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Gestern ein Bezahlartikel in der Zeitung OÖN - Oberösterreichische Nachrichten:
OTTENSHEIM. Weniger Pkw und steigende Kosten sind die Ursache.
Es ist eine Entwicklung, die die Verantwortlichen der Donaufähre Ottensheim seit der Covid-Pandemie zur Kenntnis nehmen müssen: Die Zahl der beförderten Pkw sinkt, die Personalkosten steigen, der Umsatz wird weniger. Die Folge: Die Kosten können durch die Einnahmen aus der Beförderung nicht mehr gedeckt werden.
Jetzt muss der Betrieb erstmals in den Wintermonaten eingeschränkt werden. Bis Ende März wird die Fähre an Samstagen und Sonntagen nur noch zwischen 8 und 18 Uhr in Betrieb sein. Während der Woche ist die Fähre von Montag bis Freitag von 6.15 Uhr bis 19.20 Uhr unterwegs.
Appelle um Unterstützung
Noch könnten die Defizite aus Rücklagen ausgeglichen werden, doch befürchtet Gertraud Hagenauer, Geschäftsführerin der Ottensheimer Drahtseilbrücke GmbH, dass durch die neue Donautalbrücke in Linz noch weniger Pkw die Fähre benützen könnten. Deshalb erging auch ein Appell an das Land Oberösterreich sowie die Gemeinden Ottensheim und Wilhering um finanzielle Unterstützung, damit der Winterbetrieb aufrechterhalten werden kann.
Die Donaufähre, die Ottensheim und Wilhering verbindet, gilt als ein "Relikt aus einer anderen Zeit", eine Fahrt mit ihr hat bis heute Erlebnischarakter. Die Geschichte reicht bis ins Jahr 1871 zurück, als die "fliegende Brücke" am 2. Juli eröffnet wurde.
"Autoverkehr wichtig"
Ihre Bedeutung zum Übersetzen von einem Donauufer an das andere hat vor allem in den Sommermonaten nicht gelitten. Rund 20.000 Radfahrer nutzen jährlich die Donaufähre, dazu kommen rund 15.000 bis 20.000 Fußgänger und 30.000 bis 40.000 Autofahrer. Letztere werden allerdings Jahr für Jahr weniger, sind aber für die GmbH mit 28 Gesellschaftern, von denen die Marktgemeinde Ottensheim mit 45,2 Prozent der größte ist, eine wichtige Einnahmequelle. Übrigens nutzen auch mehr als 100 Schüler die Fähre für ihren Schulweg. Dies sei auch im öffentlichen Interesse, heißt es.
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Samstag, 14.12.2024
Eine Epoche geht zu Ende
Heute ist der letzte reguläre Arbeitstag von Theodor Pumberger (82) auf der Überfuhr Ottensheim.
Er war 57 Jahre lang Fährmann zwischen Ottensheim und Wilhering.
"Teddy" ist meines Wissens nach der letzte auf der Donau, der sein ganzes Leben mit der Donau verbunden war, seit seiner Geburt.
Sein Vater hatte einen Betrieb für "Zillen, Plätten, Mutzen" in Inzell, Str.-Km 2182 r.U, dort, wo heute der Gasthof Reisinger ist, den viele Kreuzfahrtschiffe bei der Vorbeifahrt grüßen und der Gruß erwidert wird vom Gasthof aus mit einem Trompetenton.
Inzell am unteren Ende der Schlögener Schlinge war früher ein beliebter Ort, wo die DDSG-Schleppverbände oft den Anker fallen ließen, im Bordbuch eintrugen "Nebel" und dann wurde dort gefeiert. Manchmal auch mehrere Tage lang, denn Inzell war früher nur auf dem Wasserweg erreichbar und somit gab es dort auch keine Sperrstunde.
Teddy weiß auch noch, die Donau ohne Motor runterzufahren.
Sie haben die Zillen, Plätten und Mutzen bis nach Wien geliefert.
In den frühen 80er Jahren machte der BR.de eine Sendung mit der Mutter Teddys. Ich kam damals aus Algerien zurück und wohnte in einem kleinen Haus, welches seiner Mutter gehörte. Ich kenne diese Familie schon recht lange und so kannte ich auch viele Geschichten von der Donau von dieser wunderbar redseligen Frau...:-)
Somit war ich mit dabei bei diesem Interview, weil ich die "Schlüsselwörter" kannte, hinter denen sich wieder wunderbare Geschichten verbargen, die dann aus dieser Frau heraussprudelten. Oft sind wir bis tief in die Nacht gesessen und sie hat erzählt und erzählt von einer Welt, die niemand kennt....:-)
Teddy und seine Schwester sind die einzigen mir bekannten noch lebenden Donauoriginale, die soooo viele Geschichten von der Donau von früher kennen und die auch, so man sie mit den richtigen Schlüsselwörtern "startet", tagelang erzählen können.
Geändert von Bernhard (14.12.2024 um 10:12 Uhr)
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Ich grüße euch vom km 2.144
Der Otto Steindl, der fehlt.
Heute war die heftigste Kollision, die ich auf der Donau erlebt habe - direkt vor meiner Haustüre: Die Bavaria 55 hat die Fähre Ottensheim, die festgemacht am Landungssteg in Ottensheim war, frontal am Heck erwischt, die Festmacheseile sind gerissen und die Fähre ist vor dem Bug des Standschiffes auf das Ufer geschoben worden.
Schaden: keine Personenschäden
Die Fähre ist fahruntüchtig, das Backbord-Ruderblatt hängt wie eine Socke senkrecht ins Wasser, das Rudergestänge gerissen, der Querbalken mit dem Ruderquadranten demoliert - sie muß runtergeschleppt werden zur ÖSWAG Linz und .....tja, was?
