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Thema: Schleusentreppe von Golbey

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  1. #1

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    Standard Stichkanal nach Epinal

    Ich bringe den Stichkanal - die Franzosen nennen so etwas Embranchement - nach Epinal an dieser Stelle, da er ja zwischen den Schleusen 15 und 14 an der Schleusentreppe von Golbey abzweigt.

    Das erste Bild zeigt die Abzweigung des Stichkanals aus dem Canal de l`Est (neuerdings Canal des Vosges genannt) bei Golbey.
    Biegt man in den Stichkanal ein, erreicht man in kürzester Zeit einen Aquädukt über die Mosel. Auf Bild 2 kann man sehen, daß einige Zentimeter Wasser fehlen - vermutlich hält man den Stau wegen Schäden am Aquädukt unter seinem ursprünglichen Niveau. Große Yachten konnten so nicht nach Epinal fahren. Statt der sonst üblichen 1,80 m war von 1,40 m Tiefe die Rede.

    Bild 3 zeigt den Blick vom Aquädukt auf die Mosel zu tal. Es war herrlich, dort zu schwimmen, doch man mußte sehr sehr vorsichtig sein wegen der vielen Felsen, die im Wasser zu sehen sind. Die Fotos 4 und 5 zeigen den Aquädukt von der Berg- bzw. von der Talseite.

    Das letzte Foto ist ein Gemälde in einer Bar/Café am Hafen in Epinal. Die gemalte Solvay-Penische war die einzige frachtfahrende Penische in Epinal. Ansonsten ist das inzwischen ein reiner Freizeithafen, frequentiert von Sportbooten, die den Abstecher nach Epinal machen.

    Man kann im Hafen in Epinal schön etwas essen oder trinken. Der Weg in die Stadt von dort dauert aber doch circa zehn Minuten, wenn man schnell läuft.

    Schleusen gibt es zwischen Golbey und Epinal nicht; das schön durch einen Wald führende Stück mit seinen langgeschwungenen Kurven ist gut 3 Kilometer lang.

    Gernot
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    Geändert von Gernot Menke (22.07.2010 um 23:25 Uhr)

  2. #2
    Avatar von p-m
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    Hallo Gernot
    Hallo zusammen

    Nach Angaben des Hafenmeisters von Charmes ist nicht nur die Schifffahrt auf dem Canal des Vosges gesperrt, sondern auch der Stichkanal nach Epinal. Gemäss Information der Voies navigables de France VNF soll die Schleuse 6 "gebrochen" sein. Über die Dauer der Sperre schweigt sich die VNF aus. Die Schfffahrt nach Epinal ist wegen Wassermangel ganz gesperrt.

    Freundliche Grüsse

    Peter
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  3. #3

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    @Hallo Peter,

    ich habe gerade mit VNF in Nancy telefoniert - die Angaben stimmen. Demnach könnte es sein, daß der geringe Wasserstand im Stichkanal auch damals schon mit Wassermangel zu tun hatte und nicht mit Dichtigkeitsproblemen an Bauwerken. Eigentlich erstaunlich: wenn man sich auf der VNF-Seite den Stand der Wasserreserven (Stand Ende Juni) anguckt, ist der Canal des Vosges als gegenwärtig völlig unproblematisch eingetragen.

    Wie dem auch sei - was die Sperre bei der zusammengebrochenen Schleuse 6 (eine der letzten 6 Schleusen mit Handbetrieb!! Das hätte ich auf diesem wichtigen Kanal eigentlich nicht mehr erwartet. Konkret sind es die Nummern 3-8 auf dem Südabstieg - die Tore, Stahlrahmen mit Holzbeplankung, sollen noch die Originaltore aus der Bauzeit des Kanals sein. Es sei ihre letzte Saison, sagten mir die Schleusenwärter dort, dann werden die Tore ersetzt) anbelangt, habe nicht nur ich noch Glück gehabt, sondern auch eine ganze Reihe von Penischen, die da durch sind. Ich weiß nicht, ob das der Normalzustand war, aber als ich dort gefahren bin, herrschte ein beinaher reger Penischenverkehr! So zehn Stück dürften es in beiden Richtungen insgesamt gewesen sein. Leider habe ich meine vielen Aufzeichnungen bei meiner kleinen Havarie in Marckolsheim verloren ... die Fotos aber sind gerettet. Ich stelle nach und nach die interessanteren Dinge ein.

    Gernot
    Geändert von Gernot Menke (23.07.2010 um 10:56 Uhr)

  4. #4
    Avatar von p-m
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    Frankreich Sperrung der Schifffahrt auf dem Canal des Vosges

    Hallo Gernot
    Hallo zusammen

    Hier die offizielle Mitteilung der VNF, die mir Urs (RIA) soeben per Mail zugestellt hat.

