Servus Christian,
Du liegst einmal richtig mit dem Maschinentelegrafen. Von "oben" kam das Kommando, dann steuerte der Motorenwärter mittels Regler die Motoren. Er musste auch händisch abstellen , starten , umsteuern usw...
Die Besatzung bestand in der Regel zwischen 16 - 18 Personen.
Hallo Christian,
die Zahl erscheint am Ersten Blick realtiv hoch.
Aber hier die Auflistung: I. Kapitän. II. Kapitän oder Lotse, 2 Steuerleute, Zahlmeister, Bootsmann, 3 Matrosen, 3 Schlepplotsen, I. Maschinenbetreibsleiter, II. MBL, 2 Motorenwärter, Koch/Köchin, das sind schon mal 17 Personen.
In den Sommermonaten auch einen Schiffsjungen dann sind wir auf "18" !!
ich gehe davon aus das die hohe Anzahl an Besatzungsmitgliedern der damaligen Technik geschuldet ist ( z.B. geringe Automatisierung ) und das die Zugschiffe zumindest ab dem Zeitpunkt als sie Radar hatten rund um die Uhr fuhren. Nur bei dem Zahlmeister kann ich mir schlecht vorstellen das der seinen Tag ohne Langeweile herum bekommen hat…..
Servus Christian,
der Zahlmeister wurde auch stundenweise zum Kommandodienst abberufen. Denn die weitere Beförderung des "Zahlmeisters" war ja die Ernennung zum II.Kapitän !
Noch ein Detail zur Besatzung, auf den Dampfzugschiffen "Zweikaminern " waren wir 20 Mann !!
Diese Aufnahmen habe ich von Bord des FGSes AGNES BERNAUER am 7. Juli 1984 bei km 2362,5 gemacht - MHRT-SCHLEPPZUG DOROG mit den GSKen 1040 u. 1001 in Bergfahrt. Bei Foto 1 ist im Hintergrund über den Kähnen die Autobahnbrücke nähe Kiefenholz zu erahnen, bei Foto 2 ist im Hintergrund Demling zu sehen.
Abb.: MS DOROG auf der Fahrt zur Regensburger Lände
Eine etwas eigenartige Bauhistorie hat MZS DOROG der ungarischen MAHART. Das Bugteil des Schiffes stammt von dem Schlepper-Typ S (S 5), der 1942/43 als PUCHENAU (I) im Auftrag der DDSG von der Linzer Werft (Baunr. 893) gebaut wurde. (Reichsbauprogramm).
Am 31. August 1943 hat die DDSG der MFTR das Schiff abgetreten. Unter der Bezeichnung S II war der Schlepper bis Kriegsende im Einsatz, bis die sowjetische Artillerie das Schiff bei Komárom versenkte (31. März 1945).
1947 gehoben, zog sich die Wiederherstellung zeitlich in die Länge. 1955 wurde das Schiff auf Betreiben der Honved Flussflottille geteilt, das Heck mit dem Achterschiff des ebenfalls zerstörten „N“-Typs LINDAU zusammengeschweißt. (Schlepper VÁC).
Die Schiffswerft Balatonfüred ergänzte 1958 das verbleibende Vorschiff zu einem neuen Schlepper, der den Namen DOROG erhielt. Die Motorisierung lag bis 1965 bei 2x400 PS, wurde 1965 auf 2x600 PS erhöht. (2 Lang 6 LD 316 RF).
Mit 47 m Länge, 7,56 m Breite entsprach DOROG von den Abmessungen im Wesentlichen einem „N“-Typ. Anfang der 1990-er Jahre zog die MAHART den Schlepper aus dem Verkehr. (Ergänzung von Muranfan: Gem. #5ff war das Zugschiff bis mindestens 1996 in Fahrt; meine letzten Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1994).
Aufnahmedatum: 23. September 1987
Bildautor: G. Hutschenreuther
Literatur:
Tamás VÁRFALVI, A 80 éves magyar állami hajózás géphajói, Budapest 1978
Link zu hajoregister siehe hier
BArch. R5/9396