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Hallo Eberhard,
was "im Sinne des Erfinders" ist kann ich dir nicht sagen. Ich denke aber im Sinne des Erfinders war es nur, an alle Schiffe in Europa eine Nummer zu vergeben, die es möglich macht, dieses Schiff während seines ganzen "Schiffslebens" zu verfolgen.
Dies ist auch sehr zum Vorteil der Hobby-Schiffshistoriker.
Man kann durch eine Abfrage aller Schiffsregister jedes beliebige Schiff finden. Sollte es sich zum Beispiel nach Jahren herausstellen, dass der ehemalige Eigner Schulden beim Finanzamt hat, kann man nachprüfen ob der Neue Eigner das Schiff überhaupt rechtmäßig erworben hat.
Bis jetzt ist es sehr schwierig den Verlauf eines Schiffes nach zu vollziehen, wenn der Schiffsname und der Eigner mehrmals wechseln.
Das die Länder jeweils verschiedene Länder-Kennzahlen erhalten haben, liegt ja nur daran damit jede Registerbehörde weiß, welche Nummern sie überhaupt vergeben darf. Man kann ja jetzt schon an der ENI nur noch erkennen wo ein Schiff das erste Schiffs-Attest mit ENI erhalten hat.
Über den Flaggen-Staat sagt die ENI ja nicht mehr zwangsläufig etwas aus. In einigen Jahren werden die ENI-Nummern kunterbund in Europa verteilt sein, da die Schiffe sie ja ins neue Heimatland mit nehmen.
Es macht also eigentlich auch keinen Sinn mehr, dass man aus der ENI irgend etwas entnehmen kann, wie zum Beispiel die ausstellende Registerbehörde innerhalb eines Landes.
Früher als jedes Land mehrere Registerbehörden hatte, mussten diese natürlich ein System ausdenken, welche Behörde welche Nummer von bis vergeben durfte. Somit konnte man bisher erkennen ob ein Schiff in Hamburg oder Mannhein registriert war.
Ich persönlich begreife auch nicht, warum man mit Einführung der ENI nicht gleich den den ganzen anderen Quatsch wie Eichnummer, Schiffs-Attestnummer usw. abgeschafft hat.
Für alles Dies, hätte man doch in Zukunft die ENI-Nummer verwenden können, zur Unterscheidung.
Aber das scheitert wohl an der Kleinstaaterei der Behörden. Jede Behörde will ihre ihre eigenen Nummern vergeben, damit sie Gebühren kassieren können und sich selbst beschäftigen.
Wieso braucht ein Land denn überhaupt verschiedene Register-Behörden. Es reicht doch eine Einzige zu, mit gegeben falls mehreren Außenstellen. Zumindest in der heutigen Zeit, im Zeitalter der Brieftauben war es natürlich anders.
Aber in einen Land wo Kinder ihre ganzen Schulbücher wegwerfen können, nur wenn sie von einen Bundesland in ein anderes ziehen, wundert mich überhaupt nichts.
Nun zu Tschechien:
Tschechien hat den Ländercode 321 bis 329 erhalten. Kann also jede Zahl zwischen 100 000 bis 999 999 in ihr Register einbauen.
Die erste Zahl der nationalen Nummer entspricht dann der letzten Zahl des Ländercodes. Also ich sehe darin nichts Besonderes und auch kein Problem.
Warum soll es "wenig sinnvoll" sein, die nationale Nummer in die neue ENI einzubinden?
Wenn es in Zukunft nur noch ENI-s gibt, braucht man diesen kleinkarierten, nationalen Kram doch gar nicht mehr.
Zumindest was die Berufsschiffe anbetrifft. Gibt es denn eigentlich eine Festlegung, welche Schiffe eine ENI erhalten? Alle mit Schiffs-Attest? Ist der Erhalt eines Schiffs-Attestes eigentlich in allen 56 Ländern an die gleichen Bedingungen gebunden? Könnte es sein, dass ein Schiff in einen Land ein Schiffs-Attest benötigt und somit eine ENI erhält, in einen anderen Land aber kein Attest benötigen würde und die ENI dann da überflüssig wird?
So weit ich es feststellen konnte, hat Tschechien bisher folgende nationalen Nummern vergeben.
100xxx, 101xxx, usw. bis 109xxx, 200xxx, 201xxx, 202xxx, 300xxx, 301xxx, 302xxx und 303xxx.
An zweiter Stelle oder fünfter von hinten steht also immer die Ziffer 0. Die Nummern mit 1 beginnend haben Schiffe erhalten, die in Prag registriert sind und die Nummern mit 2 Schiffe die in Decin registriert sind. Zumindest war das am Anfang so.
Allerdings erhalten in Tschechien auch Kleinfahrzeuge und schwimmende Anlagen so eine nationale Nummer. Diese werden bestimmt nicht alle eine ENI erhalten.
Nicht ins Register eingetragen werden Schiffe und Boote bis 1 Tonne Tragfähigkeit, bis 4 kW Maschinenleistung, bis 12 qm Segelfläche und Schwimmente Geräte mit einen Gesamtgewicht bis 10 Tonnen, wenn keine ihrer Abmessungen mehr als 10 m beträgt.
Nun mal was ganz anderes für dich als "Nummerfreak" und natürlich auch für alle anderen. Ich habe mir mal folgendes ausgerechnet.
Auf der Erde leben 6,8 Milliarden Menschen und ein Jahr hat 31,536 Millionen Sekunden. Der "Liebe Gott" hat also für jeden Erdenbürger nur eine halbe Tausendste Sekunde pro Jahr Zeit. (Ich hoffe, ich habe mich nicht verrechnet. Es wird aber auch beim x-maligen nachrechnen nicht wesentlich mehr).
Oder anders gesagt, wenn der "Liebe Gott" jeden Erdenbürger nur eine Minute an Tag beim Gebet zuhört, müsste er gleichzeitig 47 222 222 Menschen, das sind über 47 Millionen, zuhören.
Wundert euch also nicht, wenn der Alte Herr da oben mal überlastet ist und euch nicht erhört.
Die Rechnung beruht allerdings darauf, dass er nichts anders Macht als den ganzen Tag Gebete anzuhören und auch nicht schläft (Muss der Gott eigentlich schlafen?).
Gruß Thomas 
Geändert von Elbianer (03.05.2010 um 14:47 Uhr)
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