    Freundliche Grüsse

    Peter
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  5. #5

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    Standard Westropa

    Hier noch ein Nachtrag zur Penische WESTROPA in Beitrag 2, Bild 3 - der fuhr als erste Penische seit 1981 in den Canal de Bourgogne - nicht Souches, sondern Saint-Victor sur Ouche hieß das Ziel! Französische Schleusenwärter wissen auch nicht alles. Siehe hier!

    Wenn man es weiß, kann man es auch lesen, was hier auf einem Untertor an einer Schleuse des Abstiegs hinunter zur Saone, kurz nach den handbedienten Schleusen, steht: WESTROPA, darunter MERTERT, darunter ST. VICTOR S OUCHE und dann das Datum.

    Gernot
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    Geändert von Gernot Menke (23.07.2010 um 16:35 Uhr)

  6. #6

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    Standard Neue Schleusentore

    Ich kehre noch einmal zur Schleusentreppe in Golbey zurück, die wir in den Beiträgen 4-7 etwas aus dem Auge verloren haben.

    Dort gibt es eine Infotafel über neue Schleusentore, die an den unteren Schleusen in Golbey (Nr. 14 zum Beispiel) bereits eingebaut sind und nach und nach in ganz Frankreich die alten Tore ersetzen sollen.

    Das ist sicherlich interessant, weswegen ich die Informationen auf der Tafel hier einmal zusammenfasse und durch ein paar Informationen ergänze:

    Zur Erhöhung der Zuverlässigkeit und zur leichteren Unterhaltung und damit Reduzierung der Kosten hat die Marinewerft Construction Navales in Lorient, die auch in Marineangelegenheiten für die technische Entwicklung zuständig ist, neue Schleusentore für die Penischenmaße (Typ Freycinet, benannt nach dem französischen Minister dieses Namens, der 1879 die französischen Kanäle in den heutigen Abmessungen standadisierte) entwickelt, die in ganz Frankreich zum Einsatz kommen sollen. Damit soll Einheitlichkeit bei Toren, Torschützen und Bedienelementen erreicht werden, was die Logistik und Planung natürlich vereinfacht und wegen größerer serienmäßig hergestellter Stückzahlen auch die Kosten senken dürfte.

    Die in statischer Hinsicht optimale gebogene Form ermöglicht sehr leichte Schleusentore. Bei Stahltoren ist so eine Form nur mit größerem Aufwand herzustellen und auch überflüssig, da Stahltore sehr robust und schwer sind. Gewicht ist aber immer auch ein Nachteil, wenn man an den Transport und an den Einbau der Tore denkt. Zudem rostet Stahl. Hier ermöglicht die Verwendung eines Komposit-Werkstoffs aus Glas und Harz optimal geformte und sehr leichte Schleusentore, die nur den 2,5ten Teil der bisherigen Tore wiegen, also weniger als die Hälfte! Zudem rosten sie nicht, wodurch man eine Entlastung der Umwelt erreicht, weil es nichts mehr abzubeizen und anzustreichen gibt. Und auch hier wieder werden natürlich dadurch Kosten gespart.

    Der Glas-Harz-Werkstoff ist von der Marinewerft entwickelt worden und findet auch beim Bau von Minensuchern, Patrouillenbooten und bei den Aufbauten der Fregatten des Typs LA FAYETTE Verwendung. Bei den Minensuchern geht es bestimmt darum, Metall (und Magnetismus wegen der Minen) zu vermeiden, bei den anderen Schiffen um Leichtbau und darum, daß sie nicht vom Radar gesehen werden - diesen Punkt brauchen wir bei der Schleuse ja nicht. Jedenfalls dürfte das Material stabil genug sein. Formfestigkeit und Widerstandskraft gegen Stöße gehören jedenfalls zum Anforderungsprofil, das unten auf der Tafel steht (Bild 3). Gute Verhaltenseigenschaften im Wasser und Altersbeständigkeit gehören ebenfalls dazu - daß die Tore nicht rosten können, wurde bereits erwähnt.

    Ästhetisch sein und sich in die Landschaft einpassen verlangt man von den Toren auch noch. Das ist zwar auch immer eine Geschmacksfrage, aber ich denke, auch dieser Punkt ist recht gut gelungen.

