchte), sondern eher den klassischen Verein, mit oder ohne e.V. , der nicht auf einen wirtschaftlichen Betrieb angelegt ist.
Die Verbände haben z.B. üblicherweise die Rechtsform eines Vereins.

Meine Vorstellungen von Zusammenschluss gehen nicht in die Richtung eines Vereins. Es geht in diesem Zusammenhang nicht darum, gemeinsame Aktionen für die Binnenschifffahrt durchzuführen sondern darum, unternehmerisch gemeinsam zu handeln, d.h. gemeinsam Verträge zur Vermarktung des Schiffsraumes, gemeinsame Akquise, Einkauf, Personalpool etc. Wenn darüber hinaus noch ein Budget übrigbleibt, um Werbung zu machen, um so besser. So etwas in so einer Art Verein aufzuziehen, dürfte nur schwer möglich sein.

Was die Öffentlichkeitsarbeit grundsätzlich anbelangt sind wir - so glaube ich,- durchaus etwas besser, als es hier dargestellt wird. Wir tragen regelmäßig dazu bei, dass über die Binnenschifffahrt in Presse, Rundfunk und Fernsehen berichtet wird. Ich suche regelmäßig Partikuliere, die bereit sind, einen Journalisten, ein Rundfunk- oder Fernsehteam mitzunehmen. Bisher bin ich damit bei unseren Mitgliedern in aller Regel erfolgreich gewesen. Das ist nicht so einfach, denn es gehört schon etwas dazu, vor einem Mikrophon oder einer Kamera Rede und Antwort zu stehen, zumal die Beiträge oft so zusammengeschnitten werden, dass man sich nicht mehr wieder erkennt.

Über die Wirksamkeit von Zeitungsannoncen kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein.. Aber egal, wie man das sieht, würde mich mal die Frage interessieren, wer das bezahlen soll.
Ein Verband bzw. Verein kann das nur aus seinen Mitgliedsbeiträgen finanzieren, andere Finanzierungsquellen haben wir nicht. Eine ganzseitige Anzeige in einer Tageszeitung liegt so zwischen 10.000 und 100.000 Euro (e i n e !), je nachdem ob es sich um Lokalpresse oder überregionale Zeitungen handelt, von Fernsehwerbung ganz zu schweigen. Und das ist dann nur der Preis für die Schaltung, konzipiert ist damit noch gar nichts. Auch wenn es keine ganzseitige Anzeige sein muss, will ich damit nur mal die Größenordnung darstellen, in der wir uns bewegen. Das überschreitet unser Budget leider bei weitem.

„Was die Binnenschifffahrt jeden Tag für die Umwelt und das Allgemeinwohl tut“ sehen viele Leute, allen voran die Umweltverbände leider ganz anders. Gerade in diesem Punkt sind wir sehr aktiv. Immer wieder sind Vorstandsmitglieder des BDS auf Veranstaltungen der Grünen oder von Umweltverbänden unterwegs, um ein Gegengewicht zu setzen. Auch hier freuen wir uns über jeden, der uns dabei unterstützt und bereit ist, dafür sein Schiff liegen zu lassen.

So, jetzt habe ich wieder viel mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Ich muss jetzt weiterarbeiten.

Herzliche Grüße, Andrea