Die Fähre entspricht, nach meinem Verständnis als gelernter Schiffbauer und ehemaliger privater Schifffahrtstreibender, dem technischem Standard von 1962 - manche Teile dem Standard von 1900 und das zu sehen tut halt oft weh.
Für meine Begriffe - ich bin auf dieser Fähre ab dem 10. Lebensjahr aufgewachsen, habe sie allein ab dem 12. Lebensjahr gesteuert (ok, unten war ein Erwachsener, der kassiert und an- und abgehängt hat und das Patent dazu gehabt hat. Aber oben auf dem Steuerstand war ich allene und habe das genossen)
Natürlich kann jetzt nicht auf die Schnelle ein neues technisches Konzept erarbeitet werden, die Fähre soll ja ab März wieder den Vollbetrieb aufehmen (aktuell hat sie im Winterbetrieb - heißt, am Wochenende eingestellt)
Mein Liebling ist die Gierseilfähre Seltz-Plittersdorf am Rhein. Zwischen Frankreich und Deutschland. Super ausgedacht, super ausgeführt.
Und mit den Möglichkeiten, die wir heutzutage technisch haben, könnte man aus der Ottensheimer Fähre eine Perle für ganz Europa machen.
Könnte man...........
Seltz-Plittersdorf
http://https://www.tourisme-pays-sel...gbXh0ecNzI5oCw
Bernhard
ah....wie immer, bin ich unfähig, Bilder von der Kollision ins Forum zu stellen. Ich schaffe es nie. Das hat immer der Otto Steindl für mich gemacht......
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Danke dir, dear Andreas, für das Bildereinstellen.
Die beiden letzte Bilder, 6 und 7, zeigen den Moment des schon fast Kollisionsendes, wie das Frachtschiff die Fähre mit seinem Heck auf den Schotter am Ufer schiebt, wo sie dann festgefahren war.
Die Feuerwehr Ottensheim hat sie mit einer Winde wieder zurück ins Wasser und zum Anlegesteg gezogen
Bernhard
Geändert von Bernhard (24.01.2026 um 13:29 Uhr)
Grund: ein "s" hinzugefügt
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Bernhard Luger
Der #FranzOpolzer von der Schiffswerft Linz (ÖSWAG) gibt dem auf fb rund um die Kollision erschienem Beitrag einen Daumen nach oben......
Ja, bald wird sie bei euch in der Werft sein........möge das Wetter bis dahin wärmer werden.
Ich habe in der ÖSWAG, der damaligen SLAG, Schiffbauer gelernt und ich denke heute noch oft und gerne an diese Zeit.
Es wurden dort damals die größten und modernsten Schiffe für die Donau, für die DDSG und für die Russen gebaut. 6 x, die -stein-Serie der DDSG, bei den Russen die Kapitan-Serie (Russenschiffe in Korneuburg hauptsächlich gebaut).
Diese Schiffe sind heute 52-53 Jahre alt........seitdem ist nichts mehr an "richtigen" Frachtschiffen für die Donau gebaut worden, außer die beiden Schubschiffe MELK und YBBS gleich anschließend an die -stein-Serie.
Das heißt: die modernsten Schiffe auf der Donau sind über 50 Jahre alt - außer natürlich die Schiffe, die über den RMD-Kanal zu uns kommen - und wieder fahren.
Damals, in meiner Zeit, war der Umstieg von Schleppschifffahrt in Schubschifffahrt aktuell.
Viele Schleppkähne bekamen von uns uns in der Werft "Schubschultern" am Heck, damit sie geschoben werden konnten.
Das war ein relativ brutaler Job - ich kann mich nur daran erinnern, daß diese Schubschultern im Winter im Freien vor der IVer-Halle an Land montiert und geschweißt wurden.
Immer war eine Saukälte da draußen. Regen, Schnee
Die Teile wurden von uns Schiffbauern gebaut, montiert und angeheftet - und von den Schweißern dann richtig verschweißt.
Alles wurde mit Elektroden, Böhler SPE 3,25 mm, angeheftet und verschweißt.
Das bedeutet:
In der linken Hand eine handvoll 3,25er Elektroden und den Schweißschirm (die Schweißhelme gab es damals noch nicht) - und in der rechten Hand den Elektrodenhalter.
Das Wetter: Kalt und feucht
Der Schiffbaustahl, ST37, kalt, feucht - naß.
Und um nicht immer in der Hocke zu sein, setzte man sich, wenn die Knie schon überdehnt waren, manchmal auf den saukalten, feuchten Stahl.
Beim Zünden der Elektrode bekam man den vollen Zündstrom über den Hintern hab und die Elektroden in der linken Hand flogen wie Mikadostäbchen in alle Richtungen - und die mußte man dann wieder einsammeln.....
So war das damals, Jungs und Mädlz
Technisches Handbuch, Quelle KI:
Der Schweißstrom (Arbeitsstrom) für eine 3,25 mm Elektrode (Stabelektrode/E-Hand) liegt typischerweise im Bereich von 100 bis 140 Ampere - der Zündstrom oft im Bereich 50-80 V. Zum Zünden, insbesondere bei zündunwilligen Elektroden, kann der Strom kurzzeitig etwas höher eingestellt werden (Anmerkung von mir, denn das weiß auch die KI nicht: die einem dann über den Hintern ungebremst und unisoliert einfahren), während der Betriebsstrom meist um 110-130 A gewählt wird, abhängig von Position und Materialdicke.
Geändert von Bernhard (24.01.2026 um 14:54 Uhr)
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