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Thema: Wasserversorgung der Kanäle im Ruhrgebiet Teil 1

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    Moderator Avatar von Norbert
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    Deutschland Wasserversorgung der Kanäle im Ruhrgebiet Teil 3

    Teil 3

    Dieses Betriebswasser wird in der Regel bei Abflussmengen zwischen 10 und 35 m³/s aus der Lippe in Hamm entnommen. Es gelangt dort in die Scheitelhaltung und verteilt sich in die einzelnen Kanäle. Dort wird es von Schleuse zu Schleuse bis zum Rhein oder zur Ems weitergegeben. Dieses System wird als „natürliche Speisung“ bezeichnet. Das Gegenteil dazu ist der „Pumpbetrieb“. Mit ihm wird in trockenen Jahreszeiten das System mit Wasser aus dem Fluss Ruhr versorgt und funktioniert wie folgt: Mit den Pumpwerken am RHK wird Wasser aus der Ruhr bei Duisburg entnommen. Über die Pumpwerke an den Schleusen Oberhausen, Gelsenkirchen, Wanne-Eickel und Herne-Ost gelangt das Wasser in die 31 Meter höher liegende Scheitelhaltung und wird dort verteilt. Dabei wird das Wasser über eine Strecke von 36 Kilometern quer durchs Ruhrgebiet transportiert. Die Stromkosten für diesen Pumpbetrieb liegen jährlich zwischen drei und fünf Millionen Euro. Während die Pumpwerkskette am RHK das Wasser in die Scheitelhaltung befördert, wird an der Schleuse Münster sowie an den WDK - Pumpwerken nur das Schleusenbetriebswasser in die obere Kanalhaltung zurück gepumpt.

    Bei Ausfall der Pumpwerkskette am RHK übernehmen die Pumpwerke am WDK die Versorgung der Scheitelhaltung mit Rheinwasser. Ausgenommen von diesem System sind die höher liegenden Kanalstrecken zwischen Henrichenburg und dem Dortmunder Hafen am DEK, sowie die am DHK von Werries nach Schmehausen. Sie verfügen über keine Zuflüsse und müssen ganzjährig über Pumpwerke mit Betriebswasser versorgt werden.

    Über den gesamten Wasserhaushalt in diesem Teil des Westdeutschen Kanalnetzes wacht die Fernsteuerzentrale in Datteln. Diese nahm 1984 ihren Betrieb auf und ist 365 Tage im Jahr im Dreischichtbetrieb besetzt. In 2003 wurde sie für 1,25 Millionen Euro mit neuer Fernwirktechnik aufgerüstet. Von dort aus werden die Pegelstände in den 14 Kanalhaltungen mit einer Gesamtlänge von 230 Kilometern reguliert, wobei die Scheitelhaltung mit 110 Kilometern die längste ist. Sie liegt auf 56,50 Meter über dem Meeresspiegel. Zur Regulierung des Wasserhaushaltes gibt es die Überleitbauwerke von- und zur Lippe sowie 13 Pumpwerke mit ihren Pumpen und Freiwasserschiebern, das Lippe Wehr in Hamm und die Ruhrwehre in Mülheim-Raffelberg und Duisburg. Alle diese Bauwerke können von Datteln aus ferngesteuert werden. Ebenfalls von dort fernbedient werden sieben der zehn Sicherheitstore. Diese sollen ein Leerlaufen einzelner Kanalabschnitte verhindern.
    Neben den genannten Funktionen ist die Fernsteuerzentrale nach Dienstschluss auch Notfallmeldestelle bei Störungen oder Havarie an einer der 17 Schleusenstufen. Oder wie im Oktober 2005, als bei Bauarbeiten an der Lippe Überführung in Olfen es zu einer Leckage kam und ein 8 Km langes Kanalstück leerlief. Dabei flossen rund 1,6 Millionen Kubikmeter Wasser durch die beschädigte Stelle in die Lippe ab. Von dort wurden innerhalb von 15 Minuten die Sicherheitstore Lüdinghausen und Datteln per Fernsteuerung geschlossen sodass der Bereich lokal begrenzt wurde.

    Das Kanalnetz befindet sich auch weiter im Umbau, so werden seit 1980 die alten Schleusen durch neue, größere ersetzt. Sie haben eine Länge von 190 Metern bei einer Breite von 12,50 Meter. So ist die 1989 in Betrieb gegangene Schleuse Henrichenburg mit Sparbecken ausgerüstet. Wo der Bau dieser Sparbecken aus Platzgründen, wie an der Schleuse Herne-Ost, nicht möglich ist, werden die Schleusenkammern im Zwillingsbetrieb gefahren. Bei dieser Betriebsart gibt die abwärtsgehende Schleuse einen Teil ihres Wassers an die gleichzeitig aufwärtsgehende Schleuse ab. Dieser Betrieb ist auch für die neuen Schleusen Münster und Wanne-Eickel geplant. Durch den Schleusenneubau erhöht sich der Wasserverbrauch ebenso wie durch den Ausbau des DEK zwischen Datteln und dem Mittellandkanal bei Bergeshövede. Dieser 87 Kilometer lange Kanalabschnitt wird auf 55 Meter verbreitert und erhält eine Tiefe von vier Metern. Auch am Ostteil des RHK haben ähnliche Ausbaumaßnahmen begonnen, um die Leistungsfähigkeit der Kanäle weiterhin zu gewährleisten.

    Die Technisierung in der Binnenschifffahrt geht stetig weiter. Heute verkehren auf den ausgebauten Kanälen im Ruhrgebiet bis zu 135 Meter lange Großmotorschiffe oder 186 Meter lange Schubverbände mit einem Tiefgang von 2,80 Meter. Die Tragfähigkeit dieser Fahrzeuge liegt dabei zwischen 2.200 und 3.500t. Das entspricht der Ladekapazität von 144 LKW oder vier der ersten 750 Tonnen Kähne vor über 100 Jahren.

    Oktober 2011 Norbert Hüls


    Noch eine Anmerkung,

    das oben geschilderte System ist in den trocken Sommern der Jahre 2018 und 2022 an seine Grenzen gestoßen. Beide Hauptversorger, die Flüsse Lippe und Ruhr führten damals nicht genügend Wasser.
    Das ging soweit das der Ruhrverband die Abflussmenge aus den Talsperren auf 5 m³/s reduziert hatte, um genügend Trinkwasser für die Bevölkerung im Ruhrgebiet zurück zu halten.

    Um den Wasserhaushalt in den Kanälen zu sichern, wurde über Beide Pumpwerksketten an RHK und WDK das Wasser aus dem Rhein in die Scheitelhaltung gefördert.

    Gruß Norbert
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    Zu fällen einen schönen Baum, braucht 's eine halbe Stunde kaum.
    Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk' es, ein Jahrhundert.

    Eugen Roth

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