Hallo Albert,

so hatte ich dich auch nicht verstanden. Ich weiß aber noch, wie wir "alten Hasen" uns früher darüber teils lustig gemacht - teils geärgert haben, wenn junge Studenten dieselben Jobs, für die wir vorher 300 Euro netto pro Tag genommen haben, auf einmal für 100 Euro (ohne USt. weil Kleinunternehmer) und teils noch weniger am Tag machten. Der Unterschied war halt nur, daß wir unsere Krankenversicherung selbst bezahlen mußten, die Studis waren bei Papa mitversichert. Einkommensteuer? Da muß ein Studi viel verdienen, bis das ansteht.

Ist doch ganz klar, daß man sich da aufregt, wenn es einem selbst ans Portmonnaie geht, aber man kann es den Leuten auch nicht wirklich verdenken, wenn sie sagen: ICH kann für das Geld arbeiten.

In der Binnenschifffahrt ist der Unterschied halt, ob ein modernes, technisch einwandfreies Schiff die Reise macht, oder eine krange Latte, Seelenverkäufer oder wie man den fahrenden Schrott, der teilweise hier rumdümpelt bezeichnen soll das macht.

Ist doch klar, daß ich anders kalkulieren kann, wenn ich ein Schiff für 50000 Euro habe, als wenn ich 4 Millionen bei der Bank abzuzahlen habe. Auch ist klar, daß es einen Unterschied macht, ob ich monatlich 6000 Euro an Löhnen und Gehältern kalkulieren muß, oder 2000 Euro.

Schuld daran sind aber nicht die Schiffmänner, die die Preise machen, schuld daran sind diejenigen, die die Rahmenbedingungen dafür schaffen.

Im Zweifelsfall muß ein Unternehmer dann eben schauen, wo in Europa die Rahmenbedingungen für ihn am besten sind und sein Unternehmen eben dort anmelden. Wir haben ja freie Standortwahl...

LG
Micha