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Thema: Bauhof Aschaffenburg

Baum-Darstellung

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  1. #8

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    Hallo,

    dann machen wir heute noch einen 8. "Heute".

    Da ich keinen Unterschied sehe bei Main oder Maas, was Stauwasser und Schleusenvorgang angeht, hier meine Erfahrung in den End-50ern auf der Maas. Vorne weg: unter einem Tag Aufenthalt pro Schleuse zwischen Roosteren und Maasbracht (Tagebuch belegt!) ging es schon mal gar nicht. Auf der Maas war in jenen Tagen ein riesiger Betrieb. Fast alles in beiden Richtungen Einzelfahrer. Ich (MS 57 m, 400 PS, 500 to, leer) hatte von der Ruhr einen leeren SK (1350 to) mit nach Born genommen. Dort Kohlen geladen (beide) und dann an zu Tal. Bei allen Schleusen musste man sich persönlich anmelden mit Angabe :Schiffsname, Länge und Breite. Ähnlich wie in der Bergfahrt nach Born war das Unter- wie Oberwasser dicht belegt mit vor Anker liegenden Schiffen da es keine Kaimauer oder Dalben gab. Startplätze gab es auch nicht (Schöne Grüße an den Neckar zu jener Zeit!).
    Korrektur: Natürlich Strecke Maasbracht bis Born ist Julianekanal. Linne bis Belfeld ist Maas. Dann noch Heumen und Weurt zum Wal.

    Also, nun in der Talfahrt hieß es bei jedem Schleusenvorgang "einen Schritt voraus".Meinen nun beladenen SK hatte ich auf Strecke hinten dran, bei Annäherung an die nächste Schleuse - das konnte ohne weiteres 1 km sein, nahm ich den auf Seite und so lavierten wir uns so weit wie möglich vor. Wie hatten zwar einen Achteranker, aber der SK hatte ja deren 2, also nutzten wir dies. Je näher wir der Schleuse auf diese Art kamen, konnten wir dann aus deren Lautsprecher vernehmen, welche Schiffe und in welcher REIHENFOLGE sie einfahren dürfen. Die weitaus meisten MS waren kleine bis kleinste Fahrzeuge im Sand- und Kiesverkehr, teils noch mit Seitenschrauben. So versammelten sich oft bis zu 13, gar 14 Schiffe in einem Vorgang. Klar, bis alle drin und wieder raus waren, das Daaaaauuuuuerte. Als angestellter SF brauchte ich mir ja weniger bis gar keine Gedanken machen, aber rund um mich sah ich Partikuliere.

    Ein paar Monate später, auch bei gleicher Route, nur mit größerem MS (80 x 9,50, 1300 to) das gleiche Spiel, jedoch ohne Anhang. Achterankerspill mit Handbetrieb. Schön, kurbeln, kurbeln. Mitten drin die Idee: Schleppstrangende über die Leitrolle am letzten Überläufer, Achteranker abgefangen, Kette vom Wirbel los und per Drahtklemmen das Ende in den Wirbel. Zack. Nächstes Hieven, Spill eingesetzt und Bums! Der Anker meldet sich unverzüglich mit Getöse in der Klüse zurück. Ach ja, mit der Kurbel dauert das ja seine Zeit. Also haben wir eine entsprechende Markierung mit weißer Farbe auf dem Draht vor dem Spill gesetzt. Man muss sich halt den Gegebenheiten anpassen und sehen, vorgehaltene Möglichkeiten zu nutzen.

    Zum 4-Längen-Maintalzug. Doch ganz klar, pure Routinearbeit, gewachsen aus langer Erfahrung bei jedem Wetter und jeden Wasserständen. In der Schlange, hier Schleppzug, heißt es in Bögen oder Wind mit den Ruderblättern immer entsprechend der Notwendigkeit gegen zu halten und zur rechten Zeit wieder "springen" zu lassen. Für das damalige Personal war das alles kein Problem, benötigte auch keine großen Vorbesprechungen, es war einfach der Tagesablauf bei allen erdenklichen Situationen. Zum Abstoppen hatte man doch auf dem Main und sicher auf dem Neckar diese "Ankerersatzkettenbündel", da mit war schon eine berechenbare Kurslinie von hinten mit eingebracht.

    Etwa 4 Jahre zu Beginn meiner Fahrenszeit verbracht ich auf Hafen- und Bugsierschleppbooten, lernte von alten, "mit allen Wassern gewaschenen" Käpis, wie man in diesem speziellen Metier mit Boot und Schiff umgeht und bedauere heute noch, es nicht geschafft zu haben, solche Boote geführt zu haben. Die Zeit überholte sie und ich landete auf schleppenden MS.

    Auf in den September, Gruß, Handhaspel
    Geändert von Handhaspel (02.09.2019 um 00:44 Uhr)

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