    Was mich jetzt mal interessieren würde: ist der Werkstoff nur bei 5,20 breiten Schleusen, also relativ schmalen Toren einsetzbar oder wäre das auch bei uns eine Alternative? Freilich: in Deutschland liegen die Dinge etwas anders, weil wir nicht diese große Einheitlichkeit der Abmessungen und Stückzahl an Schleusentoren haben, wie in Frankreich, wo man beispielsweise allein auf dem 121 Kilometer langen Kanalstück zwischen Nancy und Corre 92 Schleusen passiert! Zum Vergleich: der Main hat auf derselben Entfernung zehn bis zwölf Schleusen, je nachdem, wo man zählt.

    Gernot
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    Geändert von Gernot Menke (02.08.2010 um 12:48 Uhr)

  7. #7
    Avatar von Heidi 1920
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    Hallo,

    die blauen Kunststofftore sind im bereich Nancy schon länger eingebaut. So richtig zufrieden sind sie damit nicht, im Saar-Kohlen-Kanal werden Stahltore eingebaut.

    Axel

  8. #8
    Avatar von p-m
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    Frankreich Embranchement d'Epinal / Stichkanal von Epinal

    Zitat Zitat von Gernot Menke Beitrag anzeigen
    ... daß einige Zentimeter Wasser fehlen - vermutlich hält man den Stau wegen Schäden am Aquädukt unter seinem ursprünglichen Niveau. Große Yachten konnten so nicht nach Epinal fahren. Statt der sonst üblichen 1,80 m war von 1,40 m Tiefe die Rede.
    Gernot
    Hallo Gernot
    Hallo zusammen

    Bei der Bergfahrt von WILLI war der Stichkanal nach Epinal wegen Wassermangel vollkommen gesperrt. Einige Jachten waren dadurch im Hafen von Epinal "eingesperrt". Nach Angaben der VNF war der niederige Wasserstand der Mosel der Grund für diese Sperrung. Der Hafen Epinal, der Stichkanal und die Staustufe zwischen den Schleusen 14 M und 15 M der Schleusentreppe von Golbey werden durch eine Einspeisung von der Mosel am Kopf des Hafens Epinal mit Wasser versorgt. Das funktioniert aber nur, wenn die Mosel genügend Wasser führt.

    Nach einigen Regentagen war der Stichkanal bei der Talfahrt von WILLI am 3. August 2010 wieder offen. Der Pegel war bei der Abzeigung des Stichkanals auf einer Seite mit 1.30 und auf der anderen Seite mit 1.60 Meter signalisiert. Für WILLI mit vorn 40 cm und hinten 90 - 100 cm (Ballasttank leer oder aufgefüllt) kein Problem. Wir nutzten diese Gelegenheit für einen Besuch in Epinal. Ich gebe Fotos vom Aquädukt über die Mosel und vom Hafen Epinal sowie ein Bild vom Moselstau in Epinal und dem Einspeisekanal in den Hafen von Google Earth dazu.

    Freundliche Grüsse

    Peter
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  9. #9

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    Standard Zwei unterschiedliche Pegel

    Danke, Peter, für die Erklärung und die Bilder!

    Von dem braunen Café links auf Deinem vierten Foto (im Beitrag zuvor) aus habe ich das ziemlich belanglose Bild gemacht, das ich hier noch anhänge. In diesem Café findet man übrigens das gemalte Bild der Solvay-Penische, das ich weiter oben eingestellt habe. Die Holzbrücke rechts geht über den Zulauf.

    Wahrscheinlich ist es dann wohl so, daß der Stichkanal nach Epinal gleichzeitig als Wasserreservoir für die Speisung des Kanals unterhalb von Golbey dient! Wird zur Speisung des Kanals mehr entnommen, als die Mosel in Epinal nachfüllen kann, sinkt das Niveau und der Stichkanal wird ab einem bestimmten Pegel gesperrt. In Beitrag 2 kann man ja auf dem letzten Foto sehen, daß das Obertor der Nr. 15 ein Stück aus dem Wasser herausragt. Allerdings muß es dann wohl so sein, daß die Haltung der Nr. 15 und die Sohle der Nr. 14 so tief gebaut sind, daß trotz des Absinkens des Wasserniveaus im Stichkanal und in der Haltung der Nr. 15 die Tiefe im Canal de l`Est selbst nicht eingeschränkt wird.

    Die unterschiedlichen Pegel am Eingang des Stichkanals waren mir auch aufgefallen - ob sich der "größere" Pegel vielleicht auf den tieferen Hauptkanal und der kleinere auf den Zweigkanal bezieht? Bei 1,60 m wäre die Haltung der Nr. 15 dann zum Zeitpunkt eures Passierens eingeschränkt gewesen.

    Gernot
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    Geändert von Gernot Menke (07.08.2010 um 14:49 Uhr